{"id":124,"date":"2025-05-28T08:28:41","date_gmt":"2025-05-28T06:28:41","guid":{"rendered":"16d4c3aa-8b27-4eda-8122-a725e1900e36"},"modified":"2026-01-16T13:35:30","modified_gmt":"2026-01-16T12:35:30","slug":"fos-51-oekonomisches-publizieren-im-wandel","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2025\/05\/28\/fos-51-oekonomisches-publizieren-im-wandel\/","title":{"rendered":"FOS 51 \u00d6konomisches Publizieren im Wandel?"},"content":{"rendered":"\n    <div class=\"pwp4-wrapper intrinsic-ignore\" id=\"podlovewebplayer_92405303867a216a6e9435ef588e4a907791b7dc\" data-episode=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2025\/05\/28\/fos-51-oekonomisches-publizieren-im-wandel\/?podlove_action=pwp4_config\"><audio controls=\"controls\" preload=\"none\">\n  <source src=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/podlove\/file\/153\/s\/webplayer\/c\/website\/fos_51.mp3\" type=\"audio\/mpeg\"\/>\n<\/audio><\/div>\n  \n  \n\n    \n\n\t<div class=\"podlove-contributors-cards\">\n\t\t\t<\/div>\n\n\t<style>\n\t\t.podlove-contributors-cards {\n\t\t\tmargin-bottom: 1rem;\n\t\t\tbackground: white;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tborder-radius: 0.375rem;\n\t\t\tbox-shadow: 0 1px 3px 0 rgba(0, 0, 0, 0.1), 0 1px 2px 0 rgba(0, 0, 0, 0.06);\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tpadding: 1rem 1.5rem\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-inner {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-avatar {\n\t\t\twidth: 50px;\n\t\t\theight: 50px;\n\t\t\tborder-radius: 0.25rem;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person {\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t\tpadding: 0 1rem;\n\t\t\tdisplay: grid;\n\t\t\tgrid-template-columns: repeat(2, minmax(0, 1fr));\n\t\t\tgap: 1rem;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person-details {\n\t\t\tcolor: #999\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services {\n\t\t\tflex-wrap: wrap;\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\talign-content: center;\n\t\t\tjustify-content: flex-end;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services-service {\n\t\t\tdisplay: inline-block;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t\tpadding-left: 0.5rem;\n\t\t\ttext-decoration: none;\n\t\t\tbox-shadow: none;\n\t\t}\n\t<\/style>\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"zbw_shownotes\">\n\n\n\n<p id=\"block-c3d7881d-b183-40f5-8ba4-6ae326369226\">LINKS UND HINTERGR\u00dcNDE:<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-8a4d6e98-af21-4472-a8c3-34a02adf20e3\"><a href=\"https:\/\/hdl.handle.net\/10419\/49023\">Was lesen und sch\u00e4tzen \u00d6konomen im Jahr 2011?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-2dfff2dc-4327-4ec6-8c17-671cb3e1c095\"><a href=\"https:\/\/ediss.sub.uni-hamburg.de\/handle\/ediss\/11622.2\">Unver\u00e4ndert und doch anders? Das Publikationsverhalten in der Volkswirtschaftslehre im Kontext von Open Access und Rankings<\/a><\/p>\n\n\n\n<\/div>\n\n\n\n<div data-wp-context=\"{ &quot;autoclose&quot;: false, &quot;accordionItems&quot;: [] }\" data-wp-interactive=\"core\/accordion\" role=\"group\" class=\"wp-block-accordion is-layout-flow wp-block-accordion-is-layout-flow\">\n<div data-wp-class--is-open=\"state.isOpen\" data-wp-context=\"{ &quot;id&quot;: &quot;accordion-item-1&quot;, &quot;openByDefault&quot;: false }\" data-wp-init=\"callbacks.initAccordionItems\" data-wp-on-window--hashchange=\"callbacks.hashChange\" class=\"wp-block-accordion-item is-layout-flow wp-block-accordion-item-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-accordion-heading has-small-font-size\"><button aria-expanded=\"false\" aria-controls=\"accordion-item-1-panel\" data-wp-bind--aria-expanded=\"state.isOpen\" data-wp-on--click=\"actions.toggle\" data-wp-on--keydown=\"actions.handleKeyDown\" id=\"accordion-item-1\" class=\"wp-block-accordion-heading__toggle\"><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-title\">Episode 51 als Text<\/span><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/button><\/h3>\n\n\n\n<div inert aria-labelledby=\"accordion-item-1\" data-wp-bind--inert=\"!state.isOpen\" id=\"accordion-item-1-panel\" role=\"region\" class=\"wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow\">\n<p>The Future is Open Science \u2013 Folge 51: \u00d6konomisches Publizieren im Wandel?<\/p>\n\n\n\n<p>Audio<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Doreen Siegfried<br>Leitung Marketing und Public Relations, ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Kristin Biesenbender<br>Leitung Redaktion Wirtschaftsdienst \u2013 Zeitschrift f\u00fcr Wirtschaftspolitik und Intereconomics \u2013 Review of European Economic Policy, ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:00] Intro<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:03] Kristin Biesenbender:<br>Warum publizieren die Volkswirt:innen so, wie sie publizieren?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:10] Kristin Biesenbender:<br>Jede:n \u00d6konom:innen, der etwas l\u00e4nger dabei ist, kannst Du fragen, was die f\u00fcnf wichtigsten Zeitschriften sind und er wird sie Dir aufz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:21] Kristin Biesenbender:<br>Replikationen spielen nat\u00fcrlich in der VWL schon eine gro\u00dfe Rolle, da hat es ja auch den einen oder anderen spektakul\u00e4ren Fall gegeben, wo tats\u00e4chlich das Replizieren dazu gef\u00fchrt hat, dass man festgestellt hat, dass da wirklich Berechnungsfehler waren. Von daher ist da auch ein gro\u00dfes Interesse da.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:47] Doreen Siegfried:<br>Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von \u201eThe Future is Open Science\u201c, dem Podcast der ZBW. Mein Name ist Doreen Siegfried und ich treffe mich hier mit ganz unterschiedlichen Leuten aus dem Wissenschaftsbetrieb, die Ihnen verraten, wie sie in ihrer t\u00e4glichen Arbeit Open Science voranbringen. Heute sprechen wir \u00fcber das wissenschaftliche Publikationssystem in der Volkswirtschaftslehre. Ein Thema, das vielleicht zun\u00e4chst abstrakt klingt, aber letztendlich gro\u00dfen Einfluss darauf hat, was erforscht, was gef\u00f6rdert und wahrgenommen wird. Denn wie Forschende publizieren, welche Zeitschriften sie ausw\u00e4hlen und wie sie strategisch agieren, das pr\u00e4gt nicht nur die Karrieren, sondern entscheidet ma\u00dfgeblich dar\u00fcber, welche Ideen in der VWL sichtbar werden. Ich begr\u00fc\u00dfe dazu eine \u00d6konomin und Wissenschaftsforscherin. Unsere heutige G\u00e4stin ist seit \u00fcber zehn Jahren als wissenschaftliche Redakteurin beim Wirtschaftsdienst \u2013 Zeitschrift f\u00fcr Wirtschaftspolitik t\u00e4tig und fungiert zugleich als stellvertretende Chefredakteurin. Dar\u00fcber hinaus besch\u00e4ftigt sie sich als Wissenschaftlerin mit Themen der wissenschaftlichen Kommunikation, dem Publikationsverhalten und Fragen des Open Access. Und k\u00fcrzlich hat sie ihre Dissertation ver\u00f6ffentlicht. Der Titel \u201eUnver\u00e4ndert und doch anders? Das Publikationsverhalten in der Volkswirtschaftslehre im Kontext von Open Access und Rankings\u201c.Herzlich willkommen, Dr. Kristin Biesenbender.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:02:24] Kristin Biesenbender:<br>Hallo. Ich freue mich, hier zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:02:27] Doreen Siegfried:<br>Hallo Kristin. Vielleicht steigen wir mit der Frage ein, wie bist Du auf die Idee gekommen, Dich ausgerechnet mit dem Publikationsverhalten in der VWL zu besch\u00e4ftigen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:02:40] Kristin Biesenbender:<br>Ja, wie Du schon gesagt hast, ich arbeite ja lange Jahre in der Redaktion des Wirtschaftsdienst und unser Ziel ist es ja, aktuelle Beitr\u00e4ge zu ver\u00f6ffentlichen, zu relevanten wirtschaftspolitischen Themen. Wenn wir das erreichen wollen, m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich aktuelle Themen identifizieren, aufgreifen und eben dann auch gute Autor:innen daf\u00fcr finden. Und dabei haben wir uns immer die Frage gestellt, weil wir auch ein gro\u00dfes Spektrum an verschiedenen Autor:innen und unterschiedliche Perspektiven auf den Gegenstand haben wollen: Wie k\u00f6nnen wir diese guten Autor:innen gewinnen? Und eine Transferzeitschrift wie der Wirtschaftsdienst ist, das ist einfach ein Umfeld, in dem wir uns bewegen in der VWL, wo diese Zeitschrift eben keine Impactfaktoren hat, sondern eben eine klassische Transferzeitschrift ist und es uns dann teilweise auch schwerer gefallen ist, junge Autor:innen, die in einer Karrierephase sich befinden, f\u00fcr uns zu gewinnen. Und deswegen haben wir uns immer schon damit besch\u00e4ftigt, wie k\u00f6nnen wir unsere Autor:innen f\u00fcr uns, f\u00fcr unsere Zeitschrift begeistern und was steckt eigentlich dahinter? Warum publizieren die Volkswirt:innen so, wie sie publizieren? Und was ist da unsere M\u00f6glichkeit, uns gut am Markt zu platzieren? Und dieses Thema des Publikationsverhaltens und warum unsere Autoren manchmal \u201eJa\u201c sagen und manchmal \u201eNein\u201c sagen, hat uns schon immer besch\u00e4ftigt. Und ganz interessant fand ich vor allen Dingen dann auch die Studie von Haucap und Br\u00e4uninger damals, die Anfang der 2000er zum ersten Mal rausgekommen ist: \u201eWas \u00d6konomen sch\u00e4tzen und lesen\u201c, wenn ich mich richtig erinnere. Die haben vom Verein f\u00fcr Socialpolitik die Mitglieder befragt damals und haben eben unterschieden zwischen der Relevanz und der Reputation von Journals.