{"id":37,"date":"2021-08-25T13:43:17","date_gmt":"2021-08-25T11:43:17","guid":{"rendered":"ad1144e0-4f70-4318-a91f-374c5585c730"},"modified":"2026-01-15T11:34:24","modified_gmt":"2026-01-15T10:34:24","slug":"fos-11-publikationsverhalten-von-oekonominnen-in-deutschland","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2021\/08\/25\/fos-11-publikationsverhalten-von-oekonominnen-in-deutschland\/","title":{"rendered":"FOS 11 Publikationsverhalten von \u00d6konom:innen in Deutschland"},"content":{"rendered":"\n    <div class=\"pwp4-wrapper intrinsic-ignore\" id=\"podlovewebplayer_c3c390e0335bf1d846936bbf8a716370bace3286\" data-episode=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2021\/08\/25\/fos-11-publikationsverhalten-von-oekonominnen-in-deutschland\/?podlove_action=pwp4_config\"><audio controls=\"controls\" preload=\"none\">\n  <source src=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/podlove\/file\/31\/s\/webplayer\/c\/website\/fos_11.mp3\" type=\"audio\/mpeg\"\/>\n<\/audio><\/div>\n  \n  \n\n    \n\n\t<div class=\"podlove-contributors-cards\">\n\t\t\t<\/div>\n\n\t<style>\n\t\t.podlove-contributors-cards {\n\t\t\tmargin-bottom: 1rem;\n\t\t\tbackground: white;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tborder-radius: 0.375rem;\n\t\t\tbox-shadow: 0 1px 3px 0 rgba(0, 0, 0, 0.1), 0 1px 2px 0 rgba(0, 0, 0, 0.06);\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tpadding: 1rem 1.5rem\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-inner {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-avatar {\n\t\t\twidth: 50px;\n\t\t\theight: 50px;\n\t\t\tborder-radius: 0.25rem;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person {\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t\tpadding: 0 1rem;\n\t\t\tdisplay: grid;\n\t\t\tgrid-template-columns: repeat(2, minmax(0, 1fr));\n\t\t\tgap: 1rem;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person-details {\n\t\t\tcolor: #999\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services {\n\t\t\tflex-wrap: wrap;\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\talign-content: center;\n\t\t\tjustify-content: flex-end;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services-service {\n\t\t\tdisplay: inline-block;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t\tpadding-left: 0.5rem;\n\t\t\ttext-decoration: none;\n\t\t\tbox-shadow: none;\n\t\t}\n\t<\/style>\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"zbw_shownotes\">\n\n\n\n<p>LINKS UND HINTERGR\u00dcNDE:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.econstor.eu\/handle\/10419\/171445\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zum Profil der deutschsprachigen Volkswirtschaftslehre: Paradigmatische Ausrichtung und politische Orientierung deutschsprachiger \u00d6konom_innen<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/www.econstor.eu\/handle\/10419\/161375\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Impact of Lower Rated Journals on Economists&#8216; Judgments of Publication Lists: Evidence from a Survey Experiment<\/a><br><br><a href=\"http:\/\/edoc.bbaw.de\/volltexte\/\/2015\/2641\/pdf\/2015_Empfehlungen_Publikationssystem_gesamt.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Empfehlungen zur Zukunft des wissenschaftlichen Publikationssystems<\/a><\/p>\n\n\n\n<\/div>\n\n\n\n<div data-wp-context=\"{ &quot;autoclose&quot;: false, &quot;accordionItems&quot;: [] }\" data-wp-interactive=\"core\/accordion\" role=\"group\" class=\"wp-block-accordion is-layout-flow wp-block-accordion-is-layout-flow\">\n<div data-wp-class--is-open=\"state.isOpen\" data-wp-context=\"{ &quot;id&quot;: &quot;accordion-item-1&quot;, &quot;openByDefault&quot;: false }\" data-wp-init=\"callbacks.initAccordionItems\" data-wp-on-window--hashchange=\"callbacks.hashChange\" class=\"wp-block-accordion-item is-layout-flow wp-block-accordion-item-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-accordion-heading has-small-font-size\"><button aria-expanded=\"false\" aria-controls=\"accordion-item-1-panel\" data-wp-bind--aria-expanded=\"state.isOpen\" data-wp-on--click=\"actions.toggle\" data-wp-on--keydown=\"actions.handleKeyDown\" id=\"accordion-item-1\" class=\"wp-block-accordion-heading__toggle\"><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-title\">Episode 11 als Text<\/span><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/button><\/h3>\n\n\n\n<div inert aria-labelledby=\"accordion-item-1\" data-wp-bind--inert=\"!state.isOpen\" id=\"accordion-item-1-panel\" role=\"region\" class=\"wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow\">\n<p>The Future is Open Science \u2013 Folge 11: Das Publikationsverhalten von \u00d6konom:innen in Deutschland<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Doreen Siegfried<br>Leitung Marketing und Public Relations, ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft<\/p>\n\n\n\n<p>Kristin Biesenbender<br>Wissenschaftliche Redakteurin beim Wirtschaftsdienst \u2013 Zeitschrift f\u00fcr Wirtschaftspolitik, ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:03] Doreen Siegfried:<br>Willkommen bei \u201eThe Future is Open Science\u201c, dem Podcast der ZBW. Hier verraten Ihnen interessante Menschen aus dem Wissenschaftsbetrieb, wie sie in ihrer t\u00e4glichen Arbeit Open Science voranbringen. Wir tauchen ein in die Tiefen der Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter und verraten Ihnen handfeste Tipps und Tricks zu Open Science in der Praxis. Ich bin Doreen Siegfried und freue mich sehr, Host dieses Podcast zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:33] Doreen Siegfried:<br>Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von \u201eThe Future is Open Science\u201c, dem Podcast der ZBW. Ich freue mich sehr, dass Sie eingeschaltet haben, denn wir reden heute \u00fcber das Publikationsverhalten von \u00d6konom:innen in Deutschland und \u00fcber Trends und Entwicklungen im wissenschaftlichen Publikationssystem. Und dazu habe ich mir Kristin Biesenbender eingeladen. Herzlich willkommen, Kristin.