{"id":106,"date":"2024-08-30T08:18:09","date_gmt":"2024-08-30T06:18:09","guid":{"rendered":"866e0e37-3590-481d-8f7d-e18370b733a2"},"modified":"2026-01-16T13:15:29","modified_gmt":"2026-01-16T12:15:29","slug":"fos-42-open-access-transformation-im-wissenschaftlichen-publikationsmarkt","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2024\/08\/30\/fos-42-open-access-transformation-im-wissenschaftlichen-publikationsmarkt\/","title":{"rendered":"FOS 42 Open-Access-Transformation im wissenschaftlichen Publikationsmarkt"},"content":{"rendered":"\n    <div class=\"pwp4-wrapper intrinsic-ignore\" id=\"podlovewebplayer_a2c98c549ca2717dbf2b4581237692b6c4d70af7\" data-episode=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2024\/08\/30\/fos-42-open-access-transformation-im-wissenschaftlichen-publikationsmarkt\/?podlove_action=pwp4_config\"><audio controls=\"controls\" preload=\"none\">\n  <source src=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/podlove\/file\/125\/s\/webplayer\/c\/website\/fos_42.mp3\" type=\"audio\/mpeg\"\/>\n<\/audio><\/div>\n  \n  \n\n    \n\n\t<div class=\"podlove-contributors-cards\">\n\t\t\t<\/div>\n\n\t<style>\n\t\t.podlove-contributors-cards {\n\t\t\tmargin-bottom: 1rem;\n\t\t\tbackground: white;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tborder-radius: 0.375rem;\n\t\t\tbox-shadow: 0 1px 3px 0 rgba(0, 0, 0, 0.1), 0 1px 2px 0 rgba(0, 0, 0, 0.06);\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tpadding: 1rem 1.5rem\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-inner {\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-avatar {\n\t\t\twidth: 50px;\n\t\t\theight: 50px;\n\t\t\tborder-radius: 0.25rem;\n\t\t\toverflow: hidden;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person {\n\t\t\tflex: 1 1 0;\n\t\t\tmin-width: 0;\n\t\t\tpadding: 0 1rem;\n\t\t\tdisplay: grid;\n\t\t\tgrid-template-columns: repeat(2, minmax(0, 1fr));\n\t\t\tgap: 1rem;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-person-details {\n\t\t\tcolor: #999\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services {\n\t\t\tflex-wrap: wrap;\n\t\t\tdisplay: flex;\n\t\t\talign-items: center;\n\t\t\talign-content: center;\n\t\t\tjustify-content: flex-end;\n\t\t}\n\t\t.podlove-contributors-card-services-service {\n\t\t\tdisplay: inline-block;\n\t\t\tflex-shrink: 0;\n\t\t\tpadding-left: 0.5rem;\n\t\t\ttext-decoration: none;\n\t\t\tbox-shadow: none;\n\t\t}\n\t<\/style>\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"zbw_shownotes\">\n\n\n\n<p>LINKS UND HINTERGR\u00dcNDE:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.zbw.eu\/de\/open-access\/open-access-transformation\">Open-Access-Transformation in der ZBW<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/github.com\/PhilippMayr\/past-projects\/blob\/main\/OASE.md\">Projekt OASE Literatur<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.zbw.eu\/fileadmin\/pdf\/forschung\/open-access-effekte-kernergebnisse.pdf\">Projekt OASE Kernergebnisse<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.zbw.eu\/de\/ueber-uns\/presse\/pressemitteilungen\/meldung?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=4249&amp;cHash=a8adb528d2630dafac8a136d44c7d4b1\">ZBW schlie\u00dft Open-Access-Vereinbarung mit Taylor &amp; Francis<\/a><\/p>\n\n\n\n<\/div>\n\n\n\n<div data-wp-context=\"{ &quot;autoclose&quot;: false, &quot;accordionItems&quot;: [] }\" data-wp-interactive=\"core\/accordion\" role=\"group\" class=\"wp-block-accordion is-layout-flow wp-block-accordion-is-layout-flow\">\n<div data-wp-class--is-open=\"state.isOpen\" data-wp-context=\"{ &quot;id&quot;: &quot;accordion-item-1&quot;, &quot;openByDefault&quot;: false }\" data-wp-init=\"callbacks.initAccordionItems\" data-wp-on-window--hashchange=\"callbacks.hashChange\" class=\"wp-block-accordion-item is-layout-flow wp-block-accordion-item-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-accordion-heading has-small-font-size\"><button aria-expanded=\"false\" aria-controls=\"accordion-item-1-panel\" data-wp-bind--aria-expanded=\"state.isOpen\" data-wp-on--click=\"actions.toggle\" data-wp-on--keydown=\"actions.handleKeyDown\" id=\"accordion-item-1\" class=\"wp-block-accordion-heading__toggle\"><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-title\">Episode 42 als Text<\/span><span class=\"wp-block-accordion-heading__toggle-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/button><\/h3>\n\n\n\n<div inert