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:15] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:15] Kristin Biesenbender:<br>Also, die haben die Wirtschaftsforschenden damals gefragt: \u201eWelche Journals sind f\u00fcr Sie relevant f\u00fcr die t\u00e4gliche Arbeit und welche Journals haben f\u00fcr Sie eine hohe Reputation?\u201c Und das fand ich auch immer sehr spannend, sich damit auseinanderzusetzen. Und das hat uns auch viele Antworten darauf gegeben, wie unsere Zeitschrift, der Wirtschaftsdienst funktioniert. Und das war sozusagen der Ansto\u00df damals, sich mit der Thematik immer wieder genauer auseinanderzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:38] Doreen Siegfried:<br>Vielleicht kannst Du\u2026 Danke erstmal. Vielleicht kannst Du, vielleicht f\u00fcr unsere Zuh\u00f6rer:innen noch mal ganz kurz skizzieren unter dem Titel \u201eUnver\u00e4ndert und doch anders?\u201c, was war jetzt eigentlich genau Deine zentrale Forschungsfrage? Und warum w\u00fcrdest Du sagen, ist sie aus Deiner Sicht als Wissenschaftlerin gesellschaftlich und wirtschaftspolitisch relevant?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:05:00] Kristin Biesenbender:<br>Ja, genau. Wie gesagt, ich habe mich mit dem Publikationsverhalten in der Volkswirtschaftslehre auseinandergesetzt und mich dabei gefragt, welche Rolle in dem Kontext Open Access und Rankings spielen. Weil das eben Entwicklungen sind, die in den letzten 20 Jahren, denke ich, die VWL, dachte ich damals, ma\u00dfgeblich beeinflussen sollten. Und das sind eigentlich zwei zentrale Anl\u00e4sse, die es damals gegeben hat: 2003 die Berliner Erkl\u00e4rung, die sozusagen im Rahmen, in der Folge der Budapest Open Access Initiative, aus der deutschen Wissenschaftsorganisationen, die damals dann eben gefordert haben, den freien Zugang zu Publikationen zu erm\u00f6glichen. Und das war sozusagen ein Ausgangspunkt, wo sich das Publikationsverhalten in der VWL m\u00f6glicherweise h\u00e4tte ver\u00e4ndern k\u00f6nnen vor diesem Hintergrund. Und was dann zwei Jahre sp\u00e4ter aufgekommen ist, ist das Handelsblatt Ranking, was in der VWL ja f\u00fcr gro\u00dfe Aufmerksamkeit gesorgt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals hatte das Handelsblatt eben basierend auf Rankings von Journals und Impactfaktoren von Journals damals das Ranking aufgebaut und dann eben auch sehr gro\u00df \u00f6ffentlich bekannt gemacht \u00fcber die Zeitung. Und darauf haben eben auch viele Wirtschaftsforschende reagiert. Sie haben dann selber sozusagen auch das aufgenommen und damals dieses Ranking mit verbessert, was am Anfang sozusagen in der Methodik noch nicht gut ausgereift war. Und haben sich da ganz stark eingebracht, aber es sp\u00e4ter auch sehr stark antizipiert und da auch hingeschaut, bis es auch Eingang in Berufungsverfahren gefunden hat. Also das Abschneiden in diesem Handelsblattranking hat in der VWL auch noch mal st\u00e4rker dazu gef\u00fchrt, dass die Forschenden das antizipieren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:06:39] Doreen Siegfried:<br>Ja, das ist ja ein riesen Impact, wenn das dann in den Berufungsverfahren Eintritt findet. Gab es denn au\u00dfer den Rahmenbedingungen, den Ereignissen der Literatur, die Du gerade schon erw\u00e4hnt hast, noch vielleicht pers\u00f6nliche Erfahrungen oder Beobachtungen, die letztlich auch den Ansto\u00df gegeben haben zu Deiner Dissertation?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:01] Kristin Biesenbender:<br>Ja, also einmal bin ich ganz aktiv in einem Netzwerk von sozial- und geisteswissenschaftlichen Zeitschriften, das seit \u00fcber zehn Jahren Fachtagungen zur Lage der sozial und geisteswissenschaftlichen Zeitschriften organisiert. Und da besch\u00e4ftigen wir uns immer mit allen m\u00f6glichen Themen, die gerade aktuell sind. Wie ver\u00e4ndern sich Impactfaktoren f\u00fcr Journals? Wie k\u00f6nnen diese darauf reagieren? Wie sind Journals platziert? Wie kann man Inhalte bekannter machen? Heute w\u00e4re wahrscheinlich das Thema \u00fcber Social Media, damals eben aber auch darauf zu achten, welche Downloadzahlen man hat, wie die Artikel gelesen werden. Aber auch ganz viel einfach mit Reputationsmechanismen. Und warum Forschende wie publizieren und wie man seine Zeitschriften gut platziert. Und dieses Netzwerk, dieser Austausch ist einfach ganz, ganz wertvoll und man kriegt einfach einen guten \u00dcberblick dar\u00fcber, wie das auch f\u00fcr andere Journals l\u00e4uft. Denn wenn ich so gesagt habe, na ja, wir haben uns f\u00fcr den Wirtschaftsdienst die Frage gestellt, wie wir uns am Markt platzieren k\u00f6nnen \u2026 Also unsere Autor:innen sind wirklich so oft bereit, f\u00fcr uns zu schreiben, weil wir uns so gut am Markt platziert sind und alle auch wissen, dass dieser Transfer in die wirtschaftspolitische Praxis hinein gut funktioniert. Das gilt aber auch nicht f\u00fcr alle Zeitschriften und von daher ist das wirklich immer eine relevante Frage f\u00fcr alle Herausgeber:innen und Redakteur:innen von wissenschaftlichen Journals, wie sie Autor:innen finden k\u00f6nnen und eben auch ihre Leser:innen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:24] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:25] Kristin Biesenbender:<br>Und vielleicht dar\u00fcber hinaus: Ganz klar. Wir beide arbeiten f\u00fcr die ZBW, das Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Die ZBW hat sich schon seit Jahren mit Open Access besch\u00e4ftigt. Seit dem Aufkommen der Open-Access-Bewegung, die ja mittlerweile eine Open Science Bewegung ist, hat sich die ZBW mit Open Access besch\u00e4ftigt, Infrastrukturen zur Verf\u00fcgung gestellt, die den offenen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur erm\u00f6glichen. Und dann ist es naheliegend, in dieser Institution sich eben auch die Frage zu stellen, inwiefern Open Access das Publikationsverhalten unserer Zielgruppe der Wirtschaftswissenschaften ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:58] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, das stimmt. Wahrscheinlich hast Du unter den Kolleg:innen in der ZBW eine sehr gro\u00dfe Leserschaft Deiner Diss, weil das nat\u00fcrlich so eines der Kernthemen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:09:09] Kristin Biesenbender:<br>Ja, das Feedback hat mich sehr gefreut und das war auch konstruktiv und ausgesprochen hilfreich.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:09:15] Doreen Siegfried:<br>Du hast eingangs schon gesagt, es gab die Studie von Haucap, Br\u00e4uninger, wo sozusagen unterschieden wurde nach Relevanz und Reputation. Und auch in Deiner Dissertation beschreibst Du das wissenschaftliche Publizieren als ein reputationsbasiertes System. Was hei\u00dft das konkret f\u00fcr Forschende in der VWL?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:09:36] Kristin Biesenbender:<br>Ja, die VWL ist da wirklich ein besonders interessanter Fall, weil die auch wirklich ein ganz stark hierarchisches Reputationssystem haben. Das findet sich auch in anderen Disziplinen. Aber gerade in der VWL ist es halt wirklich stark ausgepr\u00e4gt, dass ich glaube, jede:n \u00d6konom:innen, der etwas l\u00e4nger dabei ist, kannst Du fragen, was die f\u00fcnf wichtigsten Zeitschriften sind und er wird sie Dir aufz\u00e4hlen. Das sind angloamerikanische Zeitschriften der American Economic Review und Econometrica und drei weitere. Das wei\u00df einfach jeder. Das ist sozusagen ein Kanon von Zeitschriften, wo man wei\u00df, da muss man publiziert haben, wenn man tats\u00e4chlich eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, wenn man gerne\u2026 Genau, in Berufungsverfahren eben entsprechend ja dann eben eine Professur erlangen m\u00f6chte, dann ist das ganz klar, dass man sich eben an diesen Journals ausrichten muss. Und das wird in der Wissenschaftsforschung eben auch als Zentrum-Peripherie-Struktur bezeichnet, weil im Zentrum eben einige wenige hochreputierliche Zeitschriften sind und an den R\u00e4ndern halt zahlreiche andere Zeitschriften. Und genau. Und f\u00fcr die Forschenden bedeutet das wirklich, sich an dieser Reputationshierarchie orientieren zu m\u00fcssen. Und es bedeutet nat\u00fcrlich auch, dass sie sozusagen ihr ganzes Publikationsverhalten strategisch darauf ausrichten m\u00f6chten, wenn sie eben diese akademische Karriere anstreben und sich damit sozusagen auch ein sich selbst verst\u00e4rkendes System haben. Also sobald sich alle daran ausrichten, ist es ja ganz klar, dass Nachwuchsforschende dann eben so angeleitet werden, dies so zu tun. Und, ja, als ein sich selbst verst\u00e4rkender Prozess dann.