{"id":21,"date":"2020-12-21T12:02:13","date_gmt":"2020-12-21T11:02:13","guid":{"rendered":"75e36d48-54c9-44e7-87eb-cfcd194dba72"},"modified":"2026-01-08T14:32:11","modified_gmt":"2026-01-08T13:32:11","slug":"fos-03-open-science-transfer","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2020\/12\/21\/fos-03-open-science-transfer\/","title":{"rendered":"FOS 03 Open Science Transfer"},"content":{"rendered":"\n    <div class=\"pwp4-wrapper intrinsic-ignore\" id=\"podlovewebplayer_da041dd396b239a5c9468a71408e163ee5b2886a\" data-episode=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2020\/12\/21\/fos-03-open-science-transfer\/?podlove_action=pwp4_config\"><audio controls=\"controls\" preload=\"none\">\n  <source src=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/podlove\/file\/9\/s\/webplayer\/c\/website\/fos_03.mp3\" type=\"audio\/mpeg\"\/>\n<\/audio><\/div>\n  \n  \n\n    \n\n\t<div class=\"podlove-contributors-cards\">\n\t\t\t<\/div>\n\n\t<style>\n\t\t.podlove-contributors-cards {\n\t\t\tmargin-bottom: 1rem;\n\t\t\tbackground: white;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tborder-radius: 0.375rem;\n\t\t\tbox-shadow: 0 1px 3px 0 rgba(0, 0, 0, 0.1), 0 1px 2px 0 rgba(0, 0, 0, 0.06);\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tpadding: 1rem 1.5rem\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-inner {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-avatar {\n\t\t\twidth: 50px;\n\t\t\theight: 50px;\n\t\t\tborder-radius: 0.25rem;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person {\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t\tpadding: 0 1rem;\n\t\t\tdisplay: grid;\n\t\t\tgrid-template-columns: repeat(2, minmax(0, 1fr));\n\t\t\tgap: 1rem;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person-details {\n\t\t\tcolor: #999\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services {\n\t\t\tflex-wrap: wrap;\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\talign-content: center;\n\t\t\tjustify-content: flex-end;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services-service {\n\t\t\tdisplay: inline-block;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t\tpadding-left: 0.5rem;\n\t\t\ttext-decoration: none;\n\t\t\tbox-shadow: none;\n\t\t}\n\t<\/style>\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"zbw_shownotes\">\n\n\n\n<p>LINKS UND HINTERGR\u00dcNDE:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.open-science-conference.eu\/\">Open Science Conference<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/www.open-science-conference.eu\/barcamp\/\">Barcamp Open Science<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/www.econstor.eu\/handle\/10419\/220086\">&#8222;Die Bedeutung von Open Science in den Wirtschaftswissenschaften. Ergebnisbericht&#8220;<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/www.go-fair.org\/\">GO FAIR Initiative<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/\">ZBW MediaTalk<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/www.wissenschaft-im-dialog.de\/projekte\/wissenschaftsbarometer\/\">Wissenschaftsbarometer<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/open-access.net\/startseite\">Open Access Net<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/open-science-future.zbw.eu\/\">Open Science Website der ZBW<\/a><\/p>\n\n\n\n<\/div>\n\n\n\n<div data-wp-context=\"{ &quot;autoclose&quot;: false, &quot;accordionItems&quot;: [] }\" data-wp-interactive=\"core\/accordion\" role=\"group\" class=\"wp-block-accordion is-layout-flow wp-block-accordion-is-layout-flow\">\n<div data-wp-class--is-open=\"state.isOpen\" data-wp-context=\"{ &quot;id&quot;: &quot;accordion-item-1&quot;, &quot;openByDefault&quot;: false }\" data-wp-init=\"callbacks.initAccordionItems\" data-wp-on-window--hashchange=\"callbacks.hashChange\" class=\"wp-block-accordion-item is-layout-flow wp-block-accordion-item-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-accordion-heading has-small-font-size\"><button aria-expanded=\"false\" aria-controls=\"accordion-item-1-panel\" data-wp-bind--aria-expanded=\"state.isOpen\" data-wp-on--click=\"actions.toggle\" data-wp-on--keydown=\"actions.handleKeyDown\" id=\"accordion-item-1\" class=\"wp-block-accordion-heading__toggle\"><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-title\">Episode 03 als Text<\/span><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/button><\/h3>\n\n\n\n<div inert aria-labelledby=\"accordion-item-1\" data-wp-bind--inert=\"!state.isOpen\" id=\"accordion-item-1-panel\" role=\"region\" class=\"wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow\">\n<p>The Future is Open Science \u2013 Folge 3: Open Science Transfer<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Doreen Siegfried<br>Leitung Marketing und Public Relations, ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft<br>Dr. Guido Scherp<br>Leiter der Abteilung Open Science Transfer in der ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und Koordinator des Leibniz Forschungsverbundes Open Science<\/p>\n\n\n\n<p>00:00 Doreen Siegfried:<br>Willkommen bei The Future is Open Science, dem Podcast der ZBW.<\/p>\n\n\n\n<p>00:00:07-1 Doreen Siegfried:<br>Hier verraten Ihnen interessante Menschen aus dem Wissenschaftsbetrieb wie sie in Ihrer t\u00e4glichen Arbeit Open Science voranbringen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:00:15-4 Doreen Siegfried:<br>Wir tauchen ein, in die Tiefen der Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter und verraten Ihnen handfeste Tipps und Tricks zu Open Science in der Praxis.<\/p>\n\n\n\n<p>00:00:26-8 Doreen Siegfried:<br>Ich bin Doreen Siegfried und freue mich sehr Host dieses Podcasts zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>00:00:32-6 Doreen Siegfried:<br>Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von The Future is Open Science, dem Podcast der ZBW.<\/p>\n\n\n\n<p>00:00:41-5 Doreen Siegfried:<br>Ich freue mich sehr, dass Sie eingeschaltet haben und auf diese Folge habe ich mich besonders gefreut, denn ich sitze hier zusammen mit einem absoluten Open Science Nerd und Auskenner und einem meiner Lieblingskollegen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:00:56-4 Doreen Siegfried:<br>Wir reden heute \u00fcber Open Science und insbesondere \u00fcber Open Science Transfer mit Guido Scherp.<\/p>\n\n\n\n<p>00:01:03-1 Doreen Siegfried:<br>Ich freue mich, dass wir hier zusammen sitzen lieber Guido.<\/p>\n\n\n\n<p>00:01:06-2 Guido Scherp<br>Ja, hallo und vielen Dank f\u00fcr die Einladung.<\/p>\n\n\n\n<p>00:01:10-7 Doreen Siegfried:<br>Ich stelle unseren Gast einmal f\u00fcr Sie vor.<\/p>\n\n\n\n<p>00:01:14-3 Doreen Siegfried:<br>Guido Scherp ist Leiter der Abteilung Open Science Transfer.<\/p>\n\n\n\n<p>00:01:19-1 Doreen Siegfried:<br>Er ist Koordinator des Leibniz Forschungsverbundes Open Science, seine Arbeitsschwerpunkte sind, logischerweise, Open Science und Open Science Transfer. Er ist stark engagiert in der Arbeitsgruppe Open Science der Open Knowledge Foundation in Deutschland. Er ist promovierter Informatiker und seit 2015 organisiert er das Barcamp Open Science, also jetzt schon seit 5 Jahren. Und seit 2014, also noch l\u00e4nger, k\u00fcmmert er sich inhaltlich um die Open Science Conference.<\/p>\n\n\n\n<p>00:01:53-5 Doreen Siegfried:<br>Ja, herzlich willkommen Guido.<\/p>\n\n\n\n<p>00:01:55-4 Doreen Siegfried:<br>Erste Frage: Alle reden \u00fcber Open Science. Forschung ist pl\u00f6tzlich offen, transparent und Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Disziplinen arbeiten zusammen pl\u00f6tzlich.<\/p>\n\n\n\n<p>00:02:08-6 Doreen Siegfried:<br>Bist Du gl\u00fccklich? Bist Du im Himmel?<\/p>\n\n\n\n<p>00:02:12-2 Guido Scherp<br>[Lachen] Also grunds\u00e4tzlich muss man ja nochmal betonen, dass die Situation ja auch erhebliche Schattenseiten hat.<\/p>\n\n\n\n<p>00:02:19-5 Doreen Siegfried:<br>Ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>00:02:20-8 Guido Scherp<br>Auf das t\u00e4gliche Leben. Was man aber feststellen kann ist, ich sag mal, wir haben momentan ein Open Science Labor vor Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:02:29-6 Doreen Siegfried:<br>Hm.<\/p>\n\n\n\n<p>00:02:30-6 Guido Scherp<br>Die Situation hat schon dazu gef\u00fchrt, dass in einem bisher nie dagewesenen Ma\u00df, w\u00fcrde ich sagen, dass es Auswirkung auf die gesamte Art und Weise hat, wie Lehre und Forschung funktioniert, wie Wissenschaftskommunikation funktioniert. Und das ist halt doch schon eine sehr einzigartige Entwicklung, die ist sehr spannend zu beobachten. Ja, da passiert sogar so viel, dass ich auch spannende Sachen auch zeitlich gar nicht mehr da hinterherkomme, mich mit allen Sachen inhaltlich auseinander zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:03:03-7 Guido Scherp<br>Und ich hatte gerade jetzt so eine Art Open Science Labor. Und man kann halt gut sehen, wir besch\u00e4ftigen uns auch sehr stark mit dem Thema, was sind eigentlich so Lebensbedingungen f\u00fcr Open Science.