aria-labelledby=\"accordion-item-1\" data-wp-bind--inert=\"!state.isOpen\" id=\"accordion-item-1-panel\" role=\"region\" class=\"wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow\">\n<p>The Future is Open Science \u2013 Folge 42: Open-Access-Transformation im wissenschaftlichen Publikationsmarkt<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Doreen Siegfried<br>Leitung Marketing und Public Relations, ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft<\/p>\n\n\n\n<p>Jens Lazarus<br>Leitung Bestands- und Lizenzmanagement, ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:00] Intro<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:02] Jens Lazarus:<br>Aber ehrlich, was wir hier unternehmen, ist eine Umstellung eines gesamten Marktes auf ein anderes Finanzierungsmodell. Also von daher. Ich habe, ich glaube, wir m\u00fcssen einen l\u00e4ngeren Atem haben.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:20] Jens Lazarus:<br>An irgendeiner Stelle m\u00fcssen Einrichtungen, die vielleicht weniger publizieren, auf Budgetierung verzichten, zugunsten von Einrichtungen, die sehr viel publizieren. Und das ist, glaube ich, der Konflikt, den wir auch intern mit uns haben, sozusagen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:40] Jens Lazarus:<br>Also weil es geht auch um Geld. Wer finanziert mir meine Publikation? Muss ich das aus meinen eigenen Forschungsmitteln bezahlen oder \u00fcbernimmt das ah, wunderbarerweise, die Bibliothek, weil die haben gut verhandelt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:00:56] Doreen Siegfried:<br>Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von \u201eThe Future is Open Science\u201c, dem Podcast der ZBW. Mein Name ist Doreen Siegfried und ich treffe mich hier mit ganz unterschiedlichen Leuten aus dem Wissenschaftsbetrieb, die Ihnen verraten, wie sie in ihrer t\u00e4glichen Arbeit Open Science voranbringen. Wir wollen heute \u00fcber die Open-Access-Transformation sprechen im wissenschaftlichen Publikationsmarkt. Warum ist diese notwendig? Wer schiebt diese Transformation an? Wer muss sich hier genau transformieren und was kostet der ganze Spa\u00df? Zu Gast habe ich mir dazu eingeladen einen erfahrenen Bibliothekar, der bei der ZBW das Bestands- und Lizenzmanagement verantwortet. Letztes Jahr hat er als Verhandlungsf\u00fchrer eines Konsortiums wissenschaftlicher Bibliotheken mit dem weltweit viertgr\u00f6\u00dften Wissenschaftsverlag, mit Taylor &amp; Francis, einen interessanten Deal abschlie\u00dfen k\u00f6nnen, nach, ja, drei Jahren Verhandlungszeit. Herzlich willkommen, Jens Lazarus.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:01:56] Jens Lazarus:<br>Ja, hallo. Sch\u00f6n, dass ich hier sein darf!<\/p>\n\n\n\n<p>[00:01:58] Doreen Siegfried:<br>Jens, wir fangen mal einfach an. Was erz\u00e4hlst Du abends an der Bar oder vielleicht auch auf einer Geburtstagsparty, was Du beruflich machst?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:02:06] Jens Lazarus:<\/p>\n\n\n<p>[lacht]<\/p>\n\n\n\n<p>[00:02:08] Jens Lazarus:<br>Kommt ein bisschen drauf an, ehrlich gesagt. Wenn ich dann sage, \u201eOkay, ich bin Bibliothekar\u201c, dann kommt als n\u00e4chstes die Frage oder die Aussage \u201eJa, ich lese auch gern\u201c, und dann k\u00f6nnen wir uns \u00fcber B\u00fccher unterhalten. Aber wenn ich wirklich \u00fcber meinen Beruf reden will, dann sage ich \u201eIch verhandle Lizenzen mit internationalen Verlagen\u201c und dann wird es interessant. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:02:29] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Staunen denn Deine Gespr\u00e4chspartner:innen, wenn Du ihnen erz\u00e4hlst, dass es auf dem wissenschaftlichen Publikationsmarkt vielleicht \u00e4hnlich zugeht wie auf\u2026 wie beim Autokauf, sagen wir mal. Also sprich, es geht um Verhandlungen, Margen, Profite und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:02:45] Jens Lazarus:<br>Ich war nie so besonders geschickt im Autokauf oder -verkauf, glaube ich, und ich finde das Lizenzgesch\u00e4ft im Publikationsmarkt sehr viel komplexer als Auto. Ich glaube, es geht nicht nur um den Preis, es geht um die Rahmenbedingungen, und die k\u00f6nnen sehr, sehr vielf\u00e4ltig sein. Da geht es um Nutzungsrechte und so weiter. Auto habe ich gekauft, setze mich rein, fahr weg, im besten Fall. Das ist schwieriger im Publikationsmarkt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:03:13] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Du befasst dich ja vor allem mit dem Thema Open-Access-Transformation. F\u00fcr alle unsere Zuh\u00f6rer:innen, die vielleicht nicht mehrere Jahre Bibliothekswissenschaften studiert haben. Was ist Open-Access-Transformation? Was wird genau transformiert und warum eigentlich?