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:19] Doreen Siegfried:<br>Was ich mich gerade frage, wenn Du sagst, alle wollen rein in diese f\u00fcnf Zeitschriften, weil das letztlich entscheidet dar\u00fcber, bekomme ich die Professur oder bekomme ich sie gegebenenfalls nicht? Was hat das denn letztlich f\u00fcr Effekte, auch auf den Forschungsprozess? Also, ich kann mir vorstellen, dass viele dann dahin tendieren, zu sagen, \u201eIch feile jetzt so lange an diesem Paper, bis es tats\u00e4chlich angenommen wird oder bis ich zumindest eine Wahrscheinlichkeit habe, dass es angenommen wird.\u201c und investieren vielleicht gar nicht in die Zeit f\u00fcr die Erforschung eines weiteren Themas. Also, was hast Du da beobachtet? Was hat das f\u00fcr Effekte? Auch auf die Themenwahl und auf das Verhalten?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:12:03] Kristin Biesenbender:<br>Ja, also bei den Themen kann das, das kann nat\u00fcrlich dazu f\u00fchren. Es ist allerdings so, dass man ja, sozusagen, wenn die Forschenden durch die Review-Verfahren durchgehen, ja auch schon Anmerkungen dazu kriegen, wie sie es verbessern k\u00f6nnen und das dann auch wieder einreichen. Das hei\u00dft, man muss das Pferd jetzt ja auch nicht immer neu aufz\u00e4umen, sondern man hat ja sozusagen seine Daten gut erforscht und dargestellt. Und wenn man dann in den Review-Verfahren R\u00fcckmeldungen dazu bekommt, wie man das noch verbessern kann, dann kann man den Artikel auch bei anderen Zeitschriften einreichen. Es ist nat\u00fcrlich aber auf der anderen Seite so, dass man m\u00f6glicherweise schon antizipiert und das konnte ich halt auch\u2026 In den Interviews wurde mir das auch best\u00e4tigt, dass das teilweise schon antizipiert wird, was eigentlich gute und geeignete Themen sind. Wenn man tats\u00e4chlich in diesen genannten Top Five oder eben auch ein bisschen darunter ver\u00f6ffentlichen m\u00f6chte. Und da das angloamerikanische Journals sind, ist es nat\u00fcrlich auch so, dass da eben dann Datens\u00e4tze vielleicht m\u00f6glichst genutzt werden sollten, die eben den amerikanischen Raum abdecken, weil das einfach dann mehr von Interesse ist. Das ist dann f\u00fcr die deutsche Wirtschaftsforschung sehr schade, weil wir hier nat\u00fcrlich auch andere Anwendungsf\u00e4lle haben in der deutschen Volkswirtschaftslehre und in der Wirtschaftspolitik. Und gerade wenn man mit Blick auf die Politikberatung schaut, ist es nat\u00fcrlich auch wichtig, mit deutschen Daten zu arbeiten. Aber f\u00fcr diese angloamerikanischen Ver\u00f6ffentlichungen ist es besser, man arbeitet mit amerikanischen Daten und antizipiert das eben entsprechend schon. Also von daher kann man da schon auch Themen und Daten vorher selektieren. Das passiert. Aber auf der anderen Seite stellt man eben auch fest, und meine Daten zeigen das auch, wie vielf\u00e4ltig in der VWL daneben noch publiziert wird, weil f\u00fcr diesen beruflichen Aufstieg ja doch dann eben vielleicht ein oder zwei von diesen Ver\u00f6ffentlichungen auch ausreichend sind. Du sagtest das ja auch gerade mit den Journals. Wie ist denn das dann eigentlich mit den Ablehnungen? Der Platz ist nat\u00fcrlich extrem begrenzt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:01] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:02] Kristin Biesenbender:<br>Die haben hohe Ablehnungsquoten und da kann nat\u00fcrlich auch nicht jeder ver\u00f6ffentlichen. Man hat das ganze internationale Feld als Konkurrenz. Dann ist das selbstverst\u00e4ndlich, dass auch zu anderen Themen ver\u00f6ffentlicht wird. Aber wenn man halt f\u00fcr diese ein oder zwei Publikationen in die amerikanischen Journals m\u00f6chte, dann muss man das nat\u00fcrlich strategisch ausrichten.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:20] Doreen Siegfried:<br>Das hei\u00dft, f\u00fcr dieses strategische Ausrichten spielt der Publikationsort eine wahnsinnig gro\u00dfe Rolle?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:28] Kristin Biesenbender:<br>Ja, genau. Das kann ich jetzt eigentlich einfach erstmal nur so best\u00e4tigen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:31] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, okay. Du hattest ja vorhin schon gesagt, Handelsblatt Ranking usw. spielt, ist auch wichtig, hat Eintritt gefunden in die Berufungsverfahren. Inwiefern beeinflussen denn Rankings, wie jetzt beispielsweise das Handelsblatt Ranking, auch das Publikationsverhalten?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:50] Kristin Biesenbender:<br>Ja, wie ich schon sagte. Also dadurch, dass das so eine gro\u00dfe Aufmerksamkeit in der VWL erlangt hat und die Forschenden so ein Interesse an diesen Rankings haben, vielleicht liegt das auch, ist das auch der Disziplin geschuldet, die sich nat\u00fcrlich gerne und viel mit Zahlen und Daten auseinandersetzt. Das zeigt dann ja auch, dass die Forschenden selber das Ranking mit verbessert haben, also das Interesse an der Methodik und so ist auf jeden Fall gegeben und von daher haben sich da viele mit besch\u00e4ftigt. Das hei\u00dft, man wei\u00df, wenn man da selber gut abschneidet, dann wird man von seinen Kolleg:innen darauf angesprochen, dass man ja gut in dem Ranking abgeschnitten hat. Und das hat dann eben Auswirkungen allein so f\u00fcr die Reputation, die man dann im Feld erlangen kann. Das war auch ganz sch\u00f6n zu beobachten. Es gibt ja noch das alternative FAZ-Ranking, was eben auch sich ein bisschen mehr auf Nennungen in Medien und die wirtschaftspolitische Ausrichtung auch konzentriert. Das wurde immer dann sehr prominent zur Tagung des Vereins f\u00fcr Socialpolitik ver\u00f6ffentlicht, sodass auch da eben immer eine hohe Aufmerksamkeit f\u00fcr dieses FAZ-Ranking da war. Und da haben sowohl die FAZ als auch das Handelsblatt einfach einen guten Job gemacht und sehr f\u00fcr sich geworben. Und diese Rankings sind mittlerweile wirklich sehr, sehr bekannt und die kennt auch jeder in der Disziplin. Das hei\u00dft in der Folge, dass eine Ausrichtung darauf tats\u00e4chlich erfolgt ist und dass die \u2026, weil es ja ein Berufungsverfahren ja auch nicht immer leicht ist, Kriterien zu finden, die man ansetzt, hat das halt Eingang gefunden in die Berufungsverfahren. Dass man auch eben Rankings und Impactfaktoren als Auswahlkriterien nimmt und manchmal auch schon so im Vorwege, dass wenn jemand dar\u00fcber nicht verf\u00fcgt, gar nicht zu den Bewerbungsgespr\u00e4chen zugelassen wird. Also das war auch in den Interviews ganz deutlich, dass das so eine Vorselektion dann schon stattfindet auf Basis dieser Rankings und Journal Impactfaktoren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:16:40] Doreen Siegfried:<br>Ja. Hach, es ist schon ein bisschen schade. Okay, aber welche Unterschiede? Also, wenn Du sagst, okay, Reputation sticht letztlich Erkenntnisinteresse. Also lege ich jetzt mal so rein oder interpretiere ich jetzt mal so. Dass es, dass es haupts\u00e4chlich z\u00e4hlt, wo werde ich gesehen, wo werde ich wahrgenommen, wo werde ich \u2026, wo publiziere ich? Siehst Du denn da vielleicht Unterschiede zwischen Forschenden aus Universit\u00e4ten, au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen und Fachhochschulen? Also im Hinblick auf dieses strategische Publikationsverhalten gibt es da Unterschiede oder agieren die alle in \u00e4hnlicher Art und Weise?