<\/p>\n\n\n\n<p>00:03:12-2 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:03:12-6 Guido Scherp<br>Und da kann man halt sehr vieles auch derzeit auch anschauen auch ablesen, dass man beispielsweise schaut, okay, wir haben jetzt auf der einen Seite eine sehr starke Preprint-Kultur bekommen, auf der anderen Art und Weise auch sehr, sag ich mal, gro\u00dfe Kollaborationsans\u00e4tze in den Forschungsdaten offen gelegt werden, geteilt werden. Auf der anderen Seite merkt man halt auch, dass zum Beispiel im Bereich der Wissenschaftskommunikation noch einfach noch L\u00fccken entstehen, wenn es beispielsweise darum geht, dass so in der Zivilgesellschaft ja noch gar nicht die so noch ein gewisses Verst\u00e4ndnis von Wissenschaft fehlt. Wie funktioniert eigentlich wissenschaftlicher Diskurs? Oder wenn man sieht, wie Preprint-Publikationen relativ unreflektiert aufgegriffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>00:03:58-5 Guido Scherp<br>Aber insgesamt muss man halt sagen, dass nat\u00fcrlich auch allein durch die Notwendigkeit sich mit digitalen Technologien auseinanderzusetzen, da einfach ein riesengro\u00dfer letztlich auch Impact vollzogen wurde, der in meiner Hoffnung eigentlich auch sehr nachhaltig sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>00:04:14-1 Guido Scherp<br>Was ich auch denke ist, dass das dann auch in gewissen Ans\u00e4tzen auch eine gewisse Breite erreicht hat. Wenn ich mir z.B. angucke, wir haben ja diese Woche jetzt die neue Corona App bekommen und die wurde nicht einfach entwickelt und publiziert, sondern da wurden die Communities einbezogen. Das Quelltext wurde offengelegt. Man konnte ihn angucken und nur durch das, sag ich mal, ja Eingreifen oder das Partizipieren der Community und auch das Aufgreifen deren W\u00fcnsche, haben wir dann entsprechend auch eine sehr datenschutzkonforme und dezentrale L\u00f6sung. Und das ist halt ein absolut offener Ansatz, der denn jetzt auch au\u00dferhalb der Wissenschaft stattgefunden hat, dass also auch die Politik das aufgegriffen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>00:04:57-0 Guido Scherp<br>Und so von daher kann man denn schon sehen in der Forschung, auch dar\u00fcber hinaus, wie so gewisse das Prinzip von Offenheit, Transparenz und auch Partizipation an verschiedenen Stellen auch gelebt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>00:05:10-3 Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Wenn ich mir jetzt die jetzige Situation angucke, Du hast es ja gerade schon dargestellt, spielt gerade diese Diskussion auch \u00fcber Forschungsprozesse und den Weg zum Ergebnis eine gro\u00dfe Rolle. Also dieses transparente Arbeiten, dieses disziplin\u00fcbergreifende Arbeiten, dass halt \u00d6konominnen und \u00d6konomen auch mal zusammenarbeiten mit Virologen usw., dass man zusammen an einem Thema arbeitet und zusammen kooperiert auch mit Wissenschaftsexternen, also mit \u00c4rztinnen und Pflegerinnen und anderen Stakeholdern au\u00dferhalb der Wissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>00:05:50-6 Doreen Siegfried:<br>Die Frage, die sich nat\u00fcrlich stellt, also wenn wir dieses Open Science Labor, was ja jetzt wirklich eigentlich ziemlich gut zu beobachten ist, was diese Corona-Situation letztlich hervorbringt. Wenn man sich das anschaut, dann stellt sich doch aber die Frage: Warum funktioniert das jetzt nur in solchen Extremsituationen, wie jetzt in so einer Corona-Krise oder wie es auch schon teilweise, nicht so stark wie jetzt, aber wie es auch schon funktioniert hat im Kontext von Ehec oder Ebola?<\/p>\n\n\n\n<p>00:06:23-8 Doreen Siegfried:<br>Warum funktioniert das nur, wenn wirklich die H\u00fctte brennt?<\/p>\n\n\n\n<p>00:06:28-4 Guido Scherp<br>Ja. Grunds\u00e4tzlich denke ich halt, dass einfach der Anteil der gesellschaftlichen Relevanz ist, ist letztlich der entscheidende Trigger und in diesem Fall \u2013 immer \u00fcberspitzt gesagt \u2013 wenn es um das \u00dcberleben der Menschheit geht, dann macht man das halt auch so, weil es keine Alternativen gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>00:06:49-3 Doreen Siegfried:<br>Du meinst, dann verl\u00e4sst man schon mal seine Komfortzone?<\/p>\n\n\n\n<p>00:06:51-4 Guido Scherp<br>Ja, also ich denke halt an der Stelle ist es halt einfach auch so, dass einfach die Notwendigkeit, einfach der gesellschaftliche Druck auch da ist, da entsprechend, ich sag mal, vielleicht wissenschaftliche Karrieren in den Hintergrund treten zu lassen und auch einfach dann das gemeinsame Ziel diesen Virus zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:07:14-1 Guido Scherp<br>Denn als oberstes Ziel ausgeschrieben hat und letztlich die Zeit dr\u00e4ngt. Und das geht halt einfach nur, indem man diese kollaborativen Ans\u00e4tze w\u00e4hlt, indem man relativ offen arbeitet. Das sieht man ja auch in der Forschung oder auch an diesem ganzen Open Innovation Bereich, dass viele Sachen auch einfach geteilt werden. Das muss halt in dem Sinne, es muss eine gewisse Beschleunigung stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>00:07:37-5 Guido Scherp<br>So, und das ist halt diese Art und Weise der Offenheit, der Nutzung der digitalen Infrastruktur und der Kommunikation und Kollaboration ist dann einfach da. Also wenn man den Abgrund sieht, dann handelt man.<\/p>\n\n\n\n<p>00:07:54-0 Doreen Siegfried:<br>Okay. Du hast es ja auch schon, das finde ich aus Kommunikationssicht auch spannend, gerade in diesem Open Science Labor, wie Du es beschreibst, zu beobachten, ist das Thema Wissenschaftskommunikation und auch so diese Frage, was ist eigentlich Wissenschaft, wie funktioniert eigentlich Wissenschaft? Du hast es ja vorhin selbst kurz anskizziert. Da m\u00f6chte ich Dich noch mal ein bisschen weiter zu befragen. Dass beispielsweise so Leute, die nicht aus dem Wissenschaftsbetrieb stammen und genau wissen, dass Wissenschaft eben keine Wahrheiten produziert, sondern sich eher so an Wahrscheinlichkeiten ran tastet, und dann vielleicht auch zwei Wochen sp\u00e4ter feststellt, dass eine andere These eher wahrscheinlicher ist usw. Also, dass man nie zu einer definitiven Wahrheit kommt, dass dieses Verst\u00e4ndnis au\u00dferhalb der Wissenschaft gar nicht da ist. Also ich habe auch in vielen Gespr\u00e4chen mit Leuten, die jetzt gar nichts mit Wissenschaft zu tun haben, so ein bisschen den Eindruck bekommen, dass man erwartet von einer bestimmten Berufsgruppe, ja, ein Tischler baut einen Tisch und der soll vier Beine haben und der soll stehen und wenn ich meine Kaffeetasse raufstelle, soll der nicht umfallen und ein Tischler oder eine Tischlerin, die das so zusagen als Profession hat und da auch ne Ausbildung zu hat, die wei\u00df schon wie das geht und dann ist das so. Fertig. Dass aber diese Erwartungshaltung, wir kennen das von diesem Spruch \u201eWas Friseure k\u00f6nnen nur was Friseure k\u00f6nnen\u201c. Es gibt diesen Spruch leider nicht \u201eWas Wissenschaftlerinnen k\u00f6nnen, k\u00f6nnen nur Wissenschaftler\u201c, weil da eben keine fertigen Ergebnisse auf den Tisch gelegt werden. Und da gibt es so zwei unterschiedliche Erwartungshaltungen. Die Wissenschaftler selber sagen: \u201eOkay, wir sind immer im Fluss, immer. Das wird sich auch nicht \u00e4ndern.\u201c Und die Gesellschaft denkt: \u201eJa, jetzt sag doch mal, was ist denn hier Sache?\u201c Und wenn dann zwei Wissenschaftler oder Wissenschaftlerinnen was Unterschiedliches sagen, dann ist die Gesellschaft irritiert und ruft nach Fake Science oder was auch immer.<\/p>\n\n\n\n<p>00:10:04-8 Doreen Siegfried:<br>Also die Frage, die sich mir stellt, die ich ganz interessant finde, ist: Welche Effekte oder welche Konsequenzen muss man ggf. daraus ziehen, dass jetzt tats\u00e4chlich Wissenschaft als solches so im Rampenlicht steht f\u00fcr die Wissenschaftskommunikation?<\/p>\n\n\n\n<p>00:10:23-2 Guido Scherp<br>Also im Prinzip hast Du es ja schon eigentlich genau angesprochen. Man muss so ein bisschen mehr darstellen, wie Wissenschaft eigentlich funktioniert dann. Und auch sehen, dass beispielsweise dies, sag ich mal, ziemlich barrierelose Publizieren auf Preprint-Servern letztlich auch Nachteile hat.<\/p>\n\n\n\n<p>00:10:44-1 Guido Scherp<br>Ich hab heute den Begriff Click-Bate Wissenschaft gelesen, dass es auch so ein bisschen genutzt werden kann hier, um irgendwelche, sag ich mal, irgendwelche Erkenntnisse m\u00f6glichst schnell und breit irgendwie zu dissimilieren. Und man merkt halt auch einfach, man kann jetzt nicht irgendeine Publikation vom Preprint-Server nehmen als Wissenschaftsjournalist und eine Stunde sp\u00e4ter dar\u00fcber berichten und sagen: \u201eHier neueste Erkenntnisse: die und die Studie hat das herausgefunden.\u201c Sondern man muss auch, und das ist auch in der Diskussion, ich sag mal, in der Preprint-Server Community, dass man halt schaut, okay, wie kann man da noch zus\u00e4tzliche Qualit\u00e4tssicherungsma\u00dfnahmen halt einbauen. Dass man vielleicht schon vielleicht so ein bisschen, also die Idee ist ja m\u00f6glichst schnell Fast Science Informationen zu dissimilieren. Und das muss man nat\u00fcrlich verstehen, dass das auf dem Preprint-Server erstmal quasi noch vor einem Review ist und der Review ist ein ganz, ganz wichtiger wissenschaftlicher Prozess und es gibt einen wissenschaftlichen Diskurs der momentan \u00f6ffentlich stattfindet, auf Twitter und Co. Das ist kein Streit, das ist ein Diskurs und das wird dann zum Teil dann auch von gewissen Medien, die so eine gewisse Aufmerksamkeit haben wollen, dann so ein bisschen verzerrt dargestellt und da ist halt einfach, also ich hab in letzter Zeit ziemlich viele Videos gesehen auf YouTube, die einfach nur erkl\u00e4ren, wie Wissenschaft funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>00:12:02-3 Guido Scherp<br>Was bedeutet ein Preprint-Server? Das wussten die vorher nicht. Selbst in meinem Freundeskreis wissen jetzt auf einmal alle, was Preprint ist, was bedeutet wissenschaftlicher Diskurs? Wozu ist das gut? Letztlich halt auch der Fakt, ich meine im Endeffekt man hat immer, das ist nicht nur in der Wissenschaft so, man hat immer einen aktuellen Wissensstand. So. Und dieser Wissensstand ist g\u00fcltig bis er denn vielleicht sogar best\u00e4tigt oder widerlegt wird. Und nun ist es nat\u00fcrlich so, das muss man auch noch mal betonen, was bei dem Virus angeht, wir haben jetzt einfach einen aktuellen Wissensstand und wir k\u00f6nnen sagen: \u201eWir wissen noch Vieles nicht. Wir k\u00f6nnen auch nicht sagen, wieviel wir nicht wissen\u201c. Aber der Wissensstand muss genutzt werden, um sehr gravierende Entscheidungen zu treffen. Und das ist dann nat\u00fcrlich problematisch und kann dann nat\u00fcrlich auch zu Unmut f\u00fchren einfach an der Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p>00:12:49-4 Guido Scherp<br>Man hat jetzt einen Stand des Wissens \u00fcber den Corona Virus, und sagt okay, wir entscheiden jetzt, das ganze Leben runterzufahren, weil wir einfach sagen, das kann auch denn in ne ganz andere Richtung loslegen, man hat andere L\u00e4nder beobachtet. Ich sag mal und wenn es dann sp\u00e4ter nat\u00fcrlich widerlegt wird, kann es sein, dass man merkt, okay, das war v\u00f6llig \u00fcbertrieben aber wir wussten es damals nicht besser.