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:03:30] Jens Lazarus:<br>Gute Frage. Wenn ich vielleicht aushole: Wissenschaft, Forscherinnen, Forscher produzieren Erkenntnisse, die in Papers, in Artikel, Zeitschriftenartikel publiziert werden. Das machen Verlage. Die Verlage wiederum produzieren die Zeitschriften und verkaufen sie an die Wissenschaft. Den Zugang, ja. Also kurz gesagt, Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler bezahlen f\u00fcr das, was sie selber produziert haben, um das selbst zu nutzen. Das finden wir nicht so besonders gut, und wir sagen: Okay, Verlage sollten bezahlt daf\u00fcr werden, f\u00fcr das, was sie wirklich tun, n\u00e4mlich diese Papers ver\u00f6ffentlichen. Also, das soll die Dienstleistung sein.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:04:19] Jens Lazarus:<br>Und das ist im Moment im Gange, die Transformation, dass Verlage nicht daf\u00fcr bezahlt werden, dass wir Zug\u00e4nge haben zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen, zu den Zeitschriften. Sondern, dass wir bezahlen daf\u00fcr, dass, was Verlage wirklich machen, n\u00e4mlich diese Papers ver\u00f6ffentlichen. Die Dienstleistung, die dahintersteht. Die ist nicht trivial. Die ist auch\u2026 Es gibt Peer Review, also die m\u00fcssen begutachtet werden und so weiter. Zeitschriften m\u00fcssen organisiert werden, das ist schon auch Aufwand und dazu, daf\u00fcr sollen die auch bezahlt werden. Aber wir wollen nicht zahlen f\u00fcr den Content, den wir eigentlich selber produzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:05:01] Doreen Siegfried:<br>Welche Nachteile haben die altbekannten traditionellen Subskriptionsmodelle, Abo-Modelle im Vergleich zu Open-Access-Publikationsmodellen? Wo gibt es vielleicht aber auch Vorteile? Also, wie sch\u00e4tzt Du, wenn Du die beiden Systeme gegen\u00fcberstellst, wie sch\u00e4tzt Du das ein?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:05:21] Jens Lazarus:<br>Ja. Subskription. Bei Subskription ist schlichtweg der Content, der wissenschaftliche Inhalt, die Erkenntnisse, die Wissenschaft produziert, sozusagen hinter einer Paywall. Das hei\u00dft, man muss bezahlen, wenn man teilhaben will an diesen Erkenntnissen. Open Access \u00e4ndert das. Open Access macht wissenschaftliche Erkenntnisse, macht diese Papers frei zug\u00e4nglich. Das hei\u00dft, es ist nicht davon abh\u00e4ngig, welches Budget meine Einrichtung hat. Ich kann teilhaben am wissenschaftlichen Diskurs. Das ist der gro\u00dfe Vorteil und auch das Hauptanliegen von Open Access.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:06:00] Doreen Siegfried:<br>Bringt eine gewisse Fairness in den Wissenschaftsbetrieb? Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:06:04] Jens Lazarus:<br>Ja, genau. Also, der Nachteil ist eher so eine interne Geschichte. Also, Einrichtungen werden finanziert, die Budgets sind eingerichtet. Und Subskriptionen laufen, oder die Kosten f\u00fcr Subskriptionen, das ist das Modell, was wir \u00fcber Jahrzehnte, ja fast Jahrhunderte eigentlich nun inzwischen verfolgen. Das hei\u00dft, auch die Budgetierung dieser Einrichtungen oder unserer Einrichtung sind darauf ausgerichtet. Jetzt ver\u00e4ndert sich was. Die Kostenstrukturen ver\u00e4ndern sich was, und die gro\u00dfe Herausforderung ist es eigentlich auch, die Kostenverteilung daraufhin zu \u00e4ndern. Also, die Budgetierung von den Einrichtungen muss sich \u00e4ndern. Einrichtungen, die sehr viel publizieren, die brauchen nat\u00fcrlich mehr Mittel, als Einrichtungen, die weniger publizieren und eher die Nutznie\u00dfer dieser Entwicklung sind. Das hei\u00dft, die Kostenverteilung von Wissenschaftsfinanzierern und so weiter muss sich \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:02] Doreen Siegfried:<br>Wenn wir nochmal auf die Bedeutung der Open-Access-Transformation schauen im wissenschaftlichen Publikationswesen. Wie w\u00fcrdest du diese Bedeutung f\u00fcr das Wissenschaftssystem beschreiben?