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:17:25] Kristin Biesenbender:<br>Also, wenn wir jetzt auf den institutionellen Hintergrund schauen, dann ist eine Ann\u00e4herung zu beobachten. Aber grunds\u00e4tzlich gibt es auch eben noch unterschiedliche Mechanismen. Also gerade die Universit\u00e4ten sind ja so im Rahmen des New Public Managements auch aufgefordert, dazu Kriterien zu definieren, wie das Publikationsverhalten der Forschenden ist. Das hei\u00dft, es wird auch geguckt, wo ver\u00f6ffentlichen die Forschenden. Wie forschungsstark sind sie? Und das spielt an den Universit\u00e4ten eine gro\u00dfe Rolle. An den au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen war das ein bisschen weniger, weil die auch vielfach jetzt gerade f\u00fcr die Wirtschaftswissenschaften die Wirtschaftsforschungsinstitute auch einen starken Auftrag hatten, Politikberatung zu machen und anwendungsorientierte Forschung zu machen und vielfach auch wirklich Daten bereitzustellen und zu sammeln, die danach genutzt werden konnten. Das hei\u00dft, da war der Druck lange Jahre nicht ganz so gro\u00df. Aber im Rahmen von Evaluierungen sind diese Kriterien, jetzt auch Forschungsst\u00e4rke anhand von Publikationen nachzuweisen, immer weiter gestiegen, sodass auch die au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen, \u00e4hnlich wie die Universit\u00e4ten, immer mehr in diese Rolle hineinkommen, eben auch ihre Forschenden aufzufordern, in Journals, die hoch reputierlich sind, die hochgerankt sind, zu ver\u00f6ffentlichen. Hinzugekommen sind eben auch Drittmittel, dass sozusagen auch Drittmittelforschung ganz wichtig ist als ein Kriterium daf\u00fcr, Forschungsst\u00e4rke zu zeigen und das gilt sowohl jetzt auch f\u00fcr Universit\u00e4ten als auch f\u00fcr Forschungsinstitute, dass die dar\u00fcber eben auch Reputation erlangen sollen und aus diesen gef\u00f6rderten Projekten hinaus dann eben auch ver\u00f6ffentlichen sollen. Eben auch in hochreputierlichen Zeitschriften nat\u00fcrlich. Und wenn man so ein bisschen dann auf die Fachhochschulen im Unterschied guckt, dann sieht man halt, dass die nat\u00fcrlich ein gr\u00f6\u00dferes Lehrdeputat haben. Aber selbst da gibt es Ans\u00e4tze, dass auch Fachhochschulen in der Zukunft forschungsst\u00e4rker sein sollen und dass da auch mehr drauf geachtet wird. Und in den Interviews war auch h\u00e4ufig die Nennung von leistungsorientierter Mittelvergabe, dass es sozusagen an den Forschungseinrichtungen, eben auch Listen von Journals gibt, in denen man ver\u00f6ffentlichen muss. Und wenn einem das gelingt, kann man halt eben auch Pr\u00e4mien erhalten. Also von daher gibt es da auch noch weitere kleinere Anreize. Allerdings zeigt sich in den Interviews, dass das Geld gar nicht das Ausschlaggebende w\u00e4re, wenn man so eine Pr\u00e4mie erlangt, sondern dass tats\u00e4chlich die Forschenden sagen, \u201eJa, es hat was mit Reputation zu tun. Und die Kolleg:innen nehmen das wahr, dass man so eine Pr\u00e4mie erhalten hat. Aber die H\u00f6he ist eigentlich nicht relevant.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:02] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, ja es n\u00fctzt einem am Ende des Tages nicht so viel. Wenn Du jetzt sagst, okay, zwischen den unterschiedlichen Institutionstypen gibt es jetzt keine so gravierenden Unterschiede. Wie ist es denn auf den unterschiedlichen Hierarchiestufen oder Karrierestufen? Ver\u00e4ndert sich das strategische Verhalten im Laufe einer wissenschaftlichen Laufbahn? Also agieren beispielsweise Doktoranden oder Postdocs anders als Professor:innen in der Volkswirtschaftslehre?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:31] Kristin Biesenbender:<br>Ja, also das war wirklich eine ganz zentrale Frage meiner Dissertation, weil ich da vermutet habe, dass da tats\u00e4chlich Unterschiede bestehen, die sich zeigen lassen. Und das ist auch wirklich nat\u00fcrlich der Fall. Also Nachwuchsforschende sind, wie gesagt, f\u00fcr die berufliche akademische Laufbahn gefordert in Journals zu ver\u00f6ffentlichen. Diese Impactfaktoren sich anzuschauen und das zu antizipieren. Es hat sich auch noch dadurch verst\u00e4rkt, dass nat\u00fcrlich in den letzten Jahren kumulative Dissertationen in der VWL eingef\u00fchrt wurden. Wenn vorher, sozusagen, Monographien oder B\u00fccher, wie man sagt, ver\u00f6ffentlicht wurden, hat das nat\u00fcrlich eine ganz andere Wirkung. Dann verfasst man dieses eine Werk und das wird dann von zwei Gutachter:innen bewertet. Aber wenn die kumulative Dissertation bedeutet, dass man halt drei bis vier oder auch f\u00fcnf Journalartikel ver\u00f6ffentlicht, mal alleine, mal gemeinsam mit Co-Autor:innen, dann richtet man sein Publikationsverhalten ja schon viel fr\u00fchzeitiger darauf aus, in diesen Journals zu ver\u00f6ffentlichen. Und das gleiche gilt auch f\u00fcr weitere Schritte in der akademischen Karriere. Auch Habilitationen werden ja mittlerweile kumulativ ver\u00f6ffentlicht. Das bedeutet, dass auch wenn man sozusagen dann die Professur anstrebt, auch schon auf die Journals schaut. Und das macht schon einen gro\u00dfen Unterschied. Das ver\u00e4ndert so eine Disziplin und das l\u00e4sst sich in den Daten zeigen. Ich habe nach verschiedenen Publikationsformaten geguckt, also nach Journalartikeln, Working Papern und, in Abgrenzung dazu, eben auch nach Aufs\u00e4tzen in Sammelb\u00e4nden und in B\u00fcchern. Und es l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich zeigen, dass die Zahl der Journalartikel zunimmt \u2500 die der Working Paper bleibt gleich in dem Untersuchungszeitraum, ich habe von 2003 bis 2020 geschaut \u2500 und bei den B\u00fcchern und in Aufs\u00e4tzen in Sammelb\u00e4nden tats\u00e4chlich abnimmt. Und auch gerade bei den Sammelb\u00e4nden ist es interessant, die VWL ist ja eigentlich eine Sozialwissenschaft. Ich sage eigentlich, weil sie ja oft naturwissenschaftliche Publikationspraktiken hat, im Unterschied zu vielen anderen Sozialwissenschaften, aber es ist ja eigentlich eine Sozialwissenschaft und kommt ja sozusagen auch in der Tradition daher, auch viel in Sammelb\u00e4nden zu ver\u00f6ffentlichen. Das hat auf Konferenzen auch immer eine gro\u00dfe Rolle gespielt. Dass dann die Konferenzpublikation sozusagen der Konferenz-Sammelband am Ende war, mit den ganzen Beitr\u00e4gen einer Konferenz und auch hier sind es jetzt wieder \u00f6fter Konferenzen, die dann so ausgerichtet sind, dass das dann hinterher in Journals ver\u00f6ffentlicht wird. Das hei\u00dft, auch da nimmt die Relevanz von Sammelb\u00e4nden ab und auch da ist das strategische Verhalten, in diese Journals reinzukommen, einfach wichtig f\u00fcr die Forschenden. Und man kann sich das vorstellen, ein Sammelband, wenn man auf so einer Konferenz publiziert hat, klar, die sind auch noch begutachtet worden und man hat hinterher noch Anmerkungen dazu bekommen. Aber es macht nat\u00fcrlich einen gro\u00dfen Unterschied, ob man durch ein Review-Verfahren f\u00fcr ein Journal durchgeht oder so f\u00fcr diese Sammelb\u00e4nde, wie das damals der Fall war.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:23:28] Doreen Siegfried:<br>Was mich bei den unterschiedlichen Karrierestufen noch interessieren w\u00fcrde: Du hattest ja eingangs mit der Differenzierung gearbeitet Relevanz versus Reputation. Konntest du denn beobachten, dass beispielsweise Senior Scientists, die jetzt nicht mehr ihre Publikationsliste dahingehend optimieren m\u00fcssen, dass sie sich noch mal bewerben m\u00fcssen, dass sie anders publizieren, dass sie vielleicht auch andere Themen publizieren oder dass sie weggehen von diesen Top Five Journals und sagen, \u201eIch lass den Platz jetzt mal den Nachwuchswissenschaftler:innen, weil ich bin ja schon da, wo ich hinwollte.\u201c? Also, gibt es da irgendwelche\u2026 Gibt es irgendwelche \u00d6ffnungen oder ein Verlassen des Mainstreams in den \u00e4lteren oder in den h\u00f6heren Karrierestufen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:16] Kristin Biesenbender:<br>Ja, das l\u00e4sst sich zeigen. Eindeutig. Also sowohl in den Interviews wird das best\u00e4tigt, wo die Forschenden angeben, dass sie wirklich mehr Zeit haben. Freiheit f\u00fcr die Themenselektion und dass sie auch mal wieder Zeit h\u00e4tten, ein Buch zu schreiben, sagen einige.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:30] [beide lachen]<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:30] Kristin Biesenbender:<br>Also von daher. Daran l\u00e4sst sich schon ablesen, dass sich das stark ver\u00e4ndert, sobald sie sozusagen eine gew\u00fcnschte Karriereposition erreicht haben und sozusagen auch mit dem Ort, an dem sie dann forschen und lehren d\u00fcrfen, zufrieden sind, dann tritt dieser Effekt eindeutig ein. Das l\u00e4sst sich auch an den Zahlen zeigen, wenn man\u2026 Ich habe sozusagen die ganzen Journalartikels auch klassifiziert nach Impactfaktoren. Und habe das daf\u00fcr sozusagen auch zeigen k\u00f6nnen, dass die Nachwuchsforschenden in diesen hoch reputierlichen gerankten Journals viel besser abschneiden und viel mehr Publikationen da haben als dann die \u00e4lteren. Also von daher ist das \u2026 Das ist der Fall. Und was ja auch noch hinzukommt ist, das wird ja in der Wissenschaftsforschung auch als Matthew Effect bezeichnet, dass, sozusagen, wenn man schon einmal Reputation erworben hat, einem die auch nicht so schnell wieder weggenommen wird, sondern die bleibt ja auch erhalten. Und im Zweifelsfall gelingt es einem dar\u00fcber, dass man ja auch seine guten Netzwerke hat, in guten Co-Autor:innen-Netzwerken ver\u00f6ffentlichen kann auch weiterhin diese Reputation aufbauen und erhalten kann und dazu, wenn man das einmal geschafft hat, auch eben diesen Vorteil hat, dass man das dann auch nicht wieder abgeben muss. Von daher kann man sich dann ein bisschen mehr zur Ruhe setzen und sich auch anderen Themen widmen. Das ist eindeutig.