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:01:00] Kristin Biesenbender:<br>Hallo, ich freue mich da zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:01:02] Doreen Siegfried:<br>Ich stelle einmal unsere G\u00e4stin vor: Kristin ist \u00d6konomin und Kommunikations-wissenschaftlerin. Und seit zehn Jahren ist sie wissenschaftliche Redakteurin beim Wirtschaftsdienst \u2013 Zeitschrift f\u00fcr Wirtschaftspolitik in der ZBW. Und sie hat in diesem Kontext schon rund 150 Wirtschaftsdienstzeitschriften auf den Weg gebracht. Kristin ist zudem Organisatorin der \u201eFachtagung zur Lage der sozial- und geisteswissenschaftlichen Zeitschriften\u201c und wurde auch in den letzten Jahren oft gesehen beim YES! \u2013 Young Economic Summit, als wissenschaftliche Partnerin, Mentorin und Expertin. Seit Mai 2018 arbeitet sie jetzt an ihrer Promotion im Bereich Wissenschaftsforschung an der Universit\u00e4t Hamburg. Und dar\u00fcber wollen wir heute sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kristin, du analysierst das Publikationsverhalten von \u00d6konominnen und \u00d6konomen in Deutschland und hast jetzt in den letzten Jahren \u00fcber 15.000 Publikationen von 300 VWLer:innen in ganz Deutschland analysiert. Was fasziniert dich an dem Thema?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:02:18] Kristin Biesenbender:<br>Ja, erstmal vielen Dank f\u00fcr die Einladung. Also das ist ein faszinierendes Thema, weil publizieren wissenschaftlicher Artikel ist ja eigentlich der Dreh- und Angelpunkt wissenschaftlichen Arbeitens. Also hier kumuliert sich alles, was wissenschaftliche Arbeit ausmacht. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu ver\u00f6ffentlichen, bedeutet ja ganz viel. Also das, was einem zuerst einf\u00e4llt ist, man publiziert etwas und sagt \u201eHey, schau mal, das habe ich herausgefunden. Und zwar als erste.\u201c Das ist ja ein ganz entscheidender Schritt, den Wissenschaftler gehen und das ist auch ein entscheidender Schritt, weil man Dinge reklamieren kann f\u00fcr sich und dass man selber etwas herausgefunden hat. Und dann ist es nat\u00fcrlich wichtig, weil Publikationen anschlussf\u00e4hig sind. Es ist nat\u00fcrlich ein gro\u00dfer Vorteil, wenn man sagen kann: \u201eJa, ich habe etwas publiziert, das k\u00f6nnen jetzt andere lesen. Sie k\u00f6nnen das zitieren. Sie k\u00f6nnen darauf aufbauen in Ihrer Forschung.\u201c Das Newton zugeschriebene Sprichwort \u201eauf den Schultern von Riesen\u201c wird ja immer gerne in diesem Zusammenhang zitiert, weil man in der Wissenschaft ja auf das aufbaut, was andere vor einem schon ver\u00f6ffentlicht, erarbeitet, herausgefunden haben. Von daher nehmen Publikationen im wissenschaftlichen Kommunikationssystem eben eine ganz zentrale Rolle ein. Und Publikationen haben einmal eben diesen \u201eJa, ich hab\u2019s herausgefunden \u2013 als erste\u201c- Effekt, aber sie haben eben \u2013 ganz wichtig \u2013 auch die M\u00f6glichkeit, dass man sich seine wissenschaftliche Forschung zertifizieren lassen kann. Also dass man sagen kann: \u201eJa, das haben andere auch gelesen und haben es gepr\u00fcft nach wissenschaftlichen Standards und haben es f\u00fcr gut befunden, dass es eben auch in einer wissenschaftlichen Zeitschrift beispielsweise erscheint.\u201c Und dann hat man eben auch ein erstes Zertifikat daf\u00fcr dann, dass das gute wissenschaftliche Forschung ist und dass man mit dem, was man macht, auf dem richtigen Weg ist. Und eben ganz wichtig, dass das auch einen Neuigkeitswert hat. Um wieder darauf zur\u00fcckzukommen, ja, man baut auf etwas auf, was man schon herausgefunden hat.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:14] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:14] Kristin Biesenbender:<br>F\u00fcr mich als Sozialwissenschaftlerin, ich habe Volkswirtschaftslehre und Kommunikationswissenschaften studiert und meine Promotion ist jetzt in der Wissenschaftssoziologie angesiedelt, bin ich da eben auch ganz breit aufgestellt und man schaut aus sozialwissenschaftlicher Perspektive dort drauf und sagt, \u201eJa, das ist ja interessant.\u201c Und jetzt in meinem Fall mit der Volkswirtschaftslehre, schaut man auf den Menschen und sagt, \u201eWie verhalten sich eigentlich Menschen in diesem Wissenschaftssystem?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:41] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:42] Kristin Biesenbender:<br>\u201eWarum publizieren die eigentlich? Was sind deren Anreize? Was sind die Rahmenbedingungen, in denen sie sich bewegen? Wie ist das Wissenschaftssystem ausgestaltet? Wovon h\u00e4ngen die ab? Und warum treffen die halt ihre Publikationsentscheidung, so wie sie die treffen?\u201c Und nat\u00fcrlich bin ich fasziniert von dem Anwendungsfall VWL, das ist mein eigenes wissenschaftliches Herkommen. Damit hab\u2018 ich mich in den letzten zehn Jahren als wissenschaftliche Redakteurin eben auch intensiv besch\u00e4ftigt. Und das ist dann, lag das eigentlich ganz auf der Hand, dass in dem Rahmen eben auch ein Dissertationsprojekt anzufangen. Und ja, ich stecke da noch mittendrin. Es ist tats\u00e4chlich, du hast es gerade angesprochen, ich habe jetzt 15.000 Publikationen ausgewertet von VWLer:innen in Deutschland und habe da schon meine ersten Erkenntnisse daraus gezogen. Aber es ist ganz klar ein qualitativer Forschungsansatz bei mir und was jetzt im n\u00e4chsten Schritt folgen wird, werden die Interviews sein, mit zehn bis f\u00fcnfzehn Wissenschaftler:innen, indem ich dann tats\u00e4chlich das, was ich angesprochen habe, diese Fragen beantworten will. Ich kann jetzt gleich auch schon im Detail was dar\u00fcber sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:05:52] Doreen Siegfried:<br>Ja, unbedingt. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:05:53] Kristin Biesenbender:<br>Und die ersten Trends und so, die es da im Wissenschaftssystem gibt und da kommen wir ja auch noch drauf zu sprechen. Aber von Anfang an ist es f\u00fcr mich eben, steht es im Vordergrund, die Erkl\u00e4rungsmuster und Hintergr\u00fcnde und warum handeln die Akteure wie im System, das noch n\u00e4her in Interviews zu beleuchten.