<\/p>\n\n\n\n<p>00:13:13-0 Guido Scherp<br>Wenn man dann beispielsweise sagt, wenn jetzt, mal ein ganz anderes Beispiel, wenn jetzt jemand ein Modell \u00fcber schwarze L\u00f6cher entwickelt, so und das nach zehn Jahren \u00fcber den Haufen geworfen wird, dann ist es nat\u00fcrlich interessant, naturwissenschaftliche Erkenntnis, aber hat nat\u00fcrlich jetzt in dem Sinne keinen Impact auf die Zivilgesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>00:13:29-6 Doreen Siegfried:<br>Na ja, das beeintr\u00e4chtigt nicht so meinen pers\u00f6nlichen Alltag. Ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>00:13:35-1 Doreen Siegfried:<br>Ja, gehen wir nochmal ein bisschen tiefer in dieses ganze Thema Open Science hinein, was jetzt, wie Du schon sagst, jetzt alle wissen, was ein Preprint-Server ist. Also f\u00fcr unsere Welt ja eigentlich total phantastisch, weil endlich mal Vokabeln benutzt werden, die wir st\u00e4ndig hier benutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:13:53-3 Doreen Siegfried:<br>Ich hatte ja schon Eingangs in der Vorstellung kurz erw\u00e4hnt, also seit sieben Jahren gibt es jetzt die Open Science Conference. Das ist ja jetzt echt schon eine lange Zeit. Das ist ein internationaler Kongress, den Du als inhaltlicher Organisator oder als einer der inhaltlichen Organisatoren wesentlich mitgestaltest. Kann Du hier kurz mal f\u00fcr unsere Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer erz\u00e4hlen, wer trifft sich hier und warum?<\/p>\n\n\n\n<p>00:14:19-5 Guido Scherp<br>Ja, also grunds\u00e4tzlich ist das eine Konferenz, die von Anfang an auch den Anspruch gehabt hat, also eigentlich wenn man so sagt, alle Stakeholder des Wissenschaftssystems auch, ich sag einmal, zusammen zu bringen. Dazu z\u00e4hlen wir nat\u00fcrlich denn die Forschenden in erster Linie, aber nat\u00fcrlich denn auch es gibt Verlage, Wissenschaftsinfrastrukturen, Wissenschaftspolitik, ich sag mal, Entscheider, aber letztlich auch die Bibliothekscommunity. Und ich denke, das ist auch etwas, was man beobachten kann, dass auch durch die Bestrebung, das als Bibliothek st\u00e4rker aufzugreifen und dass auch dort das Thema sichtbarer zu machen und auch zu zeigen, man muss da so ein bisschen proaktiver agieren, ist auch zu beobachten, dass wir da auch einfach doch einen relativ gro\u00dfen Anteil aus der Bibliothekscommunity da auch einfach auch vertreten haben als Infrastrukturanbieter.<\/p>\n\n\n\n<p>00:15:12-5 Guido Scherp<br>Gut, und letztlich ist es so, die Konferenz ist halt einfach ein damals, das ist schon ein relativ in der Konstruktion, sag ich mal, ein einzigartiges Format auch in Europa und man hat halt gemerkt, dass dieser Bedarf sich in dem Thema auszutauschen und zu vernetzen einfach da ist und genau deshalb kommt man letztlich dann. Man will den Zugang zur Community haben und mit den anderen Leuten vernetzen, austauschen und da haben wir jetzt momentan auch einen sehr starken Shift Richtung, ja sag mal, Open Science Praxis w\u00fcrde ich sagen.Und halt auch so ein bisschen st\u00e4rker mal so die Community aufgreifen in dem Sinne, dass man so bisschen auch bisschen aufgreift, dass Open Science im Ursprung eigentlich mehr so eine Grassroot Bewegung eigentlich ist und so ein bisschen die W\u00fcnsche aus der Community aufgreift. Ja, das hat sich mittlerweile ganz gut etabliert und jedes Jahr sind wir so rund 200 Teilnehmende mit einem gro\u00dfen und sehr breiten internationalen Anteil und macht Spa\u00df, das zu organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>00:16:23-7 Doreen Siegfried:<br>Ja, bei der Open Science Conference jetzt in diesem Jahr also 2020 ging es ja auch stark um das Thema Open Science Praktiken und auch um die Frage: Wie bekomme ich tats\u00e4chlich diese gro\u00dfe Idee von Open Science mit den ganzen Facetten, wie bekomme ich die umgesetzt?<\/p>\n\n\n\n<p>00:16:45-5 Doreen Siegfried:<br>Wo l\u00e4gen hier Deiner Beobachtung nach die Schwerpunkte, also geht es eher um Open Access oder um Open Source oder wo siehst Du hier die Schwerpunkte bei der Umsetzung?<\/p>\n\n\n\n<p>00:16:59-3 Guido Scherp<br>Ja, also tats\u00e4chlich kann man das gar nicht so sehr an einzelnen Themen mitmachen. Wir hatten in den letzten Jahren zum Teil schon so ein bisschen Schwerpunkte im Forschungsdatenbereich, weil da noch auf europ\u00e4ischer Ebene jetzt auf nationaler Ebene ja einiges passiert. Aber was meine Wahrnehmung ist: Wir haben einen ziemlich starken Shift jetzt bekommen. Wir waren am Anfang auch noch sehr stark wissenschaftspolitisch gepr\u00e4gt, weil denn auch EU insbesondere da sehr viel passiert. Mittlerweile ist es einfach so, dass der Bedarf auch da ist, jetzt mal zu schauen, wie wird Open Science eigentlich in der Praxis halt umgesetzt und das haben wir ja auch dadurch aufgegriffen, indem wir denn auch mal jetzt auch seit mehreren Jahren einen Call haben, wo man dann so Beitr\u00e4ge einreicht. Und was ich da merke ist, dass dann viele Beitr\u00e4ge, die dort kommen, geht\u2019s einfach grundlegend darum: Wie kann ich Support von Open Science Praktiken leisten und wie kann ich, was sind Best Practice Beispiele.<\/p>\n\n\n\n<p>00:17:59-0 Doreen Siegfried:<br>Und wenn Du jetzt sagst, \u201eSupport\u201c, also betrifft das denn, also welche Themen betrifft das insbesondere, also wo w\u00fcnschen sich die Leute am meisten Support?<\/p>\n\n\n\n<p>00:18:08-8 Guido Scherp<br>Ja, also, wenn ich mir dieses Jahr mal die Einreichungen angucke, dann ist es tats\u00e4chlich auch also in der Regel sehr, sehr breit gefasst, also \u00fcber alle Open Science Themen hinweg, also das Publizieren, sei es Forschungsdaten oder auch denn wie betreibe ich Wissenschaftskommunikation usw.<\/p>\n\n\n\n<p>00:18:33-4 Guido Scherp<br>Ich denke, was man da so ein bisschen festhalten kann ist, dass es, dass die dort Einreichenden einen breiten Hintergrund haben. Also es kommt von Bibliotheken. Es gibt denn beispielsweise Bibliotheken, das sind dann also vereinzelte Beispiele, es gibt welche, die denn so sehr stark mal eine Open Access Strategie entwickelt haben und das unterst\u00fctzen. Es gibt denn mal eine Bibliothek, die denn sehr stark mal den Forschungsdatenbereich mal aufgegriffen hatten, hat gesagt: So wir bieten ein Forschungsdaten-Unterst\u00fctzungsservice an, dass wir zum Beispiel bei der Antragsstellung helfen, Forschungsdaten-Management-Pl\u00e4ne zu erstellen. Eine Bibliothekarin hat dann auch als Titel sogar als Arbeitstitel \u201eOpen Science Librarian\u201c gehabt, ganz toll zu beobachten. Aber es gibt dann auch, sag ich mal, sehr breiter aufgestellte, sag ich mal, Open Science Support Infrastrukturen an Universit\u00e4ten, die wir denn gesehen haben, die denn auch eigentlich auch das ganze Thema abdecken, von allgemein \u00fcber Open Science informieren, konkrete Tools vorstellen welche Infrastrukturen gibt es an der Universit\u00e4t und bis hin, dass auch einige einfach auch mal nationale Programme vorgestellt haben. Wir hatten beispielsweise Beitr\u00e4ge aus Finnland und aus Kanada, wie das dann auf nationaler Ebene auch unterst\u00fctzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>00:19:47-2 Guido Scherp<br>Und wir haben auch viel Beitr\u00e4ge, die so allgemein sich auch mit Infrastrukturen und Werkzeugen auch befassen. Und ein anderer Teil befasst sich dann halt so ein bisschen mit den Effekten von Open Science. Beispielsweise irgendwelche Studien, die mal gucken, gibt es irgendwie einen Zusammenhang zwischen Open Access und Zitationsquote, so der Klassiker.<\/p>\n\n\n\n<p>00:20:07-0 Guido Scherp<br>So, dass ist tats\u00e4chlich so, diese das sind so diese Bereiche, die w\u00fcrde ich so auf der Ebene abgrenzen und gar nicht so sehr auf einzelnen Themen, weil das wird alles irgendwo in einer gewissen Form abgedeckt, das ist alles was ein bisschen was dabei, auch Peer Review, Open Peer Review, alles schon dabei.<\/p>\n\n\n\n<p>00:20:25-0 Doreen Siegfried:<br>Okay, wenn Du jetzt sagst: Viele Leute stellen so ihre Programme dar und ihre Angebote, die so auch auf bestimmte Bedarfe reagieren, gibt es eigentlich Untersuchungen, die so den Bedarf, den Unterst\u00fctzungsbedarf von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den Blick nehmen?<\/p>\n\n\n\n<p>00:20:44-5 Guido Scherp<br>Ja, da gibt es durchaus Studien, da gibt es auch unsere eigene Studie. Da in dem Kontext. Also grunds\u00e4tzlich, was man halt merkt ist, zwei Dinge eigentlich dazu. Das eine ist, so die Studienlage, auch unsere Open Science Studie, die wir unter den Wirtschaftsforschenden durchgef\u00fchrt haben, belegt letztlich, dass Open Science durchaus bekannt ist und durchaus Zuspruch zu der Philosophie von Open Science gibt, aber die Praxis halt aus diversen Gr\u00fcnden noch so bisschen hinterherh\u00e4ngt. Aber es wird ein gro\u00dfer Unterst\u00fctzungsbedarf gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:21:24-1 Guido Scherp<br>Und das merkt man auch, wenn ich nochmal zur Open Science Conference zur\u00fcckkomme, auch daran, dass wir beispielsweise nach der zweiten Konferenz oder mit der zweiten Konferenz auch ein Barcamp eingef\u00fchrt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>00:21:34-6 Guido Scherp<br>Und so ein Barcamp ist letztlich so ein niedrigschwelliges Austauschformat, dass sich gezielt an die Personen richtet, die so sehr stark mit der Umsetzung in der Praxis auch einfach zu tun haben.