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:51] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja spannend. Okay, wenn wir noch mal so ein bisschen gr\u00f6\u00dfer auf das Publikationsverhalten schauen in der VWL. Also, du sprichst in deiner Dissertation auch von einer Working-Paper-Kultur. Welche Funktion erf\u00fcllen diese Working Paper?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:11] Kristin Biesenbender:<br>Ja, also Working Paper sind ja auf der einen Seite gut f\u00fcr eine schnelle Verf\u00fcgbarkeit, weil man eben die M\u00f6glichkeit hat, die ohne den langwierigen Reviewprozess schnell zu ver\u00f6ffentlichen. Und f\u00fcr die Forschenden ist das ja auch immer ganz relevant, dass sie ihre Forschungsergebnisse priorisieren k\u00f6nnen. Dass sie sozusagen diesen Zeitstempel drauf tun k\u00f6nnen und sagen, \u201eJa, das habe ich jetzt ver\u00f6ffentlicht. Das ist mir zuzurechnen. Das habe ich jetzt als Erste herausgefunden und so dargestellt.\u201c Das ist ja ganz wesentlich f\u00fcr Wissenschaftler:innen. Und das erf\u00fcllen Working Paper damit also ganz wesentliche Funktionen schon in der wissenschaftlichen Kommunikation. Und in der VWL kommt noch hinzu\u2026 Also das konnte man sozusagen auch Lebenswissenschaften oder so, die so publizieren, dass sie tats\u00e4chlich ganz schnell ein Working Paper ver\u00f6ffentlichen und anschlie\u00dfend genau aus dem gleichen Text eigentlich dann einen Journalartikel machen. Da unterscheidet sich die VWL ganz stark, weil diese Working-Paper-Kultur ist schon mehrere Jahrzehnte alt. Das hei\u00dft, selbst als es noch nicht digitalisiert war, gab es halt eben diese Working-Paper-Reihen, die dann verschickt wurden an relevante Institutionen. Und das ist eine Tradition seit den 50er Jahren, dass es diese Working Paper in der VWL so gibt und die unglaublich anerkannt sind. Das hei\u00dft, Working Paper werden in der VWL auch zitiert und wenn dann ein Journalartikel sp\u00e4ter erscheint, dann wird der vielleicht auch eher zitiert. Aber oft sind diese Working Paper auch viel umfassender. Das ist also anders als in den Lebenswissenschaften hat man nicht so diese Gleichheit. Working Paper ist gleich des Inhalts des Journalartikels, sondern in der VWL sind die oft wirklich viel umfangreicher.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:49] Doreen Siegfried:<br>Ah, okay. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:27:49] Kristin Biesenbender:<br>Und mittlerweile ist es aber tats\u00e4chlich so, dass es auch hier so ein bisschen eine Ann\u00e4herung gibt. Ich sage ja immer gerne so die VWL hat auch Tendenzen, diese naturwissenschaftlichen Publikationspraktiken zu \u00fcbernehmen und auch da l\u00e4sst sich so in meinen Daten und auch was meine Interviewpartner:innen so mir gespiegelt haben, zeigen, dass es so ein bisschen so eine Ann\u00e4herung gibt, diese Working Paper auch strategischer einzusetzen und tats\u00e4chlich so sich die Priorisierung zu sichern. Und dann aber tats\u00e4chlich, dass der Journalartikel nicht mehr so stark davon abweicht. Also das ist etwas, was man in der Zukunft beobachten m\u00fcsste, ob sich das verst\u00e4rkt oder ob das sozusagen jetzt nur einfach mal so ausgetestet wird, ob das ein strategisches Publikationsverhalten ist, was sich in der Zukunft finden l\u00e4sst. Grunds\u00e4tzlich ist es eigentlich so, wie gesagt, diese tradierte Working-Paper-Kultur zeigt, dass die viel umfassender sind. Es ist bei den Reihen auch so, dass es da auch Reviewverfahren gibt. Also, aus den Interviews wurde best\u00e4tigt, dass es sowohl interne Reviewverfahren gibt, das hei\u00dft, innerhalb einer Institution werden die Working Paper gegengelesen und es wird noch Feedback gegeben. Working Paper werden auf Konferenzen ver\u00f6ffentlicht oder vorgestellt, erstmal. Und auch da gibt es eben dann noch Feedbackrunden. Und eben auch gro\u00dfe Working-Paper-Reihen haben auch noch mal so Reviewverfahren. Also von daher ist so dieses \u201eDas w\u00e4re jetzt ungepr\u00fcfte Forschung, die da einfach ver\u00f6ffentlicht wird\u201c. Das ist nicht der Fall, sondern Working Paper haben in der Regel in der VWL eine hohe Qualit\u00e4t und werden auch vielfach gelesen. Und anekdotisch l\u00e4sst sich zeigen \u2500 das also haben einige Interviewte dann eben auch gesagt \u2500 dass sie ja den Journalartikel zitieren, aber es ihnen wirklich gereicht hat, das Working Paper zu lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:34] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Und die Working Paper sind die\u2026 Also, Du hattest ja eingangs gesagt, es wird haupts\u00e4chlich in amerikanischen Journals ver\u00f6ffentlicht, logischerweise in englischer Sprache. Die Working Paper sind die auch haupts\u00e4chlich auf Englisch?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:48] Kristin Biesenbender:<br>Das ist sehr unterschiedlich.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:50] Doreen Siegfried:<br>Unterschiedlich.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:51] Kristin Biesenbender:<br>Ja, genau. Also, viele. Also wirklich mittlerweile sind wirklich sehr, sehr viele Working Paper auch auf englischer Sprache. Aber es gibt auch noch Deutsche Reihen. Das kommt immer auch ein bisschen darauf an, ob das so diese klassische universit\u00e4re Reihe ist. Aber mittlerweile, es hat sich stark ver\u00e4ndert. Wie auch bei den Journalartikeln. Englischsprachige werden deutlich mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:30:09] Doreen Siegfried:<br>Wenn du jetzt sozusagen einmal schaust auf, wir bleiben mal bei dieser, bei dieser Trennung in Relevanz und Reputation. Welche Bedeutung hat die Ver\u00f6ffentlichungssprache f\u00fcr Sichtbarkeit und Karrierechancen? Also ich gehe mal davon aus, dass in den Journals haupts\u00e4chlich Englisch ver\u00f6ffentlicht wird. Welche Rolle spielen deutschsprachige Artikel und wo kommen die innerhalb des Putzens, sage ich mal, der eigenen Karriere zum Tragen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:30:41] Kristin Biesenbender:<br>Ja, das fand ich eigentlich so eins der interessantesten Ergebnisse meiner Untersuchung, dass sich zeigt, dass die Forschenden in der Volkswirtschaftslehre wirklich sehr, sehr breit publizieren. Das hei\u00dft, so dieses Journalartikel spielen zwar eine gro\u00dfe Rolle, gerade diese Top Five und dar\u00fcber wird auch wirklich viel gesprochen. Aber auf der Ebene darunter gibt es einfach viele sehr gute, auch deutschsprachige Journals, in denen ver\u00f6ffentlicht wird. Und meine Zahlen zeigen halt, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit tats\u00e4chlich auch noch deutschsprachige Journals sind, in denen ver\u00f6ffentlicht wird. Aber wie gesagt, auch da kommt es dann wieder so auf diese Unterscheidung, die wir schon angesprochen hatten, an, ob das eben die Nachwuchsforschenden sind oder auch die \u00c4lteren. Das unterscheidet sich dann auch noch mal ein bisschen, wo in Englisch publiziert wird. Aber es ist tats\u00e4chlich so, dass die internationalen Journals und Englisch nat\u00fcrlich eine total relevante Sprache ist. Und es ist auch die Arbeitssprache, wenn man in diesen Drittmittelprojekten, die oft auch international ausgelegt sind, arbeitet. Das hei\u00dft, Englisch hat sich nat\u00fcrlich als internationale Arbeitssprache in der VWL vollkommen durchgesetzt und es ist ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass man auch auf Englisch ver\u00f6ffentlicht. Das zeigt sich auch beim Verein f\u00fcr Socialpolitik. Bei der Jahrestagung werden die Paper auch mittlerweile auf Englisch pr\u00e4sentiert. Also von daher\u2026 Englisch hat sich vollkommen durchgesetzt, das ist gar keine Frage. Und trotzdem gibt es daneben einen gro\u00dfen Teil, die auch noch auf Deutsch publizieren und deutschsprachige Zeitschriften, die sich am Markt auch noch gut halten k\u00f6nnen. Und ja, also von daher w\u00fcrde ich sagen, das Ergebnis, das interessante Ergebnis ist, dass da wirklich eine gro\u00dfe Vielfalt ist und dass dieser Blick auf Rankings oft dann so ein bisschen das verstellt, wie vielf\u00e4ltig die VWL noch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:32:24] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Ja, bleiben wir doch mal bei dem Thema Vielfalt. Wir hatten ja ganz am Anfang, als wir sozusagen sprachen \u00fcber den Fokus auf den High Impact Journals, die Top Five der VWL. Da hattest du ja schon gesagt, \u201eOkay, wenn ich im amerikanischen Raum publizieren m\u00f6chte und da irgendwie mit Daten aus Deutschland komme, ist es vielleicht ein bisschen schwierig oder k\u00f6nnte zumindest ein bisschen schwierig werden.