{"id":441,"date":"2025-12-23T13:25:19","date_gmt":"2025-12-23T12:25:19","guid":{"rendered":"6fd9ebfc-e975-4a65-bf08-0555d171f838"},"modified":"2026-01-16T13:40:21","modified_gmt":"2026-01-16T12:40:21","slug":"fos-55-das-berd-data-portal","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2025\/12\/23\/fos-55-das-berd-data-portal\/","title":{"rendered":"FOS 55 Das BERD Data Portal"},"content":{"rendered":"\n    <div class=\"pwp4-wrapper intrinsic-ignore\" id=\"podlovewebplayer_e754ccd2cd78e2c319ae3fc0fe5e3083cc28e4ef\" data-episode=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2025\/12\/23\/fos-55-das-berd-data-portal\/?podlove_action=pwp4_config\"><audio controls=\"controls\" preload=\"none\">\n  <source src=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/podlove\/file\/216\/s\/webplayer\/c\/website\/fos_55.mp3\" type=\"audio\/mpeg\"\/>\n<\/audio><\/div>\n  \n  \n\n    \n\n\t<div class=\"podlove-contributors-cards\">\n\t\t\t<\/div>\n\n\t<style>\n\t\t.podlove-contributors-cards {\n\t\t\tmargin-bottom: 1rem;\n\t\t\tbackground: white;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tborder-radius: 0.375rem;\n\t\t\tbox-shadow: 0 1px 3px 0 rgba(0, 0, 0, 0.1), 0 1px 2px 0 rgba(0, 0, 0, 0.06);\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tpadding: 1rem 1.5rem\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-inner {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-avatar {\n\t\t\twidth: 50px;\n\t\t\theight: 50px;\n\t\t\tborder-radius: 0.25rem;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person {\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t\tpadding: 0 1rem;\n\t\t\tdisplay: grid;\n\t\t\tgrid-template-columns: repeat(2, minmax(0, 1fr));\n\t\t\tgap: 1rem;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person-details {\n\t\t\tcolor: #999\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services {\n\t\t\tflex-wrap: wrap;\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\talign-content: center;\n\t\t\tjustify-content: flex-end;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services-service {\n\t\t\tdisplay: inline-block;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t\tpadding-left: 0.5rem;\n\t\t\ttext-decoration: none;\n\t\t\tbox-shadow: none;\n\t\t}\n\t<\/style>\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"zbw_shownotes\">\n\n\n\n<p>LINKS UND HINTERGR\u00dcNDE:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/berd-platform.de\/\">BERD Data Portal<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.berd-nfdi.de\/\">BERD@NFDI<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/inveniordm.docs.cern.ch\/\">InvenioRDM <\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/open-science-cloud.ec.europa.eu\/\">EOSC EU NODE<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.openaire.eu\/\">OpenAIRE<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/usegalaxy.eu\/\">Galaxy<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/orcid.org\/\">ORCID<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/base4nfdi.de\/projects\/iam4nfdi\">IAM4NFDI<\/a>&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<\/div>\n\n\n\n<div data-wp-context=\"{ &quot;autoclose&quot;: false, &quot;accordionItems&quot;: [] }\" data-wp-interactive=\"core\/accordion\" role=\"group\" class=\"wp-block-accordion is-layout-flow wp-block-accordion-is-layout-flow\">\n<div data-wp-class--is-open=\"state.isOpen\" data-wp-context=\"{ &quot;id&quot;: &quot;accordion-item-1&quot;, &quot;openByDefault&quot;: false }\" data-wp-init=\"callbacks.initAccordionItems\" data-wp-on-window--hashchange=\"callbacks.hashChange\" class=\"wp-block-accordion-item is-layout-flow wp-block-accordion-item-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-accordion-heading has-small-font-size\"><button aria-expanded=\"false\" aria-controls=\"accordion-item-1-panel\" data-wp-bind--aria-expanded=\"state.isOpen\" data-wp-on--click=\"actions.toggle\" data-wp-on--keydown=\"actions.handleKeyDown\" id=\"accordion-item-1\" class=\"wp-block-accordion-heading__toggle\"><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-title\">Episode 55 als Text<\/span><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/button><\/h3>\n\n\n\n<div inert aria-labelledby=\"accordion-item-1\" data-wp-bind--inert=\"!state.isOpen\" id=\"accordion-item-1-panel\" role=\"region\" class=\"wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow\">\n<p>The Future is Open Science \u2013 Folge 55: Das BERD Data Portal<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Doreen Siegfried<br>Leitung Marketing und Public Relations, ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft<\/p>\n\n\n\n<p>Janne Jensen<br>Softwarearchitekt und -entwickler f\u00fcr Forschungsdateninfrastrukturen, ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:00] Intro<br>[00:00:03] Janne Jensen:<br>Also wir brauchen Systeme, die es erm\u00f6glichen, dass wir Forschungsdaten miteinander vernetzen. Wir brauchen Systeme, die es erm\u00f6glichen, dass wir Forschungsdaten einen persistenten Identifier hinzuf\u00fcgen. Wir brauchen auch Systeme, die die Registrierung von persistenten Identifiern m\u00f6glich machen usw. usw. Also und das ist glaube ich zentral.