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:18] Jens Lazarus:<br>Zun\u00e4chst \u00f6ffnet es einfach schlichtweg den wissenschaftlichen Diskurs. Wissenschaftliche Erkenntnisse, wissenschaftliche Publikationen werden zug\u00e4nglich f\u00fcr alle. Alle k\u00f6nnen teilhaben, theoretisch, am wissenschaftlichen Diskurs. Das ist der gro\u00dfe Vorteil, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:35] Doreen Siegfried:<br>Ja. Okay. Wie bewertest Du denn den aktuellen Stand der Open-Access-Transformation in Deutschland und vielleicht vor allem in den Wirtschaftswissenschaften? Wie weit ist diese Disziplin, und was steht noch sozusagen ins Haus?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:07:53] Jens Lazarus:<br>Ich glaube, mit den gro\u00dfen Vertr\u00e4gen, die \u00fcber die letzten Jahre abgeschlossen wurden, die Vertr\u00e4ge mit den gro\u00dfen Wissenschaftsverlagskonzernen, um sie mal so zu bezeichnen, hat Open Access zum Standard gemacht. Also in der Publikation ist Open Access Standard. Nat\u00fcrlich gibt\u2019s noch sehr viel zu tun, aber ich glaube, das ist erreicht, k\u00f6nnen wir sagen. Also, wissenschaftliche Publikationen sind Open Access. Das Problem, was wir auch gerade eben hatten: Ich glaube, wir m\u00fcssen \u2026 ,was folgt sozusagen, ist, sind die Finanzierungsmodelle, die im Hintergrund laufen. Die m\u00fcssen umgestellt werden, und das ist, glaube ich, die Aufgabe, vor der wir stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:34] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:08:35] Jens Lazarus:<br>Und ich glaube, da r\u00fchrt auch eine gewisse Ungeduld her, sozusagen. Wenn Leute, die sich lange Zeit mit Open Access besch\u00e4ftigt haben, sagen: \u201eOkay, das ist nur die die halbe Miete, die wir jetzt im Kasten haben.\u201c Eigentlich profitieren Verlage nach wie vor davon, sozusagen von ihrer Monopolstellung zum Beispiel. Das soll nicht sein, wir m\u00fcssen entschiedener umstellen und so weiter. Aber ehrlich, was wir hier unternehmen, ist eine Umstellung eines, eines gesamten Marktes auf ein anderes Finanzierungsmodell. Also von daher. Ich habe, ich glaube, wir m\u00fcssen einen l\u00e4ngeren Atem haben. Wir werden auch vielleicht nicht nur Jahre, sondern Jahrzehnte damit zu tun haben, eh sich das sortiert und auch ja ger\u00fcttelt haben. Was, worauf wir achten m\u00fcssen, glaube ich, ist, dass wir nicht von einer Subskriptionskrise \u2500 das hat das Ganze n\u00e4mlich ausgel\u00f6st. Also, Subskription funktionierte soweit ganz gut, bis es schlichtweg zu teuer wurde \u2500 dass wir von dieser Subskriptionskrise nicht in eine APC-Krise kommen. Also dass wir feststellen, okay, die Publikationsgeb\u00fchren werden schlichtweg zu teuer. Ja, also, wir haben\u2026 wir l\u00f6sen das eine Problem mit dem anderen Problem ab. Auch wenn wir Open Access haben, wird es schlichtweg zu teuer f\u00fcr manche Wissenschaftler dann, oder Wissenschaftlerin, zu publizieren. Darauf kommt es, glaube ich, in den n\u00e4chsten Jahren an. Darauf m\u00fcssten wir achten.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:10:14] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Es gibt ja, wenn man sich in diese Open-Access-Debatte, diese Transformations-Debatte so ein bisschen reinkniet, wie Du ja auch schon gesagt hast, ein paar kritische Stimmen, was diese Kosten betrifft und die finanziellen Auswirkungen und so weiter. Und Kritiker bem\u00e4ngeln, dass die finanziellen Hauptlasten ja dann in der Regel von den Bibliotheken getragen werden. Und, wie Du schon gesagt hattest, f\u00fcr kleinere Institutionen, wo logischerweise gar nicht so viel Personal da ist, dass, selbst wenn es sehr flei\u00dfig ist, sehr viel publiziert, diese Belastung vor allem getragen werden muss. Also, wie stehst Du denn diesem Thema gegen\u00fcber? Also hast du auch gemischte Gef\u00fchle, oder siehst du eher die Vorteile und siehst eher die Chancen, die da drin liegen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:11:07] Jens Lazarus:<br>Im Moment sehe ich, sehe ich eigentlich die Vorteile. Aber um es an einem Beispiel mal festzumachen: Wir haben, sagen wir mal, ein Forschungsinstitut, ein kleines Forschungsinstitut, was zwei, drei Zeitschriften in einem sehr spezifischen Feld subskribiert. Das kostet vielleicht 3 bis 4.000 Euro. Nun hat dieses Forschungsinstitut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die produzieren Artikel, und diese Artikel kosten nicht mehr 3 bis 4.000 Euro, sondern kosten pl\u00f6tzlich 10.000 Euro oder 12.000 Euro, um das zu finanzieren. Da sagt das Institut: \u201eDas ist zum Nachteil f\u00fcr mich.