\u201c Welche Konsequenzen \u2500 ich w\u00fcrde das Thema noch mal kurz aufmachen wollen, weil ich das interessant finde. Also welche Konsequenzen ergeben sich denn f\u00fcr Forschungsthemen, wenn sich tats\u00e4chlich alles sehr stark oder immer st\u00e4rker auf den angloamerikanischen Raum ausrichtet?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:33:09] Kristin Biesenbender:<br>Ja, darauf gibt es wirklich verschiedene Perspektiven. Es ist zum einen ja so, dass diese Themenselektion, wie gesagt, wirklich in dem Kontext stattfindet, dass man in diese angloamerikanischen Journals wirklich rein m\u00f6chte. Wie gesagt, da reichen vielleicht auch ein bis zwei Publikationen, wenn man diese akademische Karriere anstrebt. Es ist aber auch so, dass in der VWL es neben dem Mainstream ja noch eine ganze Reihe von Forschenden gibt, die sich auch mit Themen besch\u00e4ftigen wollen, die da in diese Journals nicht so gut reinpassen. Und da gibt es dann diese M\u00f6glichkeit auch nicht. Also, wenn man dann sozusagen nicht bereit ist, diese Themen- oder Datenselektion vorzunehmen, dann muss man halt nach anderen Journals zwangsl\u00e4ufig schauen. Und das tun die auch. Das hei\u00dft, abseits von dem Mainstream. Aber auch, wie gesagt, innerhalb des Mainstreams gibt es viele Forschende, die diese Themenselektion so in dem Ma\u00dfe nicht vornehmen und dabei eben bleiben, in vielen anderen Journals zu ver\u00f6ffentlichen. Das gibt nat\u00fcrlich eben auch unterschiedliche Karrierem\u00f6glichkeiten. An den FHs sind die Einstellungsvoraussetzungen nat\u00fcrlich auch noch mal ganz andere. Es gibt auch Postdoc-Stellen an den Forschungseinrichtungen, wo die Selektionsverfahren vielleicht auch noch nicht ganz so stark ausgerichtet sind. Also von daher\u2026 Diese Themenselektion ist wirklich eine sehr zugespitzte Situation, wenn man in diese Journals rein m\u00f6chte und die aber nat\u00fcrlich auf der anderen Seite in der VWL immer auch ein gro\u00dfes Echo gefunden hat und wo auch \u00d6konomen sich \u00f6ffentlich zu ge\u00e4u\u00dfert haben, dass sie das nicht gut finden. Also von daher, das ist schon ein gro\u00dfes Thema, auch in der VWL und da hat es auch gro\u00dfe Debatten zu gegeben. Und nichtsdestotrotz w\u00fcrde ich jetzt so sagen, auf der Basis meiner Forschung, es ist eigentlich wirklich ein kleiner Teil der Ver\u00f6ffentlichungen, den das betrifft. Und was vielleicht schade ist an der Perspektive, wenn man Themen so selektiert, ist, dass das f\u00fcr die Politikberatung und f\u00fcr die gesellschaftliche Relevanz \u2500 das Thema hattest du ja am Anfang auch aufgebracht \u2500<\/p>\n\n\n\n<p>[00:35:15] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja. Genau.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:35:16] Kristin Biesenbender:<br>\u2026 dass das f\u00fcr die gesellschaftliche Relevanz nat\u00fcrlich nicht gut ist, weil die wissenschaftliche Ausrichtung in der VWL auf diese Journals dann nat\u00fcrlich bedeutet, dass einem Forschung verloren geht, die sich eben auch mit wirtschaftspolitischen Problemen hier vor Ort besch\u00e4ftigt, in Deutschland und in Europa. Und dass da dann eben einfach auch die Ausrichtung einfach dann eine ganz andere ist. Aber die andere Forschung findet auch statt, von daher. Wie gesagt, es ist ein Ausschnitt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:35:43] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Ja, Du hattest ja auch von der gro\u00dfen Vielfalt in der Forschung gesprochen. Also, ich als nicht Wirtschaftsforscherin k\u00f6nnte mir das, nachdem das, was du geschildert hast\u2026, k\u00f6nnte ich mir auch so vorstellen: Okay, es gibt so das Schwarzbrot, oder nee, das ist kein gutes Bild. Also es gibt, es gibt die Themen, wo ich versuche, vielleicht ein, zwei Artikel tats\u00e4chlich in die gro\u00dfen Journals rein zu bekommen, um ein paar Punkte zu sammeln f\u00fcr meine Karriere und in der Zeit, in der das gereviewed wird (das dauert ja auch ziemlich lange), kann ich mich da noch mal den Themen widmen, die mich wirklich interessieren oder von denen ich denke, dass sie gesellschaftlich relevant sind und irgendwie auch den Wissenschaftsstandort Deutschland vielleicht ein bisschen voranbringen. Vielleicht k\u00f6nnte man das so skizzieren?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:36:31] Kristin Biesenbender:<br>Ja, ja. Also ich w\u00fcrde sagen, so von der Empirie\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:36:35] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:36:36] Kristin Biesenbender:<br>\u2026stimmt das. Genau. Was aber ja nat\u00fcrlich doch auch eine Rolle spielt, ist, wie die Forschenden dar\u00fcber sprechen. Und es gibt schon auch Hinweise und Forschende, die darauf hingewiesen haben, dass sie dann auch darauf angesprochen werden, dass sie ja in sehr vielen weniger reputierlichen Zeitschriften oder Working Paper ver\u00f6ffentlicht haben oder so. Also von daher, es gibt da schon auch noch viele Forschende, die sagen, das ist wirklich der einzige Weg. Und zwar nicht nur, weil es sein muss, sondern weil er auch gut ist. Also, das gibt es nat\u00fcrlich auch. Also, das l\u00e4sst sich auch\u2026 Ja, das sagen auch viele in den Interviews.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:37:11] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Du hast ja in Deiner Arbeit Dir auch das Thema Co-Autor:innenschaften angeschaut. Welche Entwicklung oder welche Trends hast Du da beobachtet? Und spielt der Aufbau von von Co-Autor:innenschaften auch eine Rolle bei diesem ganzen strategischen Publikationsverhalten? Was konntest Du dazu herausfinden?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:37:35] Kristin Biesenbender:<br>Ja, das ist auf jeden Fall der Fall. Das war so ein Trend aus der Wissenschaftsforschung, der ja auch f\u00fcr andere Disziplinen sich zeigen l\u00e4sst, dass die Zahl der Co-Autor:innen stark ansteigt. Und das l\u00e4sst sich auch f\u00fcr die VWL zeigen. Jetzt nicht nat\u00fcrlich in dem gleichen Ausma\u00df, wie das f\u00fcr die Naturwissenschaften der Fall ist. Aber nichtsdestotrotz, auch alleine in dem Zeitraum, den ich mir angeschaut hab, steigt die Zahl der Co-Autor:innen. Und auch da gibt es wieder Unterschiede zwischen den Nachwuchsforschenden und den etablierteren Professor:innen in meinem Sample, wo auch deutlich wird, dass gerade die Nachwuchsforschenden schon in gr\u00f6\u00dferen Gruppen publizieren, als die \u00c4lteren. Und grunds\u00e4tzlich ist es aber auch, und das wurde auch in den Interviews gesagt, halt wichtig, auch alleine zu ver\u00f6ffentlichen, auch als Nachwuchsforschender, weil da nat\u00fcrlich auch es wichtig ist, dieses Signal zu setzen: Das ist etwas, was ich herausgefunden habe. Das ist etwas, was ich selber erforscht habe und auch so darstellen kann. Und das es einfach der eigenen Person ganz eindeutig zurechenbar ist. Denn es gibt ja in der ganzen Wissenschaftsforschung und dar\u00fcber hinaus ja auch diese Diskussion, wie Autorenschaft sich zurechnen l\u00e4sst. Und was fr\u00fcher ja auch ganz gang und g\u00e4be war, war ja sozusagen, dass der Professor sich mit auf das Paper draufgesetzt hat, wenn die Nachwuchsforschenden das verfasst haben. Da wurde jetzt aber, finde ich eindeutig und sehr \u00fcberzeugend in allen Interviews vehement gesagt, dass das nicht mehr so der Fall w\u00e4re, nicht mehr so eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit w\u00e4re, wie das in fr\u00fcheren Jahren der Fall ist. Von daher ist dieses, was ich eben auch gesehen habe, so dieses, dass es wichtig ist, mit reputierlichen Autor:innen, schon bekannten renommierten Autor:innen und Co-Autor:innen zusammen zu ver\u00f6ffentlichen, dass das oft auch wirklich, wie Du schon sagst, so ein strategisches Element hat, dass es nicht so ist, dass es so eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist, der Professor setzt sich mit drauf, sondern dass man tats\u00e4chlich auch schon guckt, mit wem kann ich denn eigentlich zusammen ver\u00f6ffentlichen, der auch irgendwie schon gute Netzwerke hat, der nat\u00fcrlich auch einen guten inhaltlichen Beitrag dazu liefern kann. Aber das wird schon auch darauf geachtet, mit wem man zusammen ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:33] Doreen Siegfried:<br>Ja. Das f\u00fchrt\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:35] Kristin Biesenbender:<br>Genau. Da spielen Netzwerke eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:36] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:36] Kristin Biesenbender:<br>Eben auch zu ehemaligen Kolleg:innen oder im Rahmen von Projekten, internationalen, mit denen man dann zusammen ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:43] Doreen Siegfried:<br>Das hei\u00dft, ich muss schon soziale Kompetenz haben und kollaboratives Arbeiten m\u00f6gen, damit ich letztlich tats\u00e4chlich so strategische Netzwerke