<\/p>\n\n\n\n<p>00:21:43-4 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:21:45-6 Guido Scherp<br>Und man merkt halt auch, dass da der Bedarf einfach unglaublich gro\u00df ist, sich auszutauschen, zu vernetzen und dort auch einfach auch von anderen zu lernen. Und dieses Jahr hatten wir zum Beispiel eine Teilnehmerin beim Barcamp aus Luxemburg, die hat eine konkrete Empfehlung von ihrem Kollegen bekommen: Wenn Du, die war, sag mal, hier Open Science Einsteigerin w\u00fcrde ich mal sagen, hat gesagt, wenn Du dich mit der Community vernetzen willst, wenn Du die Leute kennenlernen willst und was \u00fcber Open Science erfahren willst, dann fahr zum Barcamp Open Science nach Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>00:22:17-6 Guido Scherp<br>So und das ist nat\u00fcrlich sch\u00f6n, dass so wahrzunehmen. Dass einfach die Unterst\u00fctzung halt da ist. Gut ein Barcamp ist jetzt nicht, sag mal, es ist ein Baustein von vielen, um die Unterst\u00fctzung anzubieten, aber man merkt halt einfach der Bedarf ist da, sich auszutauschen und zu vernetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:22:35-9 Doreen Siegfried:<br>Vielleicht \u2013 ganz kurz kleiner Werbeblock hier f\u00fcr unsere Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer -, also wenn Sie mal googlen: \u201eOpen Science Barcamp Berlin\u201c, dann finden Sie da ne ganz spannende Website, wo auch zu sehen ist, was so in den vergangenen Jahren da passiert ist und auch vor allem, wie international diese Veranstaltung, die wirklich sehr niedrigschwellig ist, mit gemeinsamem Pizza essen usw., stattfindet. Und dieses Open Science Barcamp findet immer genau am Tag direkt vor der Open Science Conference statt. Also n\u00e4chstes Jahr dann am 16. Februar 2021. Schon mal merken im Kalender.<\/p>\n\n\n\n<p>00:23:12-8 Doreen Siegfried:<br>Okay. Werbeblock beendet an dieser Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p>00:23:16-0 Guido Scherp<br>17.,18. Februar dann die Open Science Conference.<\/p>\n\n\n\n<p>00:23:18-5 Doreen Siegfried:<br>Genau. Nochmal zur\u00fcck zu der Open Science Bewegung, die sich ja letztlich trifft auf der Open Science Conference und nat\u00fcrlich auch in anderen Kontexten miteinander in Austausch steht. Also, da Du ja jetzt auch schon eine Weile drin bist in diesem ganzen Thema und in diesem Kosmos: Was sind eigentlich so die gro\u00dfen Themen oder was sind die Themen, die momentan die Open Science Bewegung am meisten besch\u00e4ftigen?<\/p>\n\n\n\n<p>00:23:42-3 Guido Scherp<br>Ja, Corona. Also ist tats\u00e4chlich so, ich meine nat\u00fcrlich gehen die anderen Sachen, die vor Jahren schon begonnen wurden, ich hatte es bereits gesagt, es gibt momentan einen sehr starken Bereich im Forschungsdatenmanagement. Sag ich mal, ein grundlegendes solides Forschungsdatenmanagement ist letztlich der Enabler f\u00fcr Open Data, wenn man so will. Wenn man seine Daten nicht vern\u00fcnftig abgelegt hat, kann man sie auch nicht teilen, vern\u00fcnftig teilen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:24:08-4 Guido Scherp<br>Da passiert nat\u00fcrlich einiges im Bereich, ich sag mal, \u201eOpen Data\u201c oder auch \u201eFair Data\u201c in der Bewegung, aber halt auch auf europ\u00e4ischer Ebene diese sogenannte \u201eEuropean Open Science Cloud\u201c. In Deutschland gibt\u00b4s jetzt diese NFDI Nationale Forschungsdateninfrastruktur Bewegung. Aber grunds\u00e4tzlich in meiner, ich sag mal in meiner Blase, w\u00fcrde ich jetzt auch mal sagen, mit denen ich zu tun habe, die machen jetzt alle irgendwas mit Corona, auch untersuchen halt, was hat das f\u00fcr Auswirkungen auf Wissenschaftskommunikation. Ein Kollege hat so ein bisschen, ich sag mal, die Preprint-Server mal n\u00e4her analysiert, angeschaut. Dann ist es nat\u00fcrlich auch so, dass auch in unserem Umfeld ziemlich viele Bibliotheken sind, die auch sich mit Open Science besch\u00e4ftigen, die momentan damit besch\u00e4ftigt sind: Wie k\u00f6nnen wir unsere Zielgruppe unter Forschenden jetzt besser unterst\u00fctzen in der Corona Forschung? Das hei\u00dft, dass systematisch Publikationen erfasst werden und in Kollektionen zusammengefasst werden, so dass man immer so einen quasi disziplinspezifischen Open Science auch Corona Publikationskorpus hat. Man schaut, man guckt, dass man Daten bereitstellt oder sagt, wo sie Daten finden. Und das ist eigentlich, also momentan w\u00fcrde ich sagen, machen hier alle haupts\u00e4chlich Corona.<\/p>\n\n\n\n<p>00:25:25-5 Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Was ja an vielen Stellen jetzt schon seit 3 Monaten seit es hier in Deutschland so richtig losging mit den Schlie\u00dfungen usw., was ja an vielen Stellen bemerkt wird ist, dass durch diese Corona Krise ja letztlich so die Bettdecke weggezogen wird und man die nackten Tatsachen der Gesellschaft letztlich aufdeckt und feststellt, wo es \u00fcberall h\u00e4ngt, Pflegekr\u00e4fte zu schlecht bezahlt und Schulen nicht ordentlich digital ausgestattet usw. Also man sieht pl\u00f6tzlich wirklich ohne irgendwelche rosa Filter dazwischen, wo es tats\u00e4chlich klemmt.<\/p>\n\n\n\n<p>00:26:10-7 Doreen Siegfried:<br>Wenn Du jetzt sozusagen Dir mal den Wissenschaftsbetrieb anguckst und sagst okay, wir gucken jetzt mal oder wir stellen mal fest, wo klemmt es denn in der Wissenschaft? Was ist jetzt aufgedeckt, wo Du sagtest, wo Du denkst: Okay, das sehen jetzt wirklich alle, dass da was zu tun ist.<\/p>\n\n\n\n<p>00:26:29-0 Guido Scherp<br>Ja, letztlich ist es so, dass, ich w\u00fcrde sagen, es sind keine vielleicht keine grundlegenden neuen Probleme aufgetreten, sondern sie wurden einfach nur verst\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p>00:26:42-4 Guido Scherp<br>Und letztlich ist es halt einfach so, dass man sagt, dass beispielsweise die Preprint-Server Kultur mit dem hohen Publikationsaufkommen an seine Grenzen st\u00f6\u00dft, dann auch einfach. Wir haben generell zum einen, was nat\u00fcrlich Qualit\u00e4tssicherung angeht, da kommt man dann nat\u00fcrlich nicht hinterher, das andere ist halt auch einfach auch ein altes Problem, dass grunds\u00e4tzlich bei einer zunehmenden Publikationsflut letztlich auch immer noch schwieriger wird, sich dort zu orientieren. Das sag ich mal, das Stichwort ist halt Discovery.<\/p>\n\n\n\n<p>00:27:15-7 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:27:16-9 Guido Scherp<br>Es ben\u00f6tigt neue Methoden, einfach um Forschungsergebnisse schneller zu erfassen, systematischer zu erfassen und vielleicht auch maschinengest\u00fctzt zu erfassen. Und das Andere ist, man merkt einfach, wie schlecht es ist, dass viele Sachen noch einfach hinter Bezahlschranken sind, closed ist. Man merkt einfach, wie toll open ist, wenn es einfach zug\u00e4nglich ist, auch f\u00fcr diejenigen nach wie vor, die sich an der Forschung beteiligen wollen und auch wenig auch, sag mal, M\u00f6glichkeiten und Mittel haben, da an die Ergebnisse halt ran zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:27:50-4 Guido Scherp<br>Es gab schon jetzt viele Verlage haben jetzt angefangen, nat\u00fcrlich ihre Publikationen, vielleicht auch eher tempor\u00e4r, halt zur Verf\u00fcgung zu stellen. Aber ich hab auch relativ am Anfang der Corona-Krise auch schon einfach einen Beitrag gesehen, wo dann gesagt ist, ja, es wird jetzt viel \u00fcber Corona Forschung \u00f6ffentlich gestellt, aber das Meiste ist einfach noch verschwunden, das ist einfach nicht zug\u00e4nglich. Und das merkt man halt, das ist nat\u00fcrlich ein Nachteil. Es gibt teilweise gibt es denn Forschung, die bis zu Corona-Viren, die bis in die 80er oder so zur\u00fcckgehen, aber die sind halt einfach noch gar nicht so richtig zug\u00e4nglich. Nach wie vor noch einfach closed und das ist nat\u00fcrlich schlecht.<\/p>\n\n\n\n<p>00:28:32-6 Doreen Siegfried:<br>Na ja, dieses closed Problem, das kriegt man ja jetzt auch sehr stark mit, ist ja auch ein Problem f\u00fcr die Lehre. Wenn die Leute sozusagen nicht in ihre Lieblingsbibliothek gehen k\u00f6nnen, um sich da Lehrb\u00fccher zu holen oder weiterf\u00fchrende Literatur als Buch, weil das halt einfach das Standardwerk ist. Da mussten ja jetzt auch in der Vergangenheit viele Bibliotheken nochmal extra Geld in die Hand nehmen, um halt entsprechend Lizenzen zu kaufen f\u00fcr Ihre Studierenden, damit die halt auch Literatur haben zum Nachlesen. Also dieses ganze Thema Open, Open Access, was ja f\u00fcr uns jetzt nicht wirklich neu ist, aber\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>00:29:13-6 Guido Scherp<br>Und der dritte Punkt w\u00e4re letztlich einfach, dass man nat\u00fcrlich noch merkt, dass Wissenschaftskommunikation, dass man da noch einfach merkt, dass da noch \u2026\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>00:29:23-2 Doreen Siegfried:<br>Ja, dass da noch eine Frage\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>00:29:24-8 Guido Scherp<br>noch Potential gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>00:29:25-5 Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, ja\u2026 Ja, ich freu mich, ich freu mich \u00fcber die \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>00:29:27-8 Guido Scherp<br>\u00dcber Deinen Job\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>00:29:29-1 Doreen Siegfried:<br>\u00fcber Videos, die einen Preprint-Server erkl\u00e4ren. Nein, ich freu mich, dass ich Wissenschaftskommunikatorin bin, unter anderem.<\/p>\n\n\n\n<p>00:29:37-4 Doreen Siegfried:<br>Genau. Die Frage, die mich noch besch\u00e4ftigt bei diesen Open Science Aktivit\u00e4ten und bei diesen Bestrebungen usw.: Kommen da die Impulse, was beobachtest Du da, kommen da die Impulse eher so aus den Fachdisziplinen heraus oder gehen die Impulse eher so von den Universit\u00e4ten aus? Dass man sagt: okay, wir wollen jetzt mal dieses Thema anpacken f\u00fcr die Chemie, f\u00fcr die Wirtschaftswissenschaften, f\u00fcr die, keine Ahnung, Lebenswissenschaften. Oder ist es eher so Uni Kiel, Uni Hamburg, Uni Marburg, Uni Leipzig? Also, wer sind da so die die Trigger Meister?