\u201c Und diese Diskussion aufzufangen und zu sagen, okay, dieses Institut muss eigentlich mehr Geld kriegen, ja, vom Finanzier, vom Tr\u00e4ger, so. Das ist die Diskussion, vor der wir stehen. Und da kann ich das Institut, oder die Leute in dem Institut, sofort verstehen und sagen, das ist unfair im Moment, wie das gebaut ist. Aber wie gesagt, da denke ich, dass das die Herausforderungen der n\u00e4chsten Jahre sind, da eine Fairness in der Finanzierung einzuf\u00fchren. Und das ist nicht Schuld der Verlage vielleicht, wenn sie sagen, APCs sind zu teuer. Darauf m\u00fcssen wir auch achten, hatte ich auch gesagt. Ja, keine APC-Krise, die die Subskriptionskrise abl\u00f6st. Dann, das ist auch zum Teil selbst gemacht. Also, wie werden die Kosten verteilt? Wie werden die Finanzierungen verteilt? Und das ist nicht Aufgabe der Verlage, sondern das m\u00fcssen die Forschungsf\u00f6rderer, die Tr\u00e4gereinrichtungen, die Ministerien\u2026 Also das\u2026 Darauf kommt es, glaube ich, an, hier andere Verteilungsmodelle zu finden, die fair sind. Und das ist das Schwierige, weil nat\u00fcrlich Einrichtungen sich auch ungerne von \u2026 An irgendeiner Stelle m\u00fcssen Einrichtungen, die vielleicht weniger publizieren, auf Budgetierung verzichten zugunsten von Einrichtungen, die sehr viel publizieren. Und das ist, glaube ich, der Konflikt, den wir auch intern mit uns haben, sozusagen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:34] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, das ist nat\u00fcrlich nachvollziehbar. Ich meine, das ist im Prinzip wie so eine Perlenkette. Wenn man an einer Stelle was aufl\u00f6st, dann dong dong dong, dann sind da noch irgendwie 20 Perlen hinterher, die man dann auch irgendwie noch auffangen muss. Oder aufgabeln muss.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:13:45] Jens Lazarus:<br>Ja, die Einrichtungen, die jetzt, was wei\u00df ich, dann davon profitieren, die \u2026 Ist ja nicht so, dass die sehr viel Geld \u00fcbrighaben. Ja, also, nat\u00fcrlich w\u00fcrden die gerne das Geld in andere sinnvolle Geschichten stecken, so dass \u2026 Die Decke kann an der Stelle nur einmal verteilt werden. Und nat\u00fcrlich erfordert das\u2026 Das erfordert, glaube ich, einen langen Atem, das aufzul\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:14:08] Doreen Siegfried:<br>Wir wissen aus dem Forschungsprojekt OASE, also Open-Access-Effekte, dass der Wissenschaftsbetrieb Open Access durchaus kann, dass es aber nicht wirklich nachhaltig funktioniert. Also, ich blicke noch mal zur\u00fcck auf diese ganze Corona-Situation, wo ja viele Preprints irgendwie ver\u00f6ffentlicht wurden, geteilt wurden, sehr schnell gereviewt wurden und so weiter. Und wir hatten in der letzten Folge Kristin Biesenbender und Philipp Mayr hier zu Gast, die so ein bisschen aus diesem Forschungsprojekt berichtet haben. Und ein Ergebnis war also, trotz ma\u00dfgeblicher Push-Versuche seitens der Geldgeber, gibt es noch nicht wirklich so einen nachhaltigen Willen, von der Wissenschaft selber hin zur Open-Access-Publikation. Also, die Frage ist jetzt so ein bisschen \u2013 Du hast gesagt, Open Access ist eigentlich Mainstream, aus der Sicht der wissenschaftlichen Bibliotheken. Wissen eigentlich die Forschenden davon, dass das hinter den Kulissen l\u00e4uft? Weil ich glaube, in der Wahrnehmung der Wissenschaftler:innen selber ist das noch nicht so ganz angekommen, dass am Ende ihre Publikationen irgendwie im Open Access landen, in irgendeinem Repository.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:15:26] Jens Lazarus:<br>Ich w\u00e4re da gn\u00e4diger in gewisser Weise. Ich wei\u00df gar nicht, ob das Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler unbedingt interessieren muss. Nat\u00fcrlich\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:15:34] Doreen Siegfried:<br>Das ist nat\u00fcrlich\u2026 Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:15:34] Jens Lazarus:<br>\u2026Wissenschaftler, Wissenschaftlerinnen die sollen forschen, die sollen ihr Topic sozusagen bearbeiten. Und das ist, das ist, das ist ja eigentlich der Ursprung, warum wir zu so einer Arbeitsteilung gekommen sind. Also urspr\u00fcnglich haben Wissenschaftler nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Publikation ihrer Papiere gesorgt, und irgendwann haben gesagt Verlage, \u201eJa, wir \u00fcbernehmen das\u201c und so weiter, und es kam zur Arbeitsteilung, um mal ganz weit zur\u00fcckzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:15:59] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:16:00] Jens