Folge 3: Open Science Transfer

The Future is Open Science – Folge 3: Open Science Transfer
Dr. Doreen Siegfried
Leitung Marketing und Public Relations, ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Dr. Guido Scherp
Leiter der Abteilung Open Science Transfer in der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und Koordinator des Leibniz Forschungsverbundes Open Science

00:00 Doreen Siegfried:
Willkommen bei The Future is Open Science, dem Podcast der ZBW.

00:00:07-1 Doreen Siegfried:
Hier verraten Ihnen interessante Menschen aus dem Wissenschaftsbetrieb wie sie in Ihrer täglichen Arbeit Open Science voranbringen.

00:00:15-4 Doreen Siegfried:
Wir tauchen ein, in die Tiefen der Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter und verraten Ihnen handfeste Tipps und Tricks zu Open Science in der Praxis.

00:00:26-8 Doreen Siegfried:
Ich bin Doreen Siegfried und freue mich sehr Host dieses Podcasts zu sein.

00:00:32-6 Doreen Siegfried:
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von The Future is Open Science, dem Podcast der ZBW.

00:00:41-5 Doreen Siegfried:
Ich freue mich sehr, dass Sie eingeschaltet haben und auf diese Folge habe ich mich besonders gefreut, denn ich sitze hier zusammen mit einem absoluten Open Science Nerd und Auskenner und einem meiner Lieblingskollegen.

00:00:56-4 Doreen Siegfried:
Wir reden heute über Open Science und insbesondere über Open Science Transfer mit Guido Scherp.

00:01:03-1 Doreen Siegfried:
Ich freue mich, dass wir hier zusammen sitzen lieber Guido.

00:01:06-2 Guido Scherp
Ja, hallo und vielen Dank für die Einladung.

00:01:10-7 Doreen Siegfried:
Ich stelle unseren Gast einmal für Sie vor.

00:01:14-3 Doreen Siegfried:
Guido Scherp ist Leiter der Abteilung Open Science Transfer.

00:01:19-1 Doreen Siegfried:
Er ist Koordinator des Leibniz Forschungsverbundes Open Science, seine Arbeitsschwerpunkte sind, logischerweise, Open Science und Open Science Transfer. Er ist stark engagiert in der Arbeitsgruppe Open Science der Open Knowledge Foundation in Deutschland. Er ist promovierter Informatiker und seit 2015 organisiert er das Barcamp Open Science, also jetzt schon seit 5 Jahren. Und seit 2014, also noch länger, kümmert er sich inhaltlich um die Open Science Conference.

00:01:53-5 Doreen Siegfried:
Ja, herzlich willkommen Guido.

00:01:55-4 Doreen Siegfried:
Erste Frage: Alle reden über Open Science. Forschung ist plötzlich offen, transparent und Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Disziplinen arbeiten zusammen plötzlich.

00:02:08-6 Doreen Siegfried:
Bist Du glücklich? Bist Du im Himmel?

00:02:12-2 Guido Scherp
[Lachen] Also grundsätzlich muss man ja nochmal betonen, dass die Situation ja auch erhebliche Schattenseiten hat.

00:02:19-5 Doreen Siegfried:
Ja, okay.

00:02:20-8 Guido Scherp
Auf das tägliche Leben. Was man aber feststellen kann ist, ich sag mal, wir haben momentan ein Open Science Labor vor Augen.

00:02:29-6 Doreen Siegfried:
Hm.

00:02:30-6 Guido Scherp
Die Situation hat schon dazu geführt, dass in einem bisher nie dagewesenen Maß, würde ich sagen, dass es Auswirkung auf die gesamte Art und Weise hat, wie Lehre und Forschung funktioniert, wie Wissenschaftskommunikation funktioniert. Und das ist halt doch schon eine sehr einzigartige Entwicklung, die ist sehr spannend zu beobachten. Ja, da passiert sogar so viel, dass ich auch spannende Sachen auch zeitlich gar nicht mehr da hinterherkomme, mich mit allen Sachen inhaltlich auseinander zu setzen.

00:03:03-7 Guido Scherp
Und ich hatte gerade jetzt so eine Art Open Science Labor. Und man kann halt gut sehen, wir beschäftigen uns auch sehr stark mit dem Thema, was sind eigentlich so Lebensbedingungen für Open Science.

00:03:12-2 Doreen Siegfried:
Ja.

00:03:12-6 Guido Scherp
Und da kann man halt sehr vieles auch derzeit auch anschauen auch ablesen, dass man beispielsweise schaut, okay, wir haben jetzt auf der einen Seite eine sehr starke Preprint-Kultur bekommen, auf der anderen Art und Weise auch sehr, sag ich mal, große Kollaborationsansätze in den Forschungsdaten offen gelegt werden, geteilt werden. Auf der anderen Seite merkt man halt auch, dass zum Beispiel im Bereich der Wissenschaftskommunikation noch einfach noch Lücken entstehen, wenn es beispielsweise darum geht, dass so in der Zivilgesellschaft ja noch gar nicht die so noch ein gewisses Verständnis von Wissenschaft fehlt. Wie funktioniert eigentlich wissenschaftlicher Diskurs? Oder wenn man sieht, wie Preprint-Publikationen relativ unreflektiert aufgegriffen werden.

00:03:58-5 Guido Scherp
Aber insgesamt muss man halt sagen, dass natürlich auch allein durch die Notwendigkeit sich mit digitalen Technologien auseinanderzusetzen, da einfach ein riesengroßer letztlich auch Impact vollzogen wurde, der in meiner Hoffnung eigentlich auch sehr nachhaltig sein wird.

00:04:14-1 Guido Scherp
Was ich auch denke ist, dass das dann auch in gewissen Ansätzen auch eine gewisse Breite erreicht hat. Wenn ich mir z.B. angucke, wir haben ja diese Woche jetzt die neue Corona App bekommen und die wurde nicht einfach entwickelt und publiziert, sondern da wurden die Communities einbezogen. Das Quelltext wurde offengelegt. Man konnte ihn angucken und nur durch das, sag ich mal, ja Eingreifen oder das Partizipieren der Community und auch das Aufgreifen deren Wünsche, haben wir dann entsprechend auch eine sehr datenschutzkonforme und dezentrale Lösung. Und das ist halt ein absolut offener Ansatz, der denn jetzt auch außerhalb der Wissenschaft stattgefunden hat, dass also auch die Politik das aufgegriffen hat.

00:04:57-0 Guido Scherp
Und so von daher kann man denn schon sehen in der Forschung, auch darüber hinaus, wie so gewisse das Prinzip von Offenheit, Transparenz und auch Partizipation an verschiedenen Stellen auch gelebt wird.

00:05:10-3 Doreen Siegfried:
Ja, okay. Wenn ich mir jetzt die jetzige Situation angucke, Du hast es ja gerade schon dargestellt, spielt gerade diese Diskussion auch über Forschungsprozesse und den Weg zum Ergebnis eine große Rolle. Also dieses transparente Arbeiten, dieses disziplinübergreifende Arbeiten, dass halt Ökonominnen und Ökonomen auch mal zusammenarbeiten mit Virologen usw., dass man zusammen an einem Thema arbeitet und zusammen kooperiert auch mit Wissenschaftsexternen, also mit Ärztinnen und Pflegerinnen und anderen Stakeholdern außerhalb der Wissenschaft.

00:05:50-6 Doreen Siegfried:
Die Frage, die sich natürlich stellt, also wenn wir dieses Open Science Labor, was ja jetzt wirklich eigentlich ziemlich gut zu beobachten ist, was diese Corona-Situation letztlich hervorbringt. Wenn man sich das anschaut, dann stellt sich doch aber die Frage: Warum funktioniert das jetzt nur in solchen Extremsituationen, wie jetzt in so einer Corona-Krise oder wie es auch schon teilweise, nicht so stark wie jetzt, aber wie es auch schon funktioniert hat im Kontext von Ehec oder Ebola?

00:06:23-8 Doreen Siegfried:
Warum funktioniert das nur, wenn wirklich die Hütte brennt?

00:06:28-4 Guido Scherp
Ja. Grundsätzlich denke ich halt, dass einfach der Anteil der gesellschaftlichen Relevanz ist, ist letztlich der entscheidende Trigger und in diesem Fall – immer überspitzt gesagt – wenn es um das Überleben der Menschheit geht, dann macht man das halt auch so, weil es keine Alternativen gibt.

00:06:49-3 Doreen Siegfried:
Du meinst, dann verlässt man schon mal seine Komfortzone?

00:06:51-4 Guido Scherp
Ja, also ich denke halt an der Stelle ist es halt einfach auch so, dass einfach die Notwendigkeit, einfach der gesellschaftliche Druck auch da ist, da entsprechend, ich sag mal, vielleicht wissenschaftliche Karrieren in den Hintergrund treten zu lassen und auch einfach dann das gemeinsame Ziel diesen Virus zu bekämpfen.

00:07:14-1 Guido Scherp
Denn als oberstes Ziel ausgeschrieben hat und letztlich die Zeit drängt. Und das geht halt einfach nur, indem man diese kollaborativen Ansätze wählt, indem man relativ offen arbeitet. Das sieht man ja auch in der Forschung oder auch an diesem ganzen Open Innovation Bereich, dass viele Sachen auch einfach geteilt werden. Das muss halt in dem Sinne, es muss eine gewisse Beschleunigung stattfinden.

00:07:37-5 Guido Scherp
So, und das ist halt diese Art und Weise der Offenheit, der Nutzung der digitalen Infrastruktur und der Kommunikation und Kollaboration ist dann einfach da. Also wenn man den Abgrund sieht, dann handelt man.