aufbauen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:55] Kristin Biesenbender:<br>Ja, genau. Und es ist nat\u00fcrlich auch so, dass es eine st\u00e4rkere Arbeitsteilung gibt, m\u00f6glicherweise. Also das wird in den Interviews deutlich. Ich kenne das jetzt aus anderen Disziplinen, wo es auch schon so \u00fcblich ist, dass sozusagen diese verschiedenen Dinge, die w\u00e4hrend eines Publikationsprozesses gemacht werden, also wei\u00df ich nicht, die Daten zu erheben, die Daten auszuwerten, den Text zu schreiben, die Finanzierungsgrundlage zu haben f\u00fcr diese\u2026 Dass das unterschiedliche Rollen sind, wo Autor:innen etwas dazu beitragen zu einer Publikation und dass das auch ausgewiesen wird, das l\u00e4sst sich\u2026 Bei den VWL-Zeitschriften habe ich das jetzt so in dem Ma\u00dfe noch nicht gesehen, aber dennoch gibt es das. Und auch in den Interviews wurde das eben gesagt, dass man sich das auch schon ein bisschen aufteilt, dass einer wirklich mehr so sich um die Datenerhebung und -analysen k\u00fcmmert und jemand anders dann mehr darum, den Text zu schreiben. Also, so eine Art von Arbeitsteilung oder so gibt es dann eben auch. Und entsprechend setzen sich Co-Autor:innengruppen auch ganz anders zusammen. Und gerade weil die VWL ja auch wirklich mit viel, mit Daten und vermehrt mit Daten und gro\u00dfen Datens\u00e4tzen arbeitet, ist es nat\u00fcrlich auch viel aufwendiger, die ganze Datenerhebung und -analyse. Und dann entsprechend sind die Gruppen auch dann teilweise einfach gr\u00f6\u00dfer, in denen ver\u00f6ffentlicht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:41:08] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja. Das f\u00fchrt mich automatisch zur n\u00e4chsten Frage und auch zur \u00dcberschrift unseres Podcasts, n\u00e4mlich \u201eThe Future is open Science.\u201c Also wenn Du sagst, okay, das Aufbauen von Netzwerken ist wichtig, Co-Autorenschaften sind wichtig, die Arbeitsaufteilung ist wichtig usw. Das hei\u00dft, wir sprechen ja von Kollaboration im digitalen Zeitalter, was ja auch h\u00e4ufig mit der \u00dcberschrift versehen wird \u201eOpen Science\u201c, also gute Zusammenarbeit, offene Zusammenarbeit, transparente Zusammenarbeit usw. Wie wird denn, was hast Du herausgefunden? Wie wird denn dieser \u00fcbergeordnete Open-Science-Gedanke in der VWL rezipiert? Also wird er \u00fcberhaupt rezipiert und wenn ja, von wem?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:41:48] Kristin Biesenbender:<br>Ja, da muss man eigentlich wirklich ganz klar feststellen, dass f\u00fcr die Forschenden Open Science erst mal \u00fcberhaupt gar keine Rolle spielt. Daf\u00fcr gibt es vielleicht unterschiedliche Gr\u00fcnde. Einmal, na klar, wenn du einen Journalartikel ver\u00f6ffentlichen willst, ist es f\u00fcr Dich zentral, dass Du das in einem reputierlichen Journal tust. Dann achtest Du nicht darauf, ob das jetzt Open Access zur Verf\u00fcgung steht, sondern f\u00fcr Dich ist erst mal wesentlich, dass das eben einen bestimmten Impact Factor hat. Und das ist diese Ausrichtung darauf ist \u00fcberdeutlich. Dar\u00fcber hinaus ist es ja so, dass in der VWL durch die Working-Paper-Kultur ja auch eine freie Zug\u00e4nglichkeit sehr schnell gegeben ist. Also viele Publikationen der Forschenden sind eben vorher auch als Working Paper erschienen. Und die M\u00f6glichkeit gibt es halt auch immer. Dass man eben ein Working Paper ver\u00f6ffentlicht. Viele sagen auch, dass sie das gleichzeitig schon mit einer Einreichung machen. Das hei\u00dft, sie ver\u00f6ffentlichen das Working Paper und reichen dann gleichzeitig auch einen Journalartikel ein. Also von daher ist dieses Green Open Access, wie es ja auch in der Wissenschaftsforschung klassifiziert wird, also auf Repositorien Working Paper abzulegen, in der VWL ja eine total g\u00e4ngige Praxis. Also von daher l\u00e4sst sich das vielleicht so erkl\u00e4ren, dass da dann der Anspruch gar nicht mehr so gro\u00df ist, dass jetzt auch der Journalartikel Open Access sein soll. Und es kommt auch hinzu, dass die Open Access Journals in der VWL, die es bisher gibt und die so eindeutige Gold-Open-Access-Journals sind, dass die halt nicht so hohe Impactfaktoren haben. Und da das ganz zentral ist, hat sich das f\u00fcr die Forschenden einfach bisher nicht durchgesetzt. Nichtsdestotrotz findet ganz viel hier auf den \u00fcbergeordneten und anderen Ebenen statt. Also es ist, wie gesagt, wir haben da mit der Berliner Erkl\u00e4rung eingestiegen und da war ja ganz deutlich, dass die Wissenschaftsorganisationen m\u00f6chten und fordern, dass dieser Zugang eben frei ist zu Publikationen. Und das passiert sowohl auf Seiten der Institutionen, dass sie dann sozusagen \u00fcber angegliederte Bibliotheken in Konsortien verhandeln, dass Beitr\u00e4ge und Publikationen insgesamt Open Access gestellt werden und auch Forschungsf\u00f6rderer, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft oder so, wenn die ihre Drittmittel vergeben, dann wird das oft daran gekn\u00fcpft, dass die Publikation m\u00f6glichst im Open Access ver\u00f6ffentlicht werden sollen und es dann eben auch Publikationsgeb\u00fchren gibt, m\u00f6glicherweise, die beantragt werden k\u00f6nnen, damit man das eben auch umsetzen kann. Entsprechend auf verschiedenen Ebenen findet da ganz viel statt. Dazu sind wir jetzt gar nicht so gekommen. Von daher sind auch viele Beitr\u00e4ge denn in den Wirtschaftswissenschaften und in der VWL m\u00f6glich Open Access verf\u00fcgbar mittlerweile. Nur f\u00fcr die Forschenden, und das war jetzt ja mein Fokus im Publikationsprozess, und warum publizieren die so, wie sie publizieren, spielt das keine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:44:27] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, okay. Was mich nat\u00fcrlich noch mal an dieser ganzen Open-Science-Thematik interessieren w\u00fcrde\u2026 Also wir haben jetzt viel \u00fcber \u201eIch forsche irgendwie f\u00fcnf Jahre oder im Idealfall k\u00fcrzer und habe dann am Ende ein Ergebnis und \u00fcberlege mir, wie ich das irgendwie in den Open Access bringe oder auch nicht.\u201c Hast Du, ich wei\u00df gar nicht, hast Du Dich auch damit besch\u00e4ftigt oder wurde in den Interviews auch was dazu gesagt? Was passiert denn vorher, bevor es ver\u00f6ffentlicht wird? Gerade weil Du gesagt hast, Netzwerke spielen eine gro\u00dfe Rolle, Co-Autor:innenschaften. Teilen die Leute ihre Daten, ihre Codes? Gibt es Pr\u00e4registrierung, Registered Reports oder so was? Also wird schon bei der Planung und auch der Dokumentation der eigenen Forschung, gerade in solchen Netzwerken, offener, transparenter gearbeitet? Gibt es da eine Einsicht in die Notwendigkeit von Open Science, bevor das Forschungsergebnis fertig ist? Ich wei\u00df nicht, ob Du das untersucht hast. Aber vielleicht hat ja jemand was dazu gesagt, w\u00fcrde mich mal interessieren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:45:28] Kristin Biesenbender:<br>Ja, genau. Das war\u2026 Am Rande ist das in den Interviews durchaus auch aufgetaucht. Aber tats\u00e4chlich w\u00fcrde ich sagen, wenn, steckt das noch in den Kinderschuhen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:45:36] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:45:36] Kristin Biesenbender:<br>Es gibt da so ein paar Forschende, die das die ganzen Entwicklungen beobachten. Und gerade in der Behavioral Economics, die ja so ein bisschen auch an die Psychologie angegliedert ist oder so, da schaut man dann schon r\u00fcber, dass es so was wie Pr\u00e4registrierung von Forschung schon gibt. Also einigen war das durchaus auch bekannt. Auch Replikationen spielen nat\u00fcrlich in der VWL schon eine gro\u00dfe Rolle, da hat das ja auch die einen oder anderen spektakul\u00e4ren Fall gegeben, wo tats\u00e4chlich das Replizieren dazu gef\u00fchrt hat, dass man festgestellt hat, dass da wirklich Berechnungsfehler waren. Von daher ist da auch ein gro\u00dfes Interesse da. Aber tats\u00e4chlich ist es noch nicht etabliert und es gibt viele Initiativen, die sich damit besch\u00e4ftigen. Aber wenn ich sagen w\u00fcrde, jetzt so Status quo, steckt das noch sehr in den Kinderschuhen. Aber das ist wirklich auch mit Ausblick auf weitere Forschung etwas, was ich sagen w\u00fcrde. Das muss man auf jeden Fall beobachten. Also, einerseits wie entwickelt sich dieses Verh\u00e4ltnis zwischen Working Paper und Journalartikeln? Bleibt die Working-Paper-Kultur so, wie sie einmal gestartet ist oder geht es da auch, wird es da auch stromlinienf\u00f6rmiger, dass diese beiden Formate sich angleichen? Und auf der anderen Seite eben die spannende Frage, ob die Forschung transparenter wird, replikationsf\u00e4higer wird, ob da mehr Wert darauf gelegt wird, auch Daten zu teilen, was in der VWL nat\u00fcrlich auch manchmal schwierig ist, wenn das nicht \u00f6ffentliche Daten sind. Aber vieles, was nat\u00fcrlich von der OECD, den statistischen Bundes\u00e4mtern oder so ist, das l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich teilen, wenn das auch bearbeitet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:47:02] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, super. Vielleicht noch drei kurze Fragen zum Abschluss. Also, erste Frage: Was hat Dich in Deiner Untersuchung bei Deiner Forschungst\u00e4tigkeit besonders \u00fcberrascht?