{"id":88,"date":"2023-10-25T14:22:05","date_gmt":"2023-10-25T12:22:05","guid":{"rendered":"72ffdc4b-4076-4f5b-8cd7-56b98439f759"},"modified":"2026-01-16T12:58:51","modified_gmt":"2026-01-16T11:58:51","slug":"fos-34-warum-open-science-zaehlt","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2023\/10\/25\/fos-34-warum-open-science-zaehlt\/","title":{"rendered":"FOS 34 Warum Open Science z\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"\n    <div class=\"pwp4-wrapper intrinsic-ignore\" id=\"podlovewebplayer_08fd9d84180d4b104fdbc6c3b53c61181fc15e86\" data-episode=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2023\/10\/25\/fos-34-warum-open-science-zaehlt\/?podlove_action=pwp4_config\"><audio controls=\"controls\" preload=\"none\">\n  <source src=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/podlove\/file\/101\/s\/webplayer\/c\/website\/fos_34.mp3\" type=\"audio\/mpeg\"\/>\n<\/audio><\/div>\n  \n  \n\n    \n\n\t<div class=\"podlove-contributors-cards\">\n\t\t\t<\/div>\n\n\t<style>\n\t\t.podlove-contributors-cards {\n\t\t\tmargin-bottom: 1rem;\n\t\t\tbackground: white;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tborder-radius: 0.375rem;\n\t\t\tbox-shadow: 0 1px 3px 0 rgba(0, 0, 0, 0.1), 0 1px 2px 0 rgba(0, 0, 0, 0.06);\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tpadding: 1rem 1.5rem\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-inner {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-avatar {\n\t\t\twidth: 50px;\n\t\t\theight: 50px;\n\t\t\tborder-radius: 0.25rem;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person {\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t\tpadding: 0 1rem;\n\t\t\tdisplay: grid;\n\t\t\tgrid-template-columns: repeat(2, minmax(0, 1fr));\n\t\t\tgap: 1rem;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person-details {\n\t\t\tcolor: #999\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services {\n\t\t\tflex-wrap: wrap;\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\talign-content: center;\n\t\t\tjustify-content: flex-end;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services-service {\n\t\t\tdisplay: inline-block;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t\tpadding-left: 0.5rem;\n\t\t\ttext-decoration: none;\n\t\t\tbox-shadow: none;\n\t\t}\n\t<\/style>\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"zbw_shownotes\">\n\n\n\n<p>LINKS UND HINTERGR\u00dcNDE:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XLU-9ENh0FY\">What Drives Open Science Pioneers?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.berlin-university-alliance.de\/commitments\/research-quality\/forschung\/ongoing\/mapOSR\/index.html\">Laufendes MapOSR-Projekt zur Kartierung der empirischen Open-Science-Forschung<\/a><\/p>\n\n\n\n<\/div>\n\n\n\n<div data-wp-context=\"{ &quot;autoclose&quot;: false, &quot;accordionItems&quot;: [] }\" data-wp-interactive=\"core\/accordion\" role=\"group\" class=\"wp-block-accordion is-layout-flow wp-block-accordion-is-layout-flow\">\n<div data-wp-class--is-open=\"state.isOpen\" data-wp-context=\"{ &quot;id&quot;: &quot;accordion-item-1&quot;, &quot;openByDefault&quot;: false }\" data-wp-init=\"callbacks.initAccordionItems\" data-wp-on-window--hashchange=\"callbacks.hashChange\" class=\"wp-block-accordion-item is-layout-flow wp-block-accordion-item-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-accordion-heading has-small-font-size\"><button aria-expanded=\"false\" aria-controls=\"accordion-item-1-panel\" data-wp-bind--aria-expanded=\"state.isOpen\" data-wp-on--click=\"actions.toggle\" data-wp-on--keydown=\"actions.handleKeyDown\" id=\"accordion-item-1\" class=\"wp-block-accordion-heading__toggle\"><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-title\">Episode 34 als Text<\/span><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/button><\/h3>\n\n\n\n<div inert aria-labelledby=\"accordion-item-1\" data-wp-bind--inert=\"!state.isOpen\" id=\"accordion-item-1-panel\" role=\"region\" class=\"wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow\">\n<p>The Future is Open Science \u2013 Folge 34: Warum Open Science z\u00e4hlt<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Doreen Siegfried<br>Leitung Marketing und Public Relations, ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft<\/p>\n\n\n\n<p>Ronny R\u00f6wert<br>Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Technische Universit\u00e4t Hamburg, iTBH Institut f\u00fcr Technische Bildung und Hochschuldidaktik<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:00] Intro<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:03] Ronny R\u00f6wert:<br>Wenn wir \u00fcber Open Science dann reden wir \u00fcber den Kern der Forschungskultur und dann reden wir \u00fcber Forschungskultur. Und das Allermeiste dort ist selten formell institutionalisiert, w\u00fcrde ich sagen. Wir haben so Begriffe wie Doktorvater, Doktormutter, die sagen ja schon einiges.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:20] Ronny R\u00f6wert:<br>Also, wir werden zu dem geformt, quasi \u00fcber dem, was wir nachahmen. Und ich glaube, da m\u00fcssen wir ran. Sonst wird die beste Strategie eben zum Fr\u00fchst\u00fcck gegessen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:33] Ronny R\u00f6wert:<br>In den F\u00f6rderorganisationen da wird sich noch was \u00e4ndern und das sollten wir aber nicht der Selbstverst\u00e4ndlichkeit \u00fcberlassen. Und dass wir sagen: Das macht ja einfach Sinn, das ist so plausibel Open Science. Das wird schon von alleine kommen. Ich glaube, da k\u00f6nnen wir ein bisschen mehr Ungeduld walten lassen, wenn wir schon jetzt seit den 2000er Jahren warten, dass sich das doch automatisch verankert. Ich glaube, automatisch passiert nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:59] Doreen Siegfried:<br>Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von \u201eThe Future is Open Science\u201c, dem Podcast der ZBW. Mein Name ist Doreen Siegfried und ich treffe mich hier mit ganz unterschiedlichen Leuten aus dem Wissenschaftsbetrieb, die Ihnen verraten, wie sie in ihrer t\u00e4glichen Arbeit Open Science voranbringen. Heute reden wir \u00fcber pers\u00f6nliche Motive, Anreize und Einflussfaktoren f\u00fcr die Verankerung von Open Science-Praktiken. Also kurz, es geht um die Frage, warum arbeiten Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen offen und transparent? Was treibt Forschende an, Open Science zu betreiben, und was wiegt am Ende schwerer? Sind es die karrieristischen Motive oder sind es altruistische Hintergr\u00fcnde? Und zu Gast habe ich daf\u00fcr heute mir einen Wissenschaftsforscher eingeladen, der genau diese Fragen in seinem Promotionsprojekt, was jetzt wirklich kurz vor der Vollendung steht, an der TU Hamburg untersucht hat. Herzlich willkommen, Ronny R\u00f6wert!<\/p>\n\n\n\n<p>[00:01:02] Ronny R\u00f6wert:<br>Hallo, sch\u00f6n, hier zu sein!<\/p>\n\n\n\n<p>[00:01:59] Doreen Siegfried:<br>Wie definieren Sie denn pers\u00f6nlich Open Science? Vielleicht fangen wir damit mal an. Und warum haben Sie genau dieses Thema f\u00fcr Ihre Doktorarbeit ausgesucht?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:01:13] Ronny R\u00f6wert:<br>Ja, es gibt ja unz\u00e4hlige Definitionsversuche von Open Science, fast mehr Open Science-Definitionen als tats\u00e4chlich Projekte, die das vielleicht umsetzen, w\u00fcrde ich mal ein bisschen zugespitzt sagen. Ich w\u00fcrde eine Definition w\u00e4hlen, die gleich so ein bisschen den m\u00f6glichen Gegenwind entkr\u00e4ftet. Und zwar w\u00fcrden viele sagen, \u201eJa, Wissenschaft war schon immer offen. Also, Ideen wurden ausgetauscht, weiterentwickelt und wirklich geschlossen war das nie.\u201c Ja, das stimmt. Ich denke nur, dass sp\u00e4testens seitdem es Internettechnologien gibt, also seit den 90er und 2000er Jahren, sich das massiv \u00e4ndert, wie wir es wirklich schaffen k\u00f6nnen, Wissenschaft offen und transparent zu gestalten. Und deswegen finde ich ganz interessant, wie die UNESCO es definiert. Die sagt n\u00e4mlich, der Begriff Open Science b\u00fcndelt Praktiken, also sehr konkrete Forschungsmethoden und Forschungsergebnisse, die mit den Instrumenten des digitalen Zeitalters transparent und zug\u00e4nglich gemacht werden k\u00f6nnen. Und ich finde, vor allen Dingen w\u00fcrde ich unterstreichen, \u201eInstrumente des digitalen Zeitalters\u201c. Und das gibt M\u00f6glichkeiten und auch Hebel, die wir wahrscheinlich so in der Geschichte der Wissenschaft so noch nie gekannt haben. Und das ist gleichzeitig auch das, was mich motiviert. Also ich finde das total spannend, wenn immer sich Wissenschaftspraxis und Bildungspraxis im Zuge dieses, was wir immer so sch\u00f6n gro\u00df nennen: \u201eDigitale Transformation\u201c, wie sich das wendet, ver\u00e4ndert, vielleicht aber auch gleichbleibt. Und da habe ich mir dann eins der virulentesten Themen eben vorgenommen, wirklich Open Science in dem Sinne, wie wir es auch immer konkreter verstehen. Also Open Access, Open Data, Open Source, all die konkreten Praktiken, die die UNESCO ja auch benennt. Mal zu schauen, was passiert denn da und so ein kleines St\u00fcck weit hinter den Vorhang zu gucken, was konkret in der Wissenschaft sich ver\u00e4ndert, vielleicht aber auch stabil bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:03:56] Doreen Siegfried:<br>Ja, spannend. Jetzt hatte ich Sie ja anmoderiert mit den Worten: \u201eSie sind sozusagen kurz vor Fertigung der Doktorarbeit\u201c. Was haben Sie denn herausgefunden? Was ist es denn, was Wissenschaftler:innen motiviert, ihre Arbeit als Open Science zu betreiben?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:12] Ronny R\u00f6wert:<br>Ja, also vor allen Dingen ist es f\u00fcr mich spannend, das Warum zu erfragen. Also wenn man jetzt die gro\u00dfen Statements und Policy-Dokumente anguckt zu Open Science, dann werden ja ganz gro\u00dfe Ideen ge\u00e4u\u00dfert und auch Gr\u00fcnde. Quasi Wissenschaft wird damit effizienter, zug\u00e4nglicher, es \u00f6ffnet sich zur Gesellschaft. Das sind alles gute, legitime und auch plausible Gr\u00fcnde. Dennoch sehen wir ja auch, dass es so ein leicht verz\u00f6gertes Verankern in der Praxis tats\u00e4chlich ist. In manchen Disziplinen wie Informatik, Physik, die sind vielleicht schon relativ weit. Aber es gibt auch viele geisteswissenschaftliche und weitere Disziplinen, die noch ein bisschen fremdeln mit diesen ganzen Konzepten. Vielleicht weil sie auch sagen, das ist so was Technologisches, das hat ja gar nichts mit uns zu tun. Und mich interessiert vor allen Dingen\u2026 Also, es gibt genug Forschung, warum man es nicht macht. Dazu gibt\u2019s genug Untersuchungen, Befragungen. Mich interessiert, warum man es macht. Und da habe ich mir vor allen Dingen diejenigen rausgesucht, die das relativ lang und in einem sehr extensiven Umfang machen und eben dort Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger aus dem deutschen Wissenschaftssystem befragt. Und gefragt, was treibt die an? Wof\u00fcr, warum brennen sie so f\u00fcr das Thema, dass sie am Ende sogar einen Preis daf\u00fcr bekommen? Und war ganz \u00fcberrascht, wie viele Gr\u00fcnde es tats\u00e4chlich gibt. Also neben diesen ganzen bekannten allgemeinen Gr\u00fcnden, die man so kennt, also es sind Steuergelder, es ist steuerfinanziert, es muss global zug\u00e4nglich sein, auch f\u00fcr andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit weniger Ressourcen. Das sind alles Gr\u00fcnde, die auch genannt werden. Aber insgesamt habe ich tats\u00e4chlich rausgefunden, dass es vierzehn Motive gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:05:51] Doreen Siegfried:<br>Vierzehn ja?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:05:51] Ronny R\u00f6wert:<br>Die so quer \u00fcber diese Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die das besonders pionierhaft machen, verbreitet sind. Das sind diese bekannten Gr\u00fcnde, wie ganz pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde, Zitationsvorteile, ich m\u00f6chte damit eine andere Form von Anerkennung, Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr meine Arbeit haben. Gr\u00fcnde, st\u00e4rker, die f\u00fcr die Community, f\u00fcr die Peers relevant sind. Also, es soll nachgenutzt werden, ich m\u00f6chte effizient arbeiten, ich m\u00f6chte neue Kooperationen schlie\u00dfen. Und im Grunde ist das Spannende, dass man gar nicht so die einzelnen Personen, sag ich jetzt mal die pionierhaften Wissenschaftler:innen, auf einzelne Gr\u00fcnde festmachen kann, sondern alle haben immer mindestens drei oder vier Gr\u00fcnde. Das sind altruistische Gr\u00fcnde und karrieristische Gr\u00fcnde, so wie Sie das am Anfang gesagt haben. Also man kann nicht sagen hier, das sind die Weltverbesserer, das sind die, die das ideologisch machen und deswegen machen die es. Und dann gibt es vielleicht andere, die das rein egoistisch getrieben machen, die f\u00fcr die es total plausibel Sinn macht. Sondern es ist immer Gemeinsamkeit zwischen ganz pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden und so gesellschaftlichen, ja vielleicht auch ein paar selbstlosen Gr\u00fcnden. Es geht das eine nicht ohne das andere. Und ich bin da ganz offen reingegangen. Es ist nicht so, dass ich davon ausging, dass es weder noch ist, sondern ich bin \u00fcberrascht, wie viele Gr\u00fcnde es gibt. Ich konnte dabei aber auch ein paar Gr\u00fcnde finden, die so noch gar nicht in der Literatur besprochen sind, zum Beispiel dieses Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl zu einer Pionierendengemeinschaft, also mal Anti Mainstream zu sein, wie es eine Wissenschaftlerin sagt. Vielleicht auch sowas wie Sinn, Wirkungsorientierung zu haben. Also, wenn ich schon so viel Zeit und h\u00e4ufig in der Wissenschaft ja auch Freizeit daf\u00fcr verschwende, dann muss es wirklich absolut Sinn machen und da sagen eben viele, daf\u00fcr muss es auch offen sein. Und ja, also im Endeffekt, die Antwort ist mal wieder, wie so h\u00e4ufig, es ist sehr komplex. Es sind viele Gr\u00fcnde. Und vielleicht m\u00fcssen wir das auch st\u00e4rker anerkennen, wenn wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei unterst\u00fctzen m\u00f6chten, Open Science zu verankern.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:48] Doreen Siegfried:<br>Okay. Also das hei\u00dft, es gibt jetzt unter den Wissenschaftler:innen, die Sie befragt haben, Sie haben gesagt, das sind Preistr\u00e4ger, das hei\u00dft, die haben so Open Science Awards bekommen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:57] Ronny R\u00f6wert:<br>Genau.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:58] Doreen Siegfried:<br>Okay. Und unter diesen gibt es jetzt keine, wenn ich Sie richtig verstanden habe, so Cluster, dass man sagt: okay, es gibt einmal die Leute, die machen das nur, weil es die eigene Karriere puscht und dann gibt\u2019s nochmal ein anderes Cluster. Die machen das, weil sie eine Weltverbesserereinstellung haben, sondern das ist immer ein Set aus unterschiedlichsten Motiven, ich sag mal so, aus beiden T\u00f6pfen etwas.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:20] Ronny R\u00f6wert:<br>Genau. Also, ich bin tats\u00e4chlich reingegangen in mein Promotionsvorhaben und dachte sehr sicher, es gibt Typen. Also selbst unter diesen \u00e4hnlichen, \u00e4hnlich zu charakterisierenden Wissenschaftler:innen, die zumindest einen Preis daf\u00fcr bekommen haben, gibt es dennoch Typen, die Egoistin oder den Weltverbesserer. Aber, und ich hing auch lang an dieser Idee, ich habe wirklich so lange geclustert und zusammengruppiert und anders gruppiert. Aber im Endeffekt war es dann irgendwann der Tag, wo ich gesagt habe, nein, die gibt es nicht. Es ist tats\u00e4chlich genau das Gegenteil. Das Kernergebnis f\u00fcr mich ist, dass es keine Typen gibt. Dass alle das gemeinsam vereinbaren, niemand selbst. Also, es gibt zum Beispiel selbst die Wissenschaftlerin, die sagt, \u201eIch mache das wirklich, damit Wissenschaft besser wird. Ich habe da gar keine pers\u00f6nlichen Aktien drin, das zu tun.\u201c Selbst bei dieser Wissenschaftlerin findet man relativ stichhaltige pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde, das zu tun. Das sind Zitationsvorteile, das ist vielleicht in der Qualifikationsphase dann auch auf dem Weg zur Professur noch mal so ein kleines Bonbon auf die Forschungspraxis raufzulegen. Und wiederum ein anderes Extrem, ein Wissenschaftler aus der Physik, der sagte, \u201eSie brauchen mich hier gar nicht gro\u00df fragen. Ich kann das Ihnen ganz einfach sagen. Ich bin total egoistisch getrieben.\u201c Je l\u00e4nger das Gespr\u00e4ch ging, desto mehr kam tats\u00e4chlich allgemeine \u00dcberzeugung, wie das Wissenschaftssystem, die Gesellschaft auszusehen hat und welchen Anteil man darin hat. Also quasi selbstlose Gr\u00fcnde. Und genau diese zwei Extreme, die gleichzeitig aber auch das andere Extrem vereinen, das ist so das Kernergebnis, und das m\u00fcssen wir auch einpreisen, wenn wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, glaube ich, da ansprechen wollen und mitnehmen wollen. Dann m\u00fcssen wir ein bisschen divers, vielseitig auf unterschiedlichen Ebenen argumentieren und k\u00f6nnen nicht nur ein, zwei gesellschaftliche Gr\u00fcnde anf\u00fchren, das jetzt umzusetzen, weil es im Alltag schon eine harte Aufgabe ist, tats\u00e4chlich all diesen Anspr\u00fcchen von Open Science gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:10:09] Doreen Siegfried:<br>Ja, da k\u00f6nnen wir vielleicht nochmal darauf zu sprechen kommen. Ich w\u00fcrde mich noch mal \u00fcber Ihre Ergebnisse werfen wollen. Also, wie erkl\u00e4ren Sie sich dann diese Befunde?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:10:16] Ronny R\u00f6wert:<br>Ich glaube, was alle sagen und auch betonen, ist der enorme Aufwand. Also, klar sind das jetzt Personen, die mit umfassenden Ausma\u00df Open Science umgesetzt haben. Das ist klar, dass es f\u00fcr die auch eine gro\u00dfe Ressourcenfrage ist. Aber alle betonen, selbst wenn sie es unter nicht so pionierhaften Bedingungen machen w\u00fcrden, es ist ein enormer Aufwand. Manche nennen das, das ist ein extra steiler Berg, es sind die extra 20 Prozent der Meile, die sie zu gehen haben, oder eben sie nennen das Openess in der Freizeit. Also das muss man einpreisen und auf Dauer und auch bei so einem ernsten Thema, wie in der eigenen Disziplin Ergebnisse zu produzieren. Wenn es so viel Aufwand ist, dann m\u00fcssen da mehrere Gr\u00fcnde daf\u00fcrsprechen. Bisschen zugespitzt w\u00fcrde ich sagen, es reicht nicht, irgendeinen Grund wie bessere Effizienz im Wissenschaftssystem in irgendein Policy Statement oder auf irgendeiner Keynote am Tag der Forschung zu h\u00f6ren und am n\u00e4chsten Tag alles umzustellen, umzuwerfen. Das glaube ich nicht. Also, alle betonen den Aufwand, machen es aber dennoch, nennen wir aber auch ganz viele Gr\u00fcnde, warum sie es tats\u00e4chlich machen. Und das ist so f\u00fcr mich auch der Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis, warum es so komplex ist, warum so viele Motive wirksam sind.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:31] Doreen Siegfried:<br>Okay. Und gibt es dann Unterschiede in den Motivationen, vielleicht so in den Disziplinen oder in den Karrierestufen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:41] Ronny R\u00f6wert:<br>Naja, ich habe es mir ja leicht gemacht. Und dass es da so eine Streuung \u00fcber die Disziplinen gibt, habe ich ja quasi\u2026 Ich habe ja die Fallauswahl \u00fcber die Preistr\u00e4ger:innen gemacht. Und da gab es ja eine Jury. Und die haben schon darauf geachtet, dass es in Bezug auf Gender, Karrierestufen, Disziplin eine sch\u00f6ne Streuung gibt, auch wenn es ein \u00fcberschaubares Sample war. Und man sieht eigentlich auch hier wenig Muster. Was man am ehesten sagen kann, ist, dass die, die besonders sich so einer Pionier:innengemeinschaft zugeh\u00f6rig f\u00fchlen, also mal so ein bisschen alternativ in einer alternativen Ecke der eigenen Forschungscommunity sich zu verorten, dass die schon sehr konsistent das umsetzen. Also sehr darauf bestehen, in allen Projekten mit allen, gerade wenn man kooperativ forscht, ist das ja auch ein Aushandlungsprozess, wie oft man das macht. Also je Pionier:innenhafter man sich selber f\u00fchlt, desto \u00fcberzeugter ist man doch und setzt es auch so um. Und das andere ist mit einem Karrierefortschritt, also der st\u00e4rkste Treiber \u00fcber das gesamte Sample ist die Nachnutzung. Also die eigenen Methoden, Ergebnisse tats\u00e4chlich so aufzubereiten, dass andere damit leichter weiterarbeiten k\u00f6nnen. Und das sp\u00fcrt und merkt man schon noch eher, wenn man tats\u00e4chlich l\u00e4nger im Wissenschaftssystem ist. Also, manche Gr\u00fcnde sind vielleicht noch nicht gleich nachzuvollziehen, wenn man vielleicht im ersten, zweiten Jahr der Qualifikationsphase ist. Die muss man mal erlebt haben, die muss man vielleicht auch mal in einer eigenen Forschungspraxis erlebt haben. Aber ansonsten, wie es sich \u00e4u\u00dfert, wie Open Access, Open Data, Open Source in den jeweiligen Disziplinen konkret sich darstellt, das unterscheidet sich nat\u00fcrlich massiv. Aber es gibt da jetzt keine so starken Muster, dass ich sage, die Informatiker:innen sind besonders dadurch getrieben. Also auch da war es wieder, dass ich irgendwann mich verabschieden musste von diesem Typ A, Typ B und ansehen, anerkennen musste, dass genau das das Ergebnis ist, dass es so vielschichtig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:39] Doreen Siegfried:<br>Das hei\u00dft, wenn ich Sie jetzt richtig verstanden habe, die Leute, die sich verstehen als Avantgarde, als junge Pionier:innen der Wissenschaft und so weiter, das waren jetzt nicht nur die jungen, die ganz jungen Nachwuchswissenschaftler:innen, sondern das hat sich gestreut, auch \u00fcber verschiedenste Altersstufen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:57] Ronny R\u00f6wert:<br>Genau. Das ist Querbeet, quer \u00fcber Disziplinen, \u00fcber Karrierestufe, auch was man sonst noch f\u00fcr Eckdaten anlegt. Aber es ist eben so, dass man dann merkt, dass es l\u00e4ngerfristig noch konsistenter tats\u00e4chlich zu Open Science f\u00fchrt. Wenn man sich da auch quasi so eine Zusatzidentit\u00e4t gibt. Also, ich bin nicht nur Biologin oder Geschichtswissenschaftler, sondern ich bin Geschichtswissenschaftler im Bereich und auch noch im Bereich Open Science sehr, sehr pionierhaft. Das verst\u00e4rkt nat\u00fcrlich auch noch mal den eigenen Anspruch, das so umzusetzen. Sp\u00e4testens wenn man einen Preis daf\u00fcr bekommen hat, w\u00fcrde man wahrscheinlich danach nicht mehr die Daten oder auch die Publikationen hinter Bezahlschranken oder irgendwo anders versteckt halten. Also es sind verst\u00e4rkende Effekte.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:43] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Und gibt es denn Unterschiede zwischen, ja, zwischen der intrinsischen und der extrinsischen Motivation von Forscher:innen, Open Science zu betreiben?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:53] Ronny R\u00f6wert:<br>Auch da ist genau das nochmal, was ich, was ich schon so ein bisschen angerissen habe, dass es eher ein weder noch ist. Also, die klassische Motivationstheorie sagt, es gibt entweder intrinsisch oder extrinsisch und das Extrinsische verdr\u00e4ngt meist die intrinsische Motivation. Und in der Wissenschaft, das haben unfassbar viele Studien aus der Wissenschaftsforschung gesagt, ist es noch viel schlimmer. Weil dort man umso mehr intrinsisch motiviert ist. Also, man schafft das Wissenschaftssystem nur so lange zu bestehen, wenn man besonders aus sich heraus motiviert ist, f\u00fcr ein Thema brennt, mit begeisterten Kolleginnen und Kollegen zusammen forscht, dass ist st\u00e4rker als in anderen Organisationsformen oder Berufsfeldern. Und da sagt man, dass jegliche extrinsische Motivation von Seiten der Hochschulleitung oder Fakult\u00e4t, wo auch immer Anreize extern gesetzt werden, das Intrinsische massiv verdr\u00e4ngen. Ich kann das \u00fcberraschenderweise gar nicht so sagen f\u00fcr den Bereich Open Science, vermutlich aber auch, weil das gilt, was ich gesagt habe, dass es so aufwendig ist, so ein hoher Anspruch ist, dass man immer beides braucht. Also ich sehe hier jetzt unter den Befragten keinen Verdr\u00e4ngungseffekt, dass wann immer, was extrinsisch dazukommt, das w\u00e4re zum Beispiel das F\u00f6rdergeldgeber, wie die DFG, das einfordern, dass im Berufungsverfahren das gefordert wird. Also alles, was extrinsisch dazukommt, verst\u00e4rkt eher die Motivation, als dass es jetzt diese intrinsische Motivation, wie eben diese Sinnorientierung oder sich profilieren zu wollen, sinnhaft zu forschen, das bleibt stabil. Also ein kleines bisschen auch Widerlegen von klassischer Motivationsforschung, zumindest, wenn wir \u00fcber unser Thema Open Science sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:16:43] Doreen Siegfried:<br>Und wie ist das denn mit Open Science-Award? Das sind ja eigentlich so klassische extrinsische Anerkennungen wie eine Pr\u00e4mie oder eine Medaille oder was auch immer. W\u00fcrden Sie denn sagen, jetzt, nachdem, was Sie so geforscht haben die letzten Jahre, \u201eLeute, lasst das mal mit diesen Awards. Das ist ein Killer.\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:17:02] Ronny R\u00f6wert:<br>Es gibt auch eine Menge vergleichbarer Untersuchungen. Wie was motiviert Lehrpreistr\u00e4ger:innen? Bis hin zu Merton, der in den Ende der 50er Jahre schon Nobelpreistr\u00e4ger:innen befragt und gesagt hat, was hat euch motiviert? Und auch da hat man gefunden, niemand macht es ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Awards, also niemand wird Nobelpreistr\u00e4gerin und Nobelpreistr\u00e4ger, um das zu machen, sondern man will einfach spitze in der Forschung sein und dann kommt es zu diesem Matth\u00e4us-Effekt, den er gleichzeitig rausgefunden hat. Bei den Lehrpreisen ist es \u00e4hnlich. Niemand macht so gute Lehre, um am Ende einen Lehrpreis zu bekommen, aber es verst\u00e4rkt schon das Thema. Also, es macht Sichtbarkeit, so wie es f\u00fcr die akademische Lehre Sichtbarkeit gibt, sagen hier auch die befragten Wissenschaftler:innen. Es ist schon eine enorme Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr das Thema. Und man f\u00fchlt sich vorher vielleicht manchmal in der falschen Ecke, oder man wird vielleicht auch komisch von Kolleginnen und Kollegen be\u00e4ugt. Gerade in F\u00e4chern, die da noch nicht so weit sind im Bereich Open Science. Also zum Beispiel konkret jetzt eine Literaturwissenschaftlerin, wo Praktiken au\u00dferhalb von Open Access\u2026 Also wenn es auch da um Daten und auch Software Codes geht, ist das noch eine Nische. Und man f\u00fchlt sich dann nicht mehr so stark in der Nische. Und das ist wahrscheinlich ein Effekt, den man auch unterst\u00fctzen w\u00fcrde. Von daher w\u00fcrde ich sagen, man kann jetzt nicht durch mit Awards davon ausgehen, dass im n\u00e4chsten Jahr alle ihre Forschungskultur umstellen. Aber es ist schon enorm wichtig, um das Thema sichtbar zu machen, auch repr\u00e4sentativ einige auszuzeichnen und damit eher das Thema auszuzeichnen. Also von daher w\u00fcrde ich das nur unterstreichen und auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sagen, wie aufwendig, das hatte ich ja schon betont, wie aufwendig das ist, dann entsprechend wenigstens einen kleinen Preis daf\u00fcr zu haben, wenn nicht immer alle Kolleginnen und Kollegen in der Fachgesellschaft jubeln, wenn man da besonders pionierhaft t\u00e4tig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:18:54] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja. Okay. Aber bleiben wir nochmal bei diesem Thema pionierhaftes Dasein oder Arbeiten. Das hei\u00dft, wenn jetzt tats\u00e4chlich die Wissenschaftsgovernance dieses Thema Open Science immer mehr auf ihre Themen schreibt, wie es ja aktuell auch der Fall ist, schon seit einiger Zeit. Das ist jetzt aber wiederum nicht so ein Gegentreiber f\u00fcr die Leute, die sagen, ich m\u00f6chte jenseits des Mainstreams agieren. Also die Frage ist, wenn Open Science mehr und mehr zum Mainstream wird, was macht das mit den Open Science-Pionieren? F\u00fchlen sie sich best\u00e4tigt oder sagen sie: \u201eOkay, jetzt muss ich irgendwas Anderes finden, womit ich mich sozusagen hervortun kann\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:19:33] Ronny R\u00f6wert:<br>Ja, das ist spannend, weil genau diese Frage, diese Nachfrage hatte ich vor allen Dingen diejenigen mal damit konfrontiert, die sagten von sich, ich m\u00f6chte so Anti Mainstream in dieser pionierhaften Rolle sein. Da haben die gesagt, da mache ich mir keine Sorgen. Dann finde ich ein anderes, eine andere Nische im Bereich Open Science. Also dass einer der befragten Wissenschaftler hat gesagt, \u201eNaja, wenn jetzt Metallica war fr\u00fcher quasi alles andere als Mainstream, und wenn das jetzt heutzutage bei Rewe an der Fleischer, an der Fleischtheke l\u00e4uft, dann gibt es neue Themen, quasi. Dann gibt es immer noch diese Musikrichtung und ich suche mir dann neue Bands\u201c. Und das fand ich eigentlich eine ganz sch\u00f6ne Metapher. Und \u00fcbertragen auf Open Science sind es gleichzeitig auch diejenigen, die nicht v\u00f6llig kritikfrei sich in dem Feld bewegen, sondern sie teilweise dann auch entsprechende Tools, Plattformen weiterentwickeln sich kritisch zu diesen Geb\u00fchren, die im Bereich Open Access zunehmend verlangt werden, sich da \u00e4u\u00dfern. Alternative, vielleicht auch st\u00e4rker wissenschaftsinterne getriebene, Publikationsmodelle vorantreiben. Also, sie werden wiederum im Feld Open Science selbst noch pionierhafter und machen sich deshalb keine Sorge, dass sie irgendwann zu langweilig werden.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:53] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Und haben Sie vielleicht ein paar Beispiele f\u00fcr uns, f\u00fcr bestimmte Erfahrungen? Oder k\u00f6nnen sie vielleicht ein paar Anekdoten teilen, die die Motive eines Forscher oder einer Forscherin f\u00fcr die Verwendung von Open Science besonders gut veranschaulichen? Sie haben ja schon so ein paar genannt, aber haben Sie vielleicht noch ein paar mit?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:10] Ronny R\u00f6wert:<br>Ja, also, wenn man jetzt so den Haupttreiber, wenn man das \u00fcberhaupt benennen kann, nimmt, also die Nachnutzung. Das soll einfach wirklich nicht umsonst irgendwo abgelegt werden, was man an Forschungsmethoden eingesetzt hat, dann fand ich eine Metapher ganz interessant von einem Psychologen, der sagt, \u201eIm Endeffekt ist es, er will auf keinen Fall wie die Gro\u00dfmutter am Lagerfeuer sitzen und Geschichten erz\u00e4hlen und niemand interessiert sich daf\u00fcr und niemand h\u00f6rt zu.\u201c Also so ein Streben nach Resonanz, also das sind alles Personen, w\u00fcrde ich schon sagen, ohne dass ich jetzt psychologisch rein auf die Personen gucke. Aber ich w\u00fcrde es schon so interpretieren, dass sie ein besonderes Bed\u00fcrfnis haben, dass sie das nicht die Publikation ablegen, und dann ist sie abgelegt und sie k\u00f6nnen sie in ihrer Publikationsliste aufnehmen. Sondern da muss mehr draus geschehen. Sie wollen auch in Interaktion gehen. Sie freuen sich, wenn es \u00fcber Open Peer Review Formate nochmal besondere Begutachtung bekommt, statt die zwei Standardreviews, die man f\u00fcr eine akademische Fachpublikation bekommt. Also, das ist schon enorm, tats\u00e4chlich. Das fand ich eigentlich ganz eindrucksvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:16] Doreen Siegfried:<br>Jetzt haben Sie gerade schon gesagt, irgendwie, dass die Nachnutzung ist der st\u00e4rkste Treiber. Was ist denn so auf den weiteren Pl\u00e4tzen? Also, was sind denn so die Top Drei oder die Top F\u00fcnf Treiber?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:28] Ronny R\u00f6wert:<br>Also, Top eins ist auf jeden Fall die Nachnutzung. Das ist so eine Mischung aus einem ganz pers\u00f6nlichen Vorteil, den man haben m\u00f6chte, wenn nat\u00fcrlich mit Nachnutzung auch. Und das w\u00e4re quasi das zweite Motiv, konkret Zitationsvorteile zu erlangen. Das sieht man ganz stark, was mich dann auch \u00fcberrascht hat. So als drittes, also quer \u00fcber diese pionierhaften, avantgardartigen Wissenschaftler:innen ist das \u00f6ffentliche Interesse, habe ich das genannt. Das hei\u00dft zum Beispiel, dass Steuergelder, dass man den Anspruch hat, dass, wenn das \u00f6ffentliche Mittel sind, \u00f6ffentliche Steuergelder, \u00f6ffentlich finanzierte Forschungsprojekte, dass man der Gesellschaft gerecht wird und das nicht hinter Bezahlschranken oder nicht verf\u00fcgbaren Plattformen die Forschung lagert. Das fand ich tats\u00e4chlich sehr stark. Und dann kommen schon so weiche Dinge wie diese Wirkungs- und Sinnorientierung, dass alle sagen, ich mach doch mir nicht diese M\u00fche, gerade wenn man sich Karrierewege in der Wissenschaft anguckt, dann ist das ja auch kein, kein leichter Gang. Ich mache mir diese M\u00fche doch nicht, um am Ende einfach eine oder einer unter vielen zu sein. Ich muss doch den Anspr\u00fcchen gerecht werden und, genau, wollen sich deshalb auch in dieser pionierhaften Rolle so verorten.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:23:41] Doreen Siegfried:<br>Okay, aber das hei\u00dft, wenn wir die jetzt versuchen, nochmal zu beschreiben, die Motive. Sie haben jetzt gesagt, Nachnutzung, das ist sozusagen das oberste. Da w\u00e4re jetzt die Frage: Nachnutzung f\u00fcr die Gesellschaft, f\u00fcr andere Wissenschaftler:innen oder auch Nachnutzung so ein bisschen f\u00fcr das zuk\u00fcnftige Ich. Also ist Nachnutzung jetzt, wenn Sie es jetzt sozusagen definieren m\u00fcssten, eher eine altruistische Motivation oder eher ein karrieristischer Hintergrund?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:07] Ronny R\u00f6wert:<br>Es ist\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:09] Doreen Siegfried:<br>Es ist beides, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:10] Ronny R\u00f6wert:<br>Wenn man es dann visualisiert\u2026 In meiner Promotion sind auch\u2026 Es ist auf der Grenze zwischen dem individuellen Motiv und dem Motiv st\u00e4rker, was f\u00fcr die eigene Fachdisziplin ist, also f\u00fcr die Motiv f\u00fcr die Wissenschaft. Es geht schon darum, dass Publikationen leichter, auch gerade jetzt in der Informatik, reproduzierbar sind, dass qualitative, quantitative Daten vielleicht dazu nachzuvollziehen sind. Das sind Gr\u00fcnde, die pers\u00f6nlich nat\u00fcrlich wirksam sind. Aber man denkt schon an dies \u00fcberschaubare Forschungsfeld, in dem man t\u00e4tig sind. Man hat wahrscheinlich auch die Kolleginnen und Kollegen aus der Fachdisziplin vor Augen, die am ehesten Mal auf den eigenen Datensatz gucken und dort gucken und den auf m\u00f6gliche Fehler oder Weiterentwicklungspotenziale pr\u00fcfen. Oder eben auch ein Kollege, der stark im Bereich, was wir jetzt KI nennen, und eben gro\u00dfe Datenmengen zur Verf\u00fcgung stellt und sich eben freut, wenn Industrieunternehmen den Nutzen f\u00fcr ihre Anwendung\u2026 Und er kennt nat\u00fcrlich auch die Industriepartner. Also, es ist nicht, es ist nicht abstrakt, wenn man \u00fcber Nachnutzung spricht und dass irgendeine anonyme Nutzerin, ein anonyme Nutzer im Internet mal auf die Daten geht. Man kennt sich ja in dem entsprechenden Forschungsfeld. Von daher ist es so eine Mischung aus \u201eIch tue schon etwas Gutes f\u00fcr meine Disziplin, vielleicht auch manchmal f\u00fcr die Gesellschaft. Ich merke das aber sehr pers\u00f6nlich auch an meiner Vita, in meinen Forschungsprojekten, auch \u00fcber neue, vielleicht Formen der Zusammenarbeit, dass da etwas passiert mit dem, was ich gemacht habe.\u201c Das muss aber gar nicht im enormen Ausma\u00df sein. Also, es kann schon sein, dass zwei bis dreimal der Datensatz f\u00fcr Folgeforschung verwendet wird. Und das schafft dann diese enorme Zufriedenheit und Wirksamkeit und motiviert dann einen auch in dem n\u00e4chsten Projekt zu beanspruchen, dass die Daten und alles Weitere offen zug\u00e4nglich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:59] Doreen Siegfried:<br>Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Ich habe in der Vergangenheit schon oft mit Wirtschaftsforschenden gesprochen f\u00fcr unser Open Science- Magazin, und was da beispielsweise ganz oft genannt wird, ist zum einen, dass man selbst irgendwie bestimmte Daten braucht und die aber nicht findet, weil niemand sie teilt und dann mit viel, viel, viel, viel M\u00fche diese Daten erhebt. Und dann tats\u00e4chlich meinte mal jemand, \u201eIch m\u00f6chte bitte das Ende dieser Kette sein von Leuten, die dieses Ma\u00df, was er da untersucht hat, nochmal und nochmal und nochmal erheben, sondern ich bin jetzt sozusagen derjenige, der es teilt, und dann k\u00f6nnen alle nach mir die Sachen nachnutzen und sparen Zeit.\u201c Und was auch viele nennen ist, wenn jemand meine Daten nachnutzt, arbeitet diese Person ja an einem \u00e4hnlichen Thema und dann habe ich aber sowas von einem super tollen Gespr\u00e4chspartner, mit dem ich mich dann tats\u00e4chlich \u00fcber diese Sachen austauschen kann, und das ist inspirierend und spannend und sehr erfrischend. Und da sind wir dann wieder bei Resonanz. Gibt es denn irgendwie auch, haben sie auch Faktoren identifiziert, die die Motivation von Forscher:innen f\u00fcr Open Science hemmen k\u00f6nnten?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:08] Ronny R\u00f6wert:<br>Ja, da haben alle sehr \u00e4hnliche Gr\u00fcnde genannt. Zum einen, das ist ja kein gro\u00dfes Geheimnis, ist es quasi die ganze Karrierefrage. Wie sind Karrierewege in der Wissenschaft, eine gro\u00dfe Diskussion. Also ist es jetzt nur \u00fcber quantitativen Output gemessen, und wenn ich dann vielleicht etwas eher auch Qualitatives mache, wie das meine Forschung nicht nur zu lange Publikationslisten f\u00fchrt, sondern zus\u00e4tzlich auch noch Methoden und weiteres bereith\u00e4lt. Dann gibt es so, jetzt kann man tats\u00e4chlich Typen bilden. Da gibt es so drei Typen innerhalb des Samples. Die einen sagen, das wird wahrscheinlich meiner Karriere schaden. Diese extra Zeit k\u00f6nnte ich ja, diese 20 Prozent k\u00f6nnte ich ja in 20 Prozent mehr Publikationen stecken. Es gibt manche, die sagen, ich wei\u00df es gar nicht, ich bin gespannt. Und es gibt auch manche wenige, die sagen: Na ja, es gibt so viele Nachwuchswissenschaftler:innen in meinem Feld, vielleicht in der Berufungskommission gibt es dann doch die Personen, die sagen: Naja, publiziert haben die alle, internationale Erfahrungen\u2026 All diese ganzen Kriterien sind vorhanden, aber dass diese Person besonders mit einem offenen Anspruch Forschung betreibt, das k\u00f6nnte vielleicht einen Ausschlag geben, um auf Listenplatz eins gesetzt zu werden. Also diese Karrierelogiken pr\u00e4gen das enorm. Manche behaupten dann eben, es bremst es. Dann gibt\u2019s Rahmenbedingungen, wenn es jetzt zunehmend auch einfach teurer wird, konkret sowas wie Open Access zu ver\u00f6ffentlichen. Es gibt diese Artikel Processing Charges, das hei\u00dft Geb\u00fchren, die vor allem gegen\u00fcber Verlagen bezahlt werden m\u00fcssen. Und auch da, wenn man nicht in einer privilegierten Rolle ist, wird es schwieriger. Oder eben konkret jetzt die Literaturwissenschaftlerin in meinem Fall, mit Verlagen diese Verhandlungen f\u00fchrt und die Verlage vielleicht ein bisschen hartn\u00e4ckiger als fr\u00fcher sind, weil sich Gesch\u00e4ftsmodelle \u00e4ndern. Und dann gibt es ganz auch nachvollziehbare Gr\u00fcnde. Das sind forschungsethische Fragen, dass, wenn ich sensible Daten erhebe, ich mal nicht alles gleich offen zur Verf\u00fcgung stellen kann, Fragen des Datenschutzes und auch manche Kolleginnen und Kollegen, die st\u00e4rker mit der Industrie zusammen forschen und da vielleicht auch eine gewisse Skepsis von au\u00dfen ran getragen wird und man nat\u00fcrlich da auch sensibel sein muss. Ich glaube, das letzte sind auch legitime Gr\u00fcnde und diejenigen haben ja trotzdem auch einen Preis daf\u00fcr bekommen, auch wenn sie darauf R\u00fccksicht genommen haben. Sind aber gleichzeitig motiviert, diese Standards und Normen, die durch Datenschutz und forschungsethische Aspekte in die Rolle kommen, mal vielleicht so an die Grenzen dessen zu gehen, wie weit man da gehen kann. Es sind gleichzeitig Personen, die das dann auch eben austesten.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:45] Doreen Siegfried:<br>Bisschen ausreizen. ja spannend, okay. Und haben Sie eine Korrelation gefunden zwischen der Motivation zur Durchf\u00fchrung von Open Science und der Qualit\u00e4t oder auch der Quantit\u00e4t der produzierten Forschung?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:58] Ronny R\u00f6wert:<br>Ja, das\u2026 Ich habe Interviews gef\u00fchrt. Es h\u00e4tte mich nat\u00fcrlich gereizt, und ich bin auch schon mit Kolleg:innen und Kollegen im Gespr\u00e4ch, ob man nicht nochmal st\u00e4rker nochmal hingehen m\u00fcsste. Also, es gibt ja auch so eine Art ethnographischen Zugang in die Wissenschaftsforschung, dass man wirklich zu den Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern hingeht und so ein bisschen mehr im Alltag sich anschaut, was bedeutet das jetzt wirklich, am Schreibtisch, im Labor, in den konkreten Projekten? Und mal schaut, was in welcher Konsistenz findet man das? Weil nat\u00fcrlich ist es auch viel sozialerw\u00fcnschtes Antwortverhalten erst recht, wenn man noch einen Preis daf\u00fcr bekommen hat, dass man das, was man qualitativ, quantitativ macht, besonders gro\u00df darstellt. Da w\u00fcrde ich eher vorsichtig sein und \u00fcber das Ausma\u00df der Kolleginnen und Kollegen urteilen. Das einzige, was ich sagen kann, ist diese Konsistenz, also \u00fcber viele Jahre in allen Projekten, das auch einzufordern. Also, die meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten ja niemals allein, sondern auch nat\u00fcrlich mit Kolleginnen und Kollegen. Und dieses konsistente Einfordern, diese Hartn\u00e4ckigkeit, das sieht man dann schon nur bei denjenigen, die die Vorteile auch schon mal selber gesp\u00fcrt haben, also vielleicht mit h\u00f6heren Karrierestufen, vielleicht noch eine andere Verhandlungsposition und eben diesen Anti Mainstream, ja -Charakteren, die sich da in so einer pionierhaften Rolle f\u00fchlen. Da gehe ich mal stark davon aus, dass sie diese Hartn\u00e4ckigkeit, also auch so eine Qualit\u00e4t der Forschung haben.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:23] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Ich meine, wer hartn\u00e4ckig ist beim Thema Open Science Umsetzung, ist auch in anderen F\u00e4llen hartn\u00e4ckig. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:29] Ronny R\u00f6wert:<br>Das stimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:29] Doreen Siegfried:<br>Ja okay. Nun haben Sie ja schon gesagt, Wissenschaftler:innen arbeiten ja nicht alleine am Schreibtisch und haben von morgens bis abends Zeit. Da gibt es ja noch ganz viele soziale und institutionelle Faktoren, die letztlich auch die Motivation eines Forschers oder einer Forscherin vielleicht beeintr\u00e4chtigen, beeinflussen, hemmen, wie auch immer. Sie haben in Ihrem Vortrag auf der zehnten Open Science Conference gesagt: \u201eResearch culture eats Open Science strategy for breakfast\u201c. Wie meinen Sie das?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:32:03] Ronny R\u00f6wert:<br>Da wollte ich ein bisschen zugespitzt in Anlehnung an Mintzberg darauf eingehen, dass die sch\u00f6nsten Strategien, die sch\u00f6nsten Pamphlete, die sch\u00f6nsten Verlautbarungen wahrscheinlich nichts n\u00fctzen, weil es enorm etwas\u2026 Wenn wir \u00fcber Open Science dann reden, \u00fcber den Kern der Forschungskultur, und dann reden wir \u00fcber Forschungskultur. Und das Allermeiste dort ist selten formell institutionalisiert, w\u00fcrde ich sagen. Wir haben so Begriffe wie Doktorvater, Doktormutter, die sagen ja schon einiges. Das hei\u00dft, die ganze Sozialisation, wie ich mich gebe, wie ich mich im Alltag bewege, wie ich \u00fcber meine eigene Forschung spreche, wie ich taktisch agiere, das sind alles ungeschriebene Gesetze, in der Regel. Und wenn wir da ran wollen, dass sich wirklich Forschungskultur zu etwas \u00e4ndert, was Herr Tochtermann, glaube ich, sowas wie die Normalisierung von Open Science genannt hatte, da m\u00fcssen wir an den Kern der Sozialisation. Da m\u00fcssen wir vielleicht auch ganz fr\u00fch bei Nachwuchsforschenden anfangen und da, wo sie das erste Mal mit Forschung in Kontakt kommen, den ersten Datensatz produzieren, vieles, was sie implizit machen, \u00fcber was sie sonst auch nicht reden w\u00fcrden. Dann m\u00fcssen wir da ran. Und das ist nat\u00fcrlich ein hartes Brett. Und ich glaube, da m\u00fcssen wir dann auch andere Felder angehen, wie in Fachgesellschaften mehr Lobbyarbeit machen. Wir m\u00fcssen an die Graduiertenkollegs ran, wir m\u00fcssen in die Nachwuchsgruppen genau dort, wo man geformt wird zur Wissenschaftlerin und Wissenschaftler. Es gibt eine andere Wissenschaftsforscherin, Stefanie Engler, die sagt, nicht wir werden zur Wissenschaftlerin, sondern wir werden zu dem gemacht. Also wir werden zu dem geformt, quasi \u00fcber dem, was wir nachahmen und ich glaube, da m\u00fcssen wir ran. Sonst wird die beste Strategie eben zum Fr\u00fchst\u00fcck gegessen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:51] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Und haben Sie dann eine konkrete Idee, was jetzt beispielsweise ein Graduiertenkolleg anders machen kann? Weil die Leute, die tats\u00e4chlich in ein Graduiertenkolleg aufgenommen werden, die sind ja durch schon mal so eine Filtergeschichte durchgegangen, sonst w\u00e4ren sie ja gar nicht aufgenommen worden. Das hei\u00dft, sie sind ja auf jeden Fall schon auf dem guten Weg der Sozialisation hin zu einem Wissenschaftler oder einer Wissenschaftlerin. Wo kann man da tats\u00e4chlich noch Kultur \u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:34:18] Ronny R\u00f6wert:<br>Ich glaube auch zunehmend, dass Open Science dort adressiert ist, wenn es um auch gute wissenschaftliche Praxis und so was geht. Auf Basis zu dem, \u00fcber das ich jetzt vor allen Dingen sprechen kann. Meine Ergebnisse w\u00fcrden eher sagen, wir sollten viel mehr statt, ja, irgendwelche Policy Papers oder die Hochschulleitung hat eine Open Policy geschrieben oder bei uns das Wissenschaftsministerium spricht sich f\u00fcr Open Science aus. Ich glaube, das sind nicht die Gr\u00fcnde, wo sich viel ver\u00e4ndert. Ich glaube, wir m\u00fcssen ein realistisches Bild zeichnen. Wir m\u00fcssen auch \u00fcber Aufw\u00e4nde, Ressourcen reden, um Open Science zu betreiben. Wir k\u00f6nnen nicht das komplette Rad von Open Science aufmalen, und alle m\u00f6glichen Forschungsmethoden und Ergebnisse und Datens\u00e4tze m\u00fcsst ihr von einem Schlag auf den anderen \u00f6ffentlich stellen. Das kann auch schnell \u00fcberfrachtend wirken. Sondern vielleicht pragmatischer damit umgehen, was in der Fachdisziplin in der jeweiligen Qualifikationsphase entsprechend Sinn macht. Also realistischer. Und vielleicht kann meine Komplexit\u00e4t, wie viele Motive es gibt, ja helfen, dass man eben nicht davon ausgeht, dass man auf der ersten Folie sagt, Mensch, das hilft der Gesellschaft, also tu das bitte auch, sondern realistisches Bild verhindern. Und dort w\u00fcrde ich auch noch st\u00e4rker auf die Vorbildfunktion von Dekaninnen, Dekanen, von Forschungsgruppenleitungen setzen, das auch selber umzusetzen. Setzt nat\u00fcrlich voraus, dass sie es selber erst mal machen. Aber ich glaube, so ein gegenseitiger sozialer Druck w\u00fcrde dort helfen. Anstatt dass nur die externe Referentin, die eingeladen ist, \u00fcber die neuen DFG-Leitlinien zur guten wissenschaftlichen Praxis, kurz einen Vortrag dazu h\u00e4lt. Ich glaube, da m\u00fcsste es dann eher m\u00fcssten es Peers sein, da m\u00fcssten die Postdocs, die mit gutem Beispiel im Bereich Open Science vorangehen, zu den Predocs dazukommen und eben sagen, \u201eIch habe das gemacht, es ist aufwendig. Ich hatte den und den Nutzen davon. Und in meiner Disziplin, also auch eurer Disziplin, bedeutet dies konkret das und das, und macht das nicht alles in einem Projekt, sondern vielleicht Schritt und Schritt arbeitet ihr euch an das Thema ran\u201c. Also Realismus und Vorbildcharakter, da k\u00f6nnen wir noch besser werden.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:36:29] Doreen Siegfried:<br>Das hei\u00dft, ich meine, in jedem Wissenschaftler und in jeder Wissenschaftlerin steckt ja Entdeckergeist und Pioniergeist und auch Hartn\u00e4ckigkeit, sonst w\u00fcrde man das nicht durchstehen, sonst w\u00fcrde man das gar nicht schaffen, alleine bis zum Doktortitel. Das hei\u00dft, eigentlich k\u00f6nnte man ja fast denken, man muss sozusagen diesen Pionier im Wissenschaftler einfach nur wach k\u00fcssen oder heraussch\u00e4len oder empowern oder wie auch immer. W\u00e4re das so der Gedanke, den Sie haben?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:37:00] Ronny R\u00f6wert:<br>Ja. Das trifft es ganz gut. Statt so, wie wir es bisher vor allen Dingen machen, subtil das Wissenschaftsfeld wirken zu lassen, und das Wissenschaftsfeld ist das Kr\u00e4ftemessen um die l\u00e4ngsten Publikationslisten, um m\u00f6glichst tolle internationale Auslandserfahrungen, um die erste Keynote auf irgendeiner Tagung. Ich glaube, da werden vor allem die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gepr\u00e4gt. Ich glaube, wir m\u00fcssen viel st\u00e4rker dazu \u00fcbergehen, auch diese Faktoren wie Open Science dort reinzubringen und auch prominenter reinzubringen. Bis hin zu \u2026 Auch das ist ja nicht nur abstrakt. Einer der interviewten Wissenschaftler sagt, das muss in Kriterien in Berufungsverfahren rein und dergleichen. Also, da sind auch gewisse K\u00e4mpfe dann zu f\u00fchren, was bisher auch in unseren Metriken in der Wissenschaft eine Rolle spielt und was sich ver\u00e4ndern m\u00fcsste. Da tut sich ja in etwa etwas und ich w\u00fcrde das nur unterstreichen, dass es in diese Richtung weitergehen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:37:56] Doreen Siegfried:<br>Ja. Also vielleicht kleiner Exkurs f\u00fcr unsere Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer an dieses Thema Metriken. Da gibt\u2019s auch eine Podcastfolge mit Claudia Labisch zu CoARA zu der Koalition zur Reformierung der Forschungsbewertung. Vielleicht kleiner Werbeblock, da mal kurz reinh\u00f6ren. Aber die beiden Themen \u2013 zur\u00fcck zu Ihnen: dieses Thema Open Science-Bewegung, was ja schon ein bisschen \u00e4lter ist und diese internationale, oder europ\u00e4ische ist es ja erstmal, Reformbewegung zur Transformation oder zur Reformation der Forschungsbewertung, die st\u00fctzen sich ja eigentlich gegenseitig.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:38:39] Ronny R\u00f6wert:<br>Genau.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:38:39] Doreen Siegfried:<br>Okay, das hei\u00dft, da sind Sie optimistisch, dass da eventuell was passiert. Weil es geht ja, zahlt alles am Ende auf das Thema Forschungskultur ja ein.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:38:47] Ronny R\u00f6wert:<br>Ja. Also, die interviewten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erw\u00e4hnten schon mehrfach so, dass sie die Hoffnung haben, dass da eine neue Generation auch heranw\u00e4chst, die Dinge anders macht, die irgendwann dann auch, und ein bisschen Geduld muss man haben, an den Schalthebeln, bei der Besetzung neuer Positionen und auch beim Ausformulieren von dann doch auch Strategien und Anforderungen. In den F\u00f6rderorganisationen da wird sich noch was \u00e4ndern und das sollten wir aber nicht der Selbstverst\u00e4ndlichkeit \u00fcberlassen. Und dass wir sagen, das macht ja einfach Sinn, das ist so plausibel, Open Science, das wird schon von alleine kommen. Ich glaube, da k\u00f6nnen wir ein bisschen mehr Ungeduld walten lassen, wenn wir schon jetzt seit den 2000er Jahren warten, dass sich das doch automatisch verankert. Ich glaube, automatisch passiert nichts. Dazu sind Verlage, und auch das ja nach der katholischen Kirche die zweit\u00e4lteste Institution sind die Universit\u00e4ten. Das w\u00e4re zu beh\u00e4big. Ich glaube, so viel Zeit haben wir nicht, zu warten, dass sich da irgendetwas alleine transformiert.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:46] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Wenn Sie jetzt sagen, so viel Zeit haben wir nicht, zu warten. Diese Argumentation kennen wir ja auch aus anderen Kontexten. Braucht\u2019s da sozusagen mehr Radikalit\u00e4t? Braucht es da die Open Science-Kleber, sag ich mal?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:58] Ronny R\u00f6wert:<br>Ja, gut. So ein 68er von Open Science. Ja, ich glaube schon, nur eben nicht dogmatisch. Also, ich glaube, dieses, ihr m\u00fcsst doch jetzt! Es ist doch so logisch, macht das doch bitte! Es ist doch\u2026Ich meine, die Datens\u00e4tze sind doch viel leichter auf Plattformen untergebracht als in irgendwelchen versteckten virtuellen Plattformen. Nur das reicht eben nicht. Also es braucht eben die, die es aktiv machen, die es in der Praxis machen. Und ich bin felsenfest davon \u00fcberzeugt, dass in jeder Fachdisziplin es mittlerweile genau diejenigen gibt. Auch in jeder Teil Fachdisziplin an jeder Universit\u00e4t, inzwischen auch an immer mehr Fachhochschulen gibt es diese Personen. Und ich glaube tats\u00e4chlich diese pionierhaften Praktiker:innen, die das nicht einfach nur ideologisch, normativ fordern, sondern die es umsetzen, mit gutem Beispiel vorangehen, aber eben realistisch, und dass die nicht mehr als Sonderlinge behandelt werden, sondern man sie viel st\u00e4rker auch von Seiten der Hochschulleitung oder auch in der Fakult\u00e4t nutzt, um das Thema zu verankern.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:41:07] Doreen Siegfried:<br>Okay. Was w\u00fcrden Sie denn jetzt tats\u00e4chlich solchen Open Science-Avantgardisten raten, die, in Klammern bemerkt, sich ja manchmal selber gar nicht unbedingt als die gro\u00dfen Helden sehen. Also was w\u00fcrden Sie diesen Personen raten, tats\u00e4chlich, um vielleicht ihre Kolleg:innen zu inspirieren, auch mal bestimmte Praktiken aus dem Kontext Open Science auszuprobieren?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:41:30] Ronny R\u00f6wert:<br>Ja, das ist interessant, dass Sie sagen, dass sie sich selber nicht so sehen. Also alle, was die alle auch gemeinsam hatten, die ich interviewt habe, die einen Preis daf\u00fcr bekommen haben, dass sie am Anfang des Gespr\u00e4chs quasi alle sch\u00fcchtern gesagt haben, \u201eIch glaube, Sie interviewen die falsche Person. Also, es gibt sicher andere Kolleginnen und Kollegen, die Open Science noch viel intensiver machen. Ich habe vielleicht den Preis sogar versehentlich bekommen, weil ich mache eigentlich gar nicht so stark Open Science.\u201c Und im Endeffekt ist das ja auch ein Teil der Antwort, dass es unrealistisch ist, die komplette Forschungspraxis, die man selber hat, weil man ja auch selten ohne, also man ist ja auch in institutionellen Kontexten und muss ja die Spielregeln auch mitspielen, dieses komplette Offen, diese komplette Offenheit, die wird man bei niemandem finden. Das kann ich mir nicht vorstellen. Und ich glaube, dazu w\u00fcrde ich auch raten, wenn man Kolleginnen und Kollegen \u00fcberzeugt, so konkret wie m\u00f6glich schildern, wie man es macht, also die Literaturwissenschaftlerin, die die Verhandlungen mit den Vertr\u00e4gen offenlegt, die Beispiel-E-Mails dazu teilt, die sagt, wo es auch mal nicht geklappt hat, was sie daraus lernt f\u00fcr das n\u00e4chste, f\u00fcr den n\u00e4chsten Antrag f\u00fcr ein Forschungsprojekt. Also in dieser Konkretheit und auch in diesen Zwiespalt, den das manchmal auch im Alltag dann mit sich bringt. Das m\u00fcssen wir st\u00e4rker vermitteln und dieses realistische Bild plus wirklich nochmal diesen Forscher:innengeist wecken. Und vielleicht k\u00f6nnte eine St\u00fctze sein, diese ganzen Motive, die es gibt, dar\u00fcber mal ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Was treibt dich an? Warum k\u00f6nntest du dir denn vorstellen, im n\u00e4chsten Forschungsprojekt lieber doch noch mal sich um Open Access zu bem\u00fchen, statt nicht. Und mit diesen Motiven mal ins Gespr\u00e4ch zu kommen, anstatt das so ein bisschen klammheimlich, sagen alle, ach, das war jetzt Zufall, dass der Verlag mir diese Option gegeben hat. Also dar\u00fcber ins Gespr\u00e4ch zu kommen und das auch zu akzeptieren, dass alle unterschiedliche Gr\u00fcnde haben. Ich bin sicher, es gibt genug Gr\u00fcnde, \u00fcber die man sich unterhalten kann, also wirklich pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:43:31] Doreen Siegfried:<br>Ja okay. Glauben sie denn, dass ein st\u00e4rkerer Fokus sozusagen auf die Vorteile von Open Science, also in beiden Welten, sowohl die altruistischen Gr\u00fcnde, die kennen wir alle, als auch die individuellen Vorteile, die man daraus hat. Dass dieser Fokus auf diese Vorteile in der akademischen Ausbildung vielleicht sogar schon dazu beitragen k\u00f6nnte, die Motivation f\u00fcr offene Forschung zu erh\u00f6hen? Also sprich, sollten Studierende, die gerade so anfangen oder die vielleicht am Ende ihres Studiums sind, mit dem Thema schon vertraut gemacht werden?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:44:05] Ronny R\u00f6wert:<br>Ich glaube, wenn man Studierenden das mal erkl\u00e4rt, wie das ist mit dem Wissenschaftssystem, das in der Regel ja \u00f6ffentlich finanziert ist. Dann wird quasi die Forschung aus \u00f6ffentlichen Mitteln ver\u00f6ffentlicht, seien es die Daten oder die Publikationen, und dann wird auch noch freiwillig begutachtet, auch mit Steuergeldern quasi finanziert. Und am Ende bezahlen manche vielleicht noch daf\u00fcr, dass es irgendwie verf\u00fcgbar ist als Publikation und die Studierenden m\u00fcssen gl\u00fccklich sein, an welcher Hochschule sie sind, um auf den wissenschaftlichen Beitrag, die Publikation zuzugreifen. Dann sind die erstmal geschockt und verstehen nicht, dass das Wissenschaftssystem tats\u00e4chlich so funktioniert. In ihrer Welt sind das ja alles\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:44:49] Doreen Siegfried:<br>G\u00f6tter<\/p>\n\n\n\n<p>[00:44:49] Ronny R\u00f6wert:<br>G\u00f6tter und motiviert und das macht ja eigentlich gar keinen Sinn. Und ich glaube also, anekdotisch gesprochen, w\u00fcrde ich also habe ich diese Erfahrung auch selber gemacht, dass Studierende das erst mal merkw\u00fcrdig finden. Und dann muss man aufpassen, nicht, dass sie denn sagen, wenn man sagt, naja, wenn du jetzt weitermachst nach dem Master und Wissenschaftler:in werden willst, dann machst du das doch sicher anders. Da w\u00fcrden alle sagen \u201cJa, nee. Sowas mache ich auf keinen Fall. Dazu gehe ich jetzt nicht in die sogenannte Forschung.\u201c Ich glaube, dass sie diesen Leitspruch ziemlich schnell vergessen, wenn sie tats\u00e4chlich \u00fcberw\u00e4ltigt werden von, wie Wissenschaft dann wirklich funktioniert, und dem Hecheln nach dem besten CV. Ich glaube, man muss eben dort fr\u00fchzeitig gleichzeitig vermitteln, wie eben das Wissenschaftssystem tickt, welche Spielregeln dabei sind und wie das auch zustande kommt, dass man dann mit dem besten Willen und Wissen und Gewissen, und niemand w\u00fcrde ja als Wissenschaftler:in absichtlich hinter einer Bezahlschranke ver\u00f6ffentlichen wollen. Also, da sind mir wenige Beispiele bekannt. Wie das trotzdem passiert, dass wir in diesem System quasi so ein bisschen auch feststecken, das m\u00fcsste man mit vermitteln. Also nicht nur einfach sagen: So ist es jetzt. Das ist bl\u00f6d. Macht es doch pers\u00f6nlich anders. Sondern auch ein bisschen aufkl\u00e4ren, wie es systemisch im Wissenschaftssystem\u2026 was da los ist, und im besten Fall auch noch so ein paar versteckte Motive ran, warum man denn Dinge dann tats\u00e4chlich anders machen m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:46:14] Doreen Siegfried:<br>Was nat\u00fcrlich, das merke ich aus dem Feld Wissenschaftskommunikation, immer so ein absoluter Balanceakt ist: auf der einen Seite, m\u00f6chten viele Akteure aus dem Feld der Wissenschaftskommunikation erkl\u00e4ren, wie toll Wissenschaft ist. Und man kann da frei forschen und mit internationalen Partnern und so weiter und alle haben wei\u00dfe Kittel an und Latexhandschuhe. Das ist super und toll. Und auf der anderen Seite ist dann die Realit\u00e4t: wir haben prek\u00e4re Arbeitsverh\u00e4ltnisse. Wir haben einen wahnsinnigen Wettbewerbsdruck in der Wissenschaft. Wir haben diese ganzen fragw\u00fcrdigen Forschungspraktiken, die ja in vielen Open Science Vortr\u00e4gen erw\u00e4hnt werden, wie P-Hacking, Salami Slicing, was wei\u00df ich. Also, wie kriegt man Ihres Ermessens nach diesen Balanceakt hin, gerade wenn es um Studierende geht, denen zu sagen, so l\u00e4uft der Wissenschaftsbetrieb, aber eigentlich m\u00fcsste man den komplett reformieren, ohne dass die hinterher sagen, okay, ich werde doch lieber Zahnarzt oder, keine Ahnung, Handwerkerin. Verstehen Sie, was ich meine? Also dass man nicht gleich sozusagen Wissenschaft als ein absolutes Schreckensszenario darstellt, was es ja nun wirklich bei Leibe auch gar nicht ist, sondern sagt: \u201eOkay, so funktioniert Wissenschaft, und es gibt Aspekte, die sind nicht so ganz so toll. Macht die mal bitte anders.\u201c Also wie kriegen wir das p\u00e4dagogisch gut hin?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:47:36] Ronny R\u00f6wert:<br>Ja, weder noch. Also vielleicht ist dieses glorreiche, mystische Bild, was wir manchmal von Wissenschaft zeichnen, wenn wir vor allem nat\u00fcrlich stark auf das, auf die Ergebnisse und auf das, was in den Disziplinen passiert, darauf eingehen. Vielleicht ist das ein bisschen zu tr\u00e4umerisch, nur dieses Bild zu zeichnen. Wir sollten aber auch nicht nur von Personen, die, in Anf\u00fchrungsstrichen, ausgestiegen sind aus dem Wissenschaftssystem, das Schreckensszenario, sondern ich w\u00e4re da immer viel mehr f\u00fcr ein realistisches Bild. Und es gibt auch viele, auch zum Beispiel in meinem Sample interessanterweise, die studiert haben, dann in die Industrie gegangen sind, jetzt zum Beispiel stark im Bereich Informatik, dort feststellen, dass es teilweise noch viel geschlossener ist, es gar keine Spielr\u00e4ume gibt, wenn man bei gro\u00dfen Tech-Konzernen arbeitet. Da ist Open Source dann nicht mehr gang und g\u00e4be. Die dann sagen, naja, im Informatikstudium haben wir doch immer alles geteilt und auf offenen Plattformen zur Verf\u00fcgung gestellt, und die dann zur\u00fcckkommen ins Wissenschaftssystem. Schon wissen, dass es dort auch nicht alles Gold ist, was gl\u00e4nzt, aber sie zumindest pers\u00f6nliche Wirksamkeit sich versprechen und denken, naja, ich kann ja, vielleicht kann ich nicht die Disziplin ver\u00e4ndern. In der Informatik ist es auch nicht so schlimm, weil die schon relativ weit sind in dem Bereich. Aber ich kann zumindest in meinen Projekten in meinem Umfeld, an meinem Institut, an meinem Lehrstuhl, da kann ich tats\u00e4chlich das, was ich eben nicht nur inhaltlich denke, sondern auch, wie Wissenschaft gemacht werden soll, konkret ver\u00e4ndern. Also vielleicht sollten wir mitgeben, dass es da noch viele, vorsichtig ausgedr\u00fcckt, Optimierungspotenziale gibt. Man kann auch nicht alle sofort \u00e4ndern, aber man hat schon eine hohe Wirksamkeit. Der andere Kollege, der in der Berufungskommission das Thema platziert. Also wir sind ja nicht, wir schaffen uns dieses System ja teilweise selbst. Also, es gibt nat\u00fcrlich politische Rahmenbedingungen, aber auch die sind ver\u00e4nderbar. Also ich glaube, wir m\u00fcssten mehr auf diese Ver\u00e4nderungsm\u00f6glichkeiten hindeuten, ohne zu sagen, jetzt ist schon alles sch\u00f6n, wir brauchen ja nichts zu ver\u00e4ndern. Also das w\u00e4re, glaube ich, sehr, sehr spannend. Und ich glaube, wir w\u00fcrden gar nicht so viele verschrecken, wenn wir ein realistisches Bild zeichnen, zumindest was Open Science betrifft. Was die Karrierebedingungen betrifft, das ist nat\u00fcrlich nochmal ein ganz anderes \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:49:34] Doreen Siegfried:<br>Ja. das ist ein anderes Thema, das stimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:49:45] Ronny R\u00f6wert:<br>\u2026Feld. Aber f\u00fcr Open Science, glaube ich, ist es motivierend f\u00fcr viele. Man sieht im \u00dcbrigen das gleiche auch f\u00fcr Personen, die sich besonders in der Lehre engagieren. Auch da hat man rausgefunden, das sind die, die mal drau\u00dfen waren, die gesagt haben, ich guck mal kurz, wie es in der Industrie oder in den Unternehmen l\u00e4uft, und dort ist Kund:innenorientierung ja gang und g\u00e4be. Das hei\u00dft die kommen zur\u00fcck in die Wissenschaft und sagen, na wenn, dann will ich es auch nach meinen Idealen gestalten und nicht nur die Semesterwochenstunden pro Forma abrei\u00dfen. Und diesen Effekt, den w\u00fcrde ich mir auch viel mehr w\u00fcnschen f\u00fcr im Bereich Open Science, dass man nicht nur mit fachlicher Passion dabei ist, sondern auch die Art und Weise, wie geforscht wird, st\u00e4rker mit einem Ideal umsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:50:24] Doreen Siegfried:<br>Ja. Okay. Sie hatten ganz am Anfang gesagt \u2013 wir kommen so langsam ans Ende \u2013 Sie hatten am Anfang gesagt, okay, es gibt diese 14 Gr\u00fcnde und man muss letztlich in der Ansprache, wenn es darum geht, Open Science sozusagen zu etablieren, als gute wissenschaftliche Praxis etwas differenzierter vorgehen und eben diese unterschiedlichen Gr\u00fcnde in der Ansprache auch ber\u00fccksichtigen. Was w\u00e4ren denn jetzt ihre Empfehlungen, wie tats\u00e4chlich das Bewusstsein und die Motivation f\u00fcr Open Science in der wissenschaftlichen Gemeinschaft insgesamt gesteigert werden k\u00f6nnte?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:50:57] Ronny R\u00f6wert:<br>Es gibt genug Bewegung in den entsprechenden Fachdisziplinen, also vor allen Dingen bei den Fachgesellschaften, wo sich dar\u00fcber ausgetauscht wird, was bedeutet das denn jetzt f\u00fcr unsere Disziplin? Was ist auch realistisch gegeben den Bedingungen und auch quasi unseren Spezifika? Und wenn man jetzt diese Open Science-Preistr\u00e4gerinnen nimmt, die selbst als pionierhafte Menschen f\u00fcr sich immer feststellen, es ist ein super gro\u00dfer Spagat-Akt. Also, ich bin bei weitem nicht so offen in meiner Forschung, wie ich denn quasi sollte. F\u00fcr die insgesamt w\u00fcrde ich f\u00fcr dieses, f\u00fcr diese pionierhaften Personen feststellen, dass es quasi sie sind, pionierhaft darin, dass sie es immer mitdenken, aber nicht allt\u00e4glich umsetzen. Und \u00fcber diese realistischen Grenzen, die in der Disziplin vielleicht auch unter den F\u00f6rderbedingungen gegeben sind, welche realistischen Grenzen sind wir denn? Was k\u00f6nnen wir vielleicht auch von Kolleginnen und Kollegen erwarten? Dass es dazu mal einen Austausch quasi gibt. Weil sonst wird das Feld denjenigen \u00fcberlassen, die gar nicht prim\u00e4r jetzt in der Wissenschaft sind. Das sind die F\u00f6rderorganisationen oder entsprechend im Wissenschaftsministerium, die das versuchen zu deklinieren, ohne vielleicht dieses Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Praxis entsprechend zu haben. Also, was ist die nat\u00fcrliche Grenze, die wir haben, zum Beispiel im Bereich Sportmedizin, wo es um pers\u00f6nliche Daten geht, die wir nicht einfach \u00f6ffnen k\u00f6nnen? Was ist unsere nat\u00fcrliche Grenze und wie k\u00f6nnen wir diese Grenze ein St\u00fcck weit noch als Community vorantreiben? Was k\u00f6nnen wir aber auch von uns gegenseitig erwarten? Also in dem Fall, konkreten Beispiel gesundheitsbezogene Daten, k\u00f6nnen wir jetzt nicht sofort live auf irgendwelchen Plattformen quasi zur Verf\u00fcgung stellen,<\/p>\n\n\n\n<p>aber wir k\u00f6nnen gemeinsame Datenschutzstandards schaffen, die einem helfen und kommen dann als Disziplin weiter und k\u00f6nnen dann auch von Kolleginnen und Kollegen unter anderem im Berufungsverfahren dies und jenes erwarten. Ich glaube, dieser Diskurs k\u00f6nnte noch ein bisschen st\u00e4rker gef\u00fchrt werden, auch wenn ich wei\u00df, dass zum Beispiel in der Wirtschaftswissenschaft, Informatik, auch Teilen der Physik da schon sehr, sehr viel drum gerungen wird. Und im Endeffekt ist es ein Drumringen, glaube ich. Also auf der normativen Ebene, wenn alle sich die UNESCO-Papiere dazu durchlesen werden, w\u00fcrde sich noch kein Widerspruch \u00e4u\u00dfern. Wenn es darum geht, im n\u00e4chsten DFG gef\u00f6rderten Forschungsprojekt: was sind denn die Anspr\u00fcche mit Bezug auf Open Access, Open Data? Ich glaube, dann kommt es schon zu einer ernsthaften Diskussion.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:53:28] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Das hei\u00dft, man braucht auch ein bisschen Lust an der Auseinandersetzung in dem Feld. Okay. Letzte Frage, Herr R\u00f6wert. Welche Tipps haben sie f\u00fcr Nachwuchsforschende, die jetzt tats\u00e4chlich unseren Podcast h\u00f6ren und sagen, okay, es gibt Open Science, noch nie geh\u00f6rt. Wie kann ich das am besten umsetzen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:53:47] Ronny R\u00f6wert:<br>Ich glaube, ich w\u00fcrde es zugespitzt sagen, sowas wie Mutausbr\u00fcche wagen. Nicht Wut-, sondern Mutausbr\u00fcche. Und ganz praktisch sich vielleicht einmal im Jahr einen Reminder machen und vielleicht mal zwei, drei Stunden mit sich selbst, vielleicht auch mit Kolleginnen und Kollegen in Klausur gehen. Inwiefern die eigenen Anspr\u00fcche \u2026 und vielleicht auch warum m\u00f6chte ich das gerne noch dazunehmen? Wie man es in der eigenen Forschungspraxis quasi offener, transparenter gestaltet. Weil ich glaube tats\u00e4chlich, es gibt da so eine Wucht der Normalit\u00e4t, die einen so \u00fcberw\u00e4ltigt. Und dann hechelt man nur dem n\u00e4chsten F\u00f6rderantrag hinterher oder schreibt die n\u00e4chste Stipendienbewerbung und so weiter und vergisst tats\u00e4chlich welche, auch naheliegenden, M\u00f6glichkeiten es gibt. Tauscht sich einfach mal auch doch noch mal mehr mit dem Forschungsdatenrepositorium f\u00fcr die Fachdisziplin oder der eigenen Universit\u00e4tsbibliothek aus, wie es denn tats\u00e4chlich m\u00f6glich ist, Publikationen offen zug\u00e4nglich zu machen. Und wenn man sich \u00fcberlegt, na ja, man ist wahrscheinlich, wenn man gerade startet, 30 bis 40 Jahre in dem Feld, dann sind es 30 Reminder, die man quasi, 30 bis 40 Reminder, die man aufruft, auch nicht jede Woche, auch nicht jeden Monat. Ich glaube, einmal im Jahr ist ein guter Zeitraum, um sich dar\u00fcber zu unterhalten. Und wenn man es in der Gemeinschaft macht und am n\u00e4chsten institutseigenen Tag der Forschung vielleicht sagt, es ist ein Tag der offenen Forschung, dann macht man es vielleicht auch mit anderen zusammen. Das w\u00e4re so mein pers\u00f6nlicher Tipp. Wer es h\u00e4ufiger machen m\u00f6chte, der oder dem m\u00f6chte ich nat\u00fcrlich jetzt nicht nein sagen, aber mindestens einmal im Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:55:29] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay, ja, super, vielen Dank. Das war sehr interessant. Vielen Dank auch an Sie an den Kopfh\u00f6rern. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Wir lassen nat\u00fcrlich alle Tipps und die Publikationen und so weiter in den Shownotes f\u00fcr Sie. Da k\u00f6nnen sie reingucken. Lassen Sie uns auch gerne Feedback da. Was hat ihnen gut gefallen? Was hat ihnen nicht gut gefallen? \u00dcber die Social Media-Kan\u00e4le Twitter (X), Youtube oder LinkedIn. Abonnieren Sie uns flei\u00dfig auf iTunes oder auf Spotify oder \u00fcberall dort, wo man ansonsten Podcasts h\u00f6rt, und ich freue mich auf unsere n\u00e4chste Folge. Vielen Dank.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"tags":[31,188,5,55,12],"class_list":["post-88","podcast","type-podcast","status-publish","hentry","tag-forschung","tag-forschungskultur","tag-open-access","tag-wissenschaftssystem","tag-zbw","post"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.0 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>FOS 34 Warum Open Science z\u00e4hlt - The Future is Open Science<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Was treibt Forschende an, Open Science zu betreiben? 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