<\/p>\n\n\n\n<p>00:30:13-5 Guido Scherp<br>Ja. Also grunds\u00e4tzlich ist, Open Science wird dann auch immer als so Grassroot Bewegung, Bottom-Up Bewegung dargestellt. Also letztlich ist das etwas, dass, sage ich mal, sich irgendwann bei Einzelpersonen, die sich daf\u00fcr eingesetzt haben, angefangen hat und das dann irgendwann, ich sag mal, sich auf die Community sich vielleicht ausgeweitet hat. Und dann irgendwann dar\u00fcber hinaus wurde das dann auch von der Wissenschaftspolitik wahrgenommen. So, das ist halt von unten nach oben durchgegangen und jetzt wird es von oben aufgegriffen und jetzt werden, sag ich mal, die Rahmenbedingungen von oben wieder nach unten durchgegeben, damit sich das auch in der Breite einfach durchsetzen kann, so w\u00fcrde ich den Mechanismus beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>00:30:52-7 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:30:53-4 Guido Scherp<br>Letztlich ist es einfach so, denke ich, dass, das muss man mal so ausdr\u00fccken, so jede wissenschaftliche Community hat schon so ihre gewisse Art und Weise, wie sie funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>00:31:06-1 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:31:06-4 Guido Scherp<br>Und auch wie sie Bezug zu offener Forschung hat. Es gibt datengetriebene, eher weniger datengetriebene Communities und es gibt auch innerhalb der Disziplinen, gibt es, sag ich mal, Unterdisziplinen. Also ich komme aus der Informatik, da gibt es nat\u00fcrlich auch den sehr gro\u00dfen Bereich der theoretischen Informatik oder auch praktische Informatik und da sind ganz gro\u00dfe Bereiche. Und jede Community muss halt f\u00fcr sich dann, so ein bisschen, sagen wir mal, diese Open Science Einzelk\u00e4mpfer dann so ein bisschen Aufmerksamkeit bekommen haben, nat\u00fcrlich dann f\u00fcr sich beantworten, was f\u00fcr eine Rolle spielen offene Praktiken oder beziehungsweise eigentlich ist so die Frage: Wie stellen wir gute wissenschaftliche Praxis in unserer Community sicher? Welche Instrumente brauchen wir daf\u00fcr? Und was kann das Prinzip der Offenheit uns dabei helfen? Da hat man in den letzten Jahren halt gemerkt, dass das Prinzip der Offenheit schon sehr wichtig ist, um gute wissenschaftliche Praxis in digitalen M\u00f6glichkeiten halt zu erm\u00f6glichen. Und da gibt\u2019s halt auch beispielsweise, da kann man so ein bisschen die Psychologie-Community mal anf\u00fchren. Die dann schon so einen Prozess einfach mal durchgemacht haben und sich gesagt haben, so, wir m\u00fcssen jetzt st\u00e4rker uns um Reproduzierbarkeit unserer Ergebnisse k\u00fcmmern. Und daraus sind jetzt solche Sachen wie Preregistration entstanden und auch verschiedene neue M\u00f6glichkeiten der Anerkennung. Also auf verschiedener Ebene. Genau. Und das ist dann etwas, was sich denn so weiterentwickelt. Und Universit\u00e4ten, die sind dann letztlich auch ein Stakeholder, die dann irgendwann das aufgreifen m\u00fcssen und dann sagen, wir schaffen jetzt Rahmenbedingungen, in dem Open Access unterst\u00fctzt wird und finanziell unterst\u00fctzt, gef\u00f6rdert wird. Indem andere Regularien, die Promotionsordnung oder auch in Karrierepfade dann in irgendeiner Form einfach dann Einzug h\u00e4lt. Es muss dann von oben nach unten Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass es sich auch lohnt.<\/p>\n\n\n\n<p>00:33:12-8 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:33:13-6 Guido Scherp<br>Und auch einen gewissen Druck aus\u00fcbt.<\/p>\n\n\n\n<p>00:33:15-3 Doreen Siegfried:<br>Also eher so ein Zusammenspiel.<\/p>\n\n\n\n<p>00:33:17-3Guido Scherp<br>Ja. Wenn man das so sagen will, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:33:19-7 Doreen Siegfried:<br>Open Science, wir hatten ja schon mehrfach jetzt gesagt, dass die Open Science Konferenz oder auch diese ganzen Open Science Aktivit\u00e4ten, Bewegungen, ja ein internationales Ph\u00e4nomen ist. Also, wo siehst du denn tats\u00e4chlich die st\u00e4rkste Open Science Durchdringung? Also in Deutschland, in Europa, auf der Welt quasi? Also gibt\u2019s da so Vorbilder oder sind alle da \u00e4hnlich weit davor?<\/p>\n\n\n\n<p>00:33:49-0 Guido Scherp<br>Also weltweit ist das f\u00fcr mich jetzt ganz schwierig zu beurteilen. Also wir haben \u00fcber die Jahreswende gab\u2019s mal so einen kollaborativen Ansatz, einmal alle weltweiten Grassroot Bewegungen im Open Science Kontext zu erfassen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:34:05-1 Doreen Siegfried:<br>Ah ja. Okay.<\/p>\n\n\n\n<p>00:34:05-0 Guido Scherp<br>Das ist eine relativ lange Liste geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>00:34:07-9 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:34:08-3 Guido Scherp<br>Da war ich schon beeindruckt und irgendwann haben aber welche auch mal angefangen, jetzt hab ich\u2018s nicht auf dem Schirm, angefangen, das mal auf irgendwelchen Visualisierungen und Karten zu mappen und so weiter. Es passiert da schon einiges. Wo wir jetzt in Europa weltweit im Vergleich stehen, kann ich ehrlich gesagt auch gar nicht beantworten. Innerhalb von Europa ist es schon so, dass man schon sieht, dass so L\u00e4nder wie Finnland oder auch die Niederlande da schon im Vergleich etwas weiter sind. Also, wir haben auf der Open Science Konferenz, erinnere ich mich an etliche Beitr\u00e4ge aus Finnland, wo es um irgendwelche nationalen Open Science-Agenden-Umsetzungen geht und so weiter. Das ist schon wirklich interessant, das zu beobachten. Aus den Niederlanden kommt ja zum Beispiel auch die ganze GO FAIR-Bewegung, wo wir aus Deutschland heraus nat\u00fcrlich auch mitmachen, auch Frankreich. Aber es ist so ein bisschen, ich denke halt, was so Durchdringung angeht, sind wir noch relativ am Anfang. Und ich muss vielleicht manchmal auch ein bisschen aufpassen, dass man dann, man hat sonst schon so ein bisschen die Gefahr, dass man sich in einer Blase befindet. Dann denkt man sich oh, jetzt machen alle Open Science. Aber das ist glaube ich in der Breite, wie auch unsere Studie einfach festgestellt hat, so, es ist bekannt, anerkannt, die Philosophie dahinter findet man gut, aber es ist halt dann von der Durchdringung her gibt es einfach noch unheimlich viel Potential.<\/p>\n\n\n\n<p>00:35:28-3 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:35:27-3 Guido Scherp<br>An der Stelle. Das muss man halt einfach auch aufgreifen. Was ich aber dieses Jahr auch positiv beobachte ist, am Beispiel der UNESCO. Die UNESCO hat letztes Jahr beschlossen, dass es eine Open Science Empfehlung gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>00:35:42-3 Doreen Siegfried:<br>Ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>00:35:43-6 Guido Scherp<br>Also eine Empfehlung ist im UNSECO-Sprech, ist das ein V\u00f6lkerrechtstext mittlerer Bindungswirkung. Also ist schon<\/p>\n\n\n\n<p>00:35:48-0 Doreen Siegfried:<br>Und das hei\u00dft \u00fcbersetzt?<\/p>\n\n\n\n<p>00:35:49-3 Guido Scherp<br>Irgendwo, keine Ahnung, was da noch dar\u00fcber oder darunter kommt. Aber es hat dann schon eine gewisse, also mittlere Bindungswirkung, ist ja zumindest jetzt nicht niedrige Bindungswirkung. Aber die haben sich gesagt, wir brauchen eine Open Science Empfehlung aus der UNESCO heraus. Die schreiben sich ja Wissenschaft, Kultur und Bildung auf die Fahne.<\/p>\n\n\n\n<p>00:36:09-5 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:36:09-7 Guido Scherp<br>Die haben ja auch einen gewissen Hintergrund, beispielsweise in der ganzen Open Educational Resources-Bewegung. Also vor dem Hintergrund, sag ich mal, auch Schwellenl\u00e4ndern Zugang zu Bildung zu erm\u00f6glichen. Und das ist eine interessante Bewegung, weil die da auch sehr transparent und partizipativ durchgef\u00fchrt wird. Das ging jetzt durch diverse L\u00e4nder, auch beispielsweise, gab\u2019s in Deutschland einen Prozess, dass halt Deutschland so eine Position zu der globalen Bewegung eingenommen hat. Aktuell wurde jetzt neulich eine Konsultation durchgef\u00fchrt. Und ich denke mal, wenn, es ist ja auch immer so ein bisschen die Frage, was macht man oder was an Offenheit macht man und wie benennt man das. So.<\/p>\n\n\n\n<p>00:36:52-1 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:36:53-1 Guido Scherp<br>Und die verwenden halt auch den Begriff Open Science an der Stelle. Und wenn das auf der Ebene der UNESCO halt global aufgegriffen wird, hat f\u00fcr mich schon eine gewisse, wei\u00df ich nicht, gewisse Signalwirkung.<\/p>\n\n\n\n<p>00:37:06-1 Doreen Siegfried:<br>Ja, auf jeden Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>00:37:06-5Guido Scherp<br>Also was da am Ende jetzt bei rumkommt, kann ich noch nicht sagen. Ich bin da auch nicht so richtig tief involviert und kann das auch nur sporadisch beobachten. Aber das muss ich sagen, das ist schon eine interessante Entwicklung und 2021 wollen sie die Empfehlung halt verabschiedet haben. N\u00e4chstes Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>00:37:21-1 Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Das ist ja schon quasi in einem halben Jahr [beide lachen]. Wir werden es beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p>00:37:26-7 Guido Scherp<br>Ich glaube eher Ende 2021, glaub ich, aber okay.<\/p>\n\n\n\n<p>00:37:29-8 Doreen Siegfried:<br>Und, okay. Wir hatten jetzt schon von der Durchdringung gesprochen, also auf der Landkarte, also geografisch gesehen. Wenn wir uns jetzt mal so die unterschiedlichen Disziplinen angucken, gibt\u2019s da auch so Early Adopter? Also beispielsweise Medizin, Naturwissenschaften oder<\/p>\n\n\n\n<p>00:37:46-5 Guido Scherp<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:37:47-5 Doreen Siegfried:<br>Oder wie ist da deine Einsch\u00e4tzung?<\/p>\n\n\n\n<p>00:37:49-2 Guido Scherp<br>Ja. Man muss da ein bisschen. Also ich, was\u2026Zwei Sachen, die mir da so einfallen ist. Also, zum einen gibt es, sag ich mal, Open Science ist ja, spiegelt sich ja in verschiedenen Unterbewegungen wieder, Open Access, Open Data und so weiter. Und die haben ja in gewisser Art und Weise schon zum Teil eine gewisse Tradition. Also wenn man jetzt zum Beispiel guckt, wenn man sagt, so Open Access ist halt die Physik der Early Adopter. Die haben ja Anfang der 90er schon Archives und Preprint-Server aufgebaut. Und die Physik, beziehungsweise speziell die Hochenergiephysik, die haben nat\u00fcrlich relativ fr\u00fchzeitig mit Forschungsdatenmanagement angefangen und mit hochkollaborativen Ans\u00e4tzen. Weil die einfach mit deren Beschleunigern und den riesigen Datenmengen keine andere Wahl hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>00:38:42-3 Doreen Siegfried:<br>Hm.