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:47:17] Kristin Biesenbender:<br>Ja, ich glaube, ich habe es eigentlich schon gesagt. Ich fand, das \u00dcberraschendste war, dass geredet wird \u00fcber Impact Faktoren, \u00fcber Reputation, \u00fcber Rankings. Das spielt alles eine gro\u00dfe Rolle und dazu gibt es auch viel Forschung. Ich habe ja viel Forschung auch ausgewertet, die vor meiner Dissertation entstanden ist und auch viele in der VWL und in der Wissenschaftsforschung besch\u00e4ftigen sich halt mit diesen Themen. Und der Fokus ist eindeutig, wenn man nur diese Literatur liest, dass das Publikationsverhalten in der VWL eindeutig wirklich nur so auf Rankings ausgerichtet ist, ganz streng hierarchisch ist. Und dann bin ich dementsprechend auch mit dieser These reingegangen \u201eJa, so funktioniert die VWL. Das ist das einzige Kriterium. Man muss in die Top five reinkommen und alles wird darauf ausgerichtet. Und dar\u00fcber hinaus ist nicht viel da.\u201c Wenn ich das jetzt mal so ganz verk\u00fcrzt sagen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:00] Doreen Siegfried:<br>Ja. Okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:01] Kristin Biesenbender:<br>Mein Ergebnis ist aber unterhalb dieser Ebene, dass es tats\u00e4chlich viele gute Journals gibt, in denen auch wirklich viel ver\u00f6ffentlicht wird und dass diese Working-Paper-Kultur f\u00fcr die VWL eben auch eine ganz besondere Rolle spielt. Und als Fazit wirklich die VWL insgesamt sehr, sehr vielf\u00e4ltig, mit sehr vielen verschiedenen Themen in sehr vielen verschiedenen Publikationsformaten, in sehr vielen verschiedenen Kontexten und Konstellationen anders publiziert. Und das konnte ich in dieser Arbeit ganz sch\u00f6n aufzeigen. Und das ist eigentlich so das Ergebnis, was ich wundersch\u00f6n finde und was ich aber auch froh bin, dass mal so aufzeigen zu k\u00f6nnen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:36] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:36] Kristin Biesenbender:<br>\u2026f\u00fcr die VWL in Deutschland. Weil ich w\u00fcrde sagen, da war die Forschung bisher eigentlich blind.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:43] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Also super, dass Du das herausgefunden hast. Ich fand es auch superspannend. Zweite Frage, vielleicht kurze Antwort: Wenn Du jetzt noch mal, sagen wir mal entspannte f\u00fcnf Jahre Zeit h\u00e4ttest, noch eine Anschlussarbeit zu machen \u2500 also nur theoretisch. Welche noch offenen gebliebenen Fragen w\u00fcrdest Du dann vielleicht jetzt am liebsten als n\u00e4chstes untersuchen? Oder wenn Du jemand vielleicht raten k\u00f6nntest, der sagt okay, ich will jetzt die offenen Fragen von Kristin Biesenbender weiterverfolgen. Was w\u00e4ren so vielleicht Deine eins, zwei offenen Fragen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:49:18] Kristin Biesenbender:<br>Ja, zwei haben wir ja schon so ein bisschen angesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:49:21] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:56] Kristin Biesenbender:<br>Das sagte ich ja schon, wie gesagt, diese Rolle von Working Paper und Journalartikeln und eben auch die Forschungsdaten. Das zu teilen und die Offenheit und Replikationsstudien. Das sind alles Themen, aber das sind im Grunde genommen so ein bisschen so Daten fortschreiben von dem, was ich schon angeschaut habe. Wenn man noch mal was ganz anderes anschauen wollte, dann f\u00e4nde ich es wirklich spannend, sich nat\u00fcrlich die BWL anzuschauen, als Schwesterdisziplin zur VWL. Dass man auch schaut, wie das Publikationsverhalten sich da unterscheidet. Teilweise ja auch die ganzen mit ganz anderen Daten arbeiten auch viel mit Befragungen. Da ist nat\u00fcrlich auch nochmal die H\u00fcrde der Transparenz hoch. Also von daher, das f\u00e4nde ich einfach interessant, wie das Publikationsverhalten da ist. Auch in der BWL gibt es ja viele Themen, die, sagen wir mal so, das Steuersystem in Deutschland, Unternehmenssteuern oder so. Da gibt es so viele Themen, die auch wirklich so einen lokalen Zuschnitt haben, was dann eben auch spannend w\u00e4re, wie sich das dann in Deutschland darstellt. Also wie gesagt, die BWL w\u00e4re auch ein spannender weiterer Anwendungsfall, auf den man das eigentlich genauso \u00fcbertragen k\u00f6nnte. Und das andere ist die Rolle von Konferenzen. Das finde ich auch im Vergleich zu Naturwissenschaften interessant, das disziplinen\u00fcbergreifend mal anzuschauen, inwiefern Konferenzen eine Rolle spielen f\u00fcr den Austausch, f\u00fcr das Entstehen der Co-Autor:innennetzwerke f\u00fcr die anschlie\u00dfenden Publikationen, die daraus entstehen und so. Also weil ja auch Konferenzen viel auch Reputation spenden k\u00f6nnen, wenn man da in bestimmten Rollen auftritt, sprechen kann, m\u00f6glicherweise als Keynote Speaker. Also welchen Beitrag Konferenzen zum Reputationssystem darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:50:51] Doreen Siegfried:<br>Ja. Auf jeden Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:50:53] Kristin Biesenbender:<br>Das f\u00e4nde ich auch noch mal interessant zu untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:50:55] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Also liebe Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer, sollte von Ihnen jemand das jetzt hier gerade h\u00f6ren und wahnsinnig interessiert sein an dem Thema Publikationsverhalten in der BWL und vor allem in den ganzen Subdisziplinen der BWL \u2500 ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass es da auch noch mal Unterschiede gibt in den Routinen usw. \u2500 bitte melden. Wir sind alle sehr gespannt auf diese Ergebnisse. So, allerletzte Frage, Kristin, f\u00fcr unsere Wirtschaftsforschenden oder jungen Nachwuchsforschenden aus der VWL, die vielleicht gerade zuh\u00f6ren. Was w\u00fcrdest Du einer solchen Person raten, die jetzt gerade in der VWL mit der wissenschaftlichen T\u00e4tigkeit startet, hinsichtlich Publikationsverhalten, Netzwerke aufbauen usw. usw.?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:51:47] Kristin Biesenbender:<br>Ja, ich bin ja auch gerne mal idealistisch unterwegs. Also ich w\u00fcrde sagen, man soll sich\u2026 Jede Forscherin und jeder Forscher in der VWL sollte sich die intrinsische Motivation erhalten, etwas erfahren zu wollen und etwas Neues herausfinden zu wollen und sich dem Reputationssystem in der VWL anzupassen und an einigen Stellen, wie gesagt, in diesen hochgerankten Journals zu ver\u00f6ffentlichen, finde ich total nachvollziehbar. Aber jeder, jede Nachwuchsforscher:in sollte sich \u00fcberlegen, dass sie eben ja sich ihre Freude an den Themen und das, was sie herausfinden will, erh\u00e4lt. Und das w\u00fcrde ich raten. Das sollte doch jeder tun, weil das ist ja der beste Weg, um auch die ganze Zeit Spa\u00df bei der Arbeit zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:52:27] Doreen Siegfried:<br>Ja, das ist doch ein super Abschluss. Vielen Dank, Kristin. Vielen Dank auch an Sie, liebe Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer. Wir hoffen, Sie haben jetzt ganz gro\u00dfe Lust, die Dissertation zu lesen. Wir werden auf jeden Fall alles verlinken in den Shownotes. Ich hoffe auch, dass die Episode Ihnen gefallen hat. Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung mit. Ob Lob oder konstruktive Kritik per E-Mail, auf Mastodon, YouTube, Bluesky oder LinkedIn. Und wenn unser Podcast gef\u00e4llt, freuen wir uns nat\u00fcrlich auch, wenn Sie uns weiterempfehlen oder abonnieren. Und ich freue mich auf die folgende Folge.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:53:00] Outro<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"tags":[31,4,5,8,104,26,115,114,28,12],"class_list":["post-124","podcast","type-podcast","status-publish","hentry","tag-forschung","tag-leibniz","tag-open-access","tag-open-science","tag-publikationssystem","tag-publizieren","tag-ranking","tag-volkswirtschaftslehre","tag-vwl","tag-zbw","post"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.0 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>FOS 51 \u00d6konomisches Publizieren im Wandel?<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"\u00d6konomisches Publizieren im Wandel? Open Access, Rankings und Publikationspraxis in der Volkswirtschaftslehre. 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