Lazarus:<br>Und jetzt erwarten wir eigentlich, dass Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler sich wiederum k\u00fcmmern um die eigenen Zeitschriften, um die eigenen Publikationen sollen. Erwarten wir, dass sie Open Access machen, dass sie daf\u00fcr einen Nerv entwickeln. Ich glaube, dass \u2026 diese Erwartung ist auch richtig, weil nat\u00fcrlich hat Open Access Effekte, und nat\u00fcrlich sollten auch Wissenschaftler interessiert daran sein, m\u00f6glichst ihre Forschungsergebnisse gut zu verbreiten. Und daf\u00fcr ist Open Access Voraussetzung. Ja, also, ich glaube schon, dass wir eine gewisse Art Interesse voraussetzen k\u00f6nnen und dann auch ein gewisses Engagement gut finden w\u00fcrden. Aber sagen wir mal, den organisatorischen Rahmen, das, glaube ich, m\u00fcssen die Infrastruktureinrichtungen, Bibliotheken leisten, also oder die Institute oder Leute, die an den Instituten daf\u00fcr da sind, wie auch immer. Aber ich glaube, in erster Linie ist Wissenschaft, sind, also meiner Meinung nach, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daf\u00fcr da, dass sie, sie sollen, ihre Forschung machen und sollen m\u00f6glichst wenig belastet werden mit organisatorischen und administrativen Arbeiten. Und diese Open-Access-Transformation, gerade in dieser Transformationssituation, hat sehr viele Aspekte, und das sollte m\u00f6glichst Wissenschaft nicht besch\u00e4ftigen. Ich glaube aber, dass wir noch einen anderen Aspekt haben, der da mit reinspielt und das ist schlichtweg auch die Grundlage f\u00fcr die zum Teil sehr gro\u00dfe Macht, die Verlage haben. Und zwar ist das schlichtweg das Bewertungssystem von Wissenschaft, und das zielt ab auf Zeitschriften und Credits, die mit Publikationen in bestimmten Zeitschriften zu tun haben. Und die \u2026 so lange, glaube ich, das so sehr im Vordergrund steht, so lange Berufungen und Anstellungen von Publikationen in bestimmten hochgerankten Zeitschriften\u2026 solange das ein zentraler Punkt ist in der Wissenschaft, ist es quasi selbstgemachtes Leid, am Ende. Also, solange werden auch Verlage in dieser machtvollen Position bleiben oder die Zeitschrift oder die Verlage, die diese Zeitschriften unterhalten. Und ich glaube, viel wichtiger ist ein Umdenken in diesem Bewertungsprozess in der Wissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:18:33] Doreen Siegfried:<br>Auf jeden Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:18:34] Jens Lazarus:<br>Also das w\u00e4re\u2026 das w\u00fcrde eigentlich auch Publikationskultur \u00f6ffnen und erweitern. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:18:41] Doreen Siegfried:<br>Ja, aber ich w\u00fcrde trotzdem nochmal zur\u00fcckkommen auf diese, auf diese Arbeitsaufteilung. Wissenschaftliche Bibliotheken \/ Infrastruktur k\u00fcmmern sich um diese ganzen Verlagsvertr\u00e4ge und so weiter, um diesen administrativen Teil, nenne ich es mal. Wissenschaftler:innen forschen. Super Arbeitsaufteilung. Jeder macht das, was er oder sie am besten kann. Ich frage mich nur, wenn ich nochmal blicke auf das OASE-Projekt und auf andere Projekte, wo es darum geht, wenn Wissenschaftler befragt werden, ob sie im Open Access publizieren, sagen sie ja ganz oft genau das, was Du sagst: \u201eIch kann nicht, weil Anreizsysteme und so weiter.\u201c Wenn es aber ja doch eigentlich jemand anderes f\u00fcr sie macht, frage ich mich, ob die Bibliotheken vielleicht ab und zu mal mit den Wissenschaftler:innen sprechen sollten und sagen: \u201eHerzlichen Gl\u00fcckwunsch, deine 27 Artikel vom letzten Jahr sind jetzt hier frei zug\u00e4nglich. Viel Spa\u00df beim Einsammeln vieler Zitationen.\u201c Ich habe oft den Eindruck, dass viele Wissenschaftler:innen gar nicht wissen, was mit ihren Publikationen irgendwie passiert.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:19:45] Jens Lazarus:<br>Ich verstehe, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:19:46] Doreen Siegfried:<br>Ja. Du wei\u00dft, was ich meine?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:19:46] Jens Lazarus:<br>Es geht um Awareness sozusagen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:19:48] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, genau.