00:07:54-0 Doreen Siegfried:
Okay. Du hast es ja auch schon, das finde ich aus Kommunikationssicht auch spannend, gerade in diesem Open Science Labor, wie Du es beschreibst, zu beobachten, ist das Thema Wissenschaftskommunikation und auch so diese Frage, was ist eigentlich Wissenschaft, wie funktioniert eigentlich Wissenschaft? Du hast es ja vorhin selbst kurz anskizziert. Da möchte ich Dich noch mal ein bisschen weiter zu befragen. Dass beispielsweise so Leute, die nicht aus dem Wissenschaftsbetrieb stammen und genau wissen, dass Wissenschaft eben keine Wahrheiten produziert, sondern sich eher so an Wahrscheinlichkeiten ran tastet, und dann vielleicht auch zwei Wochen später feststellt, dass eine andere These eher wahrscheinlicher ist usw. Also, dass man nie zu einer definitiven Wahrheit kommt, dass dieses Verständnis außerhalb der Wissenschaft gar nicht da ist. Also ich habe auch in vielen Gesprächen mit Leuten, die jetzt gar nichts mit Wissenschaft zu tun haben, so ein bisschen den Eindruck bekommen, dass man erwartet von einer bestimmten Berufsgruppe, ja, ein Tischler baut einen Tisch und der soll vier Beine haben und der soll stehen und wenn ich meine Kaffeetasse raufstelle, soll der nicht umfallen und ein Tischler oder eine Tischlerin, die das so zusagen als Profession hat und da auch ne Ausbildung zu hat, die weiß schon wie das geht und dann ist das so. Fertig. Dass aber diese Erwartungshaltung, wir kennen das von diesem Spruch “Was Friseure können nur was Friseure können”. Es gibt diesen Spruch leider nicht “Was Wissenschaftlerinnen können, können nur Wissenschaftler”, weil da eben keine fertigen Ergebnisse auf den Tisch gelegt werden. Und da gibt es so zwei unterschiedliche Erwartungshaltungen. Die Wissenschaftler selber sagen: “Okay, wir sind immer im Fluss, immer. Das wird sich auch nicht ändern.” Und die Gesellschaft denkt: „Ja, jetzt sag doch mal, was ist denn hier Sache?” Und wenn dann zwei Wissenschaftler oder Wissenschaftlerinnen was Unterschiedliches sagen, dann ist die Gesellschaft irritiert und ruft nach Fake Science oder was auch immer.

00:10:04-8 Doreen Siegfried:
Also die Frage, die sich mir stellt, die ich ganz interessant finde, ist: Welche Effekte oder welche Konsequenzen muss man ggf. daraus ziehen, dass jetzt tatsächlich Wissenschaft als solches so im Rampenlicht steht für die Wissenschaftskommunikation?

00:10:23-2 Guido Scherp
Also im Prinzip hast Du es ja schon eigentlich genau angesprochen. Man muss so ein bisschen mehr darstellen, wie Wissenschaft eigentlich funktioniert dann. Und auch sehen, dass beispielsweise dies, sag ich mal, ziemlich barrierelose Publizieren auf Preprint-Servern letztlich auch Nachteile hat.

00:10:44-1 Guido Scherp
Ich hab heute den Begriff Click-Bate Wissenschaft gelesen, dass es auch so ein bisschen genutzt werden kann hier, um irgendwelche, sag ich mal, irgendwelche Erkenntnisse möglichst schnell und breit irgendwie zu dissimilieren. Und man merkt halt auch einfach, man kann jetzt nicht irgendeine Publikation vom Preprint-Server nehmen als Wissenschaftsjournalist und eine Stunde später darüber berichten und sagen: „Hier neueste Erkenntnisse: die und die Studie hat das herausgefunden.” Sondern man muss auch, und das ist auch in der Diskussion, ich sag mal, in der Preprint-Server Community, dass man halt schaut, okay, wie kann man da noch zusätzliche Qualitätssicherungsmaßnahmen halt einbauen. Dass man vielleicht schon vielleicht so ein bisschen, also die Idee ist ja möglichst schnell Fast Science Informationen zu dissimilieren. Und das muss man natürlich verstehen, dass das auf dem Preprint-Server erstmal quasi noch vor einem Review ist und der Review ist ein ganz, ganz wichtiger wissenschaftlicher Prozess und es gibt einen wissenschaftlichen Diskurs der momentan öffentlich stattfindet, auf Twitter und Co. Das ist kein Streit, das ist ein Diskurs und das wird dann zum Teil dann auch von gewissen Medien, die so eine gewisse Aufmerksamkeit haben wollen, dann so ein bisschen verzerrt dargestellt und da ist halt einfach, also ich hab in letzter Zeit ziemlich viele Videos gesehen auf YouTube, die einfach nur erklären, wie Wissenschaft funktioniert.

00:12:02-3 Guido Scherp
Was bedeutet ein Preprint-Server? Das wussten die vorher nicht. Selbst in meinem Freundeskreis wissen jetzt auf einmal alle, was Preprint ist, was bedeutet wissenschaftlicher Diskurs? Wozu ist das gut? Letztlich halt auch der Fakt, ich meine im Endeffekt man hat immer, das ist nicht nur in der Wissenschaft so, man hat immer einen aktuellen Wissensstand. So. Und dieser Wissensstand ist gültig bis er denn vielleicht sogar bestätigt oder widerlegt wird. Und nun ist es natürlich so, das muss man auch noch mal betonen, was bei dem Virus angeht, wir haben jetzt einfach einen aktuellen Wissensstand und wir können sagen: “Wir wissen noch Vieles nicht. Wir können auch nicht sagen, wieviel wir nicht wissen”. Aber der Wissensstand muss genutzt werden, um sehr gravierende Entscheidungen zu treffen. Und das ist dann natürlich problematisch und kann dann natürlich auch zu Unmut führen einfach an der Stelle.

00:12:49-4 Guido Scherp
Man hat jetzt einen Stand des Wissens über den Corona Virus, und sagt okay, wir entscheiden jetzt, das ganze Leben runterzufahren, weil wir einfach sagen, das kann auch denn in ne ganz andere Richtung loslegen, man hat andere Länder beobachtet. Ich sag mal und wenn es dann später natürlich widerlegt wird, kann es sein, dass man merkt, okay, das war völlig übertrieben aber wir wussten es damals nicht besser.

00:13:13-0 Guido Scherp
Wenn man dann beispielsweise sagt, wenn jetzt, mal ein ganz anderes Beispiel, wenn jetzt jemand ein Modell über schwarze Löcher entwickelt, so und das nach zehn Jahren über den Haufen geworfen wird, dann ist es natürlich interessant, naturwissenschaftliche Erkenntnis, aber hat natürlich jetzt in dem Sinne keinen Impact auf die Zivilgesellschaft.

00:13:29-6 Doreen Siegfried:
Na ja, das beeinträchtigt nicht so meinen persönlichen Alltag. Ja, okay.

00:13:35-1 Doreen Siegfried:
Ja, gehen wir nochmal ein bisschen tiefer in dieses ganze Thema Open Science hinein, was jetzt, wie Du schon sagst, jetzt alle wissen, was ein Preprint-Server ist. Also für unsere Welt ja eigentlich total phantastisch, weil endlich mal Vokabeln benutzt werden, die wir ständig hier benutzen.

00:13:53-3 Doreen Siegfried:
Ich hatte ja schon Eingangs in der Vorstellung kurz erwähnt, also seit sieben Jahren gibt es jetzt die Open Science Conference. Das ist ja jetzt echt schon eine lange Zeit. Das ist ein internationaler Kongress, den Du als inhaltlicher Organisator oder als einer der inhaltlichen Organisatoren wesentlich mitgestaltest. Kann Du hier kurz mal für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer erzählen, wer trifft sich hier und warum?

00:14:19-5 Guido Scherp
Ja, also grundsätzlich ist das eine Konferenz, die von Anfang an auch den Anspruch gehabt hat, also eigentlich wenn man so sagt, alle Stakeholder des Wissenschaftssystems auch, ich sag einmal, zusammen zu bringen. Dazu zählen wir natürlich denn die Forschenden in erster Linie, aber natürlich denn auch es gibt Verlage, Wissenschaftsinfrastrukturen, Wissenschaftspolitik, ich sag mal, Entscheider, aber letztlich auch die Bibliothekscommunity. Und ich denke, das ist auch etwas, was man beobachten kann, dass auch durch die Bestrebung, das als Bibliothek stärker aufzugreifen und dass auch dort das Thema sichtbarer zu machen und auch zu zeigen, man muss da so ein bisschen proaktiver agieren, ist auch zu beobachten, dass wir da auch einfach doch einen relativ großen Anteil aus der Bibliothekscommunity da auch einfach auch vertreten haben als Infrastrukturanbieter.

00:15:12-5 Guido Scherp
Gut, und letztlich ist es so, die Konferenz ist halt einfach ein damals, das ist schon ein relativ in der Konstruktion, sag ich mal, ein einzigartiges Format auch in Europa und man hat halt gemerkt, dass dieser Bedarf sich in dem Thema auszutauschen und zu vernetzen einfach da ist und genau deshalb kommt man letztlich dann. Man will den Zugang zur Community haben und mit den anderen Leuten vernetzen, austauschen und da haben wir jetzt momentan auch einen sehr starken Shift Richtung, ja sag mal, Open Science Praxis würde ich sagen.Und halt auch so ein bisschen stärker mal so die Community aufgreifen in dem Sinne, dass man so bisschen auch bisschen aufgreift, dass Open Science im Ursprung eigentlich mehr so eine Grassroot Bewegung eigentlich ist und so ein bisschen die Wünsche aus der Community aufgreift. Ja, das hat sich mittlerweile ganz gut etabliert und jedes Jahr sind wir so rund 200 Teilnehmende mit einem großen und sehr breiten internationalen Anteil und macht Spaß, das zu organisieren.