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:06:10] Doreen Siegfried:<br>Ja, super. Okay. Wenn, du hast ja jetzt schon gesagt, du hast schon eine Weile dich mit dem Thema auseinandergesetzt, es liegen schon die ersten Daten vor. Was kannst du denn sagen, was ver\u00e4ndert sich denn gerade im wissenschaftlichen Publikationssystem jetzt bei den \u00d6konom:innen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:06:25] Kristin Biesenbender:<br>Ja, also ganz allgemein gibt es nat\u00fcrlich erst einmal so gro\u00dfe Trends im Wissenschaftssystem, die sich bei den \u00d6konomen genauso niederschlagen wie f\u00fcr andere Fachgebiete auch. Also haben wir zum Beispiel die Digitalisierung, die sich jetzt auch dadurch \u00e4u\u00dfert, gerade bei den \u00d6konomen ist das eben ein interessanter Aspekt, dass man ja immer sehr stark auch auf Rankings schaut und dass das eine gro\u00dfe Wichtigkeit hat. Daf\u00fcr ist die Digitalisierung nat\u00fcrlich die Voraussetzung, weil ohne das hast du nicht diese gro\u00dfen Datenmengen vorliegen \u00fcber Publikationen, die Vergleichbarkeit, wann was von welchen Autoren vergleichbar ist. Und das sind nat\u00fcrlich M\u00f6glichkeiten, diese gro\u00dfen Datenmengen jetzt auch auszuwerten und in Rankings zu publizieren. Und danach richten sich ja auch viele \u00d6konomen aus. Von daher bietet die Digitalisierung da gro\u00dfe M\u00f6glichkeiten. Aber, allein wenn man auf die Workflows und Arbeitsweisen schaut, die das Wissenschaftssystem revolutioniert haben, die M\u00f6glichkeit Daten auszutauschen, \u00fcber Cloud-Dienste auszutauschen, zu kollaborieren, an gemeinsamen Dokumenten zu arbeiten und an Daten gemeinsam zu schreiben, ganz \u00fcber die ganze Welt verteilt. Also das ist nat\u00fcrlich, gibt nat\u00fcrlich ganz andere M\u00f6glichkeiten, als wenn du in deiner lokalen kleinen Forschergruppe sitzt, hat die Digitalisierung nat\u00fcrlich die Wissenschaft dahingehend revolutioniert. Genau was die Wissenschaft\u2026Ja?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:48] Doreen Siegfried:<br>Und konntest du das denn beobachten, wo du jetzt gerade sagst, okay, es gibt theoretisch die M\u00f6glichkeit, zusammen zu schreiben mit anderen Wirtschaftsforschenden aus der ganzen Welt. Also findet das dann tats\u00e4chlich statt oder ist das eine Karte, die noch gar nicht gezogen wird?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:03] Kristitin Biesenbender:<br>Ja, das kann ich tats\u00e4chlich aus meinen Daten jetzt so nicht so sehen. Das sind Beobachtungen, die ich jetzt aus anderen wissenschaftlicher Literaturrecherche ziehe. Wo ich mich aber auch freue, dass tats\u00e4chlich in den Interviews dann auch nochmal nachzuzeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:16] Doreen Siegfried:<br>Okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:16] Kristin Biesenbender:<br>Also, gerade man kann das jetzt so an bestimmten Daten, wenn ich das schon mal vorwegnehme, auch sehen, dass tats\u00e4chlich es eine gr\u00f6\u00dfere Form von Kooperation gibt, alleine dadurch, dass die Zahl der Co-Autoren steigt. Also das l\u00e4sst sich schon schnell zeigen, dass, wo fr\u00fcher Publikationen als einzelner Wissenschaftler oft herausgegeben wurden oder auch mit einem Co-Autor, dass das jetzt tats\u00e4chlich sich stark ver\u00e4ndert und es eine starke Tendenz gibt, dass man jetzt mit zwei, drei oder vier Co-Autor:innen zusammen schreibt. Und das l\u00e4sst sich schon zeigen. Und das m\u00fcsste man dann tats\u00e4chlich in Interviews nochmal vertiefend herausfinden, ob das daran liegt, dass die mehr kollaborieren und mehr miteinander zusammenarbeiten und in gr\u00f6\u00dferen Forschergruppen arbeiten oder ob es auch andere Gr\u00fcnde daf\u00fcr gibt. Ein Anreiz k\u00f6nnte nat\u00fcrlich zum Beispiel sein, dass, wenn man jetzt wirklich ganz rational auf die Rankings schaut, das eine zeitlang ja tats\u00e4chlich auch nur die M\u00f6glichkeit geboten hat, mehr zu publizieren. Wenn man sich jetzt, sagen wir mal, auf Publikationen beteiligt hat, der eigene Anteil aber nicht so gro\u00df war, das f\u00fcr die Rankings ja lange Zeit auch so gewertet wurde, als ob man das eben als alleiniger Autor verfasst hat. Das hat sich mittlerweile ge\u00e4ndert und\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:09:29] Doreen Siegfried:<br>Ah okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:09:29] Kristin Biesenbender:<br>\u2026die Ranking-Algorithmen passen sich da auch an. Aber lange Zeit k\u00f6nnte das jetzt auch ein ganz rationaler Grund gewesen sein. Ja, da dass es gr\u00f6\u00dfere Zahlen von Co-Autoren gab. Aber das w\u00e4ren Fragen, ja, da freue ich mich, die in den Interviews nochmal denen nochmal nachzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:09:47] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Also das hei\u00dft, wenn du sagst, okay, es gibt aufgrund der Digitalisierung und aufgrund auch der anderen Z\u00e4hlung in den Rankings die M\u00f6glichkeit, dass jeder Co-Autor, jede Co-Autorin, die auf dem Papier steht, mitgez\u00e4hlt werden. W\u00fcrdest du sagen, das ist so eine Art Huckepack-Prinzip, dass man irgendwie alle seine Doktorand:innen, alle seine Kolleg:innen mit auf das Paper schreibt, damit die dann letztlich in den Rankings auftauchen oder wie kann man das erkl\u00e4ren?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:10:17] Kristin Biesenbender:<br>Ja, das k\u00f6nnte so sein, muss aber nicht. Also wie gesagt, es gibt ja auch tats\u00e4chlich viele Projekte, die mittlerweile \u00fcber die DFG oder \u00fcber andere Forschungsgemeinschaften gef\u00f6rdert werden. Bei diesen Projekten ist es, gibt es auch eine gro\u00dfe Tendenz, dass man sich da in gr\u00f6\u00dferen Forschungsgruppen auch immer zusammenfindet. Das hei\u00dft, es gibt, \u00e4hnlich wie in den Naturwissenschaften, in den Wirtschaftswissenschaften auch eine Tendenz, durchaus in gr\u00f6\u00dferen Forschungsgruppen zusammenzuarbeiten. Und die Ergebnisse, kann man sich ja vorstellen, werden tats\u00e4chlich ja auch mit vielen Autor:innen gemeinsam publiziert. Es ist ja auch so in der Volkswirtschaftslehre in Deutschland gibt es ja auch viele Publikationen, die auf der beispielsweise der Gemeinschaftsdiagnose oder so beruhen. Das sind ja auch schon viele Forschungsinstitute, die daran beteiligt sind, mit vielen Mitarbeitern. Und da ist es ja tats\u00e4chlich so, dass jedes Institut und auf den verschiedenen Ebenen bestimmte Beitr\u00e4ge dazu liefern, dass diese Konjunkturanalysen auch so genau sind und von vielen Wissenschaftlern gepr\u00fcft sind. Und dann ist es ja auch gut und entspricht mehr den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis, dass