<\/p>\n\n\n\n<p>00:38:42-5 Guido Scherp<br>Also ohne Forschungsdatenmanagement und kollaborative Ans\u00e4tze h\u00e4tten die das, k\u00f6nnen die das gar nicht erfassen, analysieren, verarbeiten und wissenschaftlich auswerten. Geht einfach nicht anders. Deswegen haben die ja auch da fr\u00fch da angefangen. Aber ich bin ja auch Informatiker.<\/p>\n\n\n\n<p>00:38:54-8 Doreen Siegfried:<br>Hm.<\/p>\n\n\n\n<p>00:38:54-8 Guido Scherp<br>Und, beispielsweise ist es so, dass Open Source hat auch schon eine ganz lange Tradition in der Informatik. So, das hei\u00dft jetzt nicht, dass wir, dass jetzt Open Science super durchdrungen ist in der Informatik. Also es gibt dann auch auf, an anderer Stelle, was beispielsweise auch der Umgang mit \u2013 wir haben jetzt beispielsweise in einem Kontext mal so ein bisschen die Durchdringung von Fairness in der Informatik angeguckt.<\/p>\n\n\n\n<p>00:39:17-3 Doreen Siegfried:<br>Ah ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:39:18-4 Guido Scherp<br>Und gemerkt, da ist jetzt auch, so, da haben die auch noch, sagen wir mal, Aufholbedarf. Aber was man sagen kann, die Open Source Kultur ist schon lange in der Informatik etabliert.<\/p>\n\n\n\n<p>00:39:28-2 Doreen Siegfried:<br>Ja. Okay.<\/p>\n\n\n\n<p>00:39:29-6 Guido Scherp<br>So und<\/p>\n\n\n\n<p>00:39:31-1 Doreen Siegfried:<br>Und aktiv und passiv. Also nicht nur passiv, sondern nat\u00fcrlich auch aktiv logischerweise, ne?<\/p>\n\n\n\n<p>00:39:35-9 Guido Scherp<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:39:36-4 Doreen Siegfried:<br>Also, dass es auch ver\u00f6ffentlicht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>00:39:36-4 Guido Scherp<br>Ja, also tats\u00e4chlich ist es so, dass dann auch in den Projekten, in denen ich auch mitgewirkt habe, dass sehr oft schon sehr fr\u00fchzeitig dann auch die Ergebnisse dann Open Source bereitgestellt wurden dann an der Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p>00:39:47-7 Doreen Siegfried:<br>Ja okay. Noch eine ganz wichtige Frage, also, wenn ich etwas bewegen will, wenn ich etwas ver\u00e4ndern will, spielen ja immer Anreize eine ganz gro\u00dfe Rolle. [lacht] Und auch die Open Science-Bewegung besch\u00e4ftigt sich ja auch mit Anreizsystemen. Gibt\u2019s hier schon irgendwie so einen Katalog, welche Anreize gut funktionieren und welche eher nicht so? Wenn ja, welche? Sag es uns.<\/p>\n\n\n\n<p>00:40:11-3 Guido Scherp<br>Ja, ja. Also da kann ich ja gleich wieder ein Disclaimer f\u00fcr unsere Studie einf\u00fcgen. Also, dass, unsere Studie, aber auch viele andere Studien zeigen im Endeffekt, dass, sage ich mal, Reputation letztlich so der entscheidende Trigger ist. Und ich sag mal, je fr\u00fcher man in seiner Karrierestufe ist, desto gr\u00f6\u00dfere Wirkung hat das einfach dann.<\/p>\n\n\n\n<p>00:40:28-9 Doreen Siegfried:<br>Hm.<\/p>\n\n\n\n<p>00:40:30-4 Guido Scherp<br>Wir haben zum Beispiel in der Wiwi-Studie jetzt auch festgestellt, beispielsweise, dass so zum Teil Profs eine gewisse gr\u00f6\u00dfere Affinit\u00e4t haben gegen\u00fcber Offenheit, weil, ich sage mal, die Karrierestufe ist erreicht. W\u00e4hrend eher j\u00fcngere Forschende tendenziell erst zu, sag ich mal, klassischen, beispielsweise Publikationsformen wie so ein Journal mit hohem Impactfactor einfach zur\u00fcckgreifen. Also Reputation, Anerkennung, das sind halt die zentralen Trigger. Das kann man halt auf diverse Art und Weise halt erreichen. Letztlich ist es halt, die Reputation ist halt die, die anerkannt wird und gemessen wird. Das ist ja momentan sehr, das ist ja noch sehr zitationszentriert. Und dann hat man zum Beispiel gemerkt, dass, nat\u00fcrlich, wenn man es schafft oder was auch gemacht wurde, dass dann auch Forschungsdaten, wenn die publiziert werden, man daf\u00fcr eine Zitation bekommt und die zitiert werden kann und dass quasi in dieses, ich sage mal, Reputationsmodell eingepflegt wird. Dass das nat\u00fcrlich ein Anreiz ist, das auch zu tun. Und es gibt nat\u00fcrlich dann auch, ich sage mal so, eher indirekte Anreize. Beispielsweise wenn ich meine Forschungsdaten, also mein Paper, jetzt ablege. Das ist nat\u00fcrlich in erster Linie erst einmal mehr Aufwand. Aber Studien zeigen halt, dass in der Wahrnehmung bei Forschenden, dass wenn Forschungsdaten abgelegt sind, das mit einer h\u00f6heren Qualit\u00e4t verkn\u00fcpft wird.<\/p>\n\n\n\n<p>00:41:59-1 Doreen Siegfried:<br>Wird ja auch h\u00e4ufiger zitiert, ne?<\/p>\n\n\n\n<p>00:41:59-4 Guido Scherp<br>Wird dann h\u00e4ufiger zitiert, es wird h\u00e4ufiger gelesen und so. Das sind dann nat\u00fcrlich dann letztlich all das, was in irgendeiner Form da wissenschaftliche Anerkennung oder Reputation generiert, ist halt so der Haupt-, eigentlich der Haupttreiber.<\/p>\n\n\n\n<p>00:42:13-4 Doreen Siegfried:<br>Ja okay. Und dann muss man kreativ werden, wie man das dann tats\u00e4chlich hinbekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>00:42:18-3 Guido Scherp<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:42:19-9 Doreen Siegfried:<br>Ja okay. Du besch\u00e4ftigst dich ja auch mit Open Science Transfer, das ist ja sozusagen noch nochmal ein zweiter gro\u00dfer Arbeitsschwerpunkt in deiner T\u00e4tigkeit. Was sind da gerade so deine gro\u00dfen Baustellen?<\/p>\n\n\n\n<p>00:42:32-9 Guido Scherp<br>Ja. Also meine Abteilung hat sich ja jetzt ganz frisch umbenannt in Open Science Transfer. Also im Prinzip ist es so, dass wir eigentlich zwei Hauptt\u00e4tigkeiten oder zwei gro\u00dfe oder ja zwei gro\u00dfe T\u00e4tigkeiten haben, was dieses Transferthema angeht. Zum einen ist es halt dass wir, ich sag mal, als Bibliothek auch andere Bibliotheken so ein bisschen mitnehmen wollen, informieren wollen, so bisschen reflektieren wollen, was passiert eigentlich in der Open Science Szene, was gibt es an Entwicklungen, was gibt\u2019s f\u00fcr Projekte, was gibt es, was passiert auf wissenschaftspolitischer Ebene. Es werden ja ziemlich h\u00e4ufig immer irgendwelche Reports von Science Europe und Ocov publiziert, die greifen wir dann auf. Und dann haben wir da beispielsweise einen Blog, der ZBW Mediatalk.<\/p>\n\n\n\n<p>00:43:20-2 Doreen Siegfried:<br>Okay. Achtung.<\/p>\n\n\n\n<p>00:43:21-1 Guido Scherp<br>Eigentlich Eigenwerbung.<\/p>\n\n\n\n<p>00:43:22-1 Doreen Siegfried:<br>Werbe<\/p>\n\n\n\n<p>00:43:22-9 Guido Scherp<br>Werbeblock f\u00fcr<\/p>\n\n\n\n<p>00:43:22-9 Doreen Siegfried:<br>Werbeblock<\/p>\n\n\n\n<p>00:43:23-4 Guido Scherp<br>ZBW Mediatalk aufrufen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:43:25-3 Doreen Siegfried:<br>www.zbw-mediatalk.eu<\/p>\n\n\n\n<p>00:43:27-5 Guido Scherp<br>Das andere Thema ist dann einfach, was wir in dem Zuge auch neu aufgreifen, neu aufgreifen, ist einfach dieses ganze Transferthema in Richtung Wiwi-Forschende.<\/p>\n\n\n\n<p>00:43:36-9 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:43:37-1 Guido Scherp<br>Dass man einfach sieht, wir wollen einfach Wiwi-Forschende noch st\u00e4rker unterst\u00fctzen, was offene Praktiken angeht. Und haben ja in einem ersten Schritt eine Studie durchgef\u00fchrt, um mal den Status Quo zu erfassen. Die wird ja in K\u00fcrze ja auch ver\u00f6ffentlicht. Wo wir halt dabei herausgefunden haben, sag ich mal, Bereitschaft ist da, es fehlen noch gewisse Anreize und in Unterst\u00fctzung wird gro\u00dfer Bedarf gesehen einfach. Und das ist halt etwas, dass wir halt aufgreifen wollen. Und da gibt\u2019s halt momentan unter dem internen Arbeitstitel \u201eOpen Science Hub\u201c in Planung, der genau einfach mal so verschiedene Aspekte von Open Science aufgreift und dann halt so ein bisschen\u2026 Was man halt merkt, ist, dass man, es gibt schon viele Open Science, ich sag mal Erkl\u00e4rb\u00e4r-Sachen, die man sich anschauen kann. Aber wichtig ist bisschen, diese ganze Information und auch die Werkzeuge, die es gibt, mal so ein bisschen auf eine Community runterzubrechen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:44:38-0 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:44:39-3 Guido Scherp<br>Und das ist jetzt unsere Herausforderung, so ein bisschen zu schauen so, wo liegt eigentlich der Bedarf bei Wiwi-Forschenden. Welche Themen, ob Bereich Open Access oder Open Data. Und, oder auch, wenn\u2019s um Wissenschaftskommunikation geht, so, dass man so ein bisschen dann aufgreift und auch best practices aufzeigt und auch vielleicht eine Handlungsempfehlung gibt, wo man anfangen kann, um einfach Unterst\u00fctzung zu bieten. Und das soll halt eine Plattform werden. Und das ist jetzt so das neue T\u00e4tigungsfeld, wie man halt Open Science Transfer irgendwie in die Wiwi-Community umsetzt. Was halt auch ganz wichtig ist, das ist jetzt auch in gewisser, auch kollaborativer Prozess mit den Wiwi-Forschenden zusammen. Wir haben ja auch die Studie im Rahmen eines \u00d6konomen-Workshops mal vorgestellt und die mal so ein bisschen gefragt, wie sie zu dem Thema stehen. Was w\u00fcrden sie sich eigentlich w\u00fcnschen? Und da kam ja auch sehr stark raus: ja Unterst\u00fctzung ist echt, ich soll jetzt Open Science machen, aber irgendwie habe ich auch gar keinen Plan, wie ich das machen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>00:45:41-3 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:45:41-8 Guido Scherp<br>Und das ist halt das, dass man da halt auch ansetzt, dass man auch immer den Austausch mit der Community hat. Dass man auch, dass man auch R\u00fcckkopplung bekommt, dass sie sagen, ja, da kann ich auch was mit anfangen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:45:52-5 Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, genau. Dass man dann ganz konkrete Tipps gibt. Wir sehen das ja auch im Kontext jetzt, digitale Lehre. Welche App und wie mache ich das? Wie genau und wo kriege ich das her, und so weiter so. Okay. Also wir packen, liebe H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer, wir packen die ganzen Links zum ZBW Mediatalk, zur Studie und so weiter alle in die Shownotes. Da k\u00f6nnen Sie dann direkt drauf zugreifen und sich da nochmal ein bisschen informieren. So, jetzt nochmal, wir neigen uns langsam dem Ende zu, jetzt musst du mal deine Glaskugel rausholen. Was mich nur mal interessieren w\u00fcrde, also gro\u00dfe Krisen, wie jetzt wirklich, es ist ja jetzt wirklich eine gro\u00dfe Krise, wie die derzeitige Corona-Pandemie. Die zeigen das ja deutlich, wir haben jetzt ja auch schon ausf\u00fchrlich dr\u00fcber gesprochen, dass so komplexe Probleme, ja, also gesundheitlicher Natur, aber auch, man muss ja auch irgendwie gucken, was hat das f\u00fcr Einfl\u00fcsse auf, auf das Wirtschaftsleben und auf ganz, ganz, ganz viele andere Aspekte. Also, dass solche gro\u00dfen Krisen tats\u00e4chlich nur interdisziplin\u00e4r angepackt werden k\u00f6nnen, dass die nur in Kooperation auch mit Nicht-Wissenschaftler*innen funktionieren. Also wie jetzt in diesem Fall mit \u00c4rzten, mit Krankenschwestern, mit Pflegerinnen und Pflegern, mit Politikern und so weiter und so weiter. Und in dem nat\u00fcrlich kommuniziert wird und zwar verst\u00e4ndlich und pr\u00e4zise. Also, wir sch\u00e4tzen alle Herrn Drosten, wie er das wunderbar auf den Punkt bringt und kommuniziert. Es gibt auch ganz viele andere. MaiLab beispielsweise, die wirklich sehr gut erkl\u00e4rt, wie Wissenschaft funktioniert. Wie bestimmte Ph\u00e4nomene funktionieren, also diese ganze Kommunikation ist ein nicht unerheblicher Teil. Ich behaupte, es ist ein ganz wesentlicher Teil auch von Wissenschaft, zeigt auch letztlich Verantwortung. Also die Frage ist jetzt, wie k\u00f6nnte, oder anders gefragt, k\u00f6nnte Covid-19 tats\u00e4chlich einen Wendepunkt herbeibringen in der Art, wie wir Wissenschaft betreiben? Wie siehst du das Guido?