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:23] Janne Jensen:<br>Das kann ich jetzt dir hier auch eigentlich gut hier erz\u00e4hlen. Wir haben jetzt eben seit gerade mal knapp drei Wochen die M\u00f6glichkeit, dass Forschende tats\u00e4chlich auch bei uns eine produktive DOI registrieren k\u00f6nnen. Und insofern\u2026 Eine Herausforderung, die wir lange hatten, dass wir so ein gewisses Henne-Ei-Problem hatten, in der Adoption unseres Systems, eigentlich aufl\u00f6sen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:48] Janne Jensen:<br>Wenn wir es schaffen, dieses Web of FAIR Data zu bauen, dass ich als Forschende vielleicht, dem Vertrauen, dass ich diesen Ressourcen und Datens\u00e4tzen und Papern entgegenbringe, auf eine ganz andere Weise hinterfragen und \u00fcberpr\u00fcfen kann. Weil die Verkn\u00fcpfungen qualifiziert sind. Also weil ich wei\u00df, dieser Datensatz basiert auf einem anderen Datensatz, beispielsweise, oder die Provenienz der Datengenerierung und Prozessierung transparent ist und das ganz andere M\u00f6glichkeiten der Replizierbarkeit beispielsweise auch schafft.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:01:32] Doreen Siegfried:<br>Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von &#8222;The Future is Open Science&#8220;, dem Podcast der ZBW. Mein Name ist Doreen Siegfried und ich treffe mich hier mit ganz unterschiedlichen Leuten aus dem Wissenschaftsbetrieb, die Ihnen verraten, wie sie in ihrer t\u00e4glichen Arbeit Open Science voranbringen. Heute sprechen wir \u00fcber ein Thema, das auf den ersten Blick vielleicht etwas technisch klingt, aber f\u00fcr die Wissenschaft und auch f\u00fcr die Gesellschaft eine gro\u00dfe Bedeutung hat. Es geht um Forschungsdateninfrastrukturen. Wir sprechen dar\u00fcber, was die nationale Forschungsdateninfrastruktur ist, wie die Anbindung dieser nationalen L\u00f6sung an die European Open Science Cloud funktioniert und was Forschende, insbesondere in der Wirtschaftswissenschaft, letztlich davon haben. Und dazu eingeladen habe ich mir heute einen Softwareentwickler, der sich sehr gut mit dem Thema auskennt. Janne Jensen arbeitet im BERD Data Portal, einem Projekt innerhalb der NFDI, also der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur. Herzlich willkommen, Janne.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:02:38] Janne Jensen:<br>Hallo Doreen. Danke f\u00fcr die Einladung.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:02:42] Doreen Siegfried:<br>Sehr gern. Vielleicht stellst Du Dich einmal ganz kurz vor. Was ist so Dein Hintergrund und wie bist Du zu diesem Projekt gekommen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:02:52] Janne Jensen:<br>Ja. Also ich komme eigentlich urspr\u00fcnglich aus einem ganz anderen Bereich. In meinem ersten Leben habe ich Kulturwissenschaften studiert und bin dann \u00fcber eine kurze Station im Museum im Sammlungsmanagement so ein bisschen an das Thema Metadaten geraten und habe da eigentlich das Interesse\u2026 Da wurde das Interesse geweckt. Und das habe ich vertieft, jetzt in den letzten drei Jahren ganz viel, vor allem durch einen berufsbegleitenden Masterstudiengang an der FH Potsdam und der HU Berlin &#8222;Digitales Datenmanagement&#8220;. Und habe dann ein Jahr an der Hochschule Bremen im FDM, also im Forschungsdatenmanagement, gearbeitet und bin jetzt seit fast anderthalb Jahren an der ZBW in dem BERD-Projekt. Genau. Und die Programmiert\u00e4tigkeit das war eigentlich lange Zeit etwas, was ich neben der Arbeit oder in Projekten gemacht habe. Genau. Aber da kam dann vieles sehr passend zusammen f\u00fcr mich und darum bin ich sehr froh heute.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:03:52] Doreen Siegfried:<br>Ja, sehr sch\u00f6n. Du bist, ich habe dich anmoderiert, Du bist Softwareentwickler im BERD Data Portal. Was genau machst Du da? Vielleicht kannst Du das mal kurz f\u00fcr unsere Zuh\u00f6rer:innen erkl\u00e4ren?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:01] Janne Jensen:<br>Ja. Also das BERD Data Portal ist\u2026 Eigentlich sollte man besser sagen, der fachliche Begriff w\u00e4re jetzt, das ist ein Forschungsdatenrepositorium. Also ein Ort, in dem Forschende ihre Forschungsdaten ablegen k\u00f6nnen, nat\u00fcrlich auch Forschungsdaten anderer Forschenden finden k\u00f6nnen. Und was wir\u2026 Wir entwickeln das als Team hier an der ZBW mit drei bis vier Leuten. Genau. Und das umfasst dann praktisch also die Entwicklung oder die Analyse, die Erhebung von Anforderungen, die Konzeption von neuen Features, aber auch die Implementierung und das Deployment und den ganzen Betrieb. Also im Grunde ein breites\u2026 gro\u00dfen Blumenstrau\u00df, kann man sagen, an T\u00e4tigkeiten, die das dann umfasst. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:46] Doreen Siegfried:<br>Ja okay. F\u00fcr alle, die jetzt mit diesem K\u00fcrzel NFDI oder mit dem Begriff Nationale Forschungsdateninfrastruktur vielleicht noch nicht so viel anfangen k\u00f6nnen: Was genau ist das BERD Data Portal oder das Repository? Also, was genau ist das und wie ist es letztlich in diese NFDI eingebettet? Vielleicht kannst Du das noch mal erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:05:09] Janne Jensen:<br>Ja, also die NFDI ist ja erstmal so der Versuch auf nationaler Ebene in Deutschland eine Forschungsdateninfrastruktur zu schaffen, die mehr oder weniger bottom up sich entwickeln soll. Das hei\u00dft, wir haben 27 Konsortien, die alle fachspezifisch sind. Und wir haben in BERD eben den Auftrag, besonders f\u00fcr Business Economics and Related Data, daher das RD in BERD, solcherlei Services, also ein Forschungsdatenrepositorium, aber auch andere Services. Wir haben eine BERD-Akademie zum Beispiel, wo Training und Schulung stattfinden, um dann junge Forschende insbesondere, nat\u00fcrlich auch fit zu machen f\u00fcr die Arbeit mit Daten. Genau. Und da sind wir jetzt als BERD nat\u00fcrlich erstmal nur ein Teil von vielen Konsortien. Die gro\u00dfe Vision am Ende ist nat\u00fcrlich aber daraus auch \u201cone NFDI\u201c zu machen, also diese verschiedenen Konsortien zusammenzuf\u00fchren und auch auf Dauer zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:06:11] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, okay. Du hast jetzt gesagt, okay, es geht um Economics, Business Research und das BERD Data Portal ist so eine Art Archiv f\u00fcr Forschungsdaten aus diesem Bereich. Also welche Art von Daten findet man denn da im Speziellen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:06:30] Janne Jensen:<br>Ja, das ist so. Also es gibt im Grunde unter den Konsortien der NFDI zwei Konsortien, die sich um\u2026 also die sich mit um die Belange von Wirtschaftswissenschaften k\u00fcmmern. Da ist zum einen die NFDI4Society, fr\u00fcher KonsortSWD, und auf der anderen Seite eben BERD@NFDI. Und was uns auszeichnet, ist, dass wir sagen, wir k\u00fcmmern uns vornehmlich um unstrukturierte Daten. Also Daten, die viel Text enthalten, beispielsweise Sammlungen aus Social Media, von Social-Media-Posts. Das hei\u00dft, genau, eben unstrukturierte Daten. Das ist im Grunde das Alleinstellungsmerkmal, was wir mit BERD in diesen Konsortien und insbesondere dann im Hinblick auf die Wirtschaftswissenschaften haben.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:20] Doreen Siegfried:<br>Und sind das gro\u00dfe Datenmengen, die da drin sind, oder sind das irgendwie spezielle kuratierte Formate? Kannst Du das noch vielleicht ein bisschen erl\u00e4utern?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:29] Janne Jensen:<br>Genau. Wir haben zwei Sammlungen in diesem Repository. Das eine nennen wir Open Big Data oder Open Big Datasets. Das ist im Grunde eine pr\u00e4kuratierte Sammlung an Forschungsdaten, die out there in anderen Systemen auch vorhanden sind. Die werden bei uns indiziert und sind dann f\u00fcr die spezifische Community, die wir hier im Blick haben, an einer Stelle einsehbar und findbar. Und die Frage, ob das dann, also was dann wirklich Big Data ist, dass\u2026 Da haben Leute sehr unterschiedliche Meinungen zu.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:02] Doreen Siegfried:<br>Wo Big anf\u00e4ngt. [lacht] Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:04] Janne Jensen:<br>Ja, ja, genau. Und auf der anderen Seite sind es eben aber auch Einreichungen, die dann von Forschenden selbst kommen. Das ist ganz wichtig. Also Forschende k\u00f6nnen eben auch zu uns kommen und ihre Forschungsdaten, die in ihren Projekten angefallen sind, die sie erstellt haben, mit denen sie gearbeitet haben, bei uns ablegen und registrieren und bekommen dann daf\u00fcr eine DOI. Also so einen Identifier, den sie dann beispielsweise in Ihrem Paper verlinken k\u00f6nnen oder beim Publisher mit angeben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:32] Doreen Siegfried:<br>Wenn wir jetzt mal gucken, ist das\u2026 Diese Datensammlung, die da jetzt schon drin ist, also das, was Du jetzt gerade Open Big Data genannt hast. F\u00fcr wen ist es gedacht? Ist es nur f\u00fcr einzelne Forschende f\u00fcr Projekte oder ist das f\u00fcr Universit\u00e4ten f\u00fcr Projekte? Oder k\u00f6nnen Lehrende das auch nutzen? Also wer kommt da ran an die Sachen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:58] Janne Jensen:<br>Ja. Ja, Du hattest ja gesagt, das ist so \u00e4hnlich wie ein Archivsystem. Und das ist vielleicht ein entscheidender Unterschied eigentlich an so einem Repository. Dass die Daten, die bei uns dann liegen, in der Regel, so das m\u00f6glich ist, dann auch frei verf\u00fcgbar sind. Also die allermeisten sind frei lizenziert und auch das System auf infrastruktureller Seite ist so gebaut, dass Nutzende da rankommen. Insofern steht das prinzipiell erstmal allen offen. Und das umfasst dann eben auch nat\u00fcrlich auch Lehrende, die f\u00fcr ihr Seminar was wei\u00df ich\u2026 Also gerade diese Open-Dataset-Sammlung beispielsweise ist, glaube ich, sehr gut dazu geeignet, auch einfach Inspiration zu finden oder vielleicht Forschungsdatensets zu finden, die man vielleicht in einem Seminarkontext, beispielsweise, auch einfach mal\u2026 an denen man mal explorieren kann, was denn so geht.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:09:47] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Nun haben wir ja\u2026 sind ja\u2026 ich sag mal so, sind ja jetzt Endnutzer:innen verw\u00f6hnt, wenn es so um Usability geht. Und das ist ja letztlich auch so ein bisschen Deine Kernaufgabe, wenn ich es verstanden habe, tats\u00e4chlich die Infrastruktur so zu bauen, dass es irgendwie auch Spa\u00df macht. Auch gerade vielleicht f\u00fcr Leute, die jetzt nicht jeden Tag Daten suchen. Welche R\u00fcckmeldungen hast Du denn so bislang von Nutzenden bekommen? Auch so bei der Entwicklung?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:10:19] Janne Jensen:<br>Ja. Ja, wir haben uns tats\u00e4chlich im letzten Jahr jetzt ganz viel auch mit dem Thema Usability besch\u00e4ftigt, haben da so eine kleine Usabilitystudie gemacht. Also das l\u00e4uft dann so ab, dass wir Forschende oder allgemein Nutzer\/Nutzer:innen einladen f\u00fcr so Speak-out-loud Sessions. Dann bekommen sie eine kleine Aufgabe an diesem System, dass wir beispielsweise sagen, &#8222;Finde einen Datensatz zu einem bestimmten Thema&#8220; oder so kleine Aufgaben, die sich sozusagen in kurzer Zeit dann auch l\u00f6sen lassen. Und dann sind die Nutzenden gefragt, einfach in dieser Session live zu berichten, was sie da tun und uns als Beobachtenden die R\u00fcckmeldung zu geben, wie sie das tun und warum sie bestimmte Entscheidungen treffen. Und das ist total wertvolles Feedback und das ist auch in der Regel sehr positiv. Da kommen nat\u00fcrlich auch Hinweise, die wir dann einbauen k\u00f6nnen. Aber auch das ist nat\u00fcrlich unglaublich wichtig. Also wir als Softwareentwickler:innen leben am Ende auch davon, dass wir oder andere uns Tickets oder Issues schreiben. Von daher\u2026 Und das ist dann toll, wenn wir diese Usability Studies machen und dann kommt da tats\u00e4chlich sozusagen actionable auch was raus. Also die Dinge, die man unmittelbar umsetzen kann, das ist sehr dankbar. Und genau, im Gro\u00dfen und Ganzen ist, sofern die Leute bei uns landen, ist das Feedback dann eigentlich sehr positiv. Also ich glaube, das ist auch\u2026 wir setzen da auf einer Software auf, die hei\u00dft InvenioRDM, die liefert ganz viel mit an\u2026 Also da haben sich auch viele andere Leute im Vorhinein schon viele Gedanken gemacht zur Usability. Von daher ist das eigentlich recht dankbar. Gleichzeitig ist es nat\u00fcrlich, bleibt es eine Herausforderung. Wenn Forschende ihre Forschungsdaten beispielsweise einstellen, dann sind sie zwangsl\u00e4ufig konfrontiert mit einem Formular, in dem sie ihre Forschungsdaten dann m\u00f6glichst detailliert beschreiben sollen. Letztlich aus dem Grund, weil sie die einzigen Tr\u00e4ger dieser Kontextinformationen sind zu dem Datensatz, den sie da gerade einstellen. Das ist vielleicht ein entscheidender Unterschied auch zu anderen Systemen, also zu einem Katalogsystem, wo es jetzt in der Bibliothek beispielsweise dann Fachleute gibt, die diese Metadatenpflege \u00fcbernehmen usw. Oder die Beschreibung der Eintr\u00e4ge. Das ist eine besondere Herausforderung, glaube ich, in dem, was wir da tun, weil wir da sehr nah dran sind und unmittelbar abh\u00e4ngig davon, was dann auch von den Forschenden kommt. Das beeinflusst nat\u00fcrlich im Umkehrschluss dann auch die Datenqualit\u00e4t oder die Metadatenqualit\u00e4t mindestens von dem, was im Repository landet. Es gibt auf der anderen Seite &#8211; jetzt sind wir schon ein bisschen weiter weg vom Usability Thema &#8211; es gibt dann aber auch noch einen Kurationsschritt. Also jeder Forschungsdatensatz, der bei uns ver\u00f6ffentlicht wird, der wird zumindest auf die Vollst\u00e4ndigkeit und die, sozusagen, die Qualit\u00e4t der Metadaten gepr\u00fcft.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:15] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Aber wenn wir noch mal zur\u00fcckgehen. Du hattest ja gesagt, auch Lehrende k\u00f6nnen das nutzen. Also wenn ich jetzt tats\u00e4chlich jetzt kein Experte bin f\u00fcr Metadatenerstellung, kann ich tats\u00e4chlich, wenn ich f\u00fcr mein Seminar mal so einen Datensatz brauche, um vielleicht Replikations\u00fcbungen zu machen, komme ich da sozusagen voran in dem BERD Data Portal?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:41] Janne Jensen:<br>Das hoffe ich sehr. Ja, so ist es gedacht. Ja, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:44] Doreen Siegfried:<br>[lacht] Okay. Soweit der Plan. Vielleicht kleiner Exkurs an unsere Zuh\u00f6rerinnen. Sollten Sie begeistert sein, melden Sie sich. Sollten Sie irgendwie noch einen Wunsch haben, bitte auch melden, dann kann das noch mal angepasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:55] Janne Jensen:<br>Unbedingt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:56] Doreen Siegfried:<br>Sehr sch\u00f6n. Ein Teil Deiner Arbeit besteht ja auch darin, dieses BERD Data Portal an der European Open Science Cloud anzubinden. Also wir haben hier in diesem Podcast schon oft \u00fcber die European Open Science Cloud gesprochen. Aber vielleicht noch mal so zum Refresh. Kannst Du ganz kurz sagen, was die EOSC ist und was das dann letztlich auch bedeutet, so eine technische Anbindung in der Praxis?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:27] Janne Jensen:<br>Ja, also die EOSC steht erstmal f\u00fcr European Open Science Cloud. Das hei\u00dft dann in der Praxis, es soll eine so eine Art F\u00f6deration entstehen an Daten und Datendiensten auf europ\u00e4ischer Ebene. Und da ist jetzt in den letzten Monaten mit dem EOSC EU Node so ein Pilotknoten an den Start gegangen und wir sind jetzt konkret mit BERD und auch mit anderen Partnern innerhalb der NFDI dabei, einen weiteren Knoten hinzuzuf\u00fcgen und das sozusagen auch technisch zu integrieren. Ganz praktisch in dem Teil, den wir da bearbeiten, bedeutet das, dass wir die Records, die Ressourcen, die bei uns im Repository liegen, in diesem aggregierenden Meta Knowledge Graph, der dann einer EOSC-Suche vorangestellt ist\u2026 Also man muss sich vorstellen EOSC, die EOSC oder dieser EOSC-Knoten bietet dann so einen Suchschlitz an, wo dann global alle oder europ\u00e4isch, aber sozusagen auf h\u00f6chster Ebene, die verschiedenen Ressourcen aus dezentral verteilten Repositories und anderen Services verf\u00fcgbar und auffindbar sind. Und um das m\u00f6glich zu machen, gibt es zwischengeschaltete Services. In dem konkreten Fall jetzt l\u00e4uft das Ganze \u00fcber OpenAIRE. Also, OpenAIRE ist ein Service, der unter anderem so ein Meta Knowledge Graph entwickelt und pflegt. Und das bedeutet dann f\u00fcr uns konkret, dass wir unsere und die Records, die bei uns im System liegen, so aufbereiten, aber auch die Schnittstellen entsprechend entwickeln oder konfigurieren, dass dann OpenAIRE diese, wir sagen dann &#8222;harvesten\u201c, also das OpenAIRE dann zu uns kommen kann und sagt: &#8222;Wir m\u00f6chten gerne diese bestimmte Sammlung an Datasets, die es bei Euch gibt, haben und bei uns in diesen Meta Knowledge Graph aufnehmen&#8220;, sodass sie dann am Ende auch in der EOSC-Suche zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:16:16] Doreen Siegfried:<br>Und gibt es da besondere Herausforderungen? Bei diesem, ich sag mal, ran flanschen von dem BERD Data Portal in die European Open Science Cloud?