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:19:49] Jens Lazarus:<br>Ja, ja. Doch, doch, das glaube ich, das ist notwendig. Ich glaube schon, dass Open Access also ein Begriff sein sollte mit\u2026 und auch ein gewisses Engagement von der Wissenschaft her, wie ich gesagt habe. Ja, das, das sollte da sein so. Man sollte den Unterschied kennen, auch im ganz eigenen Interesse. Open Access ist schlichtweg sichtbarer, wird nachgewiesen, ja, nachgewiesenerma\u00dfen \u00f6fter zitiert. Ist wirkungsm\u00e4chtiger, ist selbst\u2026 Also, ich wei\u00df nicht, wie das ist mit der Rezeption von Wissenschaft. Oft\u2026 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ja oft ihre eigenen Netzwerke und kommen sehr gut an Artikel, egal ob hinter Paywall oder nicht. Aber insgesamt, glaube ich, hat es eine, auch gesellschaftlich eine andere Wirkm\u00e4chtigkeit. Wissenschaft, wenn Wissenschaft offen ist\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:43] Doreen Siegfried:<br>Ja, auf jeden Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:20:44] Jens Lazarus:<br>Und das, das sollte im Interesse von Wissenschaft sein. Und das kann schon sein, dass wir da als Bibliothek, als Infrastruktureinrichtung st\u00e4rker daf\u00fcr werben m\u00fcssen und st\u00e4rker in Kontakt mit Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler kommen m\u00fcssen. Wobei ich glaube, gerade \u00fcber Open Access hat sich sehr viel ge\u00e4ndert, weil das Interesse h\u00e4ufig st\u00e4rker \u2026 \u201eWo kann ich publizieren?\u201c ist ein st\u00e4rkeres Interesse da, als \u201eWie komme ich an den Artikel?\u201c. Weil \u201eWie komme ich an den Artikel?\u201c ist, glaube ich, ganz gut zu l\u00f6sen. Da finden die Leute schon ihre Wege, dazu ist Bibliothek nicht unbedingt notwendig. Aber wie kann ich gut publizieren, und wer finanziert mir meinen Artikel? Das ist ein sehr viel st\u00e4rkeres Interesse, und \u00fcber Open Access, \u00fcber Transformationsvertr\u00e4ge, \u00fcber Publikationsfonds haben Bibliotheken, Infrastruktureinrichtungen, glaube ich, eine deutlich st\u00e4rkere Position \u00fcber die letzten Jahre eingenommen als vorher. Bibliotheken, um es mal ganz krass zu sagen, mit Erfindung des Internets waren Bibliotheken sozusagen \u00fcberfl\u00fcssig geworden, so in der Wahrnehmung der Wissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:00] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, ich wei\u00df, was Du meinst.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:01] Jens Lazarus:<br>Und jetzt haben sie pl\u00f6tzlich eine sehr zentrale Rolle, n\u00e4mlich bei der Publikation, die Publikation zu organisieren. Und Publikation ist wirklich das, was Wissenschaft interessiert. Wegen dieses Wertungssystem und auch nat\u00fcrlich auch, man forscht nicht f\u00fcr sich, man will gesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:24] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, also ich wei\u00df, was du meinst. Bibliotheken sind letztlich so von den Extremit\u00e4ten n\u00e4her ans Herz der Wissenschaft ger\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:22:29] Jens Lazarus:<br>Unbedingt. Also mit den Publikationsfonds, das waren pl\u00f6tzlich ganz wichtige Sachen. Also weil es geht auch um Geld. Wer finanziert mir meine Publikation? Muss ich das aus meinen eigenen Forschungsmitteln bezahlen oder \u00fcbernimmt das wunderbarerweise die Bibliothek, weil die haben gut verhandelt. Also, das ist, das ist die Sichtbarkeit von Bibliothek. Die Rolle von Bibliothek in Wissenschaft ist, glaube ich, mit Open Access, mit dieser Transformationsbewegung eine deutlich andere geworden und eine sehr starke. Also, diese Arbeitsteilung, glaube ich, die greift pl\u00f6tzlich wieder. Und wenn, wenn Du sagst, okay, wir haben noch Defizite, wir stellen Defizite fest, weil es ist m\u00fchsam, die Nachricht Open Access so ins allgemeine Bewusstsein von Wissenschaft zu bringen, dann, glaube ich, ist es auch zum Teil fachabh\u00e4ngig. Wirtschaftswissenschaften haben wir sicher noch ein bisschen mehr zu tun. Wenn ich sage, es ist Standard, dann ist das nat\u00fcrlich in den Naturwissenschaften, in der Medizin l\u00e4ngst durchgesetzt. So, ja, ich glaube, dass, Wirtschaftswissenschaft klemmt so ein bisschen dazwischen, so hin zu den Geisteswissenschaften, wo, glaube ich, noch mehr zu tun ist, einfach, weil auch spielt auch wieder Finanzierung eine Rolle, und so weiter. Ich w\u00fcrde Wirtschaftswissenschaften so in so einem Mittelfeld sehen, so, und von daher haben wir schon unsere Rolle, da hast Du schon Recht, also m\u00fcssen wir noch ein bisschen was tun.