00:16:23-7 Doreen Siegfried:
Ja, bei der Open Science Conference jetzt in diesem Jahr also 2020 ging es ja auch stark um das Thema Open Science Praktiken und auch um die Frage: Wie bekomme ich tatsächlich diese große Idee von Open Science mit den ganzen Facetten, wie bekomme ich die umgesetzt?

00:16:45-5 Doreen Siegfried:
Wo lägen hier Deiner Beobachtung nach die Schwerpunkte, also geht es eher um Open Access oder um Open Source oder wo siehst Du hier die Schwerpunkte bei der Umsetzung?

00:16:59-3 Guido Scherp
Ja, also tatsächlich kann man das gar nicht so sehr an einzelnen Themen mitmachen. Wir hatten in den letzten Jahren zum Teil schon so ein bisschen Schwerpunkte im Forschungsdatenbereich, weil da noch auf europäischer Ebene jetzt auf nationaler Ebene ja einiges passiert. Aber was meine Wahrnehmung ist: Wir haben einen ziemlich starken Shift jetzt bekommen. Wir waren am Anfang auch noch sehr stark wissenschaftspolitisch geprägt, weil denn auch EU insbesondere da sehr viel passiert. Mittlerweile ist es einfach so, dass der Bedarf auch da ist, jetzt mal zu schauen, wie wird Open Science eigentlich in der Praxis halt umgesetzt und das haben wir ja auch dadurch aufgegriffen, indem wir denn auch mal jetzt auch seit mehreren Jahren einen Call haben, wo man dann so Beiträge einreicht. Und was ich da merke ist, dass dann viele Beiträge, die dort kommen, geht’s einfach grundlegend darum: Wie kann ich Support von Open Science Praktiken leisten und wie kann ich, was sind Best Practice Beispiele.

00:17:59-0 Doreen Siegfried:
Und wenn Du jetzt sagst, „Support“, also betrifft das denn, also welche Themen betrifft das insbesondere, also wo wünschen sich die Leute am meisten Support?

00:18:08-8 Guido Scherp
Ja, also, wenn ich mir dieses Jahr mal die Einreichungen angucke, dann ist es tatsächlich auch also in der Regel sehr, sehr breit gefasst, also über alle Open Science Themen hinweg, also das Publizieren, sei es Forschungsdaten oder auch denn wie betreibe ich Wissenschaftskommunikation usw.

00:18:33-4 Guido Scherp
Ich denke, was man da so ein bisschen festhalten kann ist, dass es, dass die dort Einreichenden einen breiten Hintergrund haben. Also es kommt von Bibliotheken. Es gibt denn beispielsweise Bibliotheken, das sind dann also vereinzelte Beispiele, es gibt welche, die denn so sehr stark mal eine Open Access Strategie entwickelt haben und das unterstützen. Es gibt denn mal eine Bibliothek, die denn sehr stark mal den Forschungsdatenbereich mal aufgegriffen hatten, hat gesagt: So wir bieten ein Forschungsdaten-Unterstützungsservice an, dass wir zum Beispiel bei der Antragsstellung helfen, Forschungsdaten-Management-Pläne zu erstellen. Eine Bibliothekarin hat dann auch als Titel sogar als Arbeitstitel „Open Science Librarian“ gehabt, ganz toll zu beobachten. Aber es gibt dann auch, sag ich mal, sehr breiter aufgestellte, sag ich mal, Open Science Support Infrastrukturen an Universitäten, die wir denn gesehen haben, die denn auch eigentlich auch das ganze Thema abdecken, von allgemein über Open Science informieren, konkrete Tools vorstellen welche Infrastrukturen gibt es an der Universität und bis hin, dass auch einige einfach auch mal nationale Programme vorgestellt haben. Wir hatten beispielsweise Beiträge aus Finnland und aus Kanada, wie das dann auf nationaler Ebene auch unterstützt wurde.

00:19:47-2 Guido Scherp
Und wir haben auch viel Beiträge, die so allgemein sich auch mit Infrastrukturen und Werkzeugen auch befassen. Und ein anderer Teil befasst sich dann halt so ein bisschen mit den Effekten von Open Science. Beispielsweise irgendwelche Studien, die mal gucken, gibt es irgendwie einen Zusammenhang zwischen Open Access und Zitationsquote, so der Klassiker.

00:20:07-0 Guido Scherp
So, dass ist tatsächlich so, diese das sind so diese Bereiche, die würde ich so auf der Ebene abgrenzen und gar nicht so sehr auf einzelnen Themen, weil das wird alles irgendwo in einer gewissen Form abgedeckt, das ist alles was ein bisschen was dabei, auch Peer Review, Open Peer Review, alles schon dabei.

00:20:25-0 Doreen Siegfried:
Okay, wenn Du jetzt sagst: Viele Leute stellen so ihre Programme dar und ihre Angebote, die so auch auf bestimmte Bedarfe reagieren, gibt es eigentlich Untersuchungen, die so den Bedarf, den Unterstützungsbedarf von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den Blick nehmen?

00:20:44-5 Guido Scherp
Ja, da gibt es durchaus Studien, da gibt es auch unsere eigene Studie. Da in dem Kontext. Also grundsätzlich, was man halt merkt ist, zwei Dinge eigentlich dazu. Das eine ist, so die Studienlage, auch unsere Open Science Studie, die wir unter den Wirtschaftsforschenden durchgeführt haben, belegt letztlich, dass Open Science durchaus bekannt ist und durchaus Zuspruch zu der Philosophie von Open Science gibt, aber die Praxis halt aus diversen Gründen noch so bisschen hinterherhängt. Aber es wird ein großer Unterstützungsbedarf gesehen.

00:21:24-1 Guido Scherp
Und das merkt man auch, wenn ich nochmal zur Open Science Conference zurückkomme, auch daran, dass wir beispielsweise nach der zweiten Konferenz oder mit der zweiten Konferenz auch ein Barcamp eingeführt haben.

00:21:34-6 Guido Scherp
Und so ein Barcamp ist letztlich so ein niedrigschwelliges Austauschformat, dass sich gezielt an die Personen richtet, die so sehr stark mit der Umsetzung in der Praxis auch einfach zu tun haben.

00:21:43-4 Doreen Siegfried:
Ja.

00:21:45-6 Guido Scherp
Und man merkt halt auch, dass da der Bedarf einfach unglaublich groß ist, sich auszutauschen, zu vernetzen und dort auch einfach auch von anderen zu lernen. Und dieses Jahr hatten wir zum Beispiel eine Teilnehmerin beim Barcamp aus Luxemburg, die hat eine konkrete Empfehlung von ihrem Kollegen bekommen: Wenn Du, die war, sag mal, hier Open Science Einsteigerin würde ich mal sagen, hat gesagt, wenn Du dich mit der Community vernetzen willst, wenn Du die Leute kennenlernen willst und was über Open Science erfahren willst, dann fahr zum Barcamp Open Science nach Berlin.

00:22:17-6 Guido Scherp
So und das ist natürlich schön, dass so wahrzunehmen. Dass einfach die Unterstützung halt da ist. Gut ein Barcamp ist jetzt nicht, sag mal, es ist ein Baustein von vielen, um die Unterstützung anzubieten, aber man merkt halt einfach der Bedarf ist da, sich auszutauschen und zu vernetzen.

00:22:35-9 Doreen Siegfried:
Vielleicht – ganz kurz kleiner Werbeblock hier für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer -, also wenn Sie mal googlen: „Open Science Barcamp Berlin“, dann finden Sie da ne ganz spannende Website, wo auch zu sehen ist, was so in den vergangenen Jahren da passiert ist und auch vor allem, wie international diese Veranstaltung, die wirklich sehr niedrigschwellig ist, mit gemeinsamem Pizza essen usw., stattfindet. Und dieses Open Science Barcamp findet immer genau am Tag direkt vor der Open Science Conference statt. Also nächstes Jahr dann am 16. Februar 2021. Schon mal merken im Kalender.

00:23:12-8 Doreen Siegfried:
Okay. Werbeblock beendet an dieser Stelle.

00:23:16-0 Guido Scherp
17.,18. Februar dann die Open Science Conference.

00:23:18-5 Doreen Siegfried:
Genau. Nochmal zurück zu der Open Science Bewegung, die sich ja letztlich trifft auf der Open Science Conference und natürlich auch in anderen Kontexten miteinander in Austausch steht. Also, da Du ja jetzt auch schon eine Weile drin bist in diesem ganzen Thema und in diesem Kosmos: Was sind eigentlich so die großen Themen oder was sind die Themen, die momentan die Open Science Bewegung am meisten beschäftigen?

00:23:42-3 Guido Scherp
Ja, Corona. Also ist tatsächlich so, ich meine natürlich gehen die anderen Sachen, die vor Jahren schon begonnen wurden, ich hatte es bereits gesagt, es gibt momentan einen sehr starken Bereich im Forschungsdatenmanagement. Sag ich mal, ein grundlegendes solides Forschungsdatenmanagement ist letztlich der Enabler für Open Data, wenn man so will. Wenn man seine Daten nicht vernünftig abgelegt hat, kann man sie auch nicht teilen, vernünftig teilen.

00:24:08-4 Guido Scherp
Da passiert natürlich einiges im Bereich, ich sag mal, „Open Data“ oder auch „Fair Data“ in der Bewegung, aber halt auch auf europäischer Ebene diese sogenannte „European Open Science Cloud“. In Deutschland gibt´s jetzt diese NFDI Nationale Forschungsdateninfrastruktur Bewegung. Aber grundsätzlich in meiner, ich sag mal in meiner Blase, würde ich jetzt auch mal sagen, mit denen ich zu tun habe, die machen jetzt alle irgendwas mit Corona, auch untersuchen halt, was hat das für Auswirkungen auf Wissenschaftskommunikation. Ein Kollege hat so ein bisschen, ich sag mal, die Preprint-Server mal näher analysiert, angeschaut. Dann ist es natürlich auch so, dass auch in unserem Umfeld ziemlich viele Bibliotheken sind, die auch sich mit Open Science beschäftigen, die momentan damit beschäftigt sind: Wie können wir unsere Zielgruppe unter Forschenden jetzt besser unterstützen in der Corona Forschung? Das heißt, dass systematisch Publikationen erfasst werden und in Kollektionen zusammengefasst werden, so dass man immer so einen quasi disziplinspezifischen Open Science auch Corona Publikationskorpus hat. Man schaut, man guckt, dass man Daten bereitstellt oder sagt, wo sie Daten finden. Und das ist eigentlich, also momentan würde ich sagen, machen hier alle hauptsächlich Corona.

00:25:25-5 Doreen Siegfried:
Ja, okay. Was ja an vielen Stellen jetzt schon seit 3 Monaten seit es hier in Deutschland so richtig losging mit den Schließungen usw., was ja an vielen Stellen bemerkt wird ist, dass durch diese Corona Krise ja letztlich so die Bettdecke weggezogen wird und man die nackten Tatsachen der Gesellschaft letztlich aufdeckt und feststellt, wo es überall hängt, Pflegekräfte zu schlecht bezahlt und Schulen nicht ordentlich digital ausgestattet usw. Also man sieht plötzlich wirklich ohne irgendwelche rosa Filter dazwischen, wo es tatsächlich klemmt.

00:26:10-7 Doreen Siegfried:
Wenn Du jetzt sozusagen Dir mal den Wissenschaftsbetrieb anguckst und sagst okay, wir gucken jetzt mal oder wir stellen mal fest, wo klemmt es denn in der Wissenschaft? Was ist jetzt aufgedeckt, wo Du sagtest, wo Du denkst: Okay, das sehen jetzt wirklich alle, dass da was zu tun ist.

00:26:29-0 Guido Scherp
Ja, letztlich ist es so, dass, ich würde sagen, es sind keine vielleicht keine grundlegenden neuen Probleme aufgetreten, sondern sie wurden einfach nur verstärkt.

00:26:42-4 Guido Scherp
Und letztlich ist es halt einfach so, dass man sagt, dass beispielsweise die Preprint-Server Kultur mit dem hohen Publikationsaufkommen an seine Grenzen stößt, dann auch einfach. Wir haben generell zum einen, was natürlich Qualitätssicherung angeht, da kommt man dann natürlich nicht hinterher, das andere ist halt auch einfach auch ein altes Problem, dass grundsätzlich bei einer zunehmenden Publikationsflut letztlich auch immer noch schwieriger wird, sich dort zu orientieren. Das sag ich mal, das Stichwort ist halt Discovery.

00:27:15-7 Doreen Siegfried:
Ja.

00:27:16-9 Guido Scherp
Es benötigt neue Methoden, einfach um Forschungsergebnisse schneller zu erfassen, systematischer zu erfassen und vielleicht auch maschinengestützt zu erfassen. Und das Andere ist, man merkt einfach, wie schlecht es ist, dass viele Sachen noch einfach hinter Bezahlschranken sind, closed ist. Man merkt einfach, wie toll open ist, wenn es einfach zugänglich ist, auch für diejenigen nach wie vor, die sich an der Forschung beteiligen wollen und auch wenig auch, sag mal, Möglichkeiten und Mittel haben, da an die Ergebnisse halt ran zu kommen.

00:27:50-4 Guido Scherp
Es gab schon jetzt viele Verlage haben jetzt angefangen, natürlich ihre Publikationen, vielleicht auch eher temporär, halt zur Verfügung zu stellen. Aber ich hab auch relativ am Anfang der Corona-Krise auch schon einfach einen Beitrag gesehen, wo dann gesagt ist, ja, es wird jetzt viel über Corona Forschung öffentlich gestellt, aber das Meiste ist einfach noch verschwunden, das ist einfach nicht zugänglich. Und das merkt man halt, das ist natürlich ein Nachteil. Es gibt teilweise gibt es denn Forschung, die bis zu Corona-Viren, die bis in die 80er oder so zurückgehen, aber die sind halt einfach noch gar nicht so richtig zugänglich. Nach wie vor noch einfach closed und das ist natürlich schlecht.

00:28:32-6 Doreen Siegfried:
Na ja, dieses closed Problem, das kriegt man ja jetzt auch sehr stark mit, ist ja auch ein Problem für die Lehre. Wenn die Leute sozusagen nicht in ihre Lieblingsbibliothek gehen können, um sich da Lehrbücher zu holen oder weiterführende Literatur als Buch, weil das halt einfach das Standardwerk ist. Da mussten ja jetzt auch in der Vergangenheit viele Bibliotheken nochmal extra Geld in die Hand nehmen, um halt entsprechend Lizenzen zu kaufen für Ihre Studierenden, damit die halt auch Literatur haben zum Nachlesen. Also dieses ganze Thema Open, Open Access, was ja für uns jetzt nicht wirklich neu ist, aber….

00:29:13-6 Guido Scherp
Und der dritte Punkt wäre letztlich einfach, dass man natürlich noch merkt, dass Wissenschaftskommunikation, dass man da noch einfach merkt, dass da noch ……

00:29:23-2 Doreen Siegfried:
Ja, dass da noch eine Frage….

00:29:24-8 Guido Scherp
noch Potential gibt.

00:29:25-5 Doreen Siegfried:
Ja, ja, ja… Ja, ich freu mich, ich freu mich über die …

00:29:27-8 Guido Scherp
Über Deinen Job…

00:29:29-1 Doreen Siegfried:
über Videos, die einen Preprint-Server erklären. Nein, ich freu mich, dass ich Wissenschaftskommunikatorin bin, unter anderem.

00:29:37-4 Doreen Siegfried:
Genau. Die Frage, die mich noch beschäftigt bei diesen Open Science Aktivitäten und bei diesen Bestrebungen usw.: Kommen da die Impulse, was beobachtest Du da, kommen da die Impulse eher so aus den Fachdisziplinen heraus oder gehen die Impulse eher so von den Universitäten aus? Dass man sagt: okay, wir wollen jetzt mal dieses Thema anpacken für die Chemie, für die Wirtschaftswissenschaften, für die, keine Ahnung, Lebenswissenschaften. Oder ist es eher so Uni Kiel, Uni Hamburg, Uni Marburg, Uni Leipzig? Also, wer sind da so die die Trigger Meister?

00:30:13-5 Guido Scherp
Ja. Also grundsätzlich ist, Open Science wird dann auch immer als so Grassroot Bewegung, Bottom-Up Bewegung dargestellt. Also letztlich ist das etwas, dass, sage ich mal, sich irgendwann bei Einzelpersonen, die sich dafür eingesetzt haben, angefangen hat und das dann irgendwann, ich sag mal, sich auf die Community sich vielleicht ausgeweitet hat. Und dann irgendwann darüber hinaus wurde das dann auch von der Wissenschaftspolitik wahrgenommen. So, das ist halt von unten nach oben durchgegangen und jetzt wird es von oben aufgegriffen und jetzt werden, sag ich mal, die Rahmenbedingungen von oben wieder nach unten durchgegeben, damit sich das auch in der Breite einfach durchsetzen kann, so würde ich den Mechanismus beschreiben.

00:30:52-7 Doreen Siegfried:
Ja.

00:30:53-4 Guido Scherp
Letztlich ist es einfach so, denke ich, dass, das muss man mal so ausdrücken, so jede wissenschaftliche Community hat schon so ihre gewisse Art und Weise, wie sie funktioniert.

00:31:06-1 Doreen Siegfried:
Ja.

00:31:06-4 Guido Scherp
Und auch wie sie Bezug zu offener Forschung hat. Es gibt datengetriebene, eher weniger datengetriebene Communities und es gibt auch innerhalb der Disziplinen, gibt es, sag ich mal, Unterdisziplinen. Also ich komme aus der Informatik, da gibt es natürlich auch den sehr großen Bereich der theoretischen Informatik oder auch praktische Informatik und da sind ganz große Bereiche. Und jede Community muss halt für sich dann, so ein bisschen, sagen wir mal, diese Open Science Einzelkämpfer dann so ein bisschen Aufmerksamkeit bekommen haben, natürlich dann für sich beantworten, was für eine Rolle spielen offene Praktiken oder beziehungsweise eigentlich ist so die Frage: Wie stellen wir gute wissenschaftliche Praxis in unserer Community sicher? Welche Instrumente brauchen wir dafür? Und was kann das Prinzip der Offenheit uns dabei helfen? Da hat man in den letzten Jahren halt gemerkt, dass das Prinzip der Offenheit schon sehr wichtig ist, um gute wissenschaftliche Praxis in digitalen Möglichkeiten halt zu ermöglichen. Und da gibt’s halt auch beispielsweise, da kann man so ein bisschen die Psychologie-Community mal anführen. Die dann schon so einen Prozess einfach mal durchgemacht haben und sich gesagt haben, so, wir müssen jetzt stärker uns um Reproduzierbarkeit unserer Ergebnisse kümmern. Und daraus sind jetzt solche Sachen wie Preregistration entstanden und auch verschiedene neue Möglichkeiten der Anerkennung. Also auf verschiedener Ebene. Genau. Und das ist dann etwas, was sich denn so weiterentwickelt. Und Universitäten, die sind dann letztlich auch ein Stakeholder, die dann irgendwann das aufgreifen müssen und dann sagen, wir schaffen jetzt Rahmenbedingungen, in dem Open Access unterstützt wird und finanziell unterstützt, gefördert wird. Indem andere Regularien, die Promotionsordnung oder auch in Karrierepfade dann in irgendeiner Form einfach dann Einzug hält. Es muss dann von oben nach unten Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass es sich auch lohnt.

00:33:12-8 Doreen Siegfried:
Ja.

00:33:13-6 Guido Scherp
Und auch einen gewissen Druck ausübt.

00:33:15-3 Doreen Siegfried:
Also eher so ein Zusammenspiel.

00:33:17-3Guido Scherp
Ja. Wenn man das so sagen will, ja.

00:33:19-7 Doreen Siegfried:
Open Science, wir hatten ja schon mehrfach jetzt gesagt, dass die Open Science Konferenz oder auch diese ganzen Open Science Aktivitäten, Bewegungen, ja ein internationales Phänomen ist. Also, wo siehst du denn tatsächlich die stärkste Open Science Durchdringung? Also in Deutschland, in Europa, auf der Welt quasi? Also gibt’s da so Vorbilder oder sind alle da ähnlich weit davor?

00:33:49-0 Guido Scherp
Also weltweit ist das für mich jetzt ganz schwierig zu beurteilen. Also wir haben über die Jahreswende gab’s mal so einen kollaborativen Ansatz, einmal alle weltweiten Grassroot Bewegungen im Open Science Kontext zu erfassen.

00:34:05-1 Doreen Siegfried:
Ah ja. Okay.

00:34:05-0 Guido Scherp
Das ist eine relativ lange Liste geworden.

00:34:07-9 Doreen Siegfried:
Ja.

00:34:08-3 Guido Scherp
Da war ich schon beeindruckt und irgendwann haben aber welche auch mal angefangen, jetzt hab ich‘s nicht auf dem Schirm, angefangen, das mal auf irgendwelchen Visualisierungen und Karten zu mappen und so weiter. Es passiert da schon einiges. Wo wir jetzt in Europa weltweit im Vergleich stehen, kann ich ehrlich gesagt auch gar nicht beantworten. Innerhalb von Europa ist es schon so, dass man schon sieht, dass so Länder wie Finnland oder auch die Niederlande da schon im Vergleich etwas weiter sind. Also, wir haben auf der Open Science Konferenz, erinnere ich mich an etliche Beiträge aus Finnland, wo es um irgendwelche nationalen Open Science-Agenden-Umsetzungen geht und so weiter. Das ist schon wirklich interessant, das zu beobachten. Aus den Niederlanden kommt ja zum Beispiel auch die ganze GO FAIR-Bewegung, wo wir aus Deutschland heraus natürlich auch mitmachen, auch Frankreich. Aber es ist so ein bisschen, ich denke halt, was so Durchdringung angeht, sind wir noch relativ am Anfang. Und ich muss vielleicht manchmal auch ein bisschen aufpassen, dass man dann, man hat sonst schon so ein bisschen die Gefahr, dass man sich in einer Blase befindet. Dann denkt man sich oh, jetzt machen alle Open Science. Aber das ist glaube ich in der Breite, wie auch unsere Studie einfach festgestellt hat, so, es ist bekannt, anerkannt, die Philosophie dahinter findet man gut, aber es ist halt dann von der Durchdringung her gibt es einfach noch unheimlich viel Potential.

00:35:28-3 Doreen Siegfried:
Ja.

00:35:27-3 Guido Scherp
An der Stelle. Das muss man halt einfach auch aufgreifen. Was ich aber dieses Jahr auch positiv beobachte ist, am Beispiel der UNESCO. Die UNESCO hat letztes Jahr beschlossen, dass es eine Open Science Empfehlung gibt.

00:35:42-3 Doreen Siegfried:
Ja, okay.

00:35:43-6 Guido Scherp
Also eine Empfehlung ist im UNSECO-Sprech, ist das ein Völkerrechtstext mittlerer Bindungswirkung. Also ist schon

00:35:48-0 Doreen Siegfried:
Und das heißt übersetzt?

00:35:49-3 Guido Scherp
Irgendwo, keine Ahnung, was da noch darüber oder darunter kommt. Aber es hat dann schon eine gewisse, also mittlere Bindungswirkung, ist ja zumindest jetzt nicht niedrige Bindungswirkung. Aber die haben sich gesagt, wir brauchen eine Open Science Empfehlung aus der UNESCO heraus. Die schreiben sich ja Wissenschaft, Kultur und Bildung auf die Fahne.

00:36:09-5 Doreen Siegfried:
Ja.

00:36:09-7 Guido Scherp
Die haben ja auch einen gewissen Hintergrund, beispielsweise in der ganzen Open Educational Resources-Bewegung. Also vor dem Hintergrund, sag ich mal, auch Schwellenländern Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Und das ist eine interessante Bewegung, weil die da auch sehr transparent und partizipativ durchgeführt wird. Das ging jetzt durch diverse Länder, auch beispielsweise, gab’s in Deutschland einen Prozess, dass halt Deutschland so eine Position zu der globalen Bewegung eingenommen hat. Aktuell wurde jetzt neulich eine Konsultation durchgeführt. Und ich denke mal, wenn, es ist ja auch immer so ein bisschen die Frage, was macht man oder was an Offenheit macht man und wie benennt man das. So.

00:36:52-1 Doreen Siegfried:
Ja.

00:36:53-1 Guido Scherp
Und die verwenden halt auch den Begriff Open Science an der Stelle. Und wenn das auf der Ebene der UNESCO halt global aufgegriffen wird, hat für mich schon eine gewisse, weiß ich nicht, gewisse Signalwirkung.

00:37:06-1 Doreen Siegfried:
Ja, auf jeden Fall.

00:37:06-5Guido Scherp
Also was da am Ende jetzt bei rumkommt, kann ich noch nicht sagen. Ich bin da auch nicht so richtig tief involviert und kann das auch nur sporadisch beobachten. Aber das muss ich sagen, das ist schon eine interessante Entwicklung und 2021 wollen sie die Empfehlung halt verabschiedet haben. Nächstes Jahr.

00:37:21-1 Doreen Siegfried:
Ja, okay. Das ist ja schon quasi in einem halben Jahr [beide lachen]. Wir werden es beobachten.

00:37:26-7 Guido Scherp
Ich glaube eher Ende 2021, glaub ich, aber okay.

00:37:29-8 Doreen Siegfried:
Und, okay. Wir hatten jetzt schon von der Durchdringung gesprochen, also auf der Landkarte, also geografisch gesehen. Wenn wir uns jetzt mal so die unterschiedlichen Disziplinen angucken, gibt’s da auch so Early Adopter? Also beispielsweise Medizin, Naturwissenschaften oder

00:37:46-5 Guido Scherp
Ja.

00:37:47-5 Doreen Siegfried:
Oder wie ist da deine Einschätzung?

00:37:49-2 Guido Scherp
Ja. Man muss da ein bisschen. Also ich, was…Zwei Sachen, die mir da so einfallen ist. Also, zum einen gibt es, sag ich mal, Open Science ist ja, spiegelt sich ja in verschiedenen Unterbewegungen wieder, Open Access, Open Data und so weiter. Und die haben ja in gewisser Art und Weise schon zum Teil eine gewisse Tradition. Also wenn man jetzt zum Beispiel guckt, wenn man sagt, so Open Access ist halt die Physik der Early Adopter. Die haben ja Anfang der 90er schon Archives und Preprint-Server aufgebaut. Und die Physik, beziehungsweise speziell die Hochenergiephysik, die haben natürlich relativ frühzeitig mit Forschungsdatenmanagement angefangen und mit hochkollaborativen Ansätzen. Weil die einfach mit deren Beschleunigern und den riesigen Datenmengen keine andere Wahl hatten.

00:38:42-3 Doreen Siegfried:
Hm.

00:38:42-5 Guido Scherp
Also ohne Forschungsdatenmanagement und kollaborative Ansätze hätten die das, können die das gar nicht erfassen, analysieren, verarbeiten und wissenschaftlich auswerten. Geht einfach nicht anders. Deswegen haben die ja auch da früh da angefangen. Aber ich bin ja auch Informatiker.

00:38:54-8 Doreen Siegfried:
Hm.

00:38:54-8 Guido Scherp
Und, beispielsweise ist es so, dass Open Source hat auch schon eine ganz lange Tradition in der Informatik. So, das heißt jetzt nicht, dass wir, dass jetzt Open Science super durchdrungen ist in der Informatik. Also es gibt dann auch auf, an anderer Stelle, was beispielsweise auch der Umgang mit – wir haben jetzt beispielsweise in einem Kontext mal so ein bisschen die Durchdringung von Fairness in der Informatik angeguckt.

00:39:17-3 Doreen Siegfried:
Ah ja.

00:39:18-4 Guido Scherp
Und gemerkt, da ist jetzt auch, so, da haben die auch noch, sagen wir mal, Aufholbedarf. Aber was man sagen kann, die Open Source Kultur ist schon lange in der Informatik etabliert.

00:39:28-2 Doreen Siegfried:
Ja. Okay.

00:39:29-6 Guido Scherp
So und

00:39:31-1 Doreen Siegfried:
Und aktiv und passiv. Also nicht nur passiv, sondern natürlich auch aktiv logischerweise, ne?

00:39:35-9 Guido Scherp
Ja.

00:39:36-4 Doreen Siegfried:
Also, dass es auch veröffentlicht wird.

00:39:36-4 Guido Scherp
Ja, also tatsächlich ist es so, dass dann auch in den Projekten, in denen ich auch mitgewirkt habe, dass sehr oft schon sehr frühzeitig dann auch die Ergebnisse dann Open Source bereitgestellt wurden dann an der Stelle.

00:39:47-7 Doreen Siegfried:
Ja okay. Noch eine ganz wichtige Frage, also, wenn ich etwas bewegen will, wenn ich etwas verändern will, spielen ja immer Anreize eine ganz große Rolle. [lacht] Und auch die Open Science-Bewegung beschäftigt sich ja auch mit Anreizsystemen. Gibt’s hier schon irgendwie so einen Katalog, welche Anreize gut funktionieren und welche eher nicht so? Wenn ja, welche? Sag es uns.

00:40:11-3 Guido Scherp
Ja, ja. Also da kann ich ja gleich wieder ein Disclaimer für unsere Studie einfügen. Also, dass, unsere Studie, aber auch viele andere Studien zeigen im Endeffekt, dass, sage ich mal, Reputation letztlich so der entscheidende Trigger ist. Und ich sag mal, je früher man in seiner Karrierestufe ist, desto größere Wirkung hat das einfach dann.

00:40:28-9 Doreen Siegfried:
Hm.

00:40:30-4 Guido Scherp
Wir haben zum Beispiel in der Wiwi-Studie jetzt auch festgestellt, beispielsweise, dass so zum Teil Profs eine gewisse größere Affinität haben gegenüber Offenheit, weil, ich sage mal, die Karrierestufe ist erreicht. Während eher jüngere Forschende tendenziell erst zu, sag ich mal, klassischen, beispielsweise Publikationsformen wie so ein Journal mit hohem Impactfactor einfach zurückgreifen. Also Reputation, Anerkennung, das sind halt die zentralen Trigger. Das kann man halt auf diverse Art und Weise halt erreichen. Letztlich ist es halt, die Reputation ist halt die, die anerkannt wird und gemessen wird. Das ist ja momentan sehr, das ist ja noch sehr zitationszentriert. Und dann hat man zum Beispiel gemerkt, dass, natürlich, wenn man es schafft oder was auch gemacht wurde, dass dann auch Forschungsdaten, wenn die publiziert werden, man dafür eine Zitation bekommt und die zitiert werden kann und dass quasi in dieses, ich sage mal, Reputationsmodell eingepflegt wird. Dass das natürlich ein Anreiz ist, das auch zu tun. Und es gibt natürlich dann auch, ich sage mal so, eher indirekte Anreize. Beispielsweise wenn ich meine Forschungsdaten, also mein Paper, jetzt ablege. Das ist natürlich in erster Linie erst einmal mehr Aufwand. Aber Studien zeigen halt, dass in der Wahrnehmung bei Forschenden, dass wenn Forschungsdaten abgelegt sind, das mit einer höheren Qualität verknüpft wird.

00:41:59-1 Doreen Siegfried:
Wird ja auch häufiger zitiert, ne?

00:41:59-4 Guido Scherp
Wird dann häufiger zitiert, es wird häufiger gelesen und so. Das sind dann natürlich dann letztlich all das, was in irgendeiner Form da wissenschaftliche Anerkennung oder Reputation generiert, ist halt so der Haupt-, eigentlich der Haupttreiber.

00:42:13-4 Doreen Siegfried:
Ja okay. Und dann muss man kreativ werden, wie man das dann tatsächlich hinbekommt.

00:42:18-3 Guido Scherp
Ja.

00:42:19-9 Doreen Siegfried:
Ja okay. Du beschäftigst dich ja auch mit Open Science Transfer, das ist ja sozusagen noch nochmal ein zweiter großer Arbeitsschwerpunkt in deiner Tätigkeit. Was sind da gerade so deine großen Baustellen?

00:42:32-9 Guido Scherp
Ja. Also meine Abteilung hat sich ja jetzt ganz frisch umbenannt in Open Science Transfer. Also im Prinzip ist es so, dass wir eigentlich zwei Haupttätigkeiten oder zwei große oder ja zwei große Tätigkeiten haben, was dieses Transferthema angeht. Zum einen ist es halt dass wir, ich sag mal, als Bibliothek auch andere Bibliotheken so ein bisschen mitnehmen wollen, informieren wollen, so bisschen reflektieren wollen, was passiert eigentlich in der Open Science Szene, was gibt es an Entwicklungen, was gibt’s für Projekte, was gibt es, was passiert auf wissenschaftspolitischer Ebene. Es werden ja ziemlich häufig immer irgendwelche Reports von Science Europe und Ocov publiziert, die greifen wir dann auf. Und dann haben wir da beispielsweise einen Blog, der ZBW Mediatalk.

00:43:20-2 Doreen Siegfried:
Okay. Achtung.

00:43:21-1 Guido Scherp
Eigentlich Eigenwerbung.

00:43:22-1 Doreen Siegfried:
Werbe

00:43:22-9 Guido Scherp
Werbeblock für

00:43:22-9 Doreen Siegfried:
Werbeblock

00:43:23-4 Guido Scherp
ZBW Mediatalk aufrufen.

00:43:25-3 Doreen Siegfried:
www.zbw-mediatalk.eu

00:43:27-5 Guido Scherp
Das andere Thema ist dann einfach, was wir in dem Zuge auch neu aufgreifen, neu aufgreifen, ist einfach dieses ganze Transferthema in Richtung Wiwi-Forschende.

00:43:36-9 Doreen Siegfried:
Ja.

00:43:37-1 Guido Scherp
Dass man einfach sieht, wir wollen einfach Wiwi-Forschende noch stärker unterstützen, was offene Praktiken angeht. Und haben ja in einem ersten Schritt eine Studie durchgeführt, um mal den Status Quo zu erfassen. Die wird ja in Kürze ja auch veröffentlicht. Wo wir halt dabei herausgefunden haben, sag ich mal, Bereitschaft ist da, es fehlen noch gewisse Anreize und in Unterstützung wird großer Bedarf gesehen einfach. Und das ist halt etwas, dass wir halt aufgreifen wollen. Und da gibt’s halt momentan unter dem internen Arbeitstitel „Open Science Hub“ in Planung, der genau einfach mal so verschiedene Aspekte von Open Science aufgreift und dann halt so ein bisschen… Was man halt merkt, ist, dass man, es gibt schon viele Open Science, ich sag mal Erklärbär-Sachen, die man sich anschauen kann. Aber wichtig ist bisschen, diese ganze Information und auch die Werkzeuge, die es gibt, mal so ein bisschen auf eine Community runterzubrechen.

00:44:38-0 Doreen Siegfried:
Ja.

00:44:39-3 Guido Scherp
Und das ist jetzt unsere Herausforderung, so ein bisschen zu schauen so, wo liegt eigentlich der Bedarf bei Wiwi-Forschenden. Welche Themen, ob Bereich Open Access oder Open Data. Und, oder auch, wenn’s um Wissenschaftskommunikation geht, so, dass man so ein bisschen dann aufgreift und auch best practices aufzeigt und auch vielleicht eine Handlungsempfehlung gibt, wo man anfangen kann, um einfach Unterstützung zu bieten. Und das soll halt eine Plattform werden. Und das ist jetzt so das neue Tätigungsfeld, wie man halt Open Science Transfer irgendwie in die Wiwi-Community umsetzt. Was halt auch ganz wichtig ist, das ist jetzt auch in gewisser, auch kollaborativer Prozess mit den Wiwi-Forschenden zusammen. Wir haben ja auch die Studie im Rahmen eines Ökonomen-Workshops mal vorgestellt und die mal so ein bisschen gefragt, wie sie zu dem Thema stehen. Was würden sie sich eigentlich wünschen? Und da kam ja auch sehr stark raus: ja Unterstützung ist echt, ich soll jetzt Open Science machen, aber irgendwie habe ich auch gar keinen Plan, wie ich das machen soll.

00:45:41-3 Doreen Siegfried:
Ja.

00:45:41-8 Guido Scherp
Und das ist halt das, dass man da halt auch ansetzt, dass man auch immer den Austausch mit der Community hat. Dass man auch, dass man auch Rückkopplung bekommt, dass sie sagen, ja, da kann ich auch was mit anfangen.

00:45:52-5 Doreen Siegfried:
Ja, ja, genau. Dass man dann ganz konkrete Tipps gibt. Wir sehen das ja auch im Kontext jetzt, digitale Lehre. Welche App und wie mache ich das? Wie genau und wo kriege ich das her, und so weiter so. Okay. Also wir packen, liebe Hörerinnen und Hörer, wir packen die ganzen Links zum ZBW Mediatalk, zur Studie und so weiter alle in die Shownotes. Da können Sie dann direkt drauf zugreifen und sich da nochmal ein bisschen informieren. So, jetzt nochmal, wir neigen uns langsam dem Ende zu, jetzt musst du mal deine Glaskugel rausholen. Was mich nur mal interessieren würde, also große Krisen, wie jetzt wirklich, es ist ja jetzt wirklich eine große Krise, wie die derzeitige Corona-Pandemie. Die zeigen das ja deutlich, wir haben jetzt ja auch schon ausführlich drüber gesprochen, dass so komplexe Probleme, ja, also gesundheitlicher Natur, aber auch, man muss ja auch irgendwie gucken, was hat das für Einflüsse auf, auf das Wirtschaftsleben und auf ganz, ganz, ganz viele andere Aspekte. Also, dass solche großen Krisen tatsächlich nur interdisziplinär angepackt werden können, dass die nur in Kooperation auch mit Nicht-Wissenschaftler*innen funktionieren. Also wie jetzt in diesem Fall mit Ärzten, mit Krankenschwestern, mit Pflegerinnen und Pflegern, mit Politikern und so weiter und so weiter. Und in dem natürlich kommuniziert wird und zwar verständlich und präzise. Also, wir schätzen alle Herrn Drosten, wie er das wunderbar auf den Punkt bringt und kommuniziert. Es gibt auch ganz viele andere. MaiLab beispielsweise, die wirklich sehr gut erklärt, wie Wissenschaft funktioniert. Wie bestimmte Phänomene funktionieren, also diese ganze Kommunikation ist ein nicht unerheblicher Teil. Ich behaupte, es ist ein ganz wesentlicher Teil auch von Wissenschaft, zeigt auch letztlich Verantwortung. Also die Frage ist jetzt, wie könnte, oder anders gefragt, könnte Covid-19 tatsächlich einen Wendepunkt herbeibringen in der Art, wie wir Wissenschaft betreiben? Wie siehst du das Guido?

