FOS 59 Datensouveränität
LINKS UND HINTERGRÜNDE:
European Open Science Cloud (EOSC)
European Open Science Cloud – EU Node
Global Sustainability Coalition for Open Science Services (SCOSS)
Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)
The Future is Open Science – Folge 59: Datensouveränität
Dr. Doreen Siegfried
Leitung Marketing und Public Relations, ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Sven Vlaeminck
Forschungsdatenmanagementbeauftragter, ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
[00:00:00] Intro
[00:00:02] Sven Vlaeminck:
Insgesamt sind Forscherinnen und Forscher sehr viel mehr mit dem ganzen Thema Forschungssicherheit konfrontiert, als sie es in den letzten Jahren, Jahrzehnten waren. Einfach, weil sehr viel genauer hingeschaut wird.
[00:00:17] Sven Vlaeminck:
Also, das Europäische Parlament hat festgestellt, dass man bei digitalen Produkten, Dienstleistungen, Infrastrukturen und geistigem Eigentum zu mehr als 80% von Drittländern abhängig ist.
[00:00:34] Sven Vlaeminck:
Und wir stellen fest, jetzt auch im Fall natürlich der Vereinigten Staaten, wo es ja verschiedene Programme und Fördertöpfe auch jetzt gab, um Datenrettung zu betreiben, dass diese Infrastrukturen noch verhältnismäßig „leicht“ abzusichern sind oder Daten gerettet werden können. Die Forschung allerdings dahinter, die ist gone.
Begrüßung
[00:01:05] Doreen Siegfried:
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von „The Future is Open Science“, dem Podcast der ZBW. Mein Name ist Doreen Siegfried und ich treffe mich hier mit ganz unterschiedlichen Leuten aus dem Wissenschaftsbetrieb, die Ihnen verraten, wie sie in ihrer täglichen Arbeit Open Science voranbringen. Heute sprechen wir über Open Science in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen und darüber, was es bedeutet, an Offenheit festzuhalten, wenn die Welt sich schließt. Wissenschaftsskepsis, geopolitische Spannung, politischer Druck auf Universitäten, Behörden und Forschungsinfrastrukturen. Dazu Abhängigkeiten von US-Tech-Riesen. Das alles stellt ein Prinzip auf die Probe, das lange selbstverständlich schien. Nämlich, dass Wissen global geteilt wird, damit es wirkt. Um diese Fragen zu diskutieren, habe ich mir einen Politikwissenschaftler und Forschungsdatenexperten eingeladen, der sich intensiv mit Forschungsdaten, Infrastrukturen, Datensouveränität und der Frage beschäftigt, wie ein offenes Wissenschaftssystem resilient bleibt. Auch wenn es unter Druck gerät. Herzlich willkommen, Sven Vlaeminck.
[00:02:18] Sven Vlaeminck:
Ja, vielen Dank. Hallo Doreen. Ich freue mich, hier auch auf dem virtuellen Sofa neben Dir Platz nehmen zu können. Und wir haben auch ein interessantes, aber natürlich auch sehr politisches, Thema heute, weswegen ich natürlich betonen möchte: alles, was ich sage, ist natürlich meine persönliche Auffassung, nicht die meines Arbeitgebers. Aber lass uns einfach mal starten und schauen, wo wir so hinkommen.
Die aktuelle Krise
[00:02:39] Doreen Siegfried:
Alles klar. Wenn wir heute über Open Science sprechen, in spannungsgeladenen Zeiten, in kritischen Zeiten, wie auch immer wir das nennen wollen. Was ist aus Deiner Sicht aktuell die eigentliche Krise? Also, geht es um Wissenschaftsskepsis? Ist das das Problem? Ist es Autoritarismus, sind es geopolitische Spannungen oder alles zusammen? Also, was ist gerade das größte Problem?
[00:03:08] Sven Vlaeminck:
Ja, ich glaube, man kann sehr klar sagen, das, was wir im Moment erleben, ist ja, übergeordnet sicherlich so etwas, was man als gesellschaftlichen Rollback bezeichnen könnte, in dem speziell autoritäre, auch extrem rechte Parteien und Regierungen auch international stärkere Geländegewinne verzeichnen. Und gleichzeitig, oder eng damit verbunden auch, die Wissenschaftsfreiheit zunehmend in Ländern bedroht ist, wo man vielleicht vor ein paar Jahren noch sehr klar gesagt hätte, das sind eigentlich Garanten für die Wissenschaftsfreiheit. Wir sind also insofern eigentlich mit einer Fülle von miteinander verzahnten Krisen konfrontiert. Schauen wir allein mal nur auf die Wissenschaftsskepsis. Also da hat die EU schon festgestellt, anti-pluralistische, autoritaristische Parteien und Regierungen, heute wahrscheinlich fast ausschließlich extrem rechte Parteien und Regierungen, sehen die Wissenschaft eher als Feindbild. Wissenschaft gilt als pluralistisch, liberal, weltoffen. Sie bearbeitet Themenfelder, die eher ein Dorn im Auge sind. Denken wir an das Thema, haben wir auch gerade jetzt natürlich im Zusammenhang mit den Vereinigten Staaten… Themen wie Gender Studies, Postcolonial Studies oder geschlechtersensible medizinische Forschung. Natürlich auch die ganzen Umwelt-, Klimawissenschaften und so, die dort natürlich auch massiv unter Beschuss sind. Wissenschaft ist herkunftssensibel, hat sich über die Förderung der gerade in den Staaten so massiv unter Beschuss geratenen DEI-Prinzipien, also Diversity, Equity, Integration, unter den eher autoritären politischen Kräften keine Freunde gemacht.
[00:05:05] Doreen Siegfried:
Okay. Und verändert diese Lage, nenne ich es mal, den Blick auf das, wofür Open Science steht? Also auf Zusammenarbeit, auf globale Zusammenarbeit und auf die Herstellung von kumulativem Wissen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme? Also, was bedeutet das?
[00:05:26] Sven Vlaeminck:
Ja. Also man kann jetzt natürlich sagen: Ah ja, wenn man so ganz abstrakt auf die Prinzipien von Open Science guckt, auf die Idee als solches, da ändert sich vielleicht gar nicht so viel. Aber im ganz konkreten Doing von Forschung muss man schon sagen, dass die Welt kleiner geworden ist und es da natürlich auch massive Auswirkungen gibt. Also natürlich sind die zahlreichen geopolitischen Spannungen und die Ausschlüsse, die aus diesen Krisen auch entspringen… Natürlich merken wir die. Denken wir nur an den Überfall Russlands auf die Ukraine, die aktuellen Kriege im Nahen Osten, die Drohungen in Richtung Südamerika und Europa. All das sehen wir. Und gleichzeitig muss man natürlich vielleicht auch sagen, ist die Vorstellung, dass es sozusagen die eine weltweite Wissenschaft gibt, die schon immer in allen Feldern alle Informationen miteinander geteilt hat, die angewandte Forschungsergebnisse geteilt hat. Das hat es wahrscheinlich eigentlich ganz selten gegeben. Vielleicht, und auch da nur mit Einschränkungen, sage ich mal, in Pandemiezeiten, wo ja schon wirklich viele Ressourcen zusammengelegt wurden, um nachzuvollziehen: Okay, was macht diese Covid-Pandemie eigentlich mit den Gesellschaften? Wie kann man sich schützen? Das war sicherlich ein Punkt, wo das sehr stark passiert ist. Aber wenn wir mal ansonsten so schauen, kann man sagen: Es waren wahrscheinlich A zum einen nie alle Weltregionen einbezogen. Es gibt hier ein Spannungsverhältnis zwischen sogenannter Erster und Dritter Welt oder den Staaten des Trikonts. Und natürlich müssen wir schauen, das ist auch nicht in allen Wissenschaftsbereichen immer so der Fall gewesen. Das haben wir vielleicht noch im Bereich der Grundlagenforschung so ein bisschen, aber sobald es angewandter wird, haben wir Aspekte wie Patente, die ganz schnell greifen. Da ist dann ganz schnell Schluss mit Teilen. Spätestens wenn es monetarisiert werden kann. Und natürlich, auch wenn es Interessen gibt, auch staatliche Interessen an bestimmten Forschungsfeldern, dass die halt eben nicht so breit geteilt werden, da muss man auch sagen: Da war auch natürlich vorher vielleicht schon ein bisschen Schluss mit dem breiten Teilen. Ein absurdes Beispiel: Selbstverständlich war Nordkorea niemals in die internationale Atomforschung involviert. Ja, also das würde man selbstverständlich nicht machen.
Ist Open Science aktuell vor allem ein wissenschaftspolitisches, infrastrukturelles oder wissenschaftskulturelles Thema?
[00:07:54] Doreen Siegfried:
Ja, okay. Du hattest vorhin von gesellschaftlichem Rollback gesprochen. Würdest Du denn sagen, Open Science ist in diesen Zeiten vor allem ein wissenschaftspolitisches Thema? Oder ist es eher ein infrastrukturelles Thema? Oder geht es tatsächlich um Wissenschaftskultur?
[00:08:16] Sven Vlaeminck:
Ja, ich denke alles schon gleichermaßen. Wahrscheinlich auch ein bisschen vielleicht sogar unabhängig von diesen Zeiten. Ich glaube, wissenschaftspolitisch hat man gerade eine ganze Menge Dinge, die passieren. Da geht es um Aspekte, die jetzt sehr stark in der Debatte sind, wie das ganze Thema Data Sovereignty, den Aufbau stabiler, rechtlich abgesicherter und auch durchfinanzierter Infrastrukturen mit zeitgemäßer Governance. Es geht auch um, natürlich, um offene Forschungspraktiken. Das ist vielleicht auch ein starkes wissenschaftskulturelles Paradigma oder Thema. Und ja, es geht aber auch natürlich um die ganzen anderen infrastrukturellen Themen. Also die DFG hat auch zum Beispiel angeführt, dass natürlich auch diese ganzen Cyberangriffe, die institutionellen Krisen, ideologisch motivierte Förderentscheidungen und natürlich die geopolitischen Spannungen als solche, insgesamt Auswirkungen haben auf die Infrastrukturen. Da es zu Manipulationen von Daten kommen kann, zu massiven Datenverlusten oder auch natürlich dazu, dass einfach Daten nicht mehr zugreifbar sind. Das haben wir ja jetzt auch aktuell im letzten Jahr massiv erleben müssen.
[00:09:38] Doreen Siegfried:
Würdest Du sagen, also Open Science gilt ja letztlich so als Dachbegriff für alle möglichen Praktiken. Du hast jetzt viel über Daten gesprochen. Würdest Du sagen, das ist gerade so das Hauptthema, wo die größte Gefahr besteht, dass Daten nicht mehr zugreifbar sind?
[00:09:59] Sven Vlaeminck:
Genau. Also da kann man sicherlich schauen, wenn man sich so die verschiedenen Dimensionen von Open Science anschaut, würde ich schon sagen, da sind jetzt vielleicht nicht alle Bereiche gleichermaßen betroffen. Ich denke Open Data, Open Source, Open Methodology sind hier stärker betroffen als beispielsweise Open Access. Wenn wir da zum Beispiel über Autoritarismus reden, dann ist es ja zweifellos so, dass China, als Beispiel, jetzt nicht im Verdacht steht, ein besonders forschungsliberales Land oder sowas zu sein. Aber China hat zum Beispiel „The Innovation“. „The Innovation“ ist ein Mega Journal was …, ein Open Access Mega Journal,…
[00:10:42] Doreen Siegfried:
Okay.
[00:10:43] Sven Vlaeminck:
Vielleicht am ehesten vergleichbar mit PLOS One.
[00:10:45] Doreen Siegfried:
Okay. Ja.
[00:09:49] Sven Vlaeminck:
Also der Public Library of Science. Und die haben, genau wie PLOS, auch weitere spezialisierte Journals für verschiedene Fachbereiche und die haben einen Impact Factor von über 30, was zumindest …
[00:10:58] Doreen Siegfried:
Okay.
[00:10:58] Sven Vlaeminck:
…für wirtschaftswissenschaftliche Journals, sage ich mal, ein ziemlich astronomischer Bereich ist.
[00:11:03] Doreen Siegfried:
Ist schon schick, ja.
[00:10:08] Sven Vlaeminck: Also ich glaube, wenn wir weltweit schauen, ist natürlich die Datenbereitstellung hier besonders betroffen. Also das sehen wir ja im Bezug auf die Vereinigten Staaten sehr massiv, dass über Jahrzehnte gewachsene Datenbestände, die für die internationale Forschung für die Klimafolgenforschung von höchster Relevanz sind, quasi innerhalb von wenigen Wochen abgewrackt, abgeschaltet werden. Ähnlich natürlich in den Bereichen Open Source. Natürlich sind viele, viele Fragen ganz generell tangiert, wie wir unter den Voraussetzungen, die wir derzeit erleben, weiter eigentlich Open Science Paradigmen und Praktiken fortführen können.
Die größten Gefährdungen für offene Forschungsdaten
[00:11:51] Doreen Siegfried:
Ja, okay. Lass uns doch mal kurz bei diesem Forschungsdatenthema bleiben. Also, wo siehst Du denn da die größte Gefährdungen für offene Forschungsdaten? Ist das tatsächlich der politische Druck oder sind es Sicherheitsfragen (Dual Use)? Oder sind es halt auch kommerzielle Abhängigkeiten?
[00:12:09] Sven Vlaeminck:
Man muss sagen, alle drei Aspekte zusammen konstituieren natürlich erst die richtige Problematik, die wir gerade erleben. Aber man kann auch sagen, warum wir jetzt gerade so stark darüber diskutieren, hat natürlich vor allem mit dem politischen Druck zu tun, der auf diese offenen Forschungsdateninfrastrukturen ausgeübt wird. Also in den Vereinigten Staaten haben wir ja die massiven Auswirkungen gesehen. Ich hatte ja gerade schon ein paar Beispiele genannt. Man könnte noch einige weitere aus der Klimaforschung oder auch von NASA oder eigentlich sehr renommierten Institutionen angeben, wo man aufgrund dieses politischen Drucks des Autoritarismus und dass man bestimmte Fragestellungen einfach gar nicht mehr behandeln möchte, aus ideologisch-politischen Gründen. Da sehen wir natürlich, dass hier ganze Infrastrukturen, ganze Wissenschaftsbereiche massiv unter Druck geraten und sich die Frage stellt, wie dies auch in einem weltweiten Szenario, welche Auswirkungen das eigentlich hat. Man denkt, okay, das ist jetzt alles irgendwie vielleicht so ein bisschen auf die Vereinigten Staaten beschränkt. Aber das ist nicht so. Wir haben zum Beispiel in Belgien eine sehr wichtige Infrastruktur, auch noch mal für die Klimaforschung. Und da ist tatsächlich einer der Hauptgeldgeber die Bundesbehörden der Vereinigten Staaten. Und dasselbe gilt eigentlich auch für Forschungskooperationen, die natürlich auch massiv mit den Vereinigten Staaten bestehen, wo dann auch für die Kooperationspartner und -partnerinnen in Europa sich die Frage stellt: Was macht man eigentlich, wenn jetzt die Regierung der Vereinigten Staaten darauf dringt, dass alle Fragen zu Diversity, alle Aspekte zu Integration getilgt werden sollen und man sich bitte mit so was gar nicht mehr befassen soll? Und da gibt es auch in Europa keine einheitliche Antwort. In Finnland hat es tatsächlich Universitäten gegeben, die gesagt haben, „Okay, wir lassen die Finger jetzt von Diversity und all diesen Sachen. Uns ist das sehr wichtig, dass wir hier weiter diese Kooperationen haben.“ Das ist eher die Ausnahme. Es gibt auch sehr scharfe Protestnoten, gerade der belgischen Regierung, hat es hier gegeben. Und ja. Wo dann tatsächlich auch Dinge in die Brüche gegangen sind, muss man klar sagen. Aber es ist natürlich eine sehr spannende Frage, wie man hier im Umgang, also auch mit diesen Drohungen des Defunding eigentlich reagiert. Und da ist wahrscheinlich auf europäischer Ebene geboten, eine gemeinsame Antwort zu finden.
[00:14:50] Doreen Siegfried:
Ja. Auf jeden Fall. Ja. Okay.
[00:14:53] Sven Vlaeminck:
Vielleicht kann man noch ein paar andere Aspekte anfügen. Also, wir haben jetzt viel über den politischen Druck geredet, der relevant ist. Aber wir haben natürlich auch kommerzielle Abhängigkeiten. Die sind seit jeher ein Problem, sei es auf Infrastrukturebene, sei es auf Softwareebene, speziell Software-, Forschungssoftwareebene. Man hat Sorge vor Lock-in-Effekten. Aber es gibt auch andere kommerzielle Abhängigkeiten, die man vielleicht gar nicht so direkt auf dem Schirm hat, die auch die akademische Freiheit in Teilen beschneiden und auch Auswirkungen auf Open Science hat. Und das sind Kooperationen mit der Privatwirtschaft, wo man … Also, die eigentlich unter Horizon Europe oder den Vorgängerprogrammen auch sehr stark in der EU gefördert wurden, aber negative Aspekte eigentlich haben für Academic Freedom.
[00:15:44] Doreen Siegfried:
Zum Beispiel?
[00:15:45] Sven Vlaeminck:
Einfach, dass kommerzielle Interessen hier vorherrschen und dann die Forschungsfreiheit gar nicht mehr so massiv gegeben ist, sondern man schon sagt, okay, das hier ist auch ein Industrieprojekt. So, und das ist die Richtung, die wir einschlagen. Und selbstverständlich, weil wir angewandte Forschung haben, geben wir auch keine Daten weiter, sondern versuchen die halt eben natürlich in Produkte, in Dienstleistungen, wie auch immer, zu verwandeln, in Waren. Und das hat einschränkenden Charakter auf die wissenschaftliche Freiheit.
[00:16:17] Doreen Siegfried:
Also…
[00:16:17] Sven Vlaeminck:
Sagt zumindest die EU.
[00:16:18] Doreen Siegfried:
Ah, ja. Okay. Das heißt, wir sprechen hier von Auftragsforschung. Das ist das, was du gerade im Kopf hast?
[00:16:23] Sven Vlaeminck:
Ja, genau. Auftragsforschung sicherlich, aber gerade unter den EU-Forschungsförderprogrammen – und es war auch schon im letzten Forschungsrahmenprogramm so – also, wird sehr stark darauf gesetzt, dass Industriepartner oder Partner und Partnerinnen aus der Wirtschaft Teil dieser Projekte werden. Und das ist sozusagen ein Punkt. Der macht ja sicherlich Sinn, weil natürlich die EU hier sagt, ja, schön, dass Wissenschaft so für sich forscht und so. Aber wir wollen natürlich auch eigentlich am Ende daraus Produkte, Dienstleistungen, irgendetwas haben. Und darum ist es nötig, dass man da enger zusammenkommt. Dass nicht die Wissenschaft, jetzt böse gesagt, mal in ihrem Elfenbeinturm vor sich hin forscht, sondern am Ende möchte man etwas haben, was dabei rauskommt, was verwertbar ist, was für die EU und die Gesellschaften, und vor allen Dingen die Unternehmen, eben auch einen Mehrwert hat.
Sicherheitsfragen und Forschungssicherheit
[00:17:01] Doreen Siegfried:
Ja, okay, verstehe. Wir hatten ja schon ganz kurz das Thema Sicherheit usw. touchiert. Ich lese es häufig in Artikeln jetzt gerade, die auch aktuell publiziert werden, dass hier häufig ein Spannungsverhältnis beschrieben wird zwischen Open Science auf der einen Seite und Forschungssicherheit auf der anderen Seite. Aber liegt die eigentliche Spannung nicht eher so zwischen dem Thema internationaler Zusammenarbeit, globaler Zusammenarbeit, als das Ideal auf der einen Seite und auf der anderen Seite nationalen Sicherheitsinteressen?
[00:17:48] Sven Vlaeminck:
Ja, auch hier haben wir natürlich verschiedene Ebenen. Open Science kann man natürlich verstehen, als einerseits eine, ich möchte fast sagen, individuelle oder kulturwissenschaftliche Praxis von einzelnen Forschenden. Und ja, man kann es aber auch als insgesamt das Paradigma von Forschung verstehen. Gleichwohl muss man natürlich sagen, Sicherheitsfragen und Forschungssicherheit, jetzt als Thema, ist ja seit spätestens 2024 auf europäischer Ebene sehr groß angekommen. Und das ist natürlich ein Thema, was stark an Bedeutung gewonnen hat, zum Beispiel bei Horizon Europe. Es gibt einen klaren Ausschluss von chinesischen Universitäten. Es gibt vielleicht einzelne Ausnahmen, aber die müssten schon sehr klar argumentiert werden, warum. Russland, Belarus selbstverständlich auch. Insgesamt ein großes Thema. Und es gibt ein, wie auch immer geartetes, Spannungsverhältnis an dieser Stelle. Also spätestens, wenn es um Technologien geht, wenn es um wissenschaftliche Entwicklungen geht, Stichwort Dual Use allemal.
Aber das ist ja ein sehr großes Thema, wo gerade auch darauf geschaut wird und sehr stark versucht wird, hier entsprechende Abgrenzungen zu fahren, dass man gar nicht in diese Problematik reinkommt. Also insgesamt sind Forscherinnen und Forscher sehr viel mehr mit dem ganzen Thema Forschungssicherheit konfrontiert, als sie es in den letzten Jahren, Jahrzehnten waren. Einfach weil sehr viel genauer hingeschaut wird. Und ein genau solches Spannungsverhältnis zwischen jetzt im Bereich der EU vielleicht nicht nationalen Sicherheitsinteressen, aber supranationalen Sicherheitsinteressen und dem offenen Teilen von Daten, Forschungsinformationen, Methoden, Ergebnissen. Das sowas natürlich besteht.
[00:19:50] Doreen Siegfried:
Aber jetzt muss ich noch mal fragen, als sozusagen Nicht-Expertin auf diesem Gebiet. Ist es nicht einfach nur eine Frage des guten Verschlusses? Also, gutes Gatekeeping? Also, wer kommt ran an die Daten, an die Forschungsdaten-Repositories? Wie muss sich diese Person irgendwie legitimieren mit ihrem ureigenen Forschungsinteresse? Also, die Frage, die sich mir stellt: Der Schatz kann ja weiterhin geteilt werden, sprich die Forschungsdaten. Es hängt da jetzt nur vielleicht ein Schloss weiter vor dem Tresor.
[00:20:22] Sven Vlaeminck:
Ja, in der Tat könnte man so argumentieren. Auch zu Recht. Grundsätzlich ist es aber eher so, dass man dann eher direkt vom Opt-out Gebrauch macht. Auch die deutsche Webseite von Horizon Europe, quasi die des Bundesministeriums, geht da auch sehr dezidiert darauf ein, auf die doch sehr zahlreichen Gründe. Eigentlich nicht eigentlich an dem Open Data Pilot, oder es ist ja kein Pilot mehr, aber an den Vorgaben der EU teilzunehmen. Und das muss man einfach sagen, dass sicherlich unter den Vorzeichen, die wir gerade haben, es zu Einschränkungen in diesem Bereich kommen wird. Und man könnte all das quasi mit vielen Schlössern versehen. Aber ich glaube, generell wird man sagen, man macht es einfach prinzipiell gar nicht, weil diese Sachen vielleicht zu risikoreich sind, zu teilen. Weil man überhaupt gar nicht die Möglichkeit geben möchte, dass hier vielleicht Unbefugte Zugriff haben, sich reinhacken. So entsprechend.
Die Bedeutung von Datensouveränität für Forschung und Infrastrukturen
[00:21:25] Doreen Siegfried:
Ja, okay, okay. Was ich auch viel wahrnehme, jetzt gerade so in den letzten Monaten, ist meine Impression, dass das Thema Datensouveränität irgendwie auch gerade irgendwie so ein Modewort ist. Also was bedeutet Datensouveränität für Forschung und Infrastrukturen ganz konkret, also jenseits von Besitz und Speicherung? Vielleicht kannst Du das mal erläutern.
[00:21:50] Sven Vlaeminck:
Ja, ich denke, da kann man so ein bisschen schauen. Also, wenn man zum Beispiel auf Ebene der European Open Science Cloud schaut, da gibt es halt eben relativ viel. Die haben fünf klare Punkte benannt, nämlich einerseits den Schutz der Rechte von Datenbesitzenden, Communities oder auch Forschungsförderern. Dann auch die Sicherstellung eigentlich davon, dass es zumindest eine minimale wissenschaftliche Freiheit gibt, in Bezug auf den Zugriff zu kritischen Services. Dann auch Transparenz in Hinsicht auf die Datenprovenienz und wie Daten verarbeitet werden. Das Recht von Datenbereitstellern, auch Forschungsdaten zurückziehen zu können. Auch das ist ja ein relativ relevanter Punkt. Und die Ausarbeitung geeigneter Regelwerke für öffentliche, aber auch private Partner und Nutzende aus nicht assoziierten EU-Staaten. Das spielt da eine klare Rolle. Darüber hinaus vielleicht auch Aspekte wie eine zentrale Governance. Also für zentrale Infrastrukturen, IT-Sicherheit, Forschungssicherheit, all die Sachen, die wir schon hatten. Genau. Das spielt alles sicherlich dort mit rein.
[00:23:10] Doreen Siegfried:
Und sind denn – also diese ganzen Punkte, die Du gerade genannt hast und die wir vorhin auch schon hatten… Also sind dann Datensouveränität und Open Science, sind das zwei Sachen, die vereinbar sind?
[00:23:21] Sven Vlaeminck:
Ich denke, sie können prinzipiell vereinbar sein. Es kommt so ein bisschen darauf an, in welche Felder man wieder schaut. Es ist auch eine Frage der Regulierung, der Regeln. Das betont auch die European Open Science Cloud, wo eben bestimmte Aspekte von Datensouveränität wichtig sind. Prinzipiell kann man hier natürlich entsprechende Regelungen schließen, auch innerhalb von Europa, wo so ein bisschen klarer wird, okay, was darf ich mit den Sachen machen und was nicht. Also Fragen von Zugriff und Zugriffsrechten für wen, und wen halt eben auch entsprechend nicht. Das sind schon relevante Fragen.
[00:23:56] Doreen Siegfried:
Ja okay. Und wie lässt sich verhindern, dass dieses Thema Datensouveränität irgendwie kippt in Richtung Abschottung?
[00:24:05] Sven Vlaeminck:
Ja, das ist ein, ich glaube auch ein sehr zentraler Punkt. Wenn wir so ein bisschen schauen, gibt es unterschiedliche Ansätze, wie man diesem Problem begegnen könnte. Wir haben internationale Förderungen für relevante Open-Science-Infrastrukturen.
[00:24:24] Doreen Siegfried:
Ja.
[00:24:24] Sven Vlaeminck:
Da gibt es zum Beispiel SCOSS. SCOSS ist ein ganz tolles Modell aus meiner Sicht, wo man eine Art Crowdfunding hat für zentrale Open-Science-Infrastrukturen. Eigentlich kommend aus dem Open-Access-Bereich aber inzwischen auch deutlich weiter. Wo halt eben immer wieder geschaut wird: Okay, wer braucht Förderung? Und so. Also es geht auch hier tatsächlich nur um Infrastrukturen, deren Finanzierung. Also die einerseits öffentlich sind, also nicht privat, und deren Finanzierung wackelt. Aber die gleichzeitig eine wichtige Rolle eigentlich in dem ganzen wissenschaftlichen Ökosystem haben von Open Science. Solche Modelle sind super, sind natürlich also vielleicht nicht unendlich skalierbar. Und an der Stelle, wo institutionelle Partner in der Wissenschaft auch zunehmend weniger Gelder erhalten, dürften auch die Zuwendungen an, sag ich mal, SCOSS oder ähnliche Initiativen auch sinken. Das wäre mit Sicherheit ein wichtiger Punkt. Schauen wir auf Europa, schauen wir auf die EOSC, dann ist dort häufig die Rede von auch internationalen Partnern, die man einbinden möchte. Also, dass man nicht nur auf der Ebene der EU hier verbleibt, sondern auch das Ganze mit privilegierten Partnerschaften versucht, weiter auszudehnen. Gleichwohl ist, glaube ich, der Punkt total wichtig, dass man hier nicht in ein eigenes europäisches Silo zurückfällt, sondern dass man weiter eine Offenheit halt eben braucht und erhält. Das Wichtige ist natürlich, Regelungen zu treffen, in Bezug auf den Besitz von Daten, den Zugriff auf Daten, dass es hier klare und verständliche Regelungen in alle Seiten, in alle Richtungen gibt.
[00:26:18] Doreen Siegfried:
Ja okay. Also, dass wir so kein Europe First haben.
[00:26:22] Sven Vlaeminck:
Exakt. Ja, genau.
Abhängigkeit europäischer Forschungsinfrastrukturen von außereuropäischen Anbietern
[00:26:26] Doreen Siegfried:
Wir hatten jetzt ja schon von Kooperationspartnern und Infrastrukturen gesprochen. Sind wir in Europa tatsächlich bei den Forschungsinfrastrukturen, also bei allen möglichen Infrastrukturen, die wir brauchen, um gute Open Science zu machen, zu abhängig von außereuropäischen Anbietern? Was denkst Du?
[00:26:44] Sven Vlaeminck:
Ja. Also das Europäische Parlament hat festgestellt, dass man bei digitalen Produkten, Dienstleistungen, Infrastrukturen und geistigem Eigentum zu mehr als 80% von Drittländern abhängig ist. Das ist natürlich. Das sind…
[00:26:59] Doreen Siegfried:
80%?
[00:27:00] Sven Vlaeminck:
80%, ja. Das ist natürlich deutlich mehr als Forschungsinfrastrukturen, was ich hier gerade aufgezählt habe. Aber dennoch, diese Zahl zeigt halt eben schon auf, dass man hier relativ wenig eigentlich selber anzubieten hat. Und das möchte man halt eben jetzt, glaube ich, auch sehr gerne nachholen, was aber natürlich nicht ganz trivial ist, quasi diesen Nachteil quasi aufzuholen, wenn man es so sehen möchte. Und das gilt vor allen Dingen natürlich, weil sich inzwischen natürlich auch starke Konzentrationsprozesse auf diesem Markt ergeben haben. Das heißt, wir haben die klassischen US-Tech-Riesen, die eigentlich überall drin sind. Also auch in unseren ganzen wissenschaftlichen Anwendungen, ob wir jetzt über Google Docs reden oder so. All diese ganzen Dinge, die wir irgendwie nutzen. Das ist natürlich auch für alle Zukunftsfragen, also auch, ich sag mal, Stichwort Künstliche Intelligenz, natürlich von erhöhter Relevanz auch für die Europäische Union. Und ja, da möchte man gerne natürlich hinterherkommen und eigene Strukturen, eigene technische Infrastrukturen entsprechend entwickeln.
[00:28:17] Doreen Siegfried:
Und wer ist wir? Wer wird diese 80% bauen? Wo kommt das Geld her? [lacht]
[00:28:24] Sven Vlaeminck:
Ja. Gut. Also ich denke, das wird ein sehr, sehr schwieriger Prozess werden, weil der Wagen rollt ja eigentlich schon.
[00:28:31] Doreen Siegfried:
Ja.
[00:28:31] Sven Vlaeminck:
Wie bei vielen Sachen. Also man kann einfach sagen, die EU ist hier sicherlich spät dran. Man setzt jetzt natürlich, gerade auch in Verbindung mit der European Open Science Cloud, eher auf das ganze Thema qualitätsgesicherte Daten.
[00:28:46] Doreen Siegfried:
Ja.
[00:28:46] Sven Vlaeminck:
Qualitätsgesicherte Daten sollen bessere, das heißt funktionalere, vielleicht schlauere, KI-Anwendungen produzieren. Ich fürchte allerdings, diese Entwicklung läuft ja schon lange, sie läuft natürlich auch in Europa schon. Aber wenn wir uns auch so anschauen, mit welchen KI-Tools heutzutage zumeist gearbeitet wird, sind es natürlich auch die der KI-Riesen. Und wenn wir jetzt so ein bisschen zurückschauen in die Anfangszeiten des Internets. Die Älteren erinnern sich. Kann man jetzt auch fragen: Ja, war Google eigentlich der allerbeste Browser? War der Netscape Navigator so schlecht?
[00:29:25]
[beide lachen]
[00:29:25] Sven Vlaeminck:
Aber am Ende muss man sagen, war das natürlich schon ein sehr gutes Produkt, was eigentlich aber den Grundstein eigentlich für dieses Weltimperium von Google oder Alphabet entsprechend gelegt hat. Ja. Und da geht es schon auch darum, wer ist zu welchem Zeitpunkt da, mit welcher Idee oder einfachen Art von Usability. Wenn diese Dinge erstmal soweit sich gesetzt haben, dass da ein quasi Standard geschaffen ist… Nicht umsonst reden wir heute von: „Ich google mal irgendwas“ und nicht: „Ich benutze die Internetsuchmaschine.“ So, dann wird es glaube ich sehr schwierig, dort mit neuen Praktiken um die Ecke zu kommen, mit neuen Tools. Es sei denn, diese Tools haben tatsächlich einen Mehrwert im Sinne von Usability oder den Ergebnissen, die dabei rauskommen. Und ich bin da skeptisch, ob dieser Weg so funktioniert und ob der in „einfach nur“ durch bessere Daten zu erreichen ist.
[00:30:25] Doreen Siegfried:
Ja, ja, ja. Usability schlägt alles. Also vielleicht kleiner Exkurs: Ich habe letztens gehört, dass das Leute sagen: „Okay, man sagt zwar irgendwie, ich habe das gegoogelt“ aber in Wirklichkeit hat man es ChatGPT gefragt.
[00:30:38]
[beide lachen]
Resilienz von Forschungsdatensystemen
[00:30:38] Doreen Siegfried:
Gibt es nur nicht zu. Okay, also KI-Scham usw. Zu diesem ganzen Thema Forschungsdatensystem. Also, wir haben ja gesagt, okay, Autoritarismus, geopolitische Spannung, Klimakrise usw. usw. Alles ist gleichzeitig. Wir brauchen also ein resilientes Forschungsdatensystem. Woran würde man dann erkennen, ob es wirklich tatsächlich resilient ist? Hast Du dazu eine Idee?
[00:31:12] Sven Vlaeminck:
Ja, also man muss verschiedene Seiten sehen. Forschungsdatenrepositorien sind ja zunächst mal die infrastrukturellen Orte, könnte man sagen, wo die Daten aus unterschiedlichsten Forschungsfragestellungen und -feldern zusammenlaufen und zur Nachnutzung eingestellt werden. Davon zu trennen ist allerdings die Erhebung der Daten durch Forschung und deren Finanzierung. Und wir stellen fest, jetzt auch im Fall natürlich der Vereinigten Staaten, wo es ja verschiedene Programme und Fördertöpfe auch jetzt gab, um Datenrettung zu betreiben, dass diese Infrastrukturen noch verhältnismäßig „leicht“ abzusichern sind oder Daten gerettet werden können. Die Forschung allerdings dahinter, die ist gone, muss man sagen. Die Leute sind entlassen und wir haben auch keine Töpfe in Europa oder irgendwo anders auf der Welt, um diese Forschung einfach mal nahtlos so fortführen zu können. Also das ist der Punkt, was die Finanzierung angeht und auch der Schaden, der da tatsächlich entsteht. Infrastruktur, glaube ich, um resilient zu sein, muss technisch selbst auf Höhe der Zeit sein. Das betrifft die Pflege, die Sicherheit, die Usability und die Features. Aber ja, wie gesagt, die Forschung, als die andere Seite der Medaille, ist eine andere Sache. Natürlich muss man auch sagen, auch Forschung, Forschungsprojekte, Forschungsthemen sind dem Wandel unterworfen. Das ist auch ganz normal. Und ich denke auch, das ist auch ein Auftrag an die Wissenschaft, auch noch mal sehr deutlich zu machen, wo ihr Wert eigentlich gesellschaftlich auch liegt. Also hier auch viel stärker vielleicht mal nach außen zu gehen und zu sagen: „Okay, was ist eigentlich mit dem geschaffen worden, was wir erreicht haben, was wir herausgefunden haben in den letzten Jahrzehnten?“ Das ist vielleicht im Bereich der medizinischen Forschung noch einfacher möglich. Bei der Klimafolgenforschung, da fällt vielen Leuten schon nicht mehr so viel ein. Und wenn wir dann auf die Soziologie gucken, dann ist es vielleicht gar nicht mehr so ganz einfach nachzuvollziehen, wo hier entsprechende Fortschritte liegen können. Dennoch glaube ich, ist das eine sehr wichtige Variante, um quasi dieses System auch etwas resilienter zu machen gegen politische Angriffe dieser Art. Man muss sich da vielleicht auch nicht der Illusion hingeben, dass so unverhüllte politisch ideologische Zugriffe, wie wir sie ja auch derzeit erleben, deswegen nicht erfolgen würden. Aber es verbessert vielleicht die Ausgangslage, die Wissenschaft hat, wenn solche Zugriffe erfolgen. Und ich denke auch, es braucht motivierte Leute in Forschung und Wissenschaft und auch Solidarität. Es gibt diese schöne Geschichte oder das sehr ermutigende Beispiel des NASA Socio Economic Data Applications Center. Das war an der Columbia University. Da ging es zunächst los, dass wieder die verbotenen Worte, wie Diversity usw…
[00:34:25] Doreen Siegfried:
Frau.
[00:34:25] Sven Vlaeminck:
Es gibt ja inzwischen eine große Liste, die bekannt gemacht worden ist, welche Worte auf keinen Fall mehr verwendet werden dürfen. Und das wurde als erstes von der Webseite getilgt. Dann kam DOGE und hat dann eigentlich dieses Data Center komplett defunded und platt gemacht. Aber trotz dieser ganzen Kündigungen haben die entsprechenden Kolleginnen und Kollegen sich da nicht hängen lassen. Man muss das auch sagen, die haben ja Jahrzehnte an diesen ganzen…, mit diesen Daten gearbeitet. Das ist quasi deren Lebenswerk, sozusagen, arbeitstechnisch gesehen, und haben tatsächlich diese ganzen Daten vor dem Untergang bewahrt. Konkret haben sie es mit viel Unterstützung und auch external Funding geschafft, die Daten und zugehörigen Metadaten in Dataverse zu sichern und die jetzt in Kanada auch noch mal einen eigenen Mirror haben. Und das sind halt eben sehr schöne Beispiele, wie Wissenschaft selber auch durch Solidarität, durch Abstimmung resilient bleiben kann. Trotz dieser Zugriffe.
[00:35:53] Doreen Siegfried:
Okay, aber das hört sich so ein bisschen an, ich sag mal ein bisschen flapsig, wie die große Zombieapokalypse. Das heißt, die Menschen sind weg, weil kein Geld mehr, oder was weiß ich, sie wurden des Landes verwiesen. Ist ja auch ein Phänomen, dass viele Leute entweder sich nicht trauen, zu einer Konferenz zu fahren oder den Job verlieren. Aber die Daten sind irgendwie noch da. Und es weht ein kalter Wind sozusagen…
[00:36:00]
[beide lachen]
[00:36:00] Doreen Siegfried:
…durch die Repositories. Was ich mich frage, wenn Du jetzt sagst, okay, solche Geschichten wie mit der Solidarität, das kann ja mal funktionieren, aber das ist ja sozusagen kein systematischer Aufbau von resilienten Forschungsdateninfrastrukturen. Also, braucht es tatsächlich, wie Du sagtest, so eine Spiegelung. Also braucht es so dieses Eichhörnchenprinzip, dass man sagt, okay, wichtige Forschungsdaten, an denen jetzt wirklich schon 20 Jahre geforscht wurde, inklusive Code und allem, was dazu gehört, die speichern wir jetzt mal auf drei verschiedenen Kontinenten, damit die Nachwelt noch was damit machen kann, oder wie? Wie schafft man sowas? Man kann sich nicht darauf verlassen, dass so eine kleine Crew da irgendwelche Sachen rettet.
[00:36:49] Sven Vlaeminck:
Nein, genau. Also das ist sicher jetzt sicherlich jetzt auch ein Sonderfall. Also wo auch externe Gelder akquiriert wurden konnten. Also, um die Leute zumindest noch ein paar Monate zu beschäftigen und ihnen ein Auskommen auch noch für ihre Tätigkeit zu geben. Das skaliert natürlich nicht auf einem …
[00:37:02] Doreen Siegfried:
Ja.
[00:37:03] Sven Vlaeminck:
… globalen Level. Das muss man ganz klar sagen. Um Infrastrukturen resilient zu halten, also es ist auch ein zentrales Prinzip bei der Langzeitarchivierung oder der IT-Sicherheit, ist natürlich… Also Redundanz erzeugt Sicherheit, ist das eine. Also wenn es an mehreren Orten der Welt vorgehalten wird, ist die Gefahr, dass diese Daten verschwinden, deutlich geringer. Und natürlich ist auch ein diversifiziertes Funding eine sehr entscheidende Geschichte dabei. Dass ich nicht nur einen Geldgeber habe. Weil selbst wenn ich als Datencenter in den USA meine Klimadaten irgendwie auch in Australien und in Europa gespeichert habe, aber wenn dann am Ende es heißt, „Okay, Vertrag ist jetzt gekündigt, Ihr werdet alle entlassen. Es gibt kein weiteres Geld.“ Ja, dann werden auch nicht unbedingt die zumindest kommerziell betriebenen Datencenter sonst wo in der Welt diese Datenberge weiter einfach vorhalten. Also, es ist schon immer natürlich eine Frage des Fundings. Gleichwohl erhöht es überhaupt die Möglichkeit, dass Daten gerettet werden können. Also, wir können auch über Desaster reden. Also Erdbeben, sonstige Tornados oder so.
[00:38:22] Doreen Siegfried:
Überschwemmungen.
[00:38:23] Sven Vlaeminck:
Überschwemmungen, exakt. Und genau da ist natürlich auch das Vorhalten von Datenbeständen an unterschiedlichen Orten eine Vorbedingung. Wir haben das ja auch schon… – also für Sicherheit und Resilienz dieser Infrastrukturen. Wir sehen das ja auch in anderen Bereichen. Es gibt zum Beispiel das LOCKSS-Prinzip: „Lots of Copies Keep Stuff Safe“. Das gibt es schon ewig lange. Die Verlage nutzen das als CLOCKSS, Controlled LOCKSS. Und da ist eigentlich das Prinzip, dass man weltweit eine ganze Anzahl von Knoten hat. Ich glaube, unter acht darf es niemals gehen. Und diese Server daten sich permanent ab, um zu gucken, ob es Veränderungen an den Daten gibt, also technischer Art.
[00:39:09] Doreen Siegfried:
Ja. Spannend.
[00:39:10] Sven Vlaeminck:
Das heißt, wenn sich hier ein Bit dreht und so, wird festgestellt: „Ah, hier auf Server 24 aus unserem Netzwerk hat sich hier ein Bit gedreht, braten wir direkt mal drüber“. Und so erhalten wir zumindest den originalen Bitstream. Also, aber das ist eher in Richtung Langzeitarchivierung.
Funding
[00:39:27] Doreen Siegfried:
Aber lass uns noch mal bei diesem Thema Funding sprechen. Also, ich meine dieses „Setz nicht alles auf eine Karte“. Das kennen ja viele Unternehmen auch, dass man sagt, okay, ein Großkunde reicht halt nicht. Lieber viele Kleine, falls mal was wegbricht. Und man kennt das aus anderen Kontexten eben auch. Mir ist allerdings keine Drittmittelpolitik bekannt oder kein Funding-Modell, wo tatsächlich eine Infrastruktur tatsächlich mehrere Geldgeber hat. Kennst Du sowas?
[00:39:56] Sven Vlaeminck:
Wie gesagt, SCOSS wäre ein so ein Beispiel …
[00:39:59] Doreen Siegfried:
Ah ja. Okay.
[00:39:59] Sven Vlaeminck:
Oder wir haben es ja auch in dem Bereich Diamond Open Access hier auch an der ZBW, wo ja tatsächlich auch getrommelt wird, um entsprechende Finanzierungsrunden Jahr für Jahr sozusagen zu ermöglichen, dass Journals quasi dann in den Diamond Open Access gehen. Und das ist halt eben auch nur möglich, wenn entsprechende Zuwendungen von den unterschiedlichsten Playern zustande kommen. Das sind sicherlich gute Modelle. In Zeiten weltweit sinkender Budgets hat das aber natürlich auch seine Grenzen.
[00:40:30] Doreen Siegfried:
Ja.
[00:40:32] Sven Vlaeminck:
Auf europäischer Ebene, sage ich mal jetzt Stichwort EOSC, wird es ja schon auch zukünftig dann bei einer sehr viel größeren Infrastruktur darum gehen, wie man eigentlich in so einem multinationalen Gebilde wie der EU tatsächlich dann auch wirksame Mechanismen für eine dauerhafte Finanzierung der European Open Science Cloud auch in nationales Recht überführt oder dort verankert. Also, wie wird es eigentlich aussehen auf Dauer? Und das ist, glaube ich, eine der großen Challenges, die die European Open Science Cloud jetzt in den nächsten Jahren auch haben wird. Nachdem eine erste Pilotierungsphase jetzt erfolgreich abgeschlossen ist. Aber da kommen jetzt natürlich noch mal ganz andere Fragen auf: Wer zahlt wie viel? Und wer hat die Governance? Also sehr viele Fragen, die damit befasst sind. Für Europa soll die EOSC ja einen sehr wichtigen Beitrag im Bereich dieser Infrastrukturen spielen.
[00:41:34] Doreen Siegfried:
Ja, okay. Ja, das mit dem Diamond Open Access ist diese Konsortialgeschichte. Das ist natürlich ein spannendes Modell, wo ich mir vorstellen kann, dass das für Infrastrukturen im Wissenschaftsbetrieb für andere auch vorbildhaft sein kann. Ich frage mich gerade, ob das eine strategische Frage sein kann, auch für wissenschaftliche Bibliotheken, die ja große Infrastrukturen nicht nur für Forschungsdaten, sondern ja vor allem auch für Literatur zur Verfügung stellen, tatsächlich sich mal mit der Frage auseinanderzusetzen: Brauche ich vielleicht noch fünf Geldgeber mehr.
[00:42:11]
[beide lachen]
[00:42:12] Doreen Siegfried:
Damit das hier, wenn mal irgendwas passiert, mir nicht um die Ohren fliegt.
[00:42:16] Sven Vlaeminck:
Ja. Ich meine, gut, wir sind alle natürlich durch öffentliche Mittel finanziert. Wir haben auch alle unsere Aufträge. Und insofern, wir kriegen ja nicht wahllos irgendwie von irgendwelchen Ecken Gelder. Aber ich sag mal, für spezifische Infrastrukturen, wo eine finanzielle Förderung von überragendem Interesse ist, muss man sich auch fragen, ob nicht genau solche Finanzierungsmodelle eigentlich die besseren sind. Weil nicht jeder einzelne dieser wissenschaftlichen Player, nicht jede einzelne wissenschaftliche Bibliothek, muss entsprechend ihre eigenen Infrastrukturen bauen, ihre eigenen Entwickler haben, eine Maintenance machen, die IT damit befassen etc. pp. Sondern dann gerade auch, wenn wir sehen, welche Geldmengen eigentlich auch im Bereich Lizensierung ausgegeben werden, oder wie hoch die Budgets in Bereichen sind, wo wir Akquise machen, wo wir neue Literatur oder sowas beschaffen. Und ob man da nicht tatsächlich auch sagt, okay, ein Teil sollte eigentlich oder wäre sinnvoll auch verwendet, wenn wir das in eine Querfinanzierung von wirklich kritischen Open-Science-Infrastrukturen stecken. Allein, weil man das selber dann nicht mehr etablieren muss und gleichzeitig dafür sorgt, dass es eine Resilienz dieser zentralen wichtigen Infrastrukturen gibt.
Open Science als Commitment
[00:43:47] Doreen Siegfried:
Ja, ja, verstehe. Was mich noch interessieren würde: Wir reden ja gerade über Open Science in spannungsgeladenen / kritischen Zeiten. Würdest Du sagen, das ist am Ende vielleicht weniger eine technische Frage als eine normative Frage, eine Frage der Haltung? Also, weil Du schon sagtest, okay, ich muss dann auch mal mich committen und sagen: Das ist eine Infrastruktur. Also, wie denkst Du, geht das weiter?
[00:44:16] Sven Vlaeminck:
Ja, auch hier haben wir natürlich wieder diese unterschiedlichen Ebenen. Wir können natürlich sagen, Open Science ist ein Paradigma, auf Ebene der Wissenschaft. Man könnte sagen, das ist eigentlich gute wissenschaftliche Praxis. Was anderes fordern wir ja eigentlich gar nicht. Gleichwohl natürlich in der Gesamtkonstellation von Autoritarismus, von geopolitischen Spannungen, von sich verengenden Räumen für Kooperationen. Und so ist es natürlich auch eine individuelle Frage, ob ich meine Daten teile. Aber natürlich sehr viel größer noch mal auch die Rahmenbedingungen, unter denen ich halt eben Wissenschaft betreibe. Und das ist dann gar nicht mehr so trivial, weil wenn ich mich zum Beispiel rund um diese ganze Dual-Use-Problematik schon damit befassen muss, ob diese Daten vielleicht in den falschen Händen, militärisch, nachrichtendienstlich wie auch immer, nachgenutzt werden können und die EU sogar jetzt ein eigenes Portal hat, wo man diese Frage stellen kann. Ja, gut, da muss man einfach sagen, da werden viele Leute allein nur aus Vermeidung von Problemen oder von langen, ewig langen Prozessen eher davon absehen, Daten zu teilen. Oder sehr restriktiv damit vorgehen. Aus dem Grunde alleine, denke ich, muss man hier auch schauen, wie viel eigentlich möglich ist.
[00:45:49] Doreen Siegfried:
Ja.
[00:45:50] Sven Vlaeminck:
Ja. Also ich glaube, auf individueller Ebene würde ich sagen, ja, unbedingt. Das ist gute wissenschaftliche Praxis, das muss auch entsprechend weiterlaufen. Aber natürlich steht das alles unter den Rahmenbedingungen, unter denen wir alle beschäftigt sind und arbeiten. Und da ist es sehr schwierig, darüber hinwegzugehen.
Realistische nächste Schritte für wissenschaftliche Einrichtungen und Communities
[00:46:10] Doreen Siegfried:
Ja, okay. Was wären denn aus Deiner Sicht… Oder was wäre ein realistischer nächster Schritt tatsächlich für wissenschaftliche Einrichtungen, für wissenschaftliche Bibliotheken, für die wissenschaftliche Community? Was jetzt hier sozusagen wirklich auch in realistischer Art und Weise umgesetzt werden kann?
[00:46:33] Sven Vlaeminck:
Ja. Also wenn wir jetzt den europäischen Blickwinkel haben, da sind ja schon einige zentrale Stellschrauben quasi gedreht. Ich hatte ja schon die European Open Science Cloud genannt. Das ist sicherlich der konkreteste Entwurf, quasi für eine übergreifende Infrastruktur in Europa. Man muss mal sehen, wie das alles sich dann bis 2030 tatsächlich entwickelt. Es geht ja jetzt schon darum, nach der ersten Implementierungsphase ein bisschen stärker in die Breite zu gehen, zentrale Aspekte im Bereich Governance, Rechte, Finanzierung zu klären. Und natürlich auch die ganzen Implementierungen der sogenannten National Nodes halt eben zu regeln. Und dort entsprechende Pflöcke einzuschlagen. Wir haben natürlich, speziell jetzt auch wenn wir auf Deutschland schauen, haben wir die Nationale Forschungsdateninfrastruktur, die für uns natürlich ein total wichtiger Aspekt ist, wo sicherlich auch verschiedene dieser Konsortien Teil der National Nodes werden können. Oder vielleicht ist die NFDI, wird die NFDI dann die National Node werden. Man darf mal gespannt sein, weil es gibt auch dort natürlich noch einige Aspekte zu regeln. Rechtlicher Art, technischer Art, finanzieller Art. Und wie gesagt, auf internationalem Level würde ich auf jeden Fall Modelle wie SCOSS, also Sustainability Coalition for Open Science Services, quasi das Akronym aufgelöst, sehen. Ein Modell, was wir gedanklich auch weiterverfolgen sollten und schauen, ob so was nicht ein Modell ist, was über alle Grenzen eigentlich im Prinzip hinweg Infrastrukturen fördert, die unverzichtbar sind im Bereich von Open Science zumindest.
Tragfähigkeit des Paradigmas Open Science unter schwierigen Bedingungen
[00:48:30] Doreen Siegfried:
Ja, okay. Okay. Also, Sven, letzte Frage: Was müsste in fünf Jahren erreicht sein, also das wäre dann im Jahre 2031, damit Du sagen könntest: Okay, Open Science ist auch unter schwierigen Bedingungen tragfähig geblieben?
[00:48:50] Sven Vlaeminck:
Vielleicht kann man zwei Aspekte dort stark machen. Das eine vielleicht, dass der Anteil der Forschenden, die Open Science tatsächlich praktizieren, gewachsen ist.
[00:49:00] Doreen Siegfried:
Ja.
[00:49:01] Sven Vlaeminck:
Das wäre für mich so ein Teil, wo man sagen kann, ja, gut, da ist sozusagen das Paradigma auf jeden Fall tragfähig geblieben. Und es ist sogar gewachsen. Und am besten stammen diese auch aus allen Teilen der Welt, von allen Kontinenten, so dass wir hier tatsächlich eine internationale Open Science Bewegung weiterhin haben, wo Forschende daran beteiligt sind. Dann, würde ich sagen, gehört zu dieser Vision auch, dass wir über zentrale Infrastrukturen verfügen, die auch international nutzbar und nachnutzbar sind, die redundant sind, resilient sind und gut gefördert werden. Über welche dieser Modelle auch immer wir dort entsprechend reden. Und vielleicht noch am allerwichtigsten: Wir haben deutlich mehr wissenschaftliche Artefakte, Ergebnisse, Daten in der Public Domain als je zuvor…
[00:49:58] Doreen Siegfried:
Ja.
[00:49:58] Sven Vlaeminck:
… und die mindestens so stark gewachsen sind, wie in den letzten fünf Jahren.
[00:50:04] Doreen Siegfried:
Ja. Okay.
[00:50:05] Sven Vlaeminck:
So könnte man die Vision vielleicht umschreiben.
[00:50:08] Doreen Siegfried:
Okay, also wir verabreden uns dann für in fünf Jahren wieder.
[00:50:11] Sven Vlaeminck:
Oh ja.
[00:50:12] Doreen Siegfried:
Und schauen hier einmal kritisch rauf.
[00:50:13] Sven Vlaeminck:
Oh ja, sehr gern.
Verabschiedung
[00:50:15] Doreen Siegfried:
Ich danke Dir. Vielen Dank auch an Sie an den Kopfhörern. Wenn Sie jetzt noch mal ein bisschen mehr wissen wollen, zum Thema EOSC und Knoten und was es damit auf sich hat, hören Sie doch gerne in die Folge mit Klaus Tochtermann rein. Oder auch wenn es um andere Fragen mit NFDI und Andocken an die EOSC geht, auch gerne in die Folge mit Janne Jensen, verlinken wir gerne in den Shownotes. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Lassen Sie uns gerne Lob oder Kritik da, sei es via E-Mail, Mastodon, YouTube oder LinkedIn. Und wir freuen uns natürlich auch, wenn Sie uns abonnieren. Und ich freue mich aufs nächste Mal.