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:39] Doreen Siegfried:<br>Okay. Wie beurteilst Du denn \u2026 Also, ich hatte Dich ja anmoderiert mit Verhandlungsf\u00fchrer und so weiter\u2026 Wie beurteilst Du denn die Zusammenarbeit mit den gro\u00dfen Wissenschaftsverlagen? Also Elsevier, Springer Nature, Wiley und eben auch Taylor &amp; Francis. Ist es, also, ist das von H\u00fcrden begleitet oder gibt es da Neugier auf allen Seiten? Wie w\u00fcrdest Du das beschreiben?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:26] Jens Lazarus:<br>Ich w\u00fcrde es nochmal trennen, ehrlich gesagt. Wir sehen die drei gro\u00dfen Verlage, die eigentlich Wissenschaftskonzerne sind und eigentlich kaum, also ihr Gesch\u00e4ftsfeld auch zunehmend auf dem Datenmarkt sehen und weniger auf dem Publikationsmarkt. Ja, also, Zeitschriften sind noch ein nettes Zubrot, aber inzwischen konzentrieren sich so Konzerne wie Elsevier doch eher auf das Datenmanagement als Gesch\u00e4ftsmodell.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:56] Doreen Siegfried:<br>Also, wir reden \u00fcber Forschungsdaten?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:24:58] Jens Lazarus:<br>Forschungsdaten, genau, Forschung. Aber auch\u2026 Ja, es hat schon was Ironisches, wenn wir sehen, dass Elsevier quasi Evaluierungssysteme f\u00fcr Mittelvergabe f\u00fcr Forschung sozusagen konstruieren, sozusagen. Also quasi sich selber die Systeme bauen, f\u00fcr die Gelder bereitgestellt werden, sozusagen, also, das, das hat schon was Eigenartiges sozusagen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:24] Doreen Siegfried:<br>Hat schon so ein bisschen so einen Pippi-Langstrumpf-Effekt. Ich bau mir die Welt, wie sie mir gef\u00e4llt. Aus Sicht \u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:25] Jens Lazarus:<br>Ja, ja. Das schon. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:25:29] Jens Lazarus:<br>Also, ich will sagen, diese Gro\u00dfkonzerne w\u00fcrde ich nochmal rausnehmen sozusagen. Weil das einfach\u2026 Und da haben wir mit der DEAL-Verhandlungsgruppe tats\u00e4chlich auch nochmal auf einer ganz anderen politischen Ebene verhandlungsf\u00fchrende Personen gehabt, die, glaube ich, am Ende schon ganz gut verhandelt haben. Also nat\u00fcrlich fehlen mir auch bestimmte Dinge. Der ganze Aspekt der Metadaten ist relativ stiefm\u00fctterlich behandelt worden. Es gibt Kompromisse, die, glaube ich, aber auch notwendig waren, um \u00fcberhaupt zu diesen F\u00e4llen\u2026 Es ist am Ende die Frage, wollen wir so einen Vertrag haben oder nicht? Und von daher waren wir, glaube ich, ganz gut bei. Also kurz gesagt, diese Gro\u00dfverlage w\u00fcrde ich nochmal ausnehmen. Ansonsten glaube ich, wir sehen bei Verlagen h\u00e4ufig auch eine gewisse Unsicherheit.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:22] Doreen Siegfried:<br>Ah ja. Okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:26:22] Jens Lazarus:<br>Auch die m\u00fcssen Gesch\u00e4ftsmodelle bauen, die funktionieren. Die gehen nat\u00fcrlich auch erst mal aus von ihren \u00fcblichen Margen und die Subskriptionsgeb\u00fchren sind erst mal sozusagen gesetzt als Richtschnur, sozusagen. Das Geld wollen wir auch wiederhaben. Wir sind gerne bereit, schon auch uns zu bewegen. Wir sehen den Druck der Forschungsf\u00f6rderer, die sagen \u201eOpen Access, also wir f\u00f6rdern nichts mehr, was nicht im Open Access erscheint.\u201c Wir sehen diesen Druck sozusagen. Wir m\u00fcssen bei diesem gro\u00dfen Spiel mitspielen, also sehen aber h\u00e4ufig auch eine gewisse Unsicherheit. Wie machen wir es denn, wie stellen wir es denn an? Von daher ist das weniger, so ein Fingerhakeln, was man sich so vielleicht erst mal denken kann, so, sondern oft auch ein, ja, es ist jetzt vielleicht ein bisschen zu positiv gesetzt, aber oft auch ein gemeinsames Suchen nach Wegen. Wie k\u00f6nnen wir den Einstieg \u2026. \u2013 bei Taylor &amp; Francis war das so. Wie k\u00f6nnen wir den Einstieg finden in ein Gesch\u00e4ftsmodell, was Open Access erlaubt, und zwar kostenneutral? Also, was wir von vornerein gesagt haben, wir wollen nicht zus\u00e4tzlich zahlen, um Open Access zu haben. Der Verlag war schon der Meinung, das ist eine zus\u00e4tzliche Leistung, so. Haben aber auch gesehen, okay, es gibt also, da geht kein Weg rein. Ja, die Budgets werden nicht mehr, aber wir wollen trotzdem ein ver\u00e4ndertes Modell haben. Wie kann das funktionieren? Wie k\u00f6nnen wir beide heil rauskommen aus der Geschichte? Und mit Taylor&amp; Francis ist zumindest der Einstieg, w\u00fