{"id":437,"date":"2025-12-23T13:21:38","date_gmt":"2025-12-23T12:21:38","guid":{"rendered":"bd9e1598-cff7-4e31-9430-93949125b913"},"modified":"2026-01-16T13:39:04","modified_gmt":"2026-01-16T12:39:04","slug":"fos-54-paper-mills-und-fake-journals","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2025\/12\/23\/fos-54-paper-mills-und-fake-journals\/","title":{"rendered":"FOS 54 Paper Mills und Fake Journals"},"content":{"rendered":"\n    <div class=\"pwp4-wrapper intrinsic-ignore\" id=\"podlovewebplayer_b0ffdd57921e91b2135a5cbb9fe394ef724df9e6\" data-episode=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2025\/12\/23\/fos-54-paper-mills-und-fake-journals\/?podlove_action=pwp4_config\"><audio controls=\"controls\" preload=\"none\">\n  <source src=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/podlove\/file\/215\/s\/webplayer\/c\/website\/fos_54.mp3\" type=\"audio\/mpeg\"\/>\n<\/audio><\/div>\n  \n  \n\n    \n\n\t<div class=\"podlove-contributors-cards\">\n\t\t\t<\/div>\n\n\t<style>\n\t\t.podlove-contributors-cards {\n\t\t\tmargin-bottom: 1rem;\n\t\t\tbackground: white;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tborder-radius: 0.375rem;\n\t\t\tbox-shadow: 0 1px 3px 0 rgba(0, 0, 0, 0.1), 0 1px 2px 0 rgba(0, 0, 0, 0.06);\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tpadding: 1rem 1.5rem\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-inner {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-avatar {\n\t\t\twidth: 50px;\n\t\t\theight: 50px;\n\t\t\tborder-radius: 0.25rem;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person {\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t\tpadding: 0 1rem;\n\t\t\tdisplay: grid;\n\t\t\tgrid-template-columns: repeat(2, minmax(0, 1fr));\n\t\t\tgap: 1rem;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person-details {\n\t\t\tcolor: #999\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services {\n\t\t\tflex-wrap: wrap;\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\talign-content: center;\n\t\t\tjustify-content: flex-end;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services-service {\n\t\t\tdisplay: inline-block;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t\tpadding-left: 0.5rem;\n\t\t\ttext-decoration: none;\n\t\t\tbox-shadow: none;\n\t\t}\n\t<\/style>\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"zbw_shownotes\">\n\n\n\n<p>LINKS UND HINTERGR\u00dcNDE:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1073\/pnas.2420092122\">The entities enabling scientific fraud at scale are large, resilient, and growing rapidly<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.b-i-t-online.de\/heft\/2025-01-fachbeitrag-schmitz.pdf\">Wie Hijacked Journals und Paper Mills den wissenschaftlichen State-of-the-Art verunreinigen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/in-transition.at\/de\/beyond-predatory-publishing-weitere-fragwuerdige-angebote-im-wissenschaftlichen-publikationswesen\/\">Beyond Predatory Publishing<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zbmed.de\/journal-hijacking\">Journal Hijacking: Neues Vorgehen stellt wissenschaftliches Publikationswesen vor weitere Herausforderungen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.jclinepi.2020.01.013\">Predatory publishing dilutes and distorts evidence in systematic reviews<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/retractionwatch.com\/\">Retraction Watch<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/retractionwatch.com\/the-retraction-watch-hijacked-journal-checker\/\">Retraction Watch Hijacked Journal Checker<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/pubpeer.com\/\">PubPeer<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/thinkchecksubmit.org\/\">Think. Check. Submit.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2023\/06\/19\/fos-30-reform-der-forschungsbewertung\/\">FOS 30 Reform der Forschungsbewertung<\/a><\/p>\n\n\n\n<\/div>\n\n\n\n<div data-wp-context=\"{ &quot;autoclose&quot;: false, &quot;accordionItems&quot;: [] }\" data-wp-interactive=\"core\/accordion\" role=\"group\" class=\"wp-block-accordion is-layout-flow wp-block-accordion-is-layout-flow\">\n<div data-wp-class--is-open=\"state.isOpen\" data-wp-context=\"{ &quot;id&quot;: &quot;accordion-item-1&quot;, &quot;openByDefault&quot;: false }\" data-wp-init=\"callbacks.initAccordionItems\" data-wp-on-window--hashchange=\"callbacks.hashChange\" class=\"wp-block-accordion-item is-layout-flow wp-block-accordion-item-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-accordion-heading has-small-font-size\"><button aria-expanded=\"false\" aria-controls=\"accordion-item-1-panel\" data-wp-bind--aria-expanded=\"state.isOpen\" data-wp-on--click=\"actions.toggle\" data-wp-on--keydown=\"actions.handleKeyDown\" id=\"accordion-item-1\" class=\"wp-block-accordion-heading__toggle\"><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-title\">Episode 54 als Text<\/span><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/button><\/h3>\n\n\n\n<div inert aria-labelledby=\"accordion-item-1\" data-wp-bind--inert=\"!state.isOpen\" id=\"accordion-item-1-panel\" role=\"region\" class=\"wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow\">\n<p>The Future is Open Science \u2013 Folge 54: Paper Mills und Fake Journals<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Doreen Siegfried<br>Leitung Marketing und Public Relations, ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Jasmin Schmitz<br>Leitung der Publikationsberatung, Programmbereich Open Science, ZB MED \u2013 Informationszentrum Lebenswissenschaften<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:00] Intro<br>[00:00:03] Jasmin Schmitz:<br>Also, nat\u00fcrlich sind die Autor:innen auch in gewisser Weise T\u00e4ter:innen. Also, das kann man denen nicht absprechen. Es ist ganz klar ein Versto\u00df gegen die gute wissenschaftliche Praxis, gegen die wissenschaftliche Ethik.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:24] Jasmin Schmitz:<br>Weil, wir m\u00fcssen tats\u00e4chlich auch schauen, was hier auf dem Spiel steht. Also im Grunde genommen wird der wissenschaftliche state of the art, the scientific record, wie man auch sagt\u2026 Ja, einige Autoren haben das mal pollutet genannt. Also, der wird verschmutzt mit Ergebnissen, die eigentlich keinen wissenschaftlichen Wert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:53] Jasmin Schmitz:<br>Ansonsten sagt man ja bei Open Science auch: \u201eNa ja. Je mehr nat\u00fcrlich des Forschungsprozesses in der \u00d6ffentlichkeit stattfindet, umso mehr Leute gucken drauf, umso schwieriger ist es nat\u00fcrlich dann eben auch, Praktiken zu installieren, die mit der guten wissenschaftlichen Praxis nichts mehr zu tun haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>[00:01:16] Doreen Siegfried:<br>Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von &#8222;The Future is Open Science&#8220;, dem Podcast der ZBW. Mein Name ist Doreen Siegfried und ich treffe mich hier mit ganz unterschiedlichen Leuten aus dem Wissenschaftsbetrieb, die Ihnen verraten, wie sie in ihrer t\u00e4glichen Arbeit Open Science voranbringen. Heute geht es um ein Thema, das f\u00fcr die Integrit\u00e4t und Glaubw\u00fcrdigkeit von Wissenschaft von zentraler Bedeutung ist und das aktuell alarmierende Dimensionen annimmt. Wissenschaftlicher Betrug im gro\u00dfen Stil. Anfang August 2025, also jetzt wirklich vor kurzem, ist in den Proceedings of the National Academy of Science eine Studie erschienen mit dem Titel \u2013 also, ich \u00fcbersetze jetzt ins Deutsche \u2013 &#8222;Die Einrichtungen, die wissenschaftlichen Betrug in gro\u00dfem Stil erm\u00f6glichen, sind gro\u00df, widerstandsf\u00e4hig und wachsen rasch.&#8220; Also, das ist tats\u00e4chlich die \u00dcberschrift des Artikels. Die Autor:innen beschreiben wie sogenannte Paper Mills, also Organisationen, die gef\u00e4lschte oder minderwertige Forschungsarbeiten in gro\u00dfen Mengen produzieren und verkaufen, weitgehend komplett ungehindert agieren. Ihre Zahl w\u00e4chst deutlich schneller als die legitimer Wissenschaft und verd\u00e4chtige Ver\u00f6ffentlichungen verdoppeln sich alle 1,5 Jahre, w\u00e4hrend sich die Menge seri\u00f6ser Arbeiten nur alle 15 Jahre verdoppelt. Was sind jetzt genau diese Paper Mills? Wie arbeiten die? Warum greifen bisherige Gegenma\u00dfnahmen so wenig? Das sind die Fragen, mit denen wir uns heute besch\u00e4ftigen wollen. \u00dcber diese Fragen spreche ich heute mit Dr. Jasmin Schmitz. Sie ist promovierte Informationswissen-schaftlerin und arbeitet bei ZB MED \u2013 Informationszentrum Lebenswissenschaften, mittlerweile jetzt seit 2014 und ist ausgewiesene Kennerin der Open-Science-Community. Herzlich willkommen, liebe Jasmin.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:03:17] Jasmin Schmitz:<br>Vielen Dank f\u00fcr die Einladung, Doreen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:03:19] Doreen Siegfried:<br>Jasmin, bevor wir ins Detail gehen\u2026 Wir wollen ja heute \u00fcber wissenschaftlichen Betrug im gro\u00dfen Stil sprechen. Wie w\u00fcrdest Du das \u00fcberhaupt definieren? Wie sieht diese, ich nenne es mal industrialisierte Bedarfsdeckung, wie Du sie ja mal in einem Artikel beschrieben hast, wie sieht es genau aus?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:03:40] Jasmin Schmitz:<br>Also, im Grunde muss man sich ja vor Augen halten, dass es nach wie vor, also dass Publikationen nach wie vor zentral sind, um im Wissenschaftssystem aufsteigen zu k\u00f6nnen. Und f\u00fcr diejenigen, die keine Zeit haben, nicht die F\u00e4higkeiten haben oder was immer, um f\u00fcr den n\u00e4chsten Karriereschritt die notwendigen Publikationen beizubringen, f\u00fcr die gibt es jetzt eine industrialisierte Bedarfsdeckung mit Paper Mills. Wo sie sich am Ende dann diese Artikel einfach kaufen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:13] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Was sind denn genau Paper Mills? Also was bieten die an? Wie funktioniert das? Vielleicht kannst du das noch mal so ein bisschen erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:21] Jasmin Schmitz:<br>Also, die haben im Grunde genommen unterschiedliche Gesch\u00e4ftsfelder. Was so ein bisschen seltsam klingt, weil die am Ende genauso agieren wie jede normale Firma. Also aber die haben unterschiedliche Gesch\u00e4ftsfelder. Man kann also bei denen entweder komplette Artikel kaufen oder eben auch vereinzelte oder einzelne Autor:innenpositionen. Es gibt auch Gesch\u00e4ftsfelder, das kann man mit dem Schlagwort \u00fcberschreiben: \u201eCash for Citations\u201c. Das hei\u00dft, man kann sich da f\u00fcr Artikel auch Zitationen kaufen, um somit seinen, den Impact f\u00fcr seine Publikationen zu steigern. Das sind so im Wesentlichen die Felder, die diese Paper Mills bedienen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:05:11] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Okay. Also ein Supermarkt f\u00fcr bed\u00fcrftige Forschende [lacht], die irgendwie schnell zum Ziel kommen wollen. Vielleicht kannst du uns ja mal so ein Gef\u00fchl daf\u00fcr geben, wie so ein Service aussieht. Also, was f\u00fcr eine Summe muss ich dann tats\u00e4chlich auf den Tisch legen f\u00fcr eine gef\u00e4lschte Studie oder den Autorenplatz eins oder f\u00fcnf oder wie auch immer. Was kostet das? Wie l\u00e4uft das?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:05:40] Jasmin Schmitz:<br>Also im Gro\u00dfen und Ganzen ist es halt so, dass die den kompletten Kommunikationsprozess mit dem Journal eben verhandeln. Das hei\u00dft, die Autor:innen selber m\u00fcssen kaum noch in Erscheinung treten, m\u00fcssen kaum irgendwas machen und kaufen sich dann die Artikel. Und nat\u00fcrlich ist das Ganze auf Masse angelegt. Und wenn das auf Masse angelegt ist, ist eben auch klar, dass keine Forschungsergebnisse berichtet werden, also keine echten Forschungsergebnisse. Sondern am Ende da mit gef\u00e4lschten, geklauten, manipulierten Daten agiert wird und daraus eben buchst\u00e4blich ein Artikel fabriziert wird in irgendeiner Form, den man kaufen kann. Was jetzt so die Preise angeht, das staffelt sich. Nat\u00fcrlich m\u00f6chte ich alleinige Autorin dieses Artikels sein, dann ist das nat\u00fcrlich ein bisschen teurer, als wenn ich eine Autor:innenposition kaufe. Und man kann grob sagen, so einen vierstelligen Betrag, Dollar-Betrag, muss man schon auf den Tisch legen. Und das Ganze richtet sich dann eben nach der Autor:innenposition und auch nach dem Journal Impact Factor. Weil das ist halt das, was am meisten von den Kund:innen gefragt wird. Eine Publikation in einem Journal, was einen Journal Impact Factor hat. Und danach richten sich so ein bisschen die Preise auch.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:05] Doreen Siegfried:<br>Und wer sind hier so die Broker, die Vermittler? Also, wie finden diese Paper Mills ihre Kund:innen? Die k\u00f6nnen ja schlecht auf eine Fachtagung gehen, einen Infostand dahinstellen und sagen: &#8222;Hier ist unser Angebot. Hier ist unsere Preisliste. Kommt alle her.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:24] Jasmin Schmitz:<br>Genau. Also, was die tats\u00e4chlich haben, die haben tats\u00e4chlich Webseiten, wo sie auch Artikel mit Autor:innenpositionen anbieten. Aber ansonsten nehmen die Kontakt auf \u00fcber Social Media. Es gibt wohl Facebookgruppen, es werden wohl Leute auch angeschrieben. Wir haben letztens mal auf Academia Stack Exchange einen Post gesehen. Der war nicht lange drauf, weil die Verantwortlichen der Plattform den sofort runtergenommen haben. Aber wer f\u00fcr dieses Thema empf\u00e4nglich ist, hatte zumindest die Chance, diesen Post zu sehen und wei\u00df dann eben auch, dass es solche Angebote gibt. Und am Ende wird es vermutlich auch so eine Art Mund zu Mund Propaganda geben.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:04] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Welche Rolle spielen denn sogenannte Predatory Journals in diesem Geflecht? Sind die denn letztlich sozusagen das Outlet f\u00fcr diese Artikel, f\u00fcr diese gekauften Artikel, oder\u2026?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:20] Jasmin Schmitz:<br>Also, man sieht tats\u00e4chlich Paper-Mills-Erzeugnisse auch in Predatory Journals. Man wei\u00df aber am Ende nicht, arbeiten diese Predatory Journals jetzt wirklich aktiv mit den Paper Mills zusammen? Oder hat die Paper Mills aus Versehen dieses Predatory Journal unterwandert? Fakt ist tats\u00e4chlich, dass die Kund:innen in erster Linie Artikel w\u00fcnschen, die in Zeitschriften publiziert werden, die ein gewisses Renommee haben, sprich, aber eben auch insbesondere einen Journal Impact Factor haben. Und deswegen sind die in erster Linie f\u00fcr die Paper Mills interessant. Und das ist eben ein Kennzeichen, was Predatory Journals nicht haben. Also, da wei\u00df man\u2026, die Zusammenh\u00e4nge kennt man noch nicht so wirklich. Sie tauchen da vereinzelt auch auf, aber am Ende so, ob es da jetzt wirklich dezidierte Zusammenh\u00e4nge gibt, ist nach wie vor noch unklar.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:09:25] Doreen Siegfried:<br>Okay, jetzt sprichst du nat\u00fcrlich einen total spannenden Punkt an. Alle wollen in die gro\u00dfen Top Journals rein, in die Journals mit dem gro\u00dfen Impact Factor. Wie funktioniert dann das hijacken oder kapern dieser Journals? Da gibt es ja auch irgendwie Qualit\u00e4tssicherungsprozesse. Also wie schaffen es die Paper Mills da Autorenpl\u00e4tze zu sichern oder Journals unterzubringen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:09:54] Jasmin Schmitz:<br>Also man muss grunds\u00e4tzlich noch mal unterscheiden. Also, Journal Hijacking ist noch mal ein anderes Ph\u00e4nomen als tats\u00e4chlich die Paper Mills. Es sind zwei betr\u00fcgerische Varianten, aber eigentlich muss man die voneinander trennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Paper Mills ist es einfach so, man kann da Artikel kaufen und diese Paper Mills fabrizieren dann irgendwelche Artikel, die sie dann bei den Journals einreichen, damit das Ganze von Erfolg gekr\u00f6nt ist. Denn, n\u00e4mlich nur solche Artikel kann man tats\u00e4chlich auch verkaufen. Versuchen die nat\u00fcrlich auch den Publikationsprozess zu manipulieren, das Peer Review Verfahren zu manipulieren, um dann eben schlussendlich zum Ziel zu kommen und ihre fabrizierte Forschung dort unterzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hijack Journals ist eigentlich eine Spielart von Predatory Journals. Predatory Journals sind ja Open-Access-Journals, die Publikationsdienstleistungen anbieten, daf\u00fcr Publikationsgeb\u00fchren nehmen, wie es im Open Access Bereich ja h\u00e4ufig \u00fcblich ist, daf\u00fcr aber keine verlegerische Leistung anbieten, insbesondere auf das Peer Review Verfahren verzichten. Und bei Hijack Journals ist es jetzt so, dass die auf Verwechslung setzen. Das hei\u00dft, die bauen Internetauftritte, die bekannten Zeitschriften relativ \u00e4hnlich aussehen, und versuchen da Einreichungsstr\u00f6me umzuleiten auf das unseri\u00f6se Pendant.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:28] Doreen Siegfried:<br>Ah, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:29] Jasmin Schmitz:<br>Und ja da gibt es halt auch unterschiedliche Strategien bei den Hijack Journals. Also das, womit die eigentlich angefangen haben, war, dass sie Seiten von bekannten Zeitschriften nachgebaut haben. Manchmal ist es aber auch so, dass eine neue Zeitschrift gegr\u00fcndet wird, die so \u00e4hnlich hei\u00dft wie ein bekanntes Journal und dazu dann ein entsprechender Internetauftritt gebaut wird. Es ist aber auch so, dass zu Printzeitschriften manchmal eine Onlineausgabe gemacht wird oder zu landessprachlichen Zeitschriften pl\u00f6tzlich eine internationale Ausgabe etc. Also die suchen sich alle m\u00f6glichen L\u00fccken, die dazu genutzt werden k\u00f6nnen, um Verwechslungen zu erzeugen. Und dann wird dann eben, wie gesagt, f\u00fcr eine Umleitung der Einreichungsstr\u00f6me gesorgt, wenn die Forschenden nicht gr\u00fcndlich genug schauen, wo sie denn jetzt konkret ihren Artikel einreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:12:29] Doreen Siegfried:<br>Mm, ja. okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:12:30] Jasmin Schmitz:<br>Aber es kann durchaus auch seri\u00f6se Forschung sein. Also, da hofft man noch mal eher darauf, dass die Leute das eigentlich verwechseln.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:12:40] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay, okay. Also da geht es darum, ich habe irgendwas Ernsthaftes tats\u00e4chlich selbst erforscht, habe auch ein gutes Gewissen dabei, dass das was Vern\u00fcnftiges ist, will das publizieren und dann wird sozusagen einfach mein Portemonnaie geleert.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:12:58] Jasmin Schmitz:<br>Ja. Also man sieht aber tats\u00e4chlich auch gerade, weil Predatory und Hijack Journals eben auf gr\u00fcndliches Peer Review verzichten, dass manche Autor:innen das durchaus ausnutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:10] Doreen Siegfried:<br>Ah, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:11] Jasmin Schmitz:<br>Entweder um minderwertigere Forschung da unterzubringen, um den Artikel eben auch noch publiziert zu bekommen oder eben auch durchaus Fake News zu verbreiten. Das sehen wir durchaus auch. Aber h\u00e4ufig fallen da eben einfach auch Leute, unbedarfte Leute, darauf rein.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:30] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Dann vielleicht noch mal zur\u00fcck zu den Paper Mills. Das ist jetzt noch mal interessant. Du hast gesagt okay, diese Paper Mills versuchen in die High Impact Journals reinzukommen und versuchen sozusagen, diesen Peer Review Prozess irgendwie zu \u00fcbergehen oder zu durchdringen. Also, wie muss ich mir das vorstellen? Werden die Peer Reviewer bestochen oder wie l\u00e4uft das? [lacht]<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:59] Jasmin Schmitz:<br>Wahrscheinlich auch. Also so in den Anfangsphasen der Paper Mills haben sie das tats\u00e4chlich noch versucht, das so zu umgehen. Und dazu muss man einfach wissen, dass es v\u00f6llig normal ist, dass wenn man irgendwo einen Artikel einreicht, man auch Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Gutachter:innen macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Teilweise gehen die Herausgebenden\u2026 nehmen die das gerne, weil sie ja auch immer auf der Suche sind nach Gutachter:innen, denen sie das schicken, zur Begutachtung schicken k\u00f6nnen. Und dann arbeiten die da bei diesen Vorschl\u00e4gen mit gef\u00e4lschten E-Mail-Adressen, die dann am Ende sicherstellen, dass die Anfrage f\u00fcr das Gutachten auch wieder bei der Paper Mill einl\u00e4uft. Also, das ist relativ perfide gut gemacht. Und es gibt aber auch schon F\u00e4lle, die berichtet werden, dass sich Herausgebende melden, dass sie von einer Paper Mill kontaktiert worden sind. Und dann werden da gewisse Summen angeboten. Ziel ist auch nicht, nur einzelne Artikel unterzubringen, sondern gr\u00f6\u00dfere Mengen. Und dann wird den Herausgebenden auch Geld geboten pro Artikel. Und wenn sie nat\u00fcrlich dann massenhaft Artikel durchbringen, dann steigert sich nat\u00fcrlich auch deren Einnahme.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:15:24] Doreen Siegfried:<br>Anscheinend scheint das ja zu funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:15:30] Jasmin Schmitz:<br>Ja, also nat\u00fcrlich gehen Herausgebende damit nicht hausieren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:15:35] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:15:35] Jasmin Schmitz:<br>Diejenigen, die angeschrieben worden sind, vermuten, dass das an der einen oder anderen Stelle durchaus erfolgreich gewesen sein k\u00f6nnte. Und es gibt, oder es wird auch vermutet, dass es eine Variante gibt, wo die Herausgebenden direkt von der Paper Mill auch gestellt werden. Also da kommen wir zu diesem Thema Special Issues. Hatten wir ja auch vereinbart, dass wir dar\u00fcber sprechen. Da werden Themenhefte der Zeitschrift vorgeschlagen und dann sagt die Paper Mill &#8222;Wir haben \u00fcbrigens einen Gast-Herausgegebenden direkt auch mit an der Hand&#8220; und die Person ist wiederum dann auch von der Pape Mill eingesetzt. Und dann hat man im Grunde genommen leichtes Spiel. Dazu muss man nat\u00fcrlich auch wissen, dass den Herausgebenden eine ziemliche Macht zukommt. Also sie sind dann hinterher diejenigen, die final entscheiden, ob ein Artikel publiziert wird oder nicht. Sie sind an Gutachter:innenentscheidungen nicht wirklich gebunden. Sie k\u00f6nnen sich dar\u00fcber hinwegsetzen und das gibt nat\u00fcrlich den Herausgebenden eine gewisse Macht. Und da eben dann eben auch das Einfallstor f\u00fcr die Paper Mills. Das ist dann so quasi die Schwachstelle im Publikationssystem, wo die unter anderem eben auch ansetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:16:59] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Ja, vielleicht bevor wir zu den Special Issues kommen, das finde ich auch ein spannendes Thema. Also das hei\u00dft, die Paper Mills, die, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, die schlagen real existierende Forschende vor als Reviewer. Die k\u00f6nnten Dich jetzt vorschlagen, k\u00f6nnten sagen, &#8222;Okay, Dr. Jasmin Schmitz schlage ich vor. Die ist ausgewiesene Expertin hier f\u00fcr dieses Thema.&#8220; Dann kann ich als Herausgeber:in pr\u00fcfen und sehen: Stimmt. Okay, ich sehe die Publikationen. Vielleicht kenne ich Dich auch von irgendeiner Konferenz und sage, klar. Und dann wird aber sozusagen wieder mit dieser Verwechslung agiert, dass dann irgendeine Adresse verwendet wird, die so \u00e4hnlich klingt wie Deine. Und dann landet irgendwie das Gutachten dann bei irgendjemand anderem.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:17:58] Jasmin Schmitz:<br>Genau. Also, ein Trend, den man momentan sehen kann ist entweder eine Abwandlung von institutionellen E-Mail-Adressen oder eben auch, dass man bei freien E-Mail-Providern einfach eine Adresse registriert auf meinen Namen. Also bei wei\u00df ich nicht, Gmail oder die bekannten Anbieter, wo wir im Grunde genommen alle auch irgendwo eine E-Mailadresse haben, die werden dann eben auch dazu genutzt. Es ist kostenlos, sich da eine E-Mail-Adresse zu machen und es ist f\u00fcr jeden Au\u00dfenstehenden ein Leichtes, auf meinen Namen dann theoretisch eine E-Mail-Adresse anzumelden. Das ist eine Sache, dass man bekannte Wissenschaftler:innen nimmt. Es gibt aber wohl auch F\u00e4lle, wo es ganze Netzwerke gibt von Gutachter:innen, die aber sonst nirgendwo in diesem Wissenschaftsfeld in Erscheinung getreten sind. Also da ist auch die Identit\u00e4t der Leute nicht klar. Paper Mills gehen jetzt dazu \u00fcber, Namen von bekannten Wissenschaftler:innen zu nehmen und da durch gef\u00e4lschte E-Mail-Adressen das umzuleiten, weil nat\u00fcrlich, wie Du schon sagtest, wenn man da einen kurzen Check macht: Ja, die Person gibt es wirklich, forscht auch in dem Feld. Prima. Der Person \u00fcbertragen wir das Gutachten, hat eine gewisse Glaubw\u00fcrdigkeit. Und da kommt man dann eben noch mal wieder schneller als Paper Mills zum Ziel, als wenn ich da v\u00f6llig unbekannte Figuren nehme.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:19:36] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Und wie hoch ist denn\u2026 Also, wenn ich jetzt mal tats\u00e4chlich mich noch mal in die Rolle eines Kunden oder einer Kundin hineinversetze. Ich sage: &#8222;Okay, ich will mich jetzt hier bewerben auf die und die Stelle. Ich brauche jetzt noch mal ordentlich ein paar Paper.&#8220; Wie sicher kann ich sein, dass dann das auch tats\u00e4chlich funktioniert? Also, wie hoch ist dann die Erfolgsstrategie der Paper Mills? Kennst Du da irgendwelche Zahlen, Daten, Fakten?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:04] Jasmin Schmitz:<br>Nee, nat\u00fcrlich nicht, weil man die Dunkelziffer nicht kennt. Also das ist schwierig. Aber schlussendlich, die Paper Mills agieren da wie ganz normale Firmen. Teilweise gibts, scheint es wohl auch Vertr\u00e4ge zu geben und auch eine\u2026 Also bei Nichterfolg muss man beispielsweise auch nicht zahlen. Also das ist dann schon sichergestellt. Also die Paper Mills sind sich schon ziemlich sicher, dass sie wohl die Journals so weit unterwandert haben, dass sie die Dinger auf jeden Fall unterkriegen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:31] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Was ich mich noch frage, also bei diesen Autorenpl\u00e4tzen\u2026 Sagen wir mal, ich habe ein Autorenteam von 3 bis 4 Leuten und wir schreiben zusammen einen Artikel. Dann kennt man sich ja auch. Wenn da pl\u00f6tzlich jetzt ein ganz anderer Name auftaucht in der Publikation, w\u00fcrden da nicht die anderen das merken? Dass da\u2026 Dass man sich wundert: Wer ist denn jetzt hier, keine Ahnung, Peter M\u00fcller?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:58] Jasmin Schmitz:<br>Das sind ja Mitk\u00e4ufer. Also das wird denen schon vorher gesagt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:02] Doreen Siegfried:<br>Ah, okay. Das hei\u00dft, ich kriege nicht einen Autorenplatz in einer wirklich echten Publikation. Ah, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:11] Jasmin Schmitz:<br>Genau. Ja, also, man muss das\u2026 Muss sich das so vorstellen: Die Paper Mill reicht ein Paper ein. Da stehen vielleicht schon ein, zwei Namen drauf und dann durchl\u00e4uft der Artikel ja das Peer Review Verfahren. Entweder ist das eh auch schon manipuliert oder nicht. Und am Ende steht dann: Okay, der Artikel wird publiziert. Und dann gibt es ja noch mal so ein Zeitfenster, wo es \u00dcberarbeitungen gibt. Also bevor der Artikel tats\u00e4chlich gedruckt wird bzw. ver\u00f6ffentlicht wird und in dem Zeitfenster werden weitere Autor:innennamen hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:46] Doreen Siegfried:<br>Ah, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:47] Jasmin Schmitz:<br>Und dann ist es ja mehr oder weniger schon eine Publikationsgarantie, \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:53] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:53] Jasmin Schmitz:<br>\u2026 weil in dem Moment klar ist, der Artikel ist angenommen. Und wie gesagt, dann werden Autor:innennamen hinzugef\u00fcgt und das Ganze eben publiziert. Und dar\u00fcber ist es eben auch unter anderem aufgefallen, dass pl\u00f6tzlich auf einem Artikel unterschiedliche Forschende oder Forschende aus unterschiedlichen Fachgebieten da pl\u00f6tzlich draufstehen und aus ganz unterschiedlichen L\u00e4ndern, ganz unterschiedlichen Dom\u00e4nen und man sich irgendwie gefragt hat, wie haben die denn blo\u00df zusammengefunden?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:25] Doreen Siegfried:<br>Ja, die sch\u00f6ne Interdisziplinarit\u00e4t. Ja okay<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:28] Jasmin Schmitz:<br>Ja, genau. Was ja aber v\u00f6llig weltfremd war.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:31] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:31] Jasmin Schmitz:<br>Und da gab es dann schon die ersten Verdachtsf\u00e4lle, die man dann hinterher weiterverfolgen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:37] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. In diesem ganzen Kontext Paper Mills usw. liest man ja h\u00e4ufig auch von Journal hopping. Also sprich, wenn dann die Zeitschrift irgendwie deindexiert wird. Wie auch immer. Kannst Du das noch mal erkl\u00e4ren? Was ist das? Wie gehen die Paper Mills damit um? Was ist \u00fcberhaupt deindexieren? Also, vielleicht kannst du uns da noch mal mitnehmen in diese Seite des dunklen Korridors. [lacht]<\/p>\n\n\n\n<p>[00:23:04] Jasmin Schmitz:<br>Diese Seite. Genau. Also ja, Deindexierung findet gar nicht so im gro\u00dfen Stil statt. Deindexierung hei\u00dft ja tats\u00e4chlich die Artikel werden rausgenommen. Das macht man beim Journal Hijacking, insbesondere wenn die Artikel es irgendwie geschafft haben, in eine Literaturdatenbank reinzukommen, also die unseri\u00f6sen Journals, die eigentlich ein seri\u00f6ses Pendant haben. Dann nimmt man die Artikel aus der Datenbank raus. Ansonsten, was andere Datenbanken machen, ist, dass sie die Indexierung eine Zeit lang aussetzen und sagen: \u201eSo, jetzt r\u00e4umt erstmal auf. Guckt erstmal, was von euren Artikeln wir hier in letzter Zeit publiziert haben. Was stammt davon wahrscheinlich von der Paper Mill? Was sind seri\u00f6se Sachen?\u201c. Und dann\u2026 Also dann sch\u00fctzen sich die Datenbanken dadurch, dass sie dann erstmal mit der Indexierung aufh\u00f6ren. H\u00e4ufig ist das dann auch damit verbunden, dass die Journals erstmal auch keinen Impact Factor bekommen und dann werden sie nat\u00fcrlich schlagartig f\u00fcr die Paper Mills ein St\u00fcck weit uninteressant.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:08] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:09] Jasmin Schmitz:<br>Kund:innen verlangen Artikel in Journals, die einen Journal Impact Factor haben. Wenn die das nicht mehr haben, dann ist eigentlich klar, man ist aufgeflogen und dann zieht die Karawane weiter. Dann guckt man sich das n\u00e4chste Journal aus. Im Grunde genommen l\u00e4uft das so. Und ja, Deindexierung ist wirklich das scharfeste Schwert. Da werden Artikel aus der Datenbank rausgenommen. Bei Paper Mills ist es in der Regel so, dass die Artikel zur\u00fcckgezogen werden. Da wird eine Retraction Notice publiziert. Und wir sehen das. Momentan gibt es regelm\u00e4\u00dfig Pressemitteilungen von gr\u00f6\u00dferen Verlagen, von Journals, die sagen: \u201eWir mussten massenhaft Artikel zur\u00fcckziehen, weil wir davon ausgehen, dass da irgendeine Form von Manipulation stattgefunden hat.\u201c Das sehen wir gerade. Und dann wird eher eine Retraction publiziert. Um der wissenschaftlichen Community einfach zu zeigen: Verwendet die Artikel bitte nicht, die enthalten keine Ergebnisse, die die wissenschaftliche Community in irgendeiner Form weiterbringen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:21] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Und wo wir schon bei Fachbegriffen sind. Was ist denn Index Jacking? Was ist denn damit gemeint und welche Rolle spielt das auch f\u00fcr Bibliotheken?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:32] Jasmin Schmitz:<br>Also, im Grunde genommen m\u00fcssen wir dann wieder zur\u00fcck zu den Predatory Journal.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:36] Doreen Siegfried:<br>Ja<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:37] Jasmin Schmitz:<br>Das machen wohl mittlerweile auch Hijack Journals, die versuchen, Links in Literaturdatenbanken zu \u00e4ndern und dar\u00fcber eben auch wieder eine Verwechslung zu erwirken und auch wieder Einreichungsstr\u00f6me umzulenken. Und im schlimmsten Fall gelingt es ihnen dadurch eben auch, von einer Datenbank indexiert zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:01] Doreen Siegfried:<br>Ja. Okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:02] Jasmin Schmitz:<br>Also dann kommen nicht mehr die Artikel des seri\u00f6sen Pendants in die Datenbank, sondern des unseri\u00f6sen Pendants. Also von dem Hijack Journal, Predatory Journal. Und das ist nat\u00fcrlich katastrophal. Und dann muss nat\u00fcrlich auch hinterher nach M\u00f6glichkeit so ein Deindexing stattfinden, weil das, ganz klar, ja Betrug ist\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:29] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:31] Jasmin Schmitz:<br>\u2026und auch kein Peer Review stattgefunden hat. Meistens ist es ja auch so, dass die Literaturdatenbanken ausschlie\u00dflich Journals aufnehmen, die ein Peer Review Verfahren anbieten, ein rigoroses.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:46] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Du hattest es vorhin schon angesprochen. Ich w\u00fcrde da jetzt mal ein bisschen mehr den Fokus darauflegen: Special Issues von Zeitschriften. Sind ja eigentlich eine feine Sache, wenn es mal so ein Spezialthema gibt. Und du hast gesagt, okay, dann gibt es irgendwie da die M\u00f6glichkeit, Gastherausgebende anzubieten. Also vielleicht kannst du da noch mal erkl\u00e4ren, warum sind Special Issues besonders attraktiv f\u00fcr Paper Mills?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:16] Jasmin Schmitz:<br>Also im Grunde genommen dadurch, dass die Herausgebenden relativ wenig Erfahrungen haben. Es ist dann ein sehr\u2026 Special Issues, sind ja Themenhefte, die sich auf ein ganz konkretes Spezialthema fokussieren. Und da gibt es auch relativ wenig Expert:innen zu. Und dann ist es entweder so, dass tats\u00e4chlich eine real existierende Person Gastherausgeber:in wird und dann vielleicht die Unterwanderung gar nicht bemerkt. Weil sie relativ als Gastherausgeber:in nicht so oft agiert und deswegen nicht mit den Publikationsprozessen und sonstigen Prozessen der Zeitschrift vertraut ist und das entweder gar nicht merkt oder eben direkt auch von der Paper Mill eingesetzt wird. Ja, und deswegen gehen halt Paper Mills sehr gerne auf diese Special Issues.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:28:22] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Gibt es denn bestimmte Fachbereiche innerhalb der kompletten Wissenschaftslandschaft, die hier besonders betroffen sind? Du kennst dich jetzt ja vielleicht gut aus mit medizinischer Fachliteratur, lebenswissenschaftlicher Fachliteratur. Kannst du da was zu sagen? Gibt es da irgendwelche Beobachtungen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:28:45] Jasmin Schmitz:<br>Also im Grunde genommen sind alle wissenschaftlichen Disziplinen betroffen. Aber in der Medizin ist eigentlich dieses Problem noch mal besonders hoch. Und das h\u00e4ngt damit zusammen, dass man in bestimmten L\u00e4ndern allein f\u00fcr einen Posten im Krankenhaus schon eine gewisse Anzahl an Publikationen vorweisen muss. Und das sind nat\u00fcrlich, das kann man sich auch gut vorstellen. Das sind halt auch Leute, die stehen am Krankenbett und wollen Medizin machen und die haben einfach diese Publikationen nicht, kommen auch nicht unbedingt zum Forschen. Und dann kaufen sie sich einfach diese Publikation.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:25] Doreen Siegfried:<br>Okay. Also ist es\u2026 Kann es vielleicht ja gar nicht unbedingt\u2026 Ich meine okay, das Anreizsystem der Wissenschaft, da kommen wir vielleicht sp\u00e4ter auch noch mal zu. Man kann es ja den Leuten gar nicht so verdenken, wenn sie sagen: &#8222;Okay, es gibt einen Notstand mit medizinischem Fachpersonal. Ich m\u00f6chte jetzt hier gerne was tun. Lasst mich ran an den Patienten, an die Patientin.&#8220; Ich finde es schwierig.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:52] Jasmin Schmitz:<br>Ja. Also nat\u00fcrlich sind die Autor:innen auch in gewisser Weise T\u00e4ter:innen. Also das kann man denen nicht absprechen. Es ist ganz klar ein Versto\u00df gegen die gute wissenschaftliche Praxis, gegen die wissenschaftliche Ethik. Dinge, die ich nicht geschrieben habe, darf ich nicht als meine ausgeben und entsprechend publizieren. Aber warum Paper Mills so einen Zulauf haben, ne? Und wir reden ja nicht von zwei, drei Artikeln, sondern wir reden von tausenden von Artikeln. Das l\u00e4sst sich eben durch diesen, durch diesen Druck zu publizieren eben einfach auch erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:30:33] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, okay. Was mich noch interessieren w\u00fcrde: Es gibt ja Kontrollmechanismen. Es gibt Peer Review. Es gibt Sanktionsmechanismen im Wissenschaftsbetrieb. Welche w\u00fcrdest Du sagen, welche Kontrollmechanismen funktionieren gut, um derartigen wirklich massenhaften Betrug zu verhindern? Oder vielleicht, bevor wir sagen, ob sie gut funktionieren: Welche gibt es denn vielleicht erstmal? Dass man sagen kann, okay, das sind sozusagen die H\u00fcrden, \u00fcber die muss sozusagen so eine Paper Mill r\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:11] Jasmin Schmitz:<br>Im Grunde genommen, das Wichtigste ist Bewusstseinsbildung.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:15] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:15] Jasmin Schmitz:<br>Wenn ich nicht wei\u00df, dass es da eine M\u00f6glichkeit gibt, mich zu betuppen, dann merke ich das unter Umst\u00e4nden gar nicht. Also erste Ma\u00dfnahme ist, dass man im Grunde genommen das Thema immer weiter vorantreibt, immer wieder dar\u00fcber berichtet, dass das wirklich in den K\u00f6pfen von jedem Verlag, von jedem Herausgebenden und von jedem, von jeder Gutachter:in sitzt. Dass die im Zweifelsfall, wenn denen irgendwas komisch vorkommt, sofort die Alarmglocken klingeln und sagen: &#8222;Okay, das k\u00f6nnte jetzt ein Paper-Mill-Erzeugnis sein.&#8220; Gleiches gilt im \u00dcbrigen auch f\u00fcr Autor:innen. Also, sagen wir mal so Zur\u00fcckziehungs-\/ Retractions-Prozesse k\u00f6nnen ja von allen Akteuren im Wissenschaftssystem initiiert werden. Und ja, wir brauchen eigentlich im Grunde genommen eine breite Bewusstseinsbildung. Und erst dann kann man konkrete Ma\u00dfnahmen ergreifen, wie man den Publikationsprozess im Grunde vor der Unterwanderung sch\u00fctzt. Da gibt es\u2026 Also Verlage haben sich ja mittlerweile auch zusammengeschlossen, entwickeln da auch gemeinsam Tools oder nutzen eben auch Tools gemeinsam. Aber so der erste Schritt war, mal \u00fcberhaupt Einreichungen zu poolen. Was Paper Mills n\u00e4mlich auch gerne machen, ist, dass sie zeitgleich bei mehreren Journals einreichen. Ist eigentlich ein Versto\u00df gegen die gute wissenschaftliche Praxis. Eigentlich macht man das nacheinander. Aber die Paper Mills haben es nat\u00fcrlich eilig und reichen dann zeitgleich bei mehreren ein und gucken, welches Journal springt als erstes darauf an und ziehen dann die anderen zur\u00fcck, durch so ein Withdrawal. Aber das ist halt so\u2026 Also das war im Grunde genommen der erste Schritt, dass man mal guckt, okay, haben wir hier Paper, die mehrfach eingereicht werden, bei unterschiedlichen Verlagen, bei unterschiedlichen Journals und dann konnte man da schon mal so erste schon erste Warnzeichen setzen. Und der n\u00e4chste Punkt ist dann halt auch technische Ma\u00dfnahmen, Plagiatsoftware, KI, solche Geschichten. Und Paper Mills, um, sagen wir mal, die Masse zu produzieren, arbeiten h\u00e4ufig auch mit Templates. Also das sind dann schon so ja, wie wir das auch klassischerweise kennen. Und dann wird das hinterher nur mit diesen gefakten Daten oder zusammengeklauten Ergebnissen irgendwie nur bef\u00fcllt. Und solche Strukturen kann man sich nat\u00fcrlich auch zunutze machen. Oder wenn zur\u00fcckgezogene Artikel massenhaft zitiert werden. Oder Literatur zitiert wird in einem Artikel, die gar nichts eigentlich mit dem Artikelinhalt zu tun hat. Dann sind das auch so erste Red Flags. Und damit kommt man eigentlich mit technischen Ma\u00dfnahmen eigentlich ganz gut dahinter.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:34:14] Doreen Siegfried:<br>Ah, okay. Wenn wir \u00fcber Bewusstsein sprechen: Was ich interessant finde, man kennt das, man kennt es vielleicht ein bisschen aus der Verhaltens\u00f6konomie oder aus der Psychologie: Das gibt ja das Ph\u00e4nomen, dass ich von mir auf andere schlie\u00dfe. Also, das hei\u00dft, Menschen haben irgendwie so einen Wertekompass und handeln nach bestimmten Vorgaben und k\u00f6nnen sich gar nicht vorstellen, dass andere irgendwie das anders machen. Das hei\u00dft, wenn jemand, wenn ich irgendwie erfahre, jemand geht einen anderen Weg, als ich ihn redlich, ethisch und sauber, wissenschaftlich sauber, finde, gibt es, beobachte ich h\u00e4ufig, eine Riesen-Emp\u00f6rung. Ich kenne das auch aus anderen Kontexten, dass Menschen v\u00f6llig emp\u00f6rt sind und \u00fcberrascht, dass es das \u00fcberhaupt gibt, weil es ist gar nicht in ihrer Vorstellungswelt. Ich wei\u00df, wir kennen das ja aus dem Sport. Das ist ja eben so ein hoch kompetitives Feld. Da gibt es auch Dopingkontrollen usw., weil Leute unter Druck stehen und sich vielleicht irgendwie noch mit diversen Mitteln irgendwie pushen wollen, damit sie vielleicht es doch schaffen. Nichts anderes ist es ja, wenn ich mir irgendwas kaufe usw. Also was ich mich frage, wenn es gar nicht in meiner Vorstellungswelt ist, wie kann ich tats\u00e4chlich Forschende &#8211; und jetzt Alter spielt keine Rolle &#8211; sensibilisieren? Also wir beide reden jetzt dr\u00fcber. Ich hoffe, das h\u00f6ren jetzt auch Leute und gehen dann vielleicht heute Abend nach Hause und stellen fest: &#8222;Oh mein Gott, das habe ich noch nie gewusst.&#8220; Aber wie\u2026 Was w\u00fcrdest du sagen? Wie viel Bewusstsein herrscht bislang \u00fcber die Gefahren, die da tats\u00e4chlich im Wissenschafts- oder im Pseudo-Fake-Wissenschaftsbetrieb warten auf gute Forschende?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:36:22] Jasmin Schmitz:<br>Also im Grunde genommen\u2026 Ich vermute mal, dass es nun sehr viele mittlerweile schon geh\u00f6rt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:36:27] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:36:28] Jasmin Schmitz:<br>Das Thema, dass es Paper Mills gibt, dass es Predatory Journals gibt, dass es Hijack Journals gibt. Aber es gibt nat\u00fcrlich auch immer noch so eine Grauzone. Und ich denke mal, dass man gerade auch \u00fcber diese Emp\u00f6rung vielleicht auch an die Leute noch mal eher drankommt, sich etwas tiefer mit diesem Thema, genauer mit diesem Thema zu besch\u00e4ftigen. Weil wir m\u00fcssen tats\u00e4chlich auch schauen, was hier auf dem Spiel steht. Also im Grunde genommen wird der wissenschaftliche state of the art, the scientific record, wie man auch sagt\u2026 Ja. Einige Autoren haben das mal pollutet genannt. Also der wird verschmutzt mit Ergebnissen, die eigentlich keinen wissenschaftlichen Wert haben. Und wenn man sich nat\u00fcrlich dann jetzt in der Medizin anguckt, dass wissenschaftliche Ergebnisse eigentlich dazu benutzt werden, um da Behandlungsmethoden abzuleiten, in anderen Dom\u00e4nen vielleicht auch politische Entscheidungen abzuleiten. Dann sehen wir eigentlich, was auf dem Spiel steht. Wenn der Klinikarzt, die Klinik\u00e4rztin, ihre Behandlungsmethoden auf einem Fake Paper, was von der Paper Mill zusammengekl\u00f6ppelt wurde, fu\u00dft. Oder ihre Behandlungsmethode\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:37:52] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:37:52] Jasmin Schmitz:<br>\u2026 oder Entscheidung, was die Patient:innen haben k\u00f6nnten, dann ist das fatal. Da geht es um Leib und Leben in dem Moment. Und das m\u00fcssen wir uns vor Augen f\u00fchren, was tats\u00e4chlich auf dem Spiel steht. Und dann muss eigentlich die wissenschaftliche Community in G\u00e4nze aufstehen und irgendwie auch mithelfen,\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:38:15] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:38:16] Jasmin Schmitz:<br>\u2026 dass wir diese Publikationen dann eben einerseits aus den ganzen Indizes rausbekommen und eben unsere Systeme so wappnen, dass es keine weiteren Angriffspunkte gibt. Also, uns bleibt im Grunde genommen nichts anderes \u00fcbrig. Ansonsten\u2026 Ich will jetzt nicht so weit gehen, als zu sagen, sonst ist die Wissenschaft verloren. Aber im Grunde genommen wird es dann tats\u00e4chlich schwierig, lege artis zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:38:50] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:38:50] Jasmin Schmitz:<br>Wenn man sich bedenkt\u2026 Wenn man am Ende bedenkt, dass\u2026 Wenn dann am Ende tausende von Artikeln keine seri\u00f6se Forschung mehr berichten.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:02] Doreen Siegfried:<br>Ja. Es gibt ja so Initiativen wie Retraction Watch. Ich wei\u00df nicht, ob alle das kennen, sonst mal kurz auf die Webseite gehen. Wie sch\u00e4tzt Du denn beispielsweise die Bedeutung dieser Plattform ein? Genau f\u00fcr die Sensibilisierung oder auch um hier wieder Ordnung zu schaffen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:22] Jasmin Schmitz:<br>Also, im Grunde genommen haben die schon eine gro\u00dfe Bedeutung. Sie waren mit die ersten, die \u00fcberhaupt das Thema mit in die wissenschaftliche Community getragen haben. Haben ja auch immer eine Datenbank gef\u00fchrt mit zur\u00fcckgezogenen Artikeln und haben das Thema Retractions dann eben auch von allen Seiten beleuchtet und berichten mittlerweile auch zunehmend. Ich habe den Newsletter von denen abonniert. Der kommt t\u00e4glich. Berichten eigentlich in dem Newsletter auch von neuen Betrugsmaschen, von F\u00e4llen, wo Journals was aufgefallen ist, wo die halt massenhaft zur\u00fcckziehen, also Artikel zur\u00fcckziehen. Und sie featuren eben auch in ihrem Blog und in ihrer Berichterstattung auch Leute, die versuchen Paper Mills das Handwerk zu legen oder halt Journals. Und lassen die eben von ihren Methoden und von ihrer Arbeit berichten\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:40:20] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:40:20] Jasmin Schmitz:<br>\u2026 und das sorgt insgesamt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr eine Bewusstseinsbildung. Nebenher haben die auch noch eine Datenbank mit bekannten Hijack Journals, also wo man wei\u00df, da gibt es zu einer bestimmten Zeitschrift ein unseri\u00f6ses Pendant. Also da wird schon sehr viel Aufkl\u00e4rungsarbeit betrieben, die einen unsch\u00e4tzbaren Wert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:40:44] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Also wir packen das mal in die Shownotes, liebe Zuh\u00f6rerinnen, liebe Zuh\u00f6rer, guckt Euch das mal an, was da, welche Journals da alle auf der Liste stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was mich nat\u00fcrlich noch interessieren w\u00fcrde: Wir sind ja der Open Science Podcast &#8211; also k\u00f6nnen dann, was denkst Du, k\u00f6nnen Open Science Praktiken, also Open Peer Review oder Pr\u00e4registrierung oder was auch immer\u2026 K\u00f6nnen tats\u00e4chlich Praktiken aus der Open Science, aus dem, ja unter dem Dunstkreis Open Science tats\u00e4chlich Paper Mills irgendwie ausbremsen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:41:19] Jasmin Schmitz:<br>Also, wir sehen das jetzt schon, dass so Open-Peer-Review-Plattformen wie PubPeer auch dazu genutzt werden, der Community zur Kenntnis\u2026 Also solche Publikationen zur Kenntnis zu bringen, die problematisch sind. Das ist eine M\u00f6glichkeit. Ansonsten sagt man ja bei Open Science auch: Na ja. Je mehr nat\u00fcrlich des Forschungsprozesses in der \u00d6ffentlichkeit stattfindet, umso mehr Leute gucken drauf, umso schwieriger ist es nat\u00fcrlich dann eben auch, Praktiken zu installieren, die mit der guten wissenschaftlichen Praxis nichts mehr zu tun haben. Also man geht ja eigentlich davon aus, dass eine \u00d6ffnung dazu beitr\u00e4gt. Man stellt aber jetzt auch wiederum fest, dass Paper Mills zunehmend wohl auch Einreichungen bei Preprint-Servern t\u00e4tigen. Das ist ja auch eine Praxis des Open Science. Warum die das genau tun, ist auch noch mal die gro\u00dfe Frage. Die Preprint-Server reagieren da mittlerweile auch darauf, dass sie dann\u2026 Grunds\u00e4tzlich ist es ja so, dass sie die Artikel erst nach einer Pr\u00fcfung freischalten und jetzt wird eben noch mal gr\u00fcndlicher gepr\u00fcft, um die Einreichungen dann rauszufiltern. Aber man sieht, das ist fast wie so ein Wettrennen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:42:42]<br>Ja,<\/p>\n\n\n\n<p>[00:42:43]<br>Also jetzt sagt die Community Open Science kann eventuell uns gegen Paper Mills helfen. Und jetzt schauen nat\u00fcrlich die Paper Mills so ein St\u00fcck weit auch, wie k\u00f6nnen Sie Open Science nutzen, um dann eben mit Ihrem Gesch\u00e4ft weitermachen zu k\u00f6nnen. Vermutlich wollen sie dann mit einer Publikation hinterher eine gewisse Legitimit\u00e4t verleihen. Es sind aber alles nur Mutma\u00dfungen. Aber das sind durchaus auch Ph\u00e4nomene, die man jetzt schon wieder beobachten kann. Es ist ein Wettrennen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:43:13] Doreen Siegfried:<br>Wahnsinn. [lacht] Und hast Du vielleicht\u2026 Ich wei\u00df nicht, ob Retraction Watch sowas hat oder ob Du sowas kennst oder sowas. Gibt es\u2026 Also mal angenommen, ich bin jetzt Forscher, Forscherin, habe noch nicht so viel Erfahrung, oder ich bin das erste Mal tats\u00e4chlich Gastherausgeber von einem Special Issue. Gibt es irgendwie sowas wie eine Checkliste, dass man sagen kann: Okay, wenn Du eine E-Mail bekommst, wo Dir jemand irgendwie was anbietet oder wenn Du das bekommst oder wenn Du deine Autoren checkst oder die Reviewer. Gibt es Jasmin Schmitz@zbmed, @edu.org oder was auch immer. Gibt es das wirklich oder ist das nur eine Fake-Adresse? Also hast Du irgend so eine Handreichung, die so ganz alltagspraktisch vielleicht jungen Forschenden helfen kann oder jungen Gastherausgeber:innen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:44:06] Jasmin Schmitz:<br>Es kommt nat\u00fcrlich immer darauf an, wo\u2026 Also welche Betrugsmethode man jetzt gerade vermeiden m\u00f6chte. Was so die Predatory Journals und Hijack Journals angeht, die sind ja die, die massenhaft E-Mails versenden. Da gibt es Internetseiten, wo man nach Kriterien nachschauen kann. Wie sieht die Webseite aus? Allein, dass man schon eine E-Mail bekommen hat, k\u00f6nnte auch schon verd\u00e4chtig sein.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:44:37] Doreen Siegfried:<br>Mir f\u00e4llt da dieses \u201eThink. Check. Submit.\u201c ein.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:44:40] Jasmin Schmitz:<br>Genau. Das ist so eine erste gute Anlaufadresse. Ansonsten, wenn man sich nach dem Durchgehen dieser Checkliste nicht ganz sicher ist, kann man auch immer bei der Bibliothek nachfragen. Also ich hoffe, ich haue jetzt nicht s\u00e4mtliche Bibliothekar:innen in Deutschland oder sonst wo in die Pfanne, aber die meisten Bibliotheken haben das auf dem Schirm oder k\u00f6nnen zumindest dann eben auch eine befreundete Bibliothek vermitteln, die sich vielleicht ein bisschen besser mit dem Thema auskennt. Also das ist durchaus ein Themenfeld von Bibliotheken, wo Bibliotheken auch Expertise aufgebaut haben, wo sie auch so ein bisschen dabei helfen k\u00f6nnen, Zeitschriften eben einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:45:22] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:45:23] Jasmin Schmitz:<br>Und, ja, das ist schon mal so ein erster guter Anhaltspunkt, glaube ich, damit zu arbeiten. Ansonsten arbeiten nat\u00fcrlich die verschiedenen Verlage und Zeitschriften, sofern sie das Thema auf dem Schirm haben, ja selber an so einem Kriterienkatalog. Die sie ihren Herausgebenden weitergeben, wo sie sagen: Check vorher mal die Autor:innen. Kennst Du die? Wie sieht die E-Mail-Adresse aus? Sieht das legitim aus? Ist das eine institutionelle E- Mail-Adresse? Es gibt auch wohl Herausgebende, die mittlerweile dann auch mal nach den zugrundeliegenden Forschungsdaten fragen: \u201cJa, sch\u00f6ner Artikel. Bitte k\u00f6nnen wir die Daten haben?&#8220; Und Paper Mills k\u00f6nnen die nat\u00fcrlich nicht liefern,\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:46:09] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:46:09] Jasmin Schmitz:<br>\u2026 weil die sich da irgendwas zusammenfabriziert oder zusammengeklaut haben. Das sind so, so auch so erste Ma\u00dfnahmen. Wenn ich jetzt als Autor:in auf so einen Artikel sto\u00dfe, k\u00f6nnte man ja auch mal die Autor:innen anmailen und fragen: \u201eKann ich mal die Daten sehen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>[00:46:28] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:46:28] Jasmin Schmitz:<br>Oder \u201eWo sind die Daten publiziert?\u201c. Das sind so Ma\u00dfnahmen. Das Wichtigste ist einfach wachsam sein, wachsam sein, wachsam sein. Ja, also immer davon\u2026 Traurigerweise ist das so immer\u2026 Also diese Skepsis, die man ja als Wissenschaftler:in ohnehin schon an den Tag legen sollte. Die also noch mal steigern.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:46:50] Doreen Siegfried:<br>Da die Regler hochfahren. Ja, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:46:52] Jasmin Schmitz:<br>Bei jedem Artikel ein St\u00fcck weit, also davon ausgehen, dass die Ergebnisse vielleicht nicht stimmen k\u00f6nnen oder dass da irgendwas gefaked ist, ne? Ja, das ist traurig, dass man da so an die Literatur rangehen muss. Aber es ist mittlerweile leider so.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:47:08] Doreen Siegfried:<br>Wir hatten das Thema also vorhin schon mal so kurz touchiert: Das Anreizsystem, der Druck, unter dem ja nicht nur Medizinerinnen und Mediziner stehen, sondern ja das komplette Wissenschaftssystem, was ja von Wettbewerb maximal getrieben ist. Also es gibt ja Initiativen wie beispielsweise CoARA, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, wir wollen tats\u00e4chlich das Bewertungssystem der Wissenschaft mal etwas differenzierter aufstellen, ein bisschen auf andere F\u00fc\u00dfe stellen. Wie siehst Du denn die Chancen von solchen Initiativen wie beispielsweise CoARA?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:47:44] Jasmin Schmitz:<br>Im Grunde genommen ist das ein guter Ansatzpunkt, weil man muss ja immer mal\u2026 Man muss sich ja fragen: Warum kaufen denn Leute Artikel\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:47:55] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:47:55] Jasmin Schmitz:<br>\u2026oder Publikationen? Warum reichen Leute vielleicht bewusst oder semibewusst bei Predatory Journals ein?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:06] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:06] Jasmin Schmitz:<br>Weil sie unter Druck stehen. Und wenn man jetzt schlussendlich das Bewertungssystem auf andere F\u00fc\u00dfe stellt, ein bisschen breiter fasst. Also auch Menschen Karriere machen k\u00f6nnen, die gut sind, aber eben nicht ganz so viele Publikationen haben oder Publikationen jetzt nicht zwingend in Journal Impact Factor Journals. Dass die eben auch zum Zuge kommen. Und daf\u00fcr setzt sich ja unter anderem eben CoARA auch ein, dass das Ganze eben auf breitere F\u00fc\u00dfe gestellt wird. Also das ist sicherlich ein Ansatzpunkt. Aber bis wir nat\u00fcrlich so weit sind, dass\u2026 Wir agieren ja immer global, auch in der Wissenschaft, das m\u00fcssen wir im Hinterkopf behalten. Das wird ein langer, harter Ritt, bis wir tats\u00e4chlich in allen Communities global so weit sind, dass wir in den K\u00f6pfen reinbekommen haben, eine Publikation oder die Anzahl der Publikationen und der Zitationen ist nicht alles. Da ist, glaube ich, noch jede Menge Arbeit zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:49:10] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:49:10] Jasmin Schmitz:<br>CoARA kann da durchaus ein erster Schritt, das erste Pfl\u00e4nzchen sein, was sich dann in den K\u00f6pfen der Leute festsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:49:21] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:49:22] Jasmin Schmitz:<br>Und wo man dann eben auch sagt: Okay, gute Artikel schreiben ist das eine, aber Forschung und Wissenschaft betreiben ist noch so viel mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:49:31] Doreen Siegfried:<br>Ja, es ist weniger eindimensional. Okay, vielleicht kleine Seitennotiz an unsere Zuh\u00f6rer:innen. Wir hatten tats\u00e4chlich das Thema CoARA vor einiger Zeit hier in unserem Open Science Podcast. Und ich kann auch schon mal ank\u00fcndigen, dass wir das demn\u00e4chst noch mal thematisieren werden und dann noch mal gucken, wie hat sich das seitdem entwickelt. Also wir packen die die \u00e4ltere Folge tats\u00e4chlich noch mal in die Shownotes. Falls jetzt diese Abk\u00fcrzung CoARA Ihnen spontan nichts sagt. Okay. Jasmin, zum Ende noch zwei Fragen. Wenn du jetzt drei sofort umsetzbare Ma\u00dfnahmen nennen m\u00fcsstest, um das System widerstandsf\u00e4higer zu machen. Welche w\u00e4ren das?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:50:15] Jasmin Schmitz:<br>Ja, wahrscheinlich als erstes eine Bewusstseinsbildung. Das Thema m\u00fcssen alle auf dem Schirm haben, von den Verlagen \u00fcber die Herausgebenden, die Gutachter:innen und auch die Forschenden selber. Also ich glaube, eine Bewusstseinsbildung ist wirklich zentral, weil nur wenn ich die Sache auf dem Schirm habe, kann ich tats\u00e4chlich auch Ma\u00dfnahmen ergreifen. Und dann tats\u00e4chlich auch eine Diskussion um das Bewertungssystem, die wir ja praktisch momentan eben auch haben. Also nochmal, warum kaufen Leute Publikationen? Ja, weil es in manchen Systemen einfach zentral ist f\u00fcr das Fortkommen. Und wenn wir davon ein St\u00fcck weit abr\u00fccken, haben die Leute auch keinen Grund mehr, Publikationen zu kaufen. Das machen sie ja nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil sie damit ein bestimmtes Ziel verfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:51:13] Doreen Siegfried:<br>Ja. Okay. Und letzte Frage: Wie optimistisch bist du, dass sich am Ende die wissenschaftliche Community hier tats\u00e4chlich wirksam gegen diese Entwicklung stemmen kann, dass es hier tats\u00e4chlich diese Pollution gibt?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:51:29] Jasmin Schmitz:<br>Ja, es ist tats\u00e4chlich\u2026 Es wird ein harter Ritt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:51:33] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:51:34] Jasmin Schmitz:<br>Also, weil wir sehen ja schon, erst muss das Bewusstsein da sein, dann kommen die Ma\u00dfnahmen. Und dann ist es halt auch noch so: Zeitschriften stehen ja vor zwei Herausforderungen. Einmal, das, was schon publiziert ist, bereinigen, wenn es tats\u00e4chlich das Kind in den Brunnen gefallen ist. Auf der anderen Seite aber auch eine Zeitschrift davor sch\u00fctzen, dass sie unterwandert wird. Allein das ist schon eine Monsteraufgabe, wenn ich das mal so ganz flapsig sagen kann. Und dann eben noch eben zu schauen, wo kommt das Ganze her? Und dann eben auch, das Bewertungssystem zu reformieren. Also wir sprechen ja dann \u00fcber Mechanismen, die man seit Jahrzehnten anwendet. Und da nat\u00fcrlich auch mal \u00fcber den eigenen Schatten zu springen und sagen, die Praxis, die wir bislang betrieben haben bei der Bewertung, ist nicht optimal. Wir m\u00fcssen andere Mechanismen finden, um eben auch solche Dinge wie Paper Mills, Predatory Publishing auszumerzen. Das wird ein harter Ritt. Das geht nicht von heute auf morgen. Das wird noch eine ganze Zeit lang dauern. Und wir sehen nat\u00fcrlich auch, dass nat\u00fcrlich Paper Mills oder eben Predatory Journals auch sich immer wieder was Neues einfallen lassen. Also ich bin auch negativ beeindruckt, tats\u00e4chlich, wie viel sich auf diesem Themengebiet tut. Also kurzfristig nicht. Langfristig m\u00fcssen wir diese Ph\u00e4nomene bek\u00e4mpfen und dann eben im Grunde genommen auch vor die Welle kommen, weil, wie wir eben schon er\u00f6rtert haben, da steht zu viel auf dem Spiel. N\u00e4mlich, dass ja die wissenschaftliche Literatur verm\u00fcllt wird mit unbrauchbaren Ergebnissen und sich diese Ergebnisse dann hinterher in der Evidenz niederschlagen k\u00f6nnen, wenn man nicht aufpasst. Und das hat halt gerade in der Medizin Konsequenzen f\u00fcr uns alle.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:53:51] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Ja, ich schlie\u00dfe mal mit den Worten: Also wer, wenn nicht kreative, einfallsreiche, innovative Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollte es dann tats\u00e4chlich schaffen, hier in den Ring zu steigen und tats\u00e4chlich diesen Kampf zu gewinnen? Weil Wissenschaft, Wissenschaftler:innen sind ja eigentlich daf\u00fcr bekannt, dass sie mindestens genauso kreativ sind, wenn nicht noch ein bisschen kreativer als vielleicht ein Paper Mills. Okay, also das ist zumindest meine Hoffnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank, Jasmin. Ich fand es super spannend. Vielen Dank auch an Sie an den Kopfh\u00f6rern. Wir packen ein paar interessante Artikel Links usw. in die Shownotes, da k\u00f6nnen Sie\u2026 Wenn Sie jetzt sagen: &#8222;Oh mein Gott, da m\u00f6chte ich mehr zu erfahren.\u201c Oder auch \u201eWie kann ich mir selber helfen?&#8220;, k\u00f6nnen Sie da noch mal tief einsteigen. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Lassen Sie uns Lob oder Kritik gern da via E-Mail, Mastodon, YouTube oder LinkedIn. Und wir freuen uns nat\u00fcrlich auch, wenn Sie uns abonnieren. Und ich freue mich auf die n\u00e4chste Folge.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"tags":[233,232,31,236,234,235,4,5,8,229,24,231,33,230,12],"class_list":["post-437","podcast","type-podcast","status-publish","hentry","tag-citation","tag-deindexierung","tag-forschung","tag-forschungsarbeiten","tag-journal-highjacking","tag-journal-hopping","tag-leibniz","tag-open-access","tag-open-science","tag-paper-mills","tag-predatory-journals","tag-predatory-publishing","tag-wissenschaft","tag-wissenschaftlicher-betrug","tag-zbw","post"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.0 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>FOS 54 Paper Mills und Fake Journals - The Future is Open Science<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Paper Mills und Fake Journals. Wissenschaftlicher Betrug im gro\u00dfen Stil. 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