die alle auch genannt werden. M\u00f6glicherweise ist es auch umgekehrt so, dass fr\u00fcher Leute, die einen kleinen Beitrag geleistet haben, \u00fcberhaupt nicht mitbenannt worden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:33] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:33] Kristin Biesenbender:<br>Und vielleicht ist das eigentlich auch ein Zeichen besserer Qualit\u00e4t oder eines, sagen wir mal, gerechteren Wissenschaftssystems, dass es mittlerweile Praxis ist, dass alle, die an einer Arbeit beteiligt sind, auch genannt werden. Das l\u00e4sst sich f\u00fcr die Naturwissenschaften ja schon sehr lange zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:46] Doreen Siegfried:<br>Ja okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:47] Kristin Biesenbender:<br>Vielleicht auch diejenigen, jetzt f\u00e4llt mir gerade noch ein Aspekt ein, \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:49] Doreen Siegfried:<br>Ja?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:50] Kristin Biesenbender:<br>\u2026 den ich interessant finde. jetzt einfach nur so als These, den ich noch gar nicht so belegen k\u00f6nnte, ist nat\u00fcrlich, dass, wenn man mehr mit Daten arbeitet, es ja auch sehr viel mehr Datenmanager gibt und Datenmanagerinnen. Und das sind ja auch T\u00e4tigkeiten, die noch hinzukommen und wo auch eben dann andere wahrscheinlich ein Know-how haben als jetzt die Wissenschaftler, die sozusagen den letzten Teil der Publikation verfassen, sondern es m\u00fcssen ja viele Vorarbeiten geliefert werden und so und m\u00f6glicherweise werden Forschergruppen alleine auch in der Volkswirtschaftslehre dadurch gr\u00f6\u00dfer, dass man viel mehr mit gro\u00dfen Datenmengen arbeitet. Das l\u00e4sst sich ja zeigen, dass empirische Wirtschaftsforschung eindeutig auf dem Vormarsch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:12:29] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Konntest du denn jetzt, also du hast ja gesagt, du hast schon einen ganzen Teil an Daten vorliegen, kannst du denn auch irgendwie eine Entwicklung oder eine Ver\u00e4nderung beobachten, wo publiziert wird? Also \u00e4ndern sich die Orte, wo das Wissen geteilt wird? Sind es immer noch die klassischen hoch gerankten Journals? Oder gibt\u2019s da irgendwie Ver\u00e4nderungen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:12:59] Kristin Biesenbender:<br>Ja, also tats\u00e4chlich ver\u00e4ndert sich da gar nicht so viel. Ich hatte das eigentlich so vermutet und hab gedacht, ja, das m\u00fcsste man eigentlich ganz klar zeigen k\u00f6nnen, dass die Zahl der Zeitschriftenartikel enorm ansteigt. Und in kleinen Teilen sieht man das auch. Also wir haben ja auch noch Publikationsformate wie B\u00fccher, die verfasst werden oder auch, in der VWL sehr beliebt, Aufs\u00e4tze in Sammelb\u00e4nden zu verfassen. Das ist tats\u00e4chlich aber zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:28] Doreen Siegfried:<br>Ah okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:28] Kristin Biesenbender:<br>Und ich hab meine Stichprobe auch danach geschichtet, dass ich mir bestimmte Gruppen angeschaut habe. Das hei\u00dft, ich kann einmal f\u00fcr Promovierte, die noch nicht Professoren sind, im Wissenschaftssystem, aber eben schon auch l\u00e4nger dabei sind und eine gewisse Anzahl von Publikationen aufweisen, etwas aufzeigen. Im Gegensatz zu Professoren, die am Anfang ihrer Karriere sind, so in den ersten 20 Jahren und Professoren, die eher am Ende ihrer Karriere sind, in der zweiten Karriereh\u00e4lfte, die letzten 30 Jahre. Und wenn man diese drei Gruppen miteinander vergleicht, kann man feststellen, dass die j\u00fcngeren Gruppen, also die Promovierten und die Professoren am Anfang ihrer Karriere, tats\u00e4chlich deutlich weniger Ver\u00f6ffentlichungen schon mal in Sammelb\u00e4nden und Monographien haben. Und dass das auch bei der \u00e4lteren Gruppe, wenn man das so \u00fcber den Zeitraum betrachtet, durchaus auch abnimmt. Also kann man wirklich sagen, ja, Working Paper und Aufs\u00e4tze in Zeitschriften, das sind die beiden gro\u00dfen, sind die gro\u00dfen Publikationswege, die die Volkswirte und Volkswirtinnen in Deutschland nutzen. Und die anderen beiden werden wirklich vernachl\u00e4ssigbar. Aber bei den Working Papern und bei den Zeitschriftenaufs\u00e4tzen ver\u00e4ndert sich so viel eigentlich im Verh\u00e4ltnis nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:40] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:40] Kristin Biesenbender:<br>Und es h\u00e4tte ja tats\u00e4chlich eine These sein k\u00f6nnen, dass man sagt so \u201eJa, der Publikationsdruck ist immens und man braucht diese Ver\u00f6ffentlichungen in den Top Journals ganz dringend, um sich Karriereoptionen zu er\u00f6ffnen, um auch in Drittmittelprojekte reinzukommen. Und man wei\u00df ja, dass diese Publikationen auch eine W\u00e4hrung sind. Und auch um Anerkennung und Reputation zu erlangen im Wissenschaftssystem.\u201c Und dann h\u00e4tte ja eine These sein k\u00f6nnen, dass die Working Paper eigentlich Zeitverschwendung sind und dass das zur\u00fcckgeht. Das ist aber wirklich nicht der Fall. Also das kann man nicht zeigen, sondern die Working Paper spielen in der Volkswirtschaftslehre nach wie vor eine gro\u00dfe Rolle. Und da ist wirklich spannend, sich anzuschauen, woran das eigentlich liegt. Und dann stellt man sich die spannende Frage, sind das eigentlich Anreize? Also wie gesagt, dieser Publikationsdruck? Oder ist es auch eine gro\u00dfe Kultur, wie man ver\u00f6ffentlicht?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:15:33] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:15:33] Kristin Biesenbender:<br>Also, Working Paper sind im Grunde genommen, das ist, in der Volkswirtschaftslehre gibt\u2019s die ja seit den 50er Jahren. Also es ist ja viel l\u00e4nger als auch in anderen Wissenschaften, dass man halt in Working Papern ver\u00f6ffentlicht und dann ist es vielleicht einfach eine kulturelle Frage. Vielleicht spielt dieses \u201edas haben wir als Wissenschaftler in der VWL immer so gemacht\u201c und bei vielem, was ich jetzt festgestellt habe, hab\u2018 ich den Eindruck, dass das Wissenschaftssystem auch sehr resistent gegen Ver\u00e4nderungen sein kann, sag ich mal vorsichtig. Ist das vielleicht, viele Dinge, die auch einfach doch so bleiben, wie sie sind, weil sie sich f\u00fcr irgendwas als gut herausgestellt haben. Und das ist ja dann das Spannende zu gucken, was hat sich denn da als gut herausgestellt? Warum bleibt man denn bei bestimmten Publikationswegen und -formen und gerade bei den Working Papern finde ich das dann ja wirklich ganz faszinierend, dass man das immer noch macht. Und dann kann man eigentlich, w\u00fcrde ich da jetzt fragen, was sind denn eigentlich die Funktionen von Publikationen? Also es gibt ja diese klassische, hab\u2018 ich ja ganz am Anfang angesprochen, Priorisierung. Und dieses zertifizieren durch wissenschaftliche Artikel in Zeitschriften, die durch ein Peer Review-Verfahren gegangen sind. Und da gibt es ja im Wissenschaftssystem, w\u00e4re jetzt eine These, ja auch eben diese langen Zeitverz\u00f6gerungen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:16:51] Doreen Siegfried:<br>Absolut.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:16:53] Kristin Biesenbender:<br>Dass man, wenn man durch so ein Peer Review-Verfahren geht, das eben auch, ja manchmal bis zu anderthalb Jahre dauern kann, bis man so einen Artikel wirklich in einer wissenschaftlichen Zeitschrift ver\u00f6ffentlicht hat. Das ist dann noch immer wichtig, weil du diese Zertifizierung brauchst. Aber der ganze Effekt \u201eHey, das hab\u2018 ich herausgefunden und zwar als erste\u201c, den kannst du im Grunde genommen damit dann nicht mehr erreichen. Und die Zahl der Wissenschaftler erh\u00f6ht sich ja auch. Die Wissenschaft w\u00e4chst ja auch. Es gibt ja eine Ausdifferenzierung in immer unterschiedlichere Fachgebiete. Das gibt es ja auch in der VWL. Und du wei\u00dft eigentlich schon gar nicht so genau, wer alles auch noch an den gleichen Themen m\u00f6glicherweise arbeitet wie du. Und dann sind diese Working Paper, die du im Grunde genommen in Reihen herausgeben kannst, die ja auch schon eine gewisse Qualit\u00e4t signalisieren, weil sie m\u00fcssen es auch erstmal in so eine Reihe rein schaffen, dann ja tats\u00e4chlich so ein \u201eJa, das habe ich jetzt herausgefunden und das k\u00f6nnen jetzt andere schon mal rezipieren und sehen. Und darauf kann ich mich dann auch berufen.\u201c Und damit kann ich sozusagen so eine Priorisierung schon festlegen. Das w\u00e4re ja eine Funktion, weshalb man sich vorstellen k\u00f6nnte, dass das System sich da gar nicht so ver\u00e4ndert hat, was die Formate angeht<\/p>\n\n\n\n<p>[00:18:06] Doreen Siegfried:<br>Und kannst du, kannst du da irgendwie Verh\u00e4ltnisse, Zahlen angeben, also wie viele Working Paper kommen in Summe, wenn ich mir den Gesamtpublikationsoutput anschaue, auf einen Journal-Artikel? Also gibt es mehr Working Paper als dann am Ende des Tages Journal-Artikel?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:18:25] Kristin Biesenbender:<br>Ja, das auf jeden Fall. Das liegt ja zum einen schon auch daran, dass du Working Paper oft in verschiedenen Reihen publiziert. Das macht es den wissenschaftlichen Output und auch das Selektieren f\u00fcr Forscher ja vielleicht auch nicht gerade einfacher, weil Working Paper erscheinen oft ja auch in mehreren Reihen. Das hei\u00dft, du bist vielleicht, wenn du mit drei Co-Autor:innen zusammenarbeitest, die an verschiedenen Institutionen sitzen, dann hat vielleicht jede Institution ihre eigene Working Paper-Reihe und dann erscheint das m\u00f6glicherweise schon dreimal.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:18:51] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:18:52] Kristin Biesenbender:<br>Also das, das k\u00f6nnte eben schon sein. Und dadurch gibt es einfach grunds\u00e4tzlich mehr Working Paper. Es gibt tats\u00e4chlich auch ja Working Paper, die es nicht in wissenschaftliche Zeitschriften schaffen. Das liegt dann daran, entweder entscheiden sich die Autoren gleich, vielleicht kriegen sie auch schon Feedback aus ihrer Community, \u201eJa n\u00f6, das ist jetzt vielleicht gar nicht so interessant\u201c oder \u201eHier musst du das und das nochmal ber\u00fccksichtigen\u201c, sodass es da auch noch oft noch mehrere Runden gibt, in der auch nochmal Working Paper auch durchaus nochmal neu aufgelegt werden und nochmal ein paar Jahre sp\u00e4ter nochmal erscheinen. Das finde ich auch interessant, \u00fcberhaupt zu beobachten, dass Wissenschaftler da auch manchmal an ihren Themen auch dranbleiben und offensichtlich damit dann auch nicht in Zeitschriften, auch wenn sie es \u00fcblicherweise versuchen, reinkommen, sondern dass die Working Paper auch immer wieder \u00fcberarbeitet und wieder neu aufgelegt werden. Und sie sagen: \u201eDas war doch eigentlich eine gute Idee. Ich versuche das nochmal doch wieder nach vorne zu bringen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:19:44] Doreen Siegfried:<br>Okay, also das herzuzeigen also so, wie soll ich sagen, zeige Biss und Geduld, bis das Paper so gut geschliffen ist, dass es dann ver\u00f6ffentlicht werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:19:53] Kristin Biesenbender:<br>Ja, genau. Und das passiert sowohl bei den Working Papern als auch bei den Zeitschriftenaufs\u00e4tzen. Also da kann man das auch zeigen, dass es tats\u00e4chlich jetzt, das kann ich nicht in meiner Studie zeigen, aber dazu gibt es andere wissenschaftliche Studien, die dieses Cascading zeigen, dass tats\u00e4chlich, du reichst das bei einem Top Journal ein und da wird es vielleicht abgelehnt und dann versuchst du es halt bei einem Journal mit einer Klassifizierung da drunter und reichst das dann immer, bis es dann irgendwann angenommen ist und dann tats\u00e4chlich auch zertifiziert wird. Und da kann ich, das kann man jetzt nicht auf einzelner Artikel Basis, jetzt kann ich das jetzt nicht nachweisen, aber dass tats\u00e4chlich Journals die mehr so indem D, E \u2013 es gibt ja so eine Journal Klassifizierung mit A Plus und bis runter bis F \u2013 dass tats\u00e4chlich die Jorunals, die so ein bisschen so im mittleren Endbereich liegen, dass da mehr Artikel erscheinen, das kann ich auch f\u00fcr meine Daten finden.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:46] Doreen Siegfried:<br>Ah ja, okay. Weil das w\u00e4re n\u00e4mlich jetzt sozusagen meine Anschlussfrage gewesen. Also wenn man sich mal so bei Web of Science oder anderen anguckt, wie das Publikationsaufkommen ist, also das w\u00e4chst ja von Jahr zu Jahr mehr. Also die Kurve ist ja wirklich exponentiell, da kann man sich ja schon fragen, wo bleiben diese ganzen Zeit, also wo bleiben diese ganzen Artikel? Gibt es auf einmal viel mehr Zeitschriften oder werden die Zeitschriften umfangreicher oder oder sind das, ja wie sieht das eigentlich aus? Was was sind das f\u00fcr Publikationsformen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:21:19] Kristin Biesenbender:<br>Also das kann man wirklich beobachten, dass es ein Gr\u00f6\u00dfenwachstum gibt. Also das insgesamt tats\u00e4chlich die Zahl \u2013 da hast du vollkommen recht \u2013 die Zahl der Publikationen stark angestiegen ist. Und dazu gibt es ja auch eine breite Forschungs schon einen breiten Forschungsstand in der Wissenschaftssoziologie und in der Wissenschaftsforschung, weil das ein ganz bekanntes Ph\u00e4nomen ist. Und man fragt sich nat\u00fcrlich, wie das kommt. Und dann gibt es dieses ber\u00fchmte \u201epublish or perish\u201c \u2013 also du musst publizieren oder du gehst unter. Was Martina Franzen auch schon mal, eine Wissenschaftssoziologin, ausgeweitet hat zu \u201epublish in top journals or perish\u201c. Was f\u00fcr die Wirtschaftswissenschaften auf jeden Fall auch g\u00fcltig ist. Und man hat eben festgestellt, dass das gro\u00dfen Anreiz gibt, halt eben in diesen Top Journals zu ver\u00f6ffentlichen und dass das gerade f\u00fcr Nachwuchswissenschaftler ganz, ganz wichtig ist, wenn sie im Wissenschaftssystem bleiben wollen. Das ist ganz zentral. Was dann tats\u00e4chlich aber auch eben zu Entwicklungen gef\u00fchrt hat, die jetzt so aus der Sicht der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis bedenkenswert sind. Also man kennt dieses diese unter dem Begriff Salami-Taktik genanntes Ver\u00f6ffentlichungsverhalten. Das hei\u00dft, du versuchst deine Erkenntnisse, deine wissenschaftlichen Erkenntnisse in kleine Teile zu teilen. Du hast nicht einen Datensatz, sag ich jetzt mal so, und du wertest den insgesamt aus und hast eine wissenschaftliche Erkenntnis und machst eine Publikation draus, sondern du fragst dich gleich bei dem Datensatz, kann ich den eigentlich in f\u00fcnf interessante Fragestellung unterlegen, ja unterteilen und dann eben entsprechend f\u00fcnf Ver\u00f6ffentlichungen daraus machen? Also von daher ist eine interessante Frage jetzt auch f\u00fcr mich in den Interviews, dem nochmal genauer nachzugehen, wann wird eigentlich im ganzen Forschungsprozess die Publikation mitgedacht?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:23:11] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:23:12] Kristin Biesenbender:<br>Das finde ich einfach sehr, sehr \u00fcberlegenswert. Also was steht am Anfang, das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse und man n\u00e4hert sich dem, dass man das auch publizieren soll. Und ab wann, ja, macht man sich dazu eigentlich schon Gedanken und richtet sein ganzes Forschungsvorhaben auf die Publikation aus. Und ich kann mir gut vorstellen, dass sich da vieles ver\u00e4ndert hat in den letzten Jahren. Gerade wenn man daran denkt, dass man ja auch viel Drittmittelforschung auch beantragen muss. Da ist es ja oft auch schon so, dass man da von Anfang an auch schon die Forschungs- und Publikationswege detailliert mit auff\u00fchren muss. Das bedeutet also, \u201eWie publiziere ich und was?\u201c steht durchaus auch schon am Anfang eines Forschungsprojekts mit auf der Tagesordnung, das zu kl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:23:59] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja. Also ich kann mir super gut vorstellen, wenn ich mir mal so die Anreizsysteme anschaue. Und du hast ja auch gesagt, die Publikation ist am Ende des Tages die W\u00e4hrung, wenn ich \u00fcberhaupt was werden will. Es gibt genug Konkurrenten im Wissenschaftssystem, die alle auf meine Professur wollen, also auf die, f\u00fcr die ich mich auch bewerben m\u00f6chte. Meine These, und die liegt wahrscheinlich auch so ein bisschen auf der Stra\u00dfe, w\u00e4re nat\u00fcrlich zu sagen, \u201eKlar, ich, das Ganze ist getrimmt auf Publikationsf\u00e4higkeit, weil ansonsten hab\u2018 ich ja nichts gewonnen.\u201c Oder hast du da andere Beobachtungen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:34] Kristin Biesenbender:<br>Ja, man darf jetzt finde ich auch die intrinsische Motivation, etwas herauszufinden und sich f\u00fcr sein Wissenschaft Gegenstand zu untersch\u00e4tzen, das darf man jetzt auch nicht kleinreden. Also, es ist ja tats\u00e4chlich so, dass Wissenschaftler:innen ja auch damit antreten, dass sie etwas herausfinden wollen und ein Interesse an dem haben, was sie tun. Und das ist nat\u00fcrlich ganz, das ist, das darf man nicht kleinreden. Das ist der, das ist ein gro\u00dfer Antrieb, warum ich wissenschaftlich t\u00e4tig bin. Man muss halt blo\u00df immer sehen \u2013 und das ist auch die sozialwissenschaftliche Perspektive, die man darauf einnehmen sollte \u2013 es gibt auch Rahmenbedingungen, es gibt ein Wissenschaftssystem, in dem Wissenschaftler:innen agieren und wo sie entsprechend ja auch bestimmten, ja diesen Rahmenbedingungen ausgesetzt sind. Und das, da gibt es ja Ver\u00e4nderungen auch im Wissenschaftssystem, mit dem ja im Wissenschaftssystem, auch an den Universit\u00e4ten, beispielsweise mit dem New Public Management oder so. Wo man tats\u00e4chlich dann ja auch die Wissenschaftler auch mehr, mehr kontrolliert und auch die Wissenschaftsfreiheit in dem Sinne einschr\u00e4nkt, dass man ja auch sagt, \u201eJa, ihr m\u00fcsst jetzt auch nachweisen, dass ihr bestimmte Publikationen habt in bestimmten Journals. Und das ist f\u00fcr uns als Institution auch wichtig. Das wollen wir auch nach au\u00dfen mit Zahlen belegen und ausweisen.\u201c Das ist nat\u00fcrlich auch ein anderer Druck, der auf Wissenschaftler:innen ausge\u00fcbt wird. Und dann ist es vielleicht auch nicht immer nur die individuelle, pers\u00f6nliche Perspektive auf die Karriere, sondern eben auch das System, was ihnen vorgibt, wie man sich verhalten soll<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:07] Doreen Siegfried:<br>Ja klar.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:07] Kristin Biesenbender:<br>Oder auch, wenn man Gelder k\u00fcrzt und Drittmittel beantragen muss oder so. Das sind nat\u00fcrlich auch schon andere Bedingungen f\u00fcr Forschung und denen muss man sich dann eben stellen. Von daher ist so eine ganzheitliche Sicht auf den den individuellen Wissenschaftler mit seinen Anreizen und seinen individuellen Einstellungen zu seiner Forschung interessant und das Ganze aber eben auch im Kontext des Wissenschaftssystems insgesamt zu sehen. Und f\u00fcr mich dann eben die speziellere Perspektive auf das wissenschaftliche Kommunikationssystem. Welche Rolle spielt das dann eben f\u00fcr die Publikationen und das Publikationsverhalten von Wissenschaftler:innen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:42] Doreen Siegfried:<br>Ja, da hast du recht. Das ist sicherlich eine Gemengelage. Es gibt ja, wenn man sagt okay, wof\u00fcr interessiere ich mich denn pers\u00f6nlich, gibt\u2019s ja nicht nur ein Thema und dann, wenn mir zehn Themen vorliegen, suche ich mir das aus, was am publikationsf\u00e4higsten ist, was mich aber trotzdem interessiert. Weil wir ja gerade auch schon sprachen \u00fcber Publikationswachstum und so weiter: Welche Beobachtungen hast du denn hinsichtlich Gr\u00f6\u00dfenwachstum eigentlich gemacht? Hast du das \u00fcberhaupt untersucht?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:13] Kristin Biesenbender:<br>Ja, das hab ich, hab ich durchaus, genau. Man kann sehen, dass insgesamt tats\u00e4chlich die Zahl der Publikationen insgesamt stark ansteigt. Aber die These, die ich am Anfang hatte, dass es da gro\u00dfe Unterschiede gibt und ein gro\u00dfes, sagte ich ja vorhin schon, dass es da eine gro\u00dfe Entwicklung hin g\u00e4be, dass Zeitschriftenartikel mehr in den Fokus r\u00fccken, das konnte ich nicht nachweisen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:33] Doreen Siegfried:<br>Okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:33] Kristin Biesenbender:<br>sondern, wie gesagt, insgesamt publizieren wird mehr publiziert, aber im klassischen Verh\u00e4ltnis eigentlich von Working Papern zu Zeitschriftenaufs\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:45] Doreen Siegfried:<br>Was mich noch interessieren w\u00fcrde, weil, unser Podcast hei\u00dft ja \u201eThe Future is Open Science\u201c, welche Rolle spielen eigentlich Open Access-Journals jetzt in deiner Untersuchung, in deinem Datensatz?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:28:00] Kristin Biesenbender:<br>Ich kann grunds\u00e4tzlich feststellen, dass es tats\u00e4chlich mehr Ver\u00f6ffentlichungen gibt, auf die es einen freien Zugriff gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:28:06] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:28:06] Kristin Biesenbender:<br>Da gibt es tats\u00e4chlich jetzt auch nochmal f\u00fcr meine verschiedenen Stichproben-Schichten, also f\u00fcr die Promovierenden am Anfang und die Professoren am Anfang und am Ende ihrer Karriere nochmal ein bisschen Unterschiede. Aber tats\u00e4chlich ist es so, dass sp\u00e4testens so ich glaube so 2009 oder so gibt es so einen Shift. Da \u00fcbersteigt dann die Zahl der frei verf\u00fcgbaren Publikationen erstmals die der nicht frei verf\u00fcgbaren Publikationen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:28:32] Doreen Siegfried:<br>Ah ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:28:32] Kristin Biesenbender:<br>Also da kann man, kann man schon sehen, dass das am Anfang mehr ein closed market war und der sich tats\u00e4chlich dann eben entsprechend, gibt es dann einen Shift, der sich ver\u00e4ndert. Aber ansonsten kann ich das jetzt, also es gibt ja tats\u00e4chlich in den Wirtschaftswissenschaften noch gar nicht sehr viele Journals, die tats\u00e4chlich klassische Open Access Journals sind. Ich k\u00f6nnte mir die Paar jetzt auch nochmal konkret raussuchen, aber ich glaube, das w\u00fcrde f\u00fcr meine Untersuchung jetzt gar nicht so einen gro\u00dfen Unterschied machen. Aber man kann tats\u00e4chlich feststellen, der Trend ist eindeutig hin zu frei verf\u00fcgbaren Publikationen und auch zu Publikationen ohne Verlag. Also das geht auch so Hand in Hand. Also es ist tats\u00e4chlich so, die Zahl der Publikationen, die ohne Verlag erscheint, ist mittlerweile viel h\u00f6her als bei den Publikationen, die mit Verlag erscheinen. Und da kann man tats\u00e4chlich auch sehen, dass bei den Professoren, naheliegenderweise wahrscheinlich, die am Ende ihrer Karriere sind, dass die tats\u00e4chlich noch eher in Verlagen publizieren. Je j\u00fcnger die Wissenschaftler:innen sind, desto eher sind das Publikationen, die au\u00dferhalb von Verlagen erscheinen mittlerweile.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:43] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:43] Kristin Biesenbender:<br>Fand ich ganz interessant. Aber wie gesagt, da ist wieder so der Blick da drauf, woran liegt denn das eigentlich? Warum ist denn das so? Und dann kommt man eigentlich nicht dazu bei den \u00d6konom:innen in Deutschland, bei den VWLer:innen, da w\u00fcrde man jetzt nicht sagen, \u201eJa, die verhalten sich anders\u201c, sondern das muss man wahrscheinlich \u2013 das werden genauere Untersuchungen dann auch noch zeigen \u2013 muss man wahrscheinlich aber mehr in die Sph\u00e4re der Rahmenbedingung sagen setzen. Also, es gibt mehr Repositories, es gibt mehr M\u00f6glichkeiten, frei verf\u00fcgbare Dokumente abzulegen. Das hei\u00dft, da gibt es Entwicklungen im Wissenschaftssystem, die ja auch durch die Infrastruktureinrichtungen, wie die, wie unsere ZBW \u2013 Zentralbibliothek f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften, getrieben sind. Weil da gibt es einfach gro\u00dfe Initiativen, die da M\u00f6glichkeiten schaffen, um Forschung frei zug\u00e4nglich zu machen, die von den Wissenschaftlern jetzt per se jetzt nicht eine Entscheidung sind, \u201eich m\u00f6chte, dass meine Ver\u00f6ffentlichungen frei verf\u00fcgbar sind. Das ist f\u00fcr mich ganz zentral. Ich m\u00f6chte, dass meine Ver\u00f6ffentlichungen Open Access sind. Deswegen entscheide ich mich, aktiv in einem Open Access Journal zu ver\u00f6ffentlichen.\u201c Und das werde ich wahrscheinlich in den Interviews diese Aussage so nicht finden, sondern das ist einfach, das Wissenschaftssystem ver\u00e4ndert sich dahingehend. Das finde ich auch in meinen Daten. Aber ich glaube nicht, dass das bei den Wirtschaftswissenschaftlern eine aktive Entscheidung ist.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:08] Doreen Siegfried:<br>Ja okay. Sondern das sind einfach so, so Randbedingungen. Ja okay, vielleicht nochmal, weil du gesagt hattest, Digitalisierung spielt eine gro\u00dfe Rolle auch f\u00fcr das, f\u00fcr das, f\u00fcr die Ver\u00e4nderungen im Publikationsverhalten. Es gibt mehr Co-Autoren, -Autorinnen. Gibt\u2019s denn auch ein Hinweis auf eine wachsende Internationalisierung? Also sei es bei der Wahl der Co-Autoren, Co- Autorinnen oder auch bei der Wahl der, ja, der Kollaboration oder auch der Journals?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:42] Kristin Biesenbender:<br>Also ich kann das auf Ebene der Journals untersuchen. Also da kann ich feststellen, dass tats\u00e4chlich viele englischsprachige Zeitschriften mittlerweile dazwischen sind. Man kann das aber auch auf Basis der Sprache einfach untersuchen. Also ich habe tats\u00e4chlich erhoben, wie viele Publikationen davon in englischer Sprache erscheinen und wie viele in deutscher Sprache erscheinen. Andere Sprachen sind wirklich vernachl\u00e4ssigbar. Also es ist Deutsch und Englisch, was bei den Volkswirten in Deutschland eine Rolle spielt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:32:07] Doreen Siegfried:<br>Und sag mal eine Zahl, wieviel ist das?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:32:11] Kristin Biesenbender:<br>Das m\u00fcsste ich jetzt gucken. Aber ich glaube, sagen wir mal, heute sind es glaub ich so 60\/40, 60 bis 70 Prozent erscheinen in englischer Sprache mittlerweile und ein verschwindend geringerer Teil noch auf Deutsch. Und auch da kann man \u00e4hnlich wie bei Open Access sehen, dass es irgendwann so einen Switch gegeben hat. Also, dass die lange Zeit noch Deutsch vor die vorherrschende Sprache war und sich das dann zu Englisch ver\u00e4ndert hat. Irgendwann um die 2010er Jahre herum. Was interessant ist, wenn man sich die verschiedenen Gruppen anschaut, ist, dass die Professoren am Karriereanfang, also das m\u00fcssen ja sozusagen diejenigen sein, die von Anfang an wussten, dass sie in der Wissenschaft bleiben wollen und noch Professor:in werden wollen \u2013 ich beobachte die ja \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum \u2013 bei denen liegt der Anteil englischsprachiger Publikationen konsequent bei 80 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:01] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:01] Kristin Biesenbender:<br>Also die publizieren von Anfang an in englischer Sprache unver\u00e4ndert. Das ist f\u00fcr sie die Wissenschaftssprache, von der sie wissen, wenn sie internationale Reputation erlangen wollen, in den Top Journals publizieren wollen, dann m\u00fcssen Sie in englischer Sprache publizieren. Und das tun die konsequent.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:20] Doreen Siegfried:<br>Das hei\u00dft, auch die Preprints, Working Paper erscheinen schon bereits in englischer Sprache?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:24] Kristin Biesenbender:<br>Ganz, ganz genau. Also das sind dann tats\u00e4chlich alles englischsprachige Publikationen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:30] Doreen Siegfried:<br>Okay, alles klar. Wir n\u00e4hern uns langsam dem Ende. Vielleicht f\u00fcr unsere H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer noch die Frage an dich, die du dich ja jetzt wirklich mit dem Thema publizieren, Wissenschaftskommunikation gut auskennst, hast du hier noch so Tipps und Tricks, was man hier hingehend beachten k\u00f6nnte, sollte? Also was du den H\u00f6rer:innen, die aus der Wirtschaftsforschung kommen, ans Herz legen m\u00f6chtest.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:58] Kristin Biesenbender:<br>Ja, so auch aus meiner eigenen wissenschaftlichen Perspektive muss ich sagen, ich finde die Zusammenarbeit mit anderen immer sehr bereichernd. Und von daher w\u00fcrde ich sagen, es ist eigentlich eine Grundvoraussetzung f\u00fcr wissenschaftliche Kommunikation und wissenschaftlichen Austausch, dass dieser \u2013 das ist einfach ganz essentiell \u2013 dass der offen und anschlussf\u00e4hig und nachhaltig ist. Und von daher w\u00fcrde ich sagen, das sind auch gleich, auch wenn es mehr wie ein Appell klingt: Publiziert offen, anschlussf\u00e4hig, kritikf\u00e4hig und nachhaltig. Das ist auch ein guter Tipp, finde ich, f\u00fcr die wissenschaftliche Praxis, dass, wenn man das ber\u00fccksichtigt, ist ein guter Austausch zwischen Wissenschaftlern m\u00f6glich. Man kann aufeinander aufbauen, man hat die M\u00f6glichkeit, Kritik und Feedback von seiner Peergroup zu bekommen. Und wenn es nachhaltig ist, kann das eben auch lange auffindbar sein. Und das, finde ich, ist eine gro\u00dfe, ein gro\u00dfer Fortschritt, wenn das alle beherzigen. Aber das tun ja auch die meisten.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:34:53] Doreen Siegfried:<br>Ja, also wunderbar. Besser h\u00e4tte es ja nicht selber sagen k\u00f6nnen. In diesem Sinne vielen Dank, Kristin. Vielen Dank da drau\u00dfen. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Lassen Sie uns gern Feedback da, gerne auch offene Fragen. Wir gucken mal, was wir noch spannendes in die Shownotes packen k\u00f6nnen. Abonnieren Sie uns flei\u00dfig auf iTunes oder Spotify oder \u00fcberall da, wo man Podcasts finden kann. Und ich freue mich aufs n\u00e4chste Mal.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"tags":[14,99,31,109,105,111,59,104,106,26,115,112,114,28,108,61,11,110,33,107,113,55,12],"class_list":["post-37","podcast","type-podcast","status-publish","hentry","tag-bwl","tag-fachzeitschriften","tag-forschung","tag-journals","tag-kommunikationssystem","tag-oekonom","tag-oekonomie","tag-publikationssystem","tag-publikationsverhalten","tag-publizieren","tag-ranking","tag-rankings","tag-volkswirtschaftslehre","tag-vwl","tag-wirtschaftsdienst","tag-wirtschaftsforschung","tag-wirtschaftswissenschaften","tag-wirtschaftswissenschaftler","tag-wissenschaft","tag-wissenschaftliche-artikel","tag-wissenschaftssoziologie","tag-wissenschaftssystem","tag-zbw","post"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.0 - 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