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:16:28] Janne Jensen:<br>Also nat\u00fcrlich gibt es immer praktische Herausforderungen, was die Zeitlichkeit angeht, dass es einen Haufen Abh\u00e4ngigkeiten gibt und Kaskaden von Dingen, die nacheinander oder miteinander gleichzeitig ineinandergreifen m\u00fcssen. Manchmal haben wir zu viel, manchmal zu wenig Dokumentation. Solche Dinge gibt es nat\u00fcrlich. Und das dahinter\u2026 Also das interessantere Problem, sage ich mal, ist aber eigentlich, dass wir immer, wenn wir von den dezentral verteilten Systemen abstrahieren, also unsere Daten dann einspeisen in diesen dar\u00fcberliegenden oder auf einer Ebene h\u00f6her liegenden aggregierenden Knowledge Graph, dass es immer nat\u00fcrlich so ein bisschen zu Reibungsverlusten kommt, was die Information anbetrifft. Das ist jetzt in dem konkreten Fall relativ gering. Also, Du musst dir vorstellen, wir haben\u2026 wir k\u00f6nnen sozusagen in den dezentralen Systemen h\u00f6here oder bessere Metadaten Richness &#8211; also mehr Expressivit\u00e4t, sag ich mal, in der Beschreibung unserer Datens\u00e4tze anbieten, als das auf den h\u00f6her liegenden Ebenen faktischerweise m\u00f6glich ist. Und das ist nat\u00fcrlich was, was\u2026 Das ist einfach eine Challenge, die uns begleiten wird. Also das ist jetzt\u2026 das l\u00e4uft jetzt in der Integration mit EOSC ziemlich gut. Da haben wir eine relativ hohe \u00dcbereinstimmung, was das Schema angeht, da wird das glatt gehen. Aber das ist sozusagen ein grunds\u00e4tzliches Problem.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:17:51] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:17:52] Janne Jensen:<br>Und das wird es auch noch\u2026 Genau. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:17:55] Doreen Siegfried:<br>Jetzt geh\u00f6rt ja das BERD Data Portal oder BERD generell als Konsortium zur gesamten NFDI. Warum ist es denn jetzt wichtig, dass gerade dieses BERD Data Portal Teil der EOSC wird?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:18:10] Janne Jensen:<br>Gut, ich meine, das bedeutet nat\u00fcrlich f\u00fcr diejenigen, die ihre Datens\u00e4tze in BERD ver\u00f6ffentlichen, zun\u00e4chst mal einfach Sichtbarkeit auch auf europ\u00e4ischer Ebene. Also das ist ja nun erstmal ein Projekt, ein Projekt unter vielen in dieser NFDI in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:18:28] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:18:28] Janne Jensen:<br>Und wenn Du Dir vorstellst, eine Forschende aus Spanien, die wird erst recht von dem BERD Data Portal oder wird schlechte Chancen haben davon, von sich aus geh\u00f6rt zu haben. Wenn sie aber dann zur EOSC geht und dort sucht und unsere Daten eben auch da auffindbar sind, dann hat zum einen die Person aus Spanien etwas davon, weil sie Daten findet, die in anderen Systemen ihren Ursprung haben. Und auf der anderen Seite haben die Leute, die bei uns als Forschende ihre Daten einstellen, Sichtbarkeit gewonnen, auch \u00fcber den Kontext von diesem einen Portal hinaus. Das ist nat\u00fcrlich ein ganz entscheidender Vorteil. Und auf der anderen Seite entstehen jetzt auch in der Anbindung ganz praktisch Kooperation zwischen verschiedenen Services, von denen dann am Ende hoffentlich alle profitieren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:19:21] Doreen Siegfried:<br>Das hei\u00dft, wenn Du sagst, am Ende k\u00f6nnen da alle von profitieren\u2026 Also, gibt es da irgendwie so ein, ich sag mal, so einen Onboarding Prozess der einzelnen Konsortien oder seid Ihr jetzt die ersten, die da jetzt Euch an die EOSC\u2026 also die jetzt in die EOSC reingehen? Oder hast Du Kooperationen mit anderen NFDI-Konsortien. Wie muss ich mir das vorstellen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:19:48] Janne Jensen:<br>Ja, in dem konkreten Fall jetzt ist es so, dass wir das mit unserem BERD Portal f\u00fcr einen bestimmten Anwendungsfall, also die Anbindung von auf InvenioRDM basierten Forschungsdatenrepositorien an diesen EOSC-Datenraum pilotieren f\u00fcr die NFDI.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:08] Doreen Siegfried:<br>Ah, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:09] Janne Jensen:<br>Und\u2026 Genau. Das ist, das ist superspannend. Und was wir dann eben tun, ist, dass wir im Grunde so eine Art Blaupause erstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:16] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:16] Janne Jensen:<br>Die dann hoffentlich eben auch f\u00fcr weitere folgende Repositorien von Hilfe ist oder eine Hilfe ist.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:25] Doreen Siegfried:<br>Okay. Das hei\u00dft, Du bist sozusagen der erste in dieser Reihe der Softwareentwickler, der sich jetzt da quasi mit der Machete durch den Dschungel schl\u00e4gt und dann den anderen den Weg frei macht und sagt: &#8222;Okay, hier geht Ihr besser mal lang und hier geht Ihr vielleicht besser mal nicht lang. Das hat bei mir nicht funktioniert.&#8220; Also, so kann ich mir das vorstellen, wenn Du sagst, Ihr seid Pilot.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:46] Janne Jensen:<br>Ja, das hast Du jetzt so gesagt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:48] Doreen Siegfried:<\/p>\n\n\n<p>[lacht]<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:49] Janne Jensen:<br>Es ist nat\u00fcrlich immer so, dass das auch\u2026 Also, ich glaube, man muss da auch einigerma\u00dfen humble sein. Wir stehen da immer auf den Schultern, sage ich mal, von Riesen, wenn wir das tun, was wir tun. Also, von daher da jetzt irgendwelche\u2026 Ich w\u00fcrde da jetzt von mir aus keine gro\u00dfen Firsts sozusagen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:07] Doreen Siegfried:<br>Du w\u00fcrdest\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:07] Janne Jensen:<br>\u2026aufmachen wollen. Aber, ja klar, im Grunde kann man\u2026 Also es geht in die Richtung. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:13] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Ja, cool. Wenn wir jetzt sozusagen mal ein bisschen die Flugh\u00f6he erh\u00f6hen und sagen, okay, Open Science ist ja letztlich f\u00fcr den ganzen Wissenschaftsbetrieb ein essentielles Thema. Du bist Softwareentwickler in diesem Kontext. Was bedeutet Open Science f\u00fcr Dich konkret im Alltag als Entwickler?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:34] Janne Jensen:<br>Ja. Also, ich denke, zum einen ist das etwas\u2026 Ich glaube, Open Science ist etwas, wo wir auch als Softwareentwickler erstmal auf der Werteseite viel von teilen. Also es gibt eine breite Basis und ein gutes Selbstverst\u00e4ndnis f\u00fcr die Wichtigkeit und die Bedeutung von Open Source Software, beispielsweise, dass wir das einsetzen, dass wir aber auch daran mitwirken. Solche Dinge. Das ist ein Thema. Ein bisschen breiter gefasst kann man vielleicht auch sagen, dass jetzt im Fahrwasser von Open Science sicher auch das Selbstverst\u00e4ndnis sich \u00e4ndert f\u00fcr solche T\u00e4tigkeiten. Also, dass ich als Softwareentwickler, aber auch meine Kollegen und Kolleginnen als Softwareentwickler, in diesem Wissenschaftsbetrieb vielleicht in gewisser Weise sozusagen andere Wertsch\u00e4tzung erfahren. Oder eine andere, auch ein anderes Selbstverst\u00e4ndnis sich entwickelt, dass das eben ein sozusagen dezidierter Beitrag dann auch ist zum Wissenschaftsbetrieb. Das ist das eine. Und auf der anderen Seite, ja, wie gesagt, also ist das sozusagen das Motto Open Science nat\u00fcrlich, aber auch irgendwo Motivator, denke ich.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:48] Doreen Siegfried:<br>Ja. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:48] Janne Jensen:<br>Also, f\u00fcr viele, die in diesem Bereich unterwegs sind. Weil es nat\u00fcrlich als\u2026 Man kann als Softwareentwickler auch in anderen T\u00e4tigkeiten oder in anderen Feldern unterwegs sein, die einem auf der Werteseite vielleicht weniger wohlgesonnen sind oder einem weniger zur\u00fcckgeben, sage ich mal.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:23:09] Doreen Siegfried:<br>Ja, verstehe. Ja, okay. Sehr sch\u00f6n. Was mich noch interessiert, welche Rolle spielen denn eigentlich hier diese FAIR- Prinzipien? Also findable, accessible, interoperable, reusable in Eurer Arbeit als Softwareentwickler? Ist es wichtig? Und wenn ja, wie spielt es da rein?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:23:29] Janne Jensen:<br>Ja, wir haben ja am Anfang schon ein bisschen geredet \u00fcber die Anforderungen, die wir von Userseite bekommen, und die Rolle oder die Wichtigkeit, die das auch hat, dass wir uns um Usability k\u00fcmmern. Und FAIR ist vielleicht etwas, was wom\u00f6glich mittlerweile auch viele schon mal geh\u00f6rt haben. Aber was vielleicht ein St\u00fcck weit weiter weg ist von den Anforderungen, die jetzt unmittelbar von Nutzenden k\u00e4men. Sondern FAIR ist im Grunde f\u00fcr uns immer wieder auch die Erinnerung an diese, an die infrastrukturelle Basis, auf der wir diese Systeme bauen. Also wenn wir ein, jetzt im Sinne der NFDI aber auch im Sinne der EOSC und auch noch allgemeiner, daran interessiert sind, dass wir ein Netz an oder ein Web of FAIR Data bauen, dann sind diese Prinzipien immer wieder die Basis f\u00fcr das, was wir da tun. Also, viele denken, okay, ich soll meinen Datensatz jetzt FAIR aufbereiten. Und was hei\u00dft das eigentlich? Und wenn wir dann damit zu tun haben, dann ist man eigentlich schnell dabei, auch den Leuten sagen zu m\u00fcssen, dass Fairness ist ja nun kein genuines Property von einem Datensatz, sondern es braucht dazu eigentlich immer diese infrastrukturelle Komponente. Also, wir brauchen Systeme, die es erm\u00f6glichen, dass wir Forschungsdaten miteinander vernetzen. Wir brauchen Systeme, die es erm\u00f6glichen, dass wir Forschungsdaten einen persistenten Identifier hinzuf\u00fcgen. Wir brauchen auch Systeme, die die Registrierung von persistenten Identifiern m\u00f6glich machen usw. usw. Also\u2026 und das ist glaube ich zentral. Und auf der anderen Seite nat\u00fcrlich auch, wenn es um die Infrastruktur geht, das Thema Maschinenlesbarkeit. Ja, das ist immer wieder wichtig, sich daran zu erinnern und von daher, ohne dass wir uns jetzt t\u00e4glich diese FAIR-Prinzipien vorlesen, sage ich mal\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:30] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:30] Janne Jensen:<br>\u2026 ist es dann doch irgendwo ziemlich zentral. Ja. Und es ist ja auf jeden Fall auch hilfreich, sich damit auseinanderzusetzen, dass ja\u2026 Auch wenn unsere tats\u00e4chliche T\u00e4tigkeit nat\u00fcrlich manchmal viel, viel konkreter ist, als sich jetzt mit relativ immer noch relativ abstrakten Prinzipien zu besch\u00e4ftigen, so ist es dann doch immer wieder irgendwie der Rahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:57] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay, ja. Also ich verstehe, dass das so eine Art Leitstern ist, der letztlich so ein bisschen da dr\u00fcbersteht. Okay, wenn Du jetzt sozusagen\u2026 Du hast jetzt mit BERD zu tun, Du hast mit EOSC zutun, mit dieser ganzen Verkn\u00fcpfung usw. Gibt es dann in diesem Kontext vielleicht schon irgendwelche Pilotprojekte oder erste Anwendungen, wo Du sagen w\u00fcrdest, das finde ich richtig superspannend?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:21] Janne Jensen:<br>Ja, ich hatte ja vorhin kurz erw\u00e4hnt, was wir jetzt gerade konkret machen. Und da gibt es noch eine Sache mehr, die jetzt ganz j\u00fcngst eigentlich bei uns auf dem Tisch ist. Und dass\u2026 da geht es darum, dass wir ein Use Case\u2026 an einem Use Case arbeiten, der auch unmittelbar von Communityseite eingebracht wurde. Und das ist eigentlich dann auch oft so, dass wir auf der einen Seite von unserer Seite, die infrastrukturelle, die infrastrukturellen Anforderungen mitbringen und daf\u00fcr Sorge tragen und dann auf der anderen Seite eben die die Anforderungen von Nutzenden und von Forschenden kommen. Und was wir da jetzt machen ist\u2026 Also, es geht in diesem konkreten Anwendungsfall dann darum, dass unstrukturierte Bebauungspl\u00e4ne aufbereitet werden sollen und eben annotiert werden sollen. Und dazu werden sie dann erstmal jetzt bei uns im BERD Repository ver\u00f6ffentlicht und dann gibt es einen externen Service Galaxy. Ich wei\u00df nicht, ob wir Shownotes haben, Doreen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:20] Doreen Siegfried:<br>Ja, wir haben Shownotes.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:21] Janne Jensen:<br>Sonst m\u00fcssen wir es in die Shownotes tun.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:22] Doreen Siegfried:<br>Wir packen das in die Shownotes. Auf jeden Fall. [lacht]<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:24] Janne Jensen:<br>Perfekt. Perfekt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:26] Doreen Siegfried:<br>Also Galaxy. Ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:28] Janne Jensen:<br>Genau. Galaxy. Und das ist dann. Das ist so eine Art Computerumgebung, wo dann Daten prozessiert und analysiert werden k\u00f6nnen und ich mir meine wissenschaftlichen Analyseworkflows zusammenbauen kann und dann von dort aus wieder auch ver\u00f6ffentlichen kann. Und in dem konkreten Fall machen wir das und das Ergebnis landet am Ende wieder bei BERD.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:47] Doreen Siegfried:<br>Und?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:48] Janne Jensen:<br>Also, wir haben dann auf der einen Seite einen unstrukturierten\u2026 Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:50] Doreen Siegfried:<br>Entschuldigung, wenn ich unterbreche. Dieses Galaxy, das ist schon live. Also das kann man schon tats\u00e4chlich anwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:57] Janne Jensen:<br>Ja, genau, das ist live. Da gibt es jetzt eine sehr popul\u00e4re Instanz, die entwickeln die Kollegen in Freiburg und die ist live und auch\u2026 Ja. Genau. Mit denen machen wir das zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:28:09] Doreen Siegfried:<br>Okay. Wenn wir jetzt vielleicht ein bisschen in die Zukunft schauen. Bist du jetzt fertig mit dem BERD Data Portal oder gibt es noch irgendwie n\u00e4chste Schritte, wo Du sagen w\u00fcrdest: \u201eDas will ich noch unbedingt machen.&#8220; bzw. \u201eDas steht sowieso noch auf der Agenda.&#8220; Also, wie geht es gerade voran?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:28:27] Janne Jensen:<br>Also es geht gut voran. Wir haben jetzt ganz entscheidende Schritte, auch gerade j\u00fcngst, erst gemacht. Genau. Das kann ich jetzt dir auch eigentlich gut hier erz\u00e4hlen. Wir haben jetzt eben seit gerade mal knapp drei Wochen die M\u00f6glichkeit, dass Forschende tats\u00e4chlich auch bei uns eine produktive DOI registrieren k\u00f6nnen. Und insofern wir eine Herausforderung, die wir lange hatten, dass wir so ein gewisses Henne-Ei-Problem hatten, in der Adoption unseres Systems, eigentlich aufl\u00f6sen konnten. Das ist das eine. Und was jetzt ansteht, ist zum einen, dass wir\u2026 Erstmal muss man sagen, das h\u00f6rt dann nicht auf. Also die Vorstellung, man baut das und stellt das hin und dann gehen wir alle nach Hause und dann ist das fertig\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:08] Doreen Siegfried:<\/p>\n\n\n<p>[lacht]<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:09] Janne Jensen:<br>\u2026 und niemand\u2026 Das ist leider nicht so, sondern es braucht einfach auch kontinuierlich Arbeit und Pflege und Weiterentwicklung. Das ist so. Das ist in diesem Bereich nicht anders m\u00f6glich. Also, es kann irgendwie jeden Tag passieren, dass eine Abh\u00e4ngigkeit irgendwo zerbricht und dann ist man einen Tag besch\u00e4ftigt mit etwas, was \u00fcberhaupt nicht voraussehbar war, um deine Frage zu beantworten.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:27] Doreen Siegfried:<br>Ja. Okay. Aber ich habe es\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:29] Janne Jensen:<br>Was wir jetzt noch machen, ist, dass wir gerade ganz akut damit besch\u00e4ftigt sind, eine neue Sign-In-Infrastruktur einzubinden. Also auch die NFDI, da gibt es so einen IAM4NFDI Base Service. Und in deren Inkubator-Projekt sind wir jetzt gerade involviert, um eben auch daf\u00fcr zu sorgen, dass sich Nutzende dann in Zukunft mit mit den Accounts ihrer Homeorganisation einloggen k\u00f6nnen bei uns. Also bislang l\u00e4uft das \u00fcber ORCID allein und das ist jetzt hoffentlich ganz bald soweit, dass wir das dann auch in unser Produktivsystem aufnehmen k\u00f6nnen. Das ist zum Beispiel eine Sache, die jetzt gerade noch ansteht.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:30:10] Doreen Siegfried:<br>Okay. Du hast es jetzt so in so einem Nebensatz gesagt, aber wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, Trommelwirbel, BERD hat jetzt ganz frisch die DOI-Vergabe fertig.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:30:23] Janne Jensen:<br>Ja, so ist es.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:30:24] Doreen Siegfried:<br>Ja, so ist es.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:30:25] Doreen Siegfried:<br>Sehr sch\u00f6n. Das ist doch supercool. Okay, wenn wir jetzt mal generell auf das gro\u00dfe Thema Forschungsdateninfrastrukturen schauen, welche Entwicklung erwartest du so generell in diesem Bereich in den n\u00e4chsten Jahren?