<\/p>\n\n\n\n<p>00:47:54-7 Guido Scherp<br>Die Hoffnung ist, glaube ich, sehr gro\u00df, und auch wenn ich mich mit anderen austausche, die sagen, dass die Corona-Krise hat doch so ein Ausma\u00df angenommen, dass das dann doch nachhaltig einfach wirken wird. Wenn man vergleicht, im Vergleich sag ich mal, war jetzt da EHEC oder SARS, war ja klein dagegen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>00:48:20-8 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:48:21-0 Guido Scherp<br>an der Stelle dann. Und, also, ich denke schon, es gibt verschiedene, auch Bewegungen beispielsweise. Es gibt schon seit Jahren nat\u00fcrlich auch Communities, die fordern, gesellschaftliche, also Forschung zu gesellschaftlich relevanten Problemen, die muss halt offen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>00:48:41-7 Doreen Siegfried:<br>Hm.<\/p>\n\n\n\n<p>00:48:42-2 Guido Scherp<br>Das wird auch zum Teil auch schon aufgegriffen, dass auch, es gibt ja auch so gro\u00dfe Foundations, die einfach da mit viel Geld sowas unterst\u00fctzen, die dann auch dazu \u00fcbergehen, zu sagen, ja ihr m\u00fcsst mit unserem Geld dann auch offen forschen an der Stelle. Oder auch, gibt eine breite Community, die daf\u00fcr wirbt, dass man alle Forschung auch zu Klimaforschung, Klimawandelforschung, dass man das viel, viel offener macht. Quasi also der n\u00e4chste Abgrund, der vielleicht noch ein bisschen zu weit, der vielleicht noch nicht sichtbar genug ist an der Stelle. Also ich denke schon, und man beobachtet beispielsweise, dass jetzt auch, ich sag mal, dass jetzt auch einige Unis schon gesagt haben, ja, das mit der digitalen Lehre ist doch gar nicht so schlecht und wir \u00fcberlegen uns, wie wir das auch ein bisschen danach auch noch ein bisschen weiter betreiben k\u00f6nnen. Das sind schon so erste Ans\u00e4tze, dass man auch sagt, ja okay, das ist jetzt zwar jetzt nicht direkt mit offener Forschung, aber man merkt halt, okay, man hat jetzt Erfahrung gemacht. Und man merkt halt, das war ja auch positiv und hat gute Effekte gehabt. Vorher war der Druck noch nicht da, sich damit zu besch\u00e4ftigen und wir mussten uns jetzt damit besch\u00e4ftigen. Und jetzt greifen wir das halt weiter auf. Und von daher, gibt\u2018s schon auch einige, die einfach sagen, das wird einen riesen, riesen Impact haben auf die. Also hinterher wird die Forschung ganz anders aussehen als vorher.<\/p>\n\n\n\n<p>00:50:06-6 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:50:07-8 Guido Scherp<br>So. Muss ich mal gucken, ob ich mich soweit mit der Vorhersage aus dem Fenster lehne. Aber ich denke, das hat doch schon doch grundlegend wird das dann da \u00c4nderungen herbeif\u00fchren. Man muss nat\u00fcrlich auch sagen, dass es jetzt aktuell, sage ich mal, haupts\u00e4chlich erstmal diejenigen Disziplinen betrifft, die direkt mit der Corona-Forschung einfach zu tun haben.<\/p>\n\n\n\n<p>00:50:31-0 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:50:32-3 Guido Scherp<br>Also andere Disziplinen, die dann keinen Bezug dazu haben, die haben nat\u00fcrlich jetzt, machen wahrscheinlich erstmal weiter, wie bisher. Was aber, glaube ich, auch ganz wichtig ist und was auch eine sehr gute Entwicklung ist, die man auch beibehalten muss, ist, dass das Vertrauen der Gesellschaft in Forschung einfach jetzt dadurch gestiegen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>00:50:55-3 Doreen Siegfried:<br>Ja. Absolut.<\/p>\n\n\n\n<p>00:50:55-8 Guido Scherp<br>Ich meine, du kennst ja die Wissenschaftsbarometer.<\/p>\n\n\n\n<p>00:50:57-4 Doreen Siegfried:<br>Ja, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:50:57-9 Guido Scherp<br>Und ich wei\u00df nicht, du kannst die Zahlen wahrscheinlich aus dem Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>00:50:59-8 Doreen Siegfried:<br>Ich kann sie auswendig. Ja genau. Wir stehen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>00:51:02-0 Guido Scherp<br>2019 50%, 2020 jetzt schon irgendwie 70%,<\/p>\n\n\n\n<p>00:51:06-2 Doreen Siegfried:<br>Ja, ja genau.<\/p>\n\n\n\n<p>00:51:06-9 Guido Scherp<br>die in Forschung vertrauen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:51:07-9 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:51:08-5 Guido Scherp<br>Und da hat nat\u00fcrlich auch die Art und Weise der Wissenschaftskommunikation, da sind dann nat\u00fcrlich auch so Koryph\u00e4en wie der Drosten dabei, aber auch andere. Es sind auch etliche andere Podcasts jetzt in dem Zuge entstanden, schon dazu gef\u00fchrt, dass man sagt, ja, ich vertrau schon dem, was Forschende da tun.<\/p>\n\n\n\n<p>00:51:26-3 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:51:26-4 Guido Scherp<br>Und das war zum Teil auch dann r\u00fcckl\u00e4ufig und das ist nat\u00fcrlich auch ein positiver Effekt, der hoffentlich auch noch weiter nachh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>00:51:34-5 Doreen Siegfried:<br>Ja, ja. Also, ganz kurz hier f\u00fcr unsere H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer: Wissenschaftsbarometer von Wissenschaft im Dialog, jedes Jahr eine riesengro\u00dfe bundesweite Umfrage. Und in den letzten Jahren war tats\u00e4chlich die Zahl derjenigen, die gesagt haben, ich vertraue in Wissenschaft und Forschung wirklich r\u00fcckl\u00e4ufig. Also jedes Jahr immer so ungef\u00e4hr drei, vier Prozentpunkte weniger. Wir waren 2019 bei 49%, also weniger als die H\u00e4lfte. Das ist schon echt ein Schlag ins Gesicht. Und jetzt mit der Corona-Krise waren wir im April bei 73%. Also das ist enorm und bemerkenswert. Und ich richte einen Appell an alle Forschenden, macht weiter so, es ist wichtig. Wo wir hier gerade schon mal die Glaskugel auf dem Tisch haben, wichtiges Thema. Wir hatten ja auch schon \u00fcber Anreize gesprochen und so weiter. Wie siehst du die Zukunft der Leistungsbewertung von Wissenschaft? Wie kann das komplexe wissenschaftliche Agieren, wir hatten ja schon gesagt, auf verschiedenen Feldern m\u00fcssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hier aktiv sein, wie kann diese Vielfalt tats\u00e4chlich praxisnah entsprechend Eingang finden in Begutachtungsverfahren, in Bewerbungsverfahren, in die Vergabe von Stipendien, in Entscheidungen \u00fcber Amtszeiten und so weiter? Hast du da schon eine konkrete Idee, eine Vision, eine Vorstellung?<\/p>\n\n\n\n<p>00:53:00-7 Guido Scherp<br>[lacht] Ja also, ich sag mal, das ist ja auch schon seit l\u00e4ngerem eine Forderung, dass so, das hei\u00dft die Leistungsbewertung in irgendeiner Form doch grundlegend mal reformiert werden muss. Und<\/p>\n\n\n\n<p>00:53:15-2 Doreen Siegfried:<br>Ja, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:53:15-7 Guido Scherp<br>Und noch gar nicht denn\u2026 Ja, das ist eh\u2026 Ja also grunds\u00e4tzlich denke ich, dass Leistungsbewertung ist so ein Teil der, oder sagen wir mal so, es ist, findet momentan schon einiges, was in die richtige gute Richtung geht, was von oben herab durch Wissenschaftspolitik an Rahmenbedingungen vorgegeben wird und auch eingefordert wird. Das sieht man auf verschiedenen Ebenen. Beispielsweise, was wei\u00df ich, wenn man sich mal den neuen Pakt f\u00fcr Innovation und Forschung halt, wo auch dann Leibniz dr\u00fcber finanziert wird, halt anschaut, da gibt es schon sehr viele Themen, die sich mit Open Science besch\u00e4ftigen. Oder auch mit Aufgreifen von digitaler Wissenschaft, dass man das Thema offene Wissenschaft einfach st\u00e4rker aufgreift. Und dort ist dann halt einfach Leistungsbewertung so ein Baustein von vielen dann. Und so. Also ich bin in dem Thema jetzt auch nicht so tief drin, dass ich ja jetzt irgendwie eine gro\u00dfartige Vision entwickeln kann. Aber ich nehme wahr, dass das an der Stelle, an gewissen Stellen doch ein ziemlich schleppender Prozess einfach noch ist. Also w\u00fcnschenswert w\u00e4re nat\u00fcrlich, dass, wenn man offen forscht, dass das auch viel st\u00e4rker beispielsweise bei Berufungsverfahren ber\u00fccksichtigt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>00:54:38-9 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>00:54:39-1 Guido Scherp<br>Dass dann Publikationen, nicht nur die Publikationen mit Impactfactor, vielleicht genommen werden oder auch man guckt, was dar\u00fcber hinaus gemacht wurde an offener Praktiken dann. Oder dass beispielsweise, dass es in Promotionsordnungen in irgendeiner Form verankert wird, eingefordert wird. Oder dass es dann bei Drittmittellausschreibungen noch st\u00e4rker verankert wird. Es gibt Bewegungen in die Richtung. Dass zum Beispiel dann, also ich sag mal, es ist ja so, die Idealwelt oder das Mantra ist so ein bisschen open as possible, closed when needed. Und so ein bisschen merkt man halt, es gibt so ein langsamer \u00dcbergang von ich muss mich zunehmend rechtfertigen, wenn ich closed forschen will.