00:47:54-7 Guido Scherp
Die Hoffnung ist, glaube ich, sehr groß, und auch wenn ich mich mit anderen austausche, die sagen, dass die Corona-Krise hat doch so ein Ausmaß angenommen, dass das dann doch nachhaltig einfach wirken wird. Wenn man vergleicht, im Vergleich sag ich mal, war jetzt da EHEC oder SARS, war ja klein dagegen…

00:48:20-8 Doreen Siegfried:
Ja.

00:48:21-0 Guido Scherp
an der Stelle dann. Und, also, ich denke schon, es gibt verschiedene, auch Bewegungen beispielsweise. Es gibt schon seit Jahren natürlich auch Communities, die fordern, gesellschaftliche, also Forschung zu gesellschaftlich relevanten Problemen, die muss halt offen sein.

00:48:41-7 Doreen Siegfried:
Hm.

00:48:42-2 Guido Scherp
Das wird auch zum Teil auch schon aufgegriffen, dass auch, es gibt ja auch so große Foundations, die einfach da mit viel Geld sowas unterstützen, die dann auch dazu übergehen, zu sagen, ja ihr müsst mit unserem Geld dann auch offen forschen an der Stelle. Oder auch, gibt eine breite Community, die dafür wirbt, dass man alle Forschung auch zu Klimaforschung, Klimawandelforschung, dass man das viel, viel offener macht. Quasi also der nächste Abgrund, der vielleicht noch ein bisschen zu weit, der vielleicht noch nicht sichtbar genug ist an der Stelle. Also ich denke schon, und man beobachtet beispielsweise, dass jetzt auch, ich sag mal, dass jetzt auch einige Unis schon gesagt haben, ja, das mit der digitalen Lehre ist doch gar nicht so schlecht und wir überlegen uns, wie wir das auch ein bisschen danach auch noch ein bisschen weiter betreiben können. Das sind schon so erste Ansätze, dass man auch sagt, ja okay, das ist jetzt zwar jetzt nicht direkt mit offener Forschung, aber man merkt halt, okay, man hat jetzt Erfahrung gemacht. Und man merkt halt, das war ja auch positiv und hat gute Effekte gehabt. Vorher war der Druck noch nicht da, sich damit zu beschäftigen und wir mussten uns jetzt damit beschäftigen. Und jetzt greifen wir das halt weiter auf. Und von daher, gibt‘s schon auch einige, die einfach sagen, das wird einen riesen, riesen Impact haben auf die. Also hinterher wird die Forschung ganz anders aussehen als vorher.

00:50:06-6 Doreen Siegfried:
Ja.

00:50:07-8 Guido Scherp
So. Muss ich mal gucken, ob ich mich soweit mit der Vorhersage aus dem Fenster lehne. Aber ich denke, das hat doch schon doch grundlegend wird das dann da Änderungen herbeiführen. Man muss natürlich auch sagen, dass es jetzt aktuell, sage ich mal, hauptsächlich erstmal diejenigen Disziplinen betrifft, die direkt mit der Corona-Forschung einfach zu tun haben.

00:50:31-0 Doreen Siegfried:
Ja.

00:50:32-3 Guido Scherp
Also andere Disziplinen, die dann keinen Bezug dazu haben, die haben natürlich jetzt, machen wahrscheinlich erstmal weiter, wie bisher. Was aber, glaube ich, auch ganz wichtig ist und was auch eine sehr gute Entwicklung ist, die man auch beibehalten muss, ist, dass das Vertrauen der Gesellschaft in Forschung einfach jetzt dadurch gestiegen ist.

00:50:55-3 Doreen Siegfried:
Ja. Absolut.

00:50:55-8 Guido Scherp
Ich meine, du kennst ja die Wissenschaftsbarometer.

00:50:57-4 Doreen Siegfried:
Ja, ja.

00:50:57-9 Guido Scherp
Und ich weiß nicht, du kannst die Zahlen wahrscheinlich aus dem Kopf.

00:50:59-8 Doreen Siegfried:
Ich kann sie auswendig. Ja genau. Wir stehen …

00:51:02-0 Guido Scherp
2019 50%, 2020 jetzt schon irgendwie 70%,

00:51:06-2 Doreen Siegfried:
Ja, ja genau.

00:51:06-9 Guido Scherp
die in Forschung vertrauen.

00:51:07-9 Doreen Siegfried:
Ja.

00:51:08-5 Guido Scherp
Und da hat natürlich auch die Art und Weise der Wissenschaftskommunikation, da sind dann natürlich auch so Koryphäen wie der Drosten dabei, aber auch andere. Es sind auch etliche andere Podcasts jetzt in dem Zuge entstanden, schon dazu geführt, dass man sagt, ja, ich vertrau schon dem, was Forschende da tun.

00:51:26-3 Doreen Siegfried:
Ja.

00:51:26-4 Guido Scherp
Und das war zum Teil auch dann rückläufig und das ist natürlich auch ein positiver Effekt, der hoffentlich auch noch weiter nachhält.

00:51:34-5 Doreen Siegfried:
Ja, ja. Also, ganz kurz hier für unsere Hörerinnen und Hörer: Wissenschaftsbarometer von Wissenschaft im Dialog, jedes Jahr eine riesengroße bundesweite Umfrage. Und in den letzten Jahren war tatsächlich die Zahl derjenigen, die gesagt haben, ich vertraue in Wissenschaft und Forschung wirklich rückläufig. Also jedes Jahr immer so ungefähr drei, vier Prozentpunkte weniger. Wir waren 2019 bei 49%, also weniger als die Hälfte. Das ist schon echt ein Schlag ins Gesicht. Und jetzt mit der Corona-Krise waren wir im April bei 73%. Also das ist enorm und bemerkenswert. Und ich richte einen Appell an alle Forschenden, macht weiter so, es ist wichtig. Wo wir hier gerade schon mal die Glaskugel auf dem Tisch haben, wichtiges Thema. Wir hatten ja auch schon über Anreize gesprochen und so weiter. Wie siehst du die Zukunft der Leistungsbewertung von Wissenschaft? Wie kann das komplexe wissenschaftliche Agieren, wir hatten ja schon gesagt, auf verschiedenen Feldern müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hier aktiv sein, wie kann diese Vielfalt tatsächlich praxisnah entsprechend Eingang finden in Begutachtungsverfahren, in Bewerbungsverfahren, in die Vergabe von Stipendien, in Entscheidungen über Amtszeiten und so weiter? Hast du da schon eine konkrete Idee, eine Vision, eine Vorstellung?

00:53:00-7 Guido Scherp
[lacht] Ja also, ich sag mal, das ist ja auch schon seit längerem eine Forderung, dass so, das heißt die Leistungsbewertung in irgendeiner Form doch grundlegend mal reformiert werden muss. Und

00:53:15-2 Doreen Siegfried:
Ja, ja.

00:53:15-7 Guido Scherp
Und noch gar nicht denn… Ja, das ist eh… Ja also grundsätzlich denke ich, dass Leistungsbewertung ist so ein Teil der, oder sagen wir mal so, es ist, findet momentan schon einiges, was in die richtige gute Richtung geht, was von oben herab durch Wissenschaftspolitik an Rahmenbedingungen vorgegeben wird und auch eingefordert wird. Das sieht man auf verschiedenen Ebenen. Beispielsweise, was weiß ich, wenn man sich mal den neuen Pakt für Innovation und Forschung halt, wo auch dann Leibniz drüber finanziert wird, halt anschaut, da gibt es schon sehr viele Themen, die sich mit Open Science beschäftigen. Oder auch mit Aufgreifen von digitaler Wissenschaft, dass man das Thema offene Wissenschaft einfach stärker aufgreift. Und dort ist dann halt einfach Leistungsbewertung so ein Baustein von vielen dann. Und so. Also ich bin in dem Thema jetzt auch nicht so tief drin, dass ich ja jetzt irgendwie eine großartige Vision entwickeln kann. Aber ich nehme wahr, dass das an der Stelle, an gewissen Stellen doch ein ziemlich schleppender Prozess einfach noch ist. Also wünschenswert wäre natürlich, dass, wenn man offen forscht, dass das auch viel stärker beispielsweise bei Berufungsverfahren berücksichtigt wird.

00:54:38-9 Doreen Siegfried:
Ja.

00:54:39-1 Guido Scherp
Dass dann Publikationen, nicht nur die Publikationen mit Impactfactor, vielleicht genommen werden oder auch man guckt, was darüber hinaus gemacht wurde an offener Praktiken dann. Oder dass beispielsweise, dass es in Promotionsordnungen in irgendeiner Form verankert wird, eingefordert wird. Oder dass es dann bei Drittmittellausschreibungen noch stärker verankert wird. Es gibt Bewegungen in die Richtung. Dass zum Beispiel dann, also ich sag mal, es ist ja so, die Idealwelt oder das Mantra ist so ein bisschen open as possible, closed when needed. Und so ein bisschen merkt man halt, es gibt so ein langsamer Übergang von ich muss mich zunehmend rechtfertigen, wenn ich closed forschen will.

00:55:22-8 Doreen Siegfried:
Hm.

00:55:23-1 Guido Scherp
Aber man hat immer noch die Option. Und man muss jetzt, sage ich mal, die Option Richtung closed da so ein bisschen mal reduzieren. Und so mehr Anreize und auch Einforderungen in Richtung halt open schaffen. Und wenn man zum Beispiel guckt, was Leistungsbewertung angeht oder auch jetzt Berufungsverfahren, es gibt in Deutschland, also Psychologie in München beispielsweise ist da Vorreiter, die schreiben in Ausschreibungen rein, dass man da ein Statement abgeben muss, zu offener Forschung.

00:55:49-5 Doreen Siegfried:
Ah ja, okay.

00:55:50-2 Guido Scherp
Das ist schon seit Jahren so. Es gibt auch eine andere Uni, wo es jetzt neulich auch gemacht wurde. Ich weiß gar nicht, war das in Tübingen oder wo war das? Oder war’s doch auch München? Ich weiß es gar nicht. Eine andere Uni, wo das dann auch gezielt quasi Teil des Bewerbungsverfahrens ist, dass die, die sich bewerben, Position dazu nehmen, wie sie zu offener Forschung stehen und was sie da bereits schon gemacht haben. Das sind schon so erste, sag ich mal, Lichtblicke, aber das ganze Thema ist so da, gefühlt ist das noch, irgendwie doch sehr, sehr

00:56:20-2 Doreen Siegfried:
Zu zaghaft.

00:56:21-1 Guido Scherp
Sehr schleppendes Thema, weil das ist, Promotionsordnung und Berufungsverfahren, die lassen sich auch nicht mal eben so anfassen. Und das kann auch nicht jede Fakultät für sich zum Teil auch alleine machen. Da muss dann wieder oder das muss dann vielleicht über die ganze Uni laufen oder beziehungsweise das muss die ganze Fakultät eigentlich machen. Und zur Fakultät gehören dann wieder Einzeldisziplinen dazu, die können dann nicht alle ihr eigenes Ding dann machen. Das ist dann schon auch ein komplexer Abstimmungsprozess. Und ich denke mal in München ist das auch nur passiert, weil da einfach so ein paar, ich sag mal, Open Science Enthusiasten sich dafür eingesetzt haben, dass es so kommt.

00:56:59-4 Doreen Siegfried:
Na gut. Aber wenn München das kann… Was der Süden kann, muss der Norden…

00:57:06-8 Guido Scherp
Kann der Norden hier auch.

00:57:07-7 Doreen Siegfried:
Muss der Norden auch hinbekommen. Letzte Frage Guido: wenn jetzt unsere Hörerinnen und Hörer für sich entschieden haben oder für sich entdeckt haben, dass das Thema Open Science doch irgendwie was ist, was sie jetzt unbedingt mal machen wollen. Was wären so deine drei Tipps für die tägliche Praxis? Für Einsteiger.

00:57:28-5 Guido Scherp
Ja. Hm. Also, grundsätzlich, also ich hab keine drei Tipps für die tägliche Praxis, sondern so mehr die drei Stufen, würde ich mal fast sagen.

00:57:38-2 Doreen Siegfried:
Ja okay. Sag mal drei Stufen.

00:57:39-4 Guido Scherp
Also, das Erste ist: „Informieren und vernetzen“, das Zweite: „Ausprobieren, Unterstützung suchen“ und das Dritte: „Andere motivieren und Änderungen einfordern“. So, das Erste ist erstmal generell, sich mit dem ganzen Thema anfangen sich zu informieren. Was ist das eigentlich? Also ich habe ja schon hier Werbung gemacht für ZBW Mediatalk, aber der ist ja für die Zielgruppe Bibliotheken. Es gibt sehr viele Informationsplattformen zu gewissen Themen, also die so einen groben Einstieg und Überblick auch einfach geben in die Thematik dann. Es gibt dann auch deutschlandweit, es gibt das Open Access Network, es gibt eine Forschungsdateninformationsplattform. Es gibt auch viele, viele Angebote, wie Open FOSTER Plus Projekt, die haben beispielsweise sehr viele Erklärsachen und auch Tutorials oder auch Open Science Mooc gibt es. Es gibt Veranstaltungen, wie das Barcamp. Also man muss sich erstmal einen Überblick verschaffen und auch vernetzen. Das ist einfach wichtig, dass man auch so mal so guckt in seiner Community, so gibt’s da eigentlich schon jemanden, der das macht. Vielleicht sitzt die Kollegin, der Kollege nebenan. Vielleicht macht der das ja auch schon. Vielleicht frage ich den mal dazu: Hast du schon mal Open Access publiziert?

00:58:49-4 Doreen Siegfried:
Okay, das wäre natürlich eine Challenge, ne.

00:58:51-6 Guido Scherp
Forschungsdaten – die Challenge.

00:58:52-7 Doreen Siegfried:
Eine Challenge immer jeden Donnerstag beim Mittagessen einen Kollegen rauspicken und ihn fragen.

00:58:57-6 Guido Scherp
Genau. Einfach mal darüber sprechen.

00:58:59-4 Doreen Siegfried:
Wie machst du das? Genau.

00:58:59-3 Guido Scherp
Die zweite Stufe ist, wenn man denkt, ja das ist, ich hab jetzt so ein bisschen einen Plan worum es geht. Dann muss ich’s ausprobieren, da brauche ich Unterstützung. Das Ausprobieren ist natürlich so, dass man mal mit kleinen Dingen anfangen kann. Ich kann mich ja mal zum Beispiel mit ORCID beschäftigen. Wozu ist das gut und wie kann ich mich da melden? Oder ich kann mal so ein Tool wie Unpaywall mal installieren, damit ich an Zweitveröffentlichungen herankomme, um so ein bisschen so kleine Aha-Effekte zu haben, Dinge halt auszuprobieren oder. Naja wenn ich Lust habe, kann ich mir auch mal einen Twitteraccount anlegen und ich fange mal an, hier mal über meine Forschung zu berichten. Mal gucken. Oder auch mal schauen, sind meine Peers aus meiner Community eigentlich auch auf Twitter? Und ich guck mal, was die da so machen einfach dann da. Und das andere ist halt Unterstützung suchen, letztlich. Also wir wollen auch Unterstützung mit unserem Open Science Hub bieten. Es gibt zum Teil viele Sachen, die sehr generisch und auch disziplinunabhängig sind. Aber im Endeffekt denke ich, ist es halt wichtig, wenn man das wirklich in einer Disziplin verankern will, muss es auch spezifische Angebote für diese Disziplinen einfach geben und das wollen wir beispielsweise einfach machen. Und solche Sachen wie: Stelle mal deine Forschungsdaten als Open Data bereit. So, das ist jetzt kein, keine Tages-Challenge, sage ich mal. Da muss man halt auch Unterstützung suchen. Und wenn man mal guckt, zum Beispiel bei uns, die quasi die Workshops zu replizierbarer Forschung und Forschungsdatenmanagement, die werden natürlich angenommen. So das heißt, ab einem gewissen Moment braucht man jemanden an der Seite, der einen unterstützen kann. Und die ZBW, wir wollen natürlich die Wiwi-Forschenden unterstützen, wo es geht. Und die dritte Stufe wäre dann, wenn man sagt, hey das ist alles total cool und es macht mir richtig Spaß und ich finde das gut, dann muss man natürlich denn auch mal andere motivieren und dann mitnehmen und sagen: Hier, ich hab das jetzt mal ausprobiert und wäre das dann mal was für dich? Beziehungsweise wenn man merkt, dass man an Grenzen stößt, dass man dann halt auch Änderungen halt einfordert. Wie auch einige Leute an der TU … Ist das die TU München? Oder, auf jeden Fall, die LMU, genau, die LMU in München. Dass man einfach sagt, so wir wollen jetzt mal, dass die Promotionsordnung geändert wird.

01:01:15-2 Doreen Siegfried:
Ja.

01:01:15-3 Guido Scherp
Oder dass das Berufungsverfahren geändert wird. Wir wollen, dass das hier stärker unterstützt wird.

01:01:19-3 Doreen Siegfried:
Ja. Ja, daraus kann man doch

01:01:21-3 Guido Scherp
Das sind die drei

01:01:22-7 Doreen Siegfried:
Die drei großen

01:01:23-8 Guido Scherp
Die drei spontanen Entwicklungsstufen. [lacht]

01:01:26-0 Doreen Siegfried:
Hört sich gut an. Also

01:01:27-4 Guido Scherp
Vom Anfänger zum Evangelisten.

01:01:29-2 Doreen Siegfried:
Ja, sehr gut [lacht]. Genau, dann irgendwann Mentor werden oder Pate oder Avantgardist kann man es ja auch nennen.

01:01:34-9 Guido Scherp
Ja.

01:01:37-0 Doreen Siegfried:
Okay. Ja, vielen Dank lieber Guido und auch vielen Dank da draußen. Ich hoffe, es hat ihnen gefallen, lassen Sie uns gerne Feedback da. Es wurden hier im Laufe des Gesprächs ganz viele Studien und Websites und so weiter und so weiter erwähnt, wir packen das alles in die Shownotes. Abonnieren Sie uns fleißig auf iTunes oder Spotify und ich freue mich aufs nächste Mal.