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:30:40] Janne Jensen:<br>Also jetzt, wenn wir auf die NFDI gucken, dann wird nat\u00fcrlich in den kommenden Jahren da irgendwie eine ganze Menge an Konsolidierung stattfinden m\u00fcssen. Das hat ja diese Strukturevaluation gegeben und die Ergebnisse wurden publiziert. Und da ist jetzt so ein bisschen absehbar, wie sich das entwickeln wird. Und das wird sicher spannend und herausfordernd. Sicher auch, daran mitzuwirken und das auch mit zu beobachten. Denn es geht am Ende darum, wie kriegen wir das hin, dass diese Services, die dann da jetzt in den letzten Jahren entstanden sind oder im Entstehen begriffen sind, auch auf Dauer zu stellen und dann den Forschenden tats\u00e4chlich auch dieses Versprechen einer Forschungsdateninfrastruktur vielleicht erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:23] Doreen Siegfried:<br>Okay. Aber das h\u00f6rt sich an, wie ein langes N\u00fcsseknacken mit dieser Konsolidierung. Ja. Okay. Zum Schluss vielleicht noch eine Frage. Wenn jetzt Forschende jetzt aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaft Dich fragen: Welche Chancen ergeben sich gerade vielleicht f\u00fcr junge Forschende, die schon heute tats\u00e4chlich mit solchen Infrastrukturen arbeiten?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:49] Janne Jensen:<br>Ja, also zum einen, da ist nat\u00fcrlich das Thema Vertrauen, Trust und das betrifft gar nicht mal nur die jungen Forschenden. Aber das ist nat\u00fcrlich das gro\u00dfe Versprechen. Wenn wir es schaffen, dieses Web of FAIR Data zu bauen, dass ich als Forschende vielleicht, dem Vertrauen, dass ich diesen Ressourcen und Datens\u00e4tzen und Papern entgegenbringe, auf eine ganz andere Weise hinterfragen und \u00fcberpr\u00fcfen kann. Weil die Verkn\u00fcpfungen qualifiziert sind. Also weil ich wei\u00df, dieser Datensatz basiert auf einem anderen Datensatz, beispielsweise, oder die Provenienz der Datengenerierung und Prozessierung transparent ist und das ganz andere M\u00f6glichkeiten der Replizierbarkeit beispielsweise auch schafft. Von daher w\u00fcrde ich sagen, das ist eine gro\u00dfe Chance. Und wie gesagt, das betrifft nicht nur die j\u00fcngeren Forschenden. Ich glaube, was ich wahrnehme unter den j\u00fcngeren Forschenden ist, das ist da und das auch aus den Wirtschaftswissenschaften, dass dort zunehmend so ausgebildet wird, dass die j\u00fcngeren Forschenden mit Systemen, wie wir sie jetzt bereitstellen, auch umgehen k\u00f6nnen. Und das es da eine gewisse Kompetenz, aber auch Neugier, gibt beispielsweise dann das BERD Data Portal auch maschinell skriptbasiert anzusprechen. Also gar nicht mal in diesem intendierten Sinne unbedingt. Wir bauen diese Schnittstellen in erster Linie, damit die Maschine damit umgehen kann oder damit wir als Entwickler mit dem System arbeiten k\u00f6nnen. Aber wenn wir dann sehen, dass die Kompetenz auch auf Forschendenseite steigt, was sozusagen diese Superpowers angeht, mit denen man sich da ausstatten kann, dann ist das schon irgendwie sch\u00f6n zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:38] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Also das hei\u00dft, du hast ja gerade gesagt, durch diese Verkn\u00fcpfung der unterschiedlichen Items, also durch diese semantischen Beziehungen k\u00f6nnte man da letztlich so ein bisschen als \u00dcberschrift dr\u00fcber packen: &#8222;Finding the right data&#8220; sozusagen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:54] Janne Jensen:<br>Genau. Das ist nat\u00fcrlich ein gro\u00dfes Versprechen, was \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:57] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:58] Janne Jensen:<br>\u2026was, an dem in diesem Feld gearbeitet wird. Wenn wir es schaffen, die die Forschungsdaten so detailliert zu beschreiben, dass wir beispielsweise nach bestimmten Konzepten in diesen Systemen dann suchen k\u00f6nnen. Dann haben wir viel gewonnen. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:34:19] Doreen Siegfried:<br>Ja. Super. Ja, das ist doch ein sch\u00f6nes Schlusswort mit &#8222;Da haben wir viel gewonnen.&#8220; Super! Vielen Dank, Janne f\u00fcr das Gespr\u00e4ch und die spannenden Einblicke. Und ich glaube, wir haben heute viel gelernt, dass sich letztlich so hinter Begriffen wie NFDI und EOSC usw. nicht nur Technik verbirgt und Superpower, sondern eben auch ein Versprechen. N\u00e4mlich dass Daten und Wissen am Ende des Tages besser zug\u00e4nglich und besser nutzbar werden f\u00fcr die Wissenschaft, aber auch am Ende des Tages dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:34:53] Janne Jensen:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:34:54] Doreen Siegfried:<br>Also, vielen Dank Janne. Vielen Dank auch an Sie an den Kopfh\u00f6rern. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Lassen Sie uns gerne Lob oder Kritik da, via E-Mail, Mastodon, YouTube oder LinkedIn und wir freuen uns nat\u00fcrlich auch, wenn Sie uns abonnieren. Und ich freue mich aufs n\u00e4chste Mal.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"tags":[120,46,31,143,122,4,47,237,8,33,12],"class_list":["post-441","podcast","type-podcast","status-publish","hentry","tag-berd","tag-eosc","tag-forschung","tag-forschungsdateninfrastruktur","tag-forschungsdatenmanagement","tag-leibniz","tag-nfdi","tag-open-big-data","tag-open-science","tag-wissenschaft","tag-zbw","post"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.0 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>FOS 55 Das BERD Data Portal<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Das BERD Data Portal innerhalb der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). 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