<\/p>\n\n\n\n<p>00:55:22-8 Doreen Siegfried:<br>Hm.<\/p>\n\n\n\n<p>00:55:23-1 Guido Scherp<br>Aber man hat immer noch die Option. Und man muss jetzt, sage ich mal, die Option Richtung closed da so ein bisschen mal reduzieren. Und so mehr Anreize und auch Einforderungen in Richtung halt open schaffen. Und wenn man zum Beispiel guckt, was Leistungsbewertung angeht oder auch jetzt Berufungsverfahren, es gibt in Deutschland, also Psychologie in M\u00fcnchen beispielsweise ist da Vorreiter, die schreiben in Ausschreibungen rein, dass man da ein Statement abgeben muss, zu offener Forschung.<\/p>\n\n\n\n<p>00:55:49-5 Doreen Siegfried:<br>Ah ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>00:55:50-2 Guido Scherp<br>Das ist schon seit Jahren so. Es gibt auch eine andere Uni, wo es jetzt neulich auch gemacht wurde. Ich wei\u00df gar nicht, war das in T\u00fcbingen oder wo war das? Oder war\u2019s doch auch M\u00fcnchen? Ich wei\u00df es gar nicht. Eine andere Uni, wo das dann auch gezielt quasi Teil des Bewerbungsverfahrens ist, dass die, die sich bewerben, Position dazu nehmen, wie sie zu offener Forschung stehen und was sie da bereits schon gemacht haben. Das sind schon so erste, sag ich mal, Lichtblicke, aber das ganze Thema ist so da, gef\u00fchlt ist das noch, irgendwie doch sehr, sehr<\/p>\n\n\n\n<p>00:56:20-2 Doreen Siegfried:<br>Zu zaghaft.<\/p>\n\n\n\n<p>00:56:21-1 Guido Scherp<br>Sehr schleppendes Thema, weil das ist, Promotionsordnung und Berufungsverfahren, die lassen sich auch nicht mal eben so anfassen. Und das kann auch nicht jede Fakult\u00e4t f\u00fcr sich zum Teil auch alleine machen. Da muss dann wieder oder das muss dann vielleicht \u00fcber die ganze Uni laufen oder beziehungsweise das muss die ganze Fakult\u00e4t eigentlich machen. Und zur Fakult\u00e4t geh\u00f6ren dann wieder Einzeldisziplinen dazu, die k\u00f6nnen dann nicht alle ihr eigenes Ding dann machen. Das ist dann schon auch ein komplexer Abstimmungsprozess. Und ich denke mal in M\u00fcnchen ist das auch nur passiert, weil da einfach so ein paar, ich sag mal, Open Science Enthusiasten sich daf\u00fcr eingesetzt haben, dass es so kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>00:56:59-4 Doreen Siegfried:<br>Na gut. Aber wenn M\u00fcnchen das kann\u2026 Was der S\u00fcden kann, muss der Norden\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>00:57:06-8 Guido Scherp<br>Kann der Norden hier auch.<\/p>\n\n\n\n<p>00:57:07-7 Doreen Siegfried:<br>Muss der Norden auch hinbekommen. Letzte Frage Guido: wenn jetzt unsere H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer f\u00fcr sich entschieden haben oder f\u00fcr sich entdeckt haben, dass das Thema Open Science doch irgendwie was ist, was sie jetzt unbedingt mal machen wollen. Was w\u00e4ren so deine drei Tipps f\u00fcr die t\u00e4gliche Praxis? F\u00fcr Einsteiger.<\/p>\n\n\n\n<p>00:57:28-5 Guido Scherp<br>Ja. Hm. Also, grunds\u00e4tzlich, also ich hab keine drei Tipps f\u00fcr die t\u00e4gliche Praxis, sondern so mehr die drei Stufen, w\u00fcrde ich mal fast sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:57:38-2 Doreen Siegfried:<br>Ja okay. Sag mal drei Stufen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:57:39-4 Guido Scherp<br>Also, das Erste ist: \u201eInformieren und vernetzen\u201c, das Zweite: \u201eAusprobieren, Unterst\u00fctzung suchen\u201c und das Dritte: \u201eAndere motivieren und \u00c4nderungen einfordern\u201c. So, das Erste ist erstmal generell, sich mit dem ganzen Thema anfangen sich zu informieren. Was ist das eigentlich? Also ich habe ja schon hier Werbung gemacht f\u00fcr ZBW Mediatalk, aber der ist ja f\u00fcr die Zielgruppe Bibliotheken. Es gibt sehr viele Informationsplattformen zu gewissen Themen, also die so einen groben Einstieg und \u00dcberblick auch einfach geben in die Thematik dann. Es gibt dann auch deutschlandweit, es gibt das Open Access Network, es gibt eine Forschungsdateninformationsplattform. Es gibt auch viele, viele Angebote, wie Open FOSTER Plus Projekt, die haben beispielsweise sehr viele Erkl\u00e4rsachen und auch Tutorials oder auch Open Science Mooc gibt es. Es gibt Veranstaltungen, wie das Barcamp. Also man muss sich erstmal einen \u00dcberblick verschaffen und auch vernetzen. Das ist einfach wichtig, dass man auch so mal so guckt in seiner Community, so gibt\u2019s da eigentlich schon jemanden, der das macht. Vielleicht sitzt die Kollegin, der Kollege nebenan. Vielleicht macht der das ja auch schon. Vielleicht frage ich den mal dazu: Hast du schon mal Open Access publiziert?<\/p>\n\n\n\n<p>00:58:49-4 Doreen Siegfried:<br>Okay, das w\u00e4re nat\u00fcrlich eine Challenge, ne.<\/p>\n\n\n\n<p>00:58:51-6 Guido Scherp<br>Forschungsdaten \u2013 die Challenge.<\/p>\n\n\n\n<p>00:58:52-7 Doreen Siegfried:<br>Eine Challenge immer jeden Donnerstag beim Mittagessen einen Kollegen rauspicken und ihn fragen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:58:57-6 Guido Scherp<br>Genau. Einfach mal dar\u00fcber sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>00:58:59-4 Doreen Siegfried:<br>Wie machst du das? Genau.<\/p>\n\n\n\n<p>00:58:59-3 Guido Scherp<br>Die zweite Stufe ist, wenn man denkt, ja das ist, ich hab jetzt so ein bisschen einen Plan worum es geht. Dann muss ich\u2019s ausprobieren, da brauche ich Unterst\u00fctzung. Das Ausprobieren ist nat\u00fcrlich so, dass man mal mit kleinen Dingen anfangen kann. Ich kann mich ja mal zum Beispiel mit ORCID besch\u00e4ftigen. Wozu ist das gut und wie kann ich mich da melden? Oder ich kann mal so ein Tool wie Unpaywall mal installieren, damit ich an Zweitver\u00f6ffentlichungen herankomme, um so ein bisschen so kleine Aha-Effekte zu haben, Dinge halt auszuprobieren oder. Naja wenn ich Lust habe, kann ich mir auch mal einen Twitteraccount anlegen und ich fange mal an, hier mal \u00fcber meine Forschung zu berichten. Mal gucken. Oder auch mal schauen, sind meine Peers aus meiner Community eigentlich auch auf Twitter? Und ich guck mal, was die da so machen einfach dann da. Und das andere ist halt Unterst\u00fctzung suchen, letztlich. Also wir wollen auch Unterst\u00fctzung mit unserem Open Science Hub bieten. Es gibt zum Teil viele Sachen, die sehr generisch und auch disziplinunabh\u00e4ngig sind. Aber im Endeffekt denke ich, ist es halt wichtig, wenn man das wirklich in einer Disziplin verankern will, muss es auch spezifische Angebote f\u00fcr diese Disziplinen einfach geben und das wollen wir beispielsweise einfach machen. Und solche Sachen wie: Stelle mal deine Forschungsdaten als Open Data bereit. So, das ist jetzt kein, keine Tages-Challenge, sage ich mal. Da muss man halt auch Unterst\u00fctzung suchen. Und wenn man mal guckt, zum Beispiel bei uns, die quasi die Workshops zu replizierbarer Forschung und Forschungsdatenmanagement, die werden nat\u00fcrlich angenommen. So das hei\u00dft, ab einem gewissen Moment braucht man jemanden an der Seite, der einen unterst\u00fctzen kann. Und die ZBW, wir wollen nat\u00fcrlich die Wiwi-Forschenden unterst\u00fctzen, wo es geht. Und die dritte Stufe w\u00e4re dann, wenn man sagt, hey das ist alles total cool und es macht mir richtig Spa\u00df und ich finde das gut, dann muss man nat\u00fcrlich denn auch mal andere motivieren und dann mitnehmen und sagen: Hier, ich hab das jetzt mal ausprobiert und w\u00e4re das dann mal was f\u00fcr dich? Beziehungsweise wenn man merkt, dass man an Grenzen st\u00f6\u00dft, dass man dann halt auch \u00c4nderungen halt einfordert. Wie auch einige Leute an der TU \u2026 Ist das die TU M\u00fcnchen? Oder, auf jeden Fall, die LMU, genau, die LMU in M\u00fcnchen. Dass man einfach sagt, so wir wollen jetzt mal, dass die Promotionsordnung ge\u00e4ndert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>01:01:15-2 Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>01:01:15-3 Guido Scherp<br>Oder dass das Berufungsverfahren ge\u00e4ndert wird. Wir wollen, dass das hier st\u00e4rker unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>01:01:19-3 Doreen Siegfried:<br>Ja. Ja, daraus kann man doch<\/p>\n\n\n\n<p>01:01:21-3 Guido Scherp<br>Das sind die drei<\/p>\n\n\n\n<p>01:01:22-7 Doreen Siegfried:<br>Die drei gro\u00dfen<\/p>\n\n\n\n<p>01:01:23-8 Guido Scherp<br>Die drei spontanen Entwicklungsstufen. [lacht]<\/p>\n\n\n\n<p>01:01:26-0 Doreen Siegfried:<br>H\u00f6rt sich gut an. Also<\/p>\n\n\n\n<p>01:01:27-4 Guido Scherp<br>Vom Anf\u00e4nger zum Evangelisten.<\/p>\n\n\n\n<p>01:01:29-2 Doreen Siegfried:<br>Ja, sehr gut [lacht]. Genau, dann irgendwann Mentor werden oder Pate oder Avantgardist kann man es ja auch nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>01:01:34-9 Guido Scherp<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>01:01:37-0 Doreen Siegfried:<br>Okay. Ja, vielen Dank lieber Guido und auch vielen Dank da drau\u00dfen. Ich hoffe, es hat ihnen gefallen, lassen Sie uns gerne Feedback da. Es wurden hier im Laufe des Gespr\u00e4chs ganz viele Studien und Websites und so weiter und so weiter erw\u00e4hnt, wir packen das alles in die Shownotes. Abonnieren Sie uns flei\u00dfig auf iTunes oder Spotify und ich freue mich aufs n\u00e4chste Mal.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"tags":[3,4,5,6,7,8,9,10,11,12],"class_list":["post-21","podcast","type-podcast","status-publish","hentry","tag-corona","tag-leibniz","tag-open-access","tag-open-access-network","tag-open-data","tag-open-science","tag-open-science-conference","tag-open-science-transfer","tag-wirtschaftswissenschaften","tag-zbw","post"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.0 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>FOS 03 Open Science Transfer - The Future is Open Science<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Wie profitiert Forschungsdatenmanagement von kollaborativen Ans\u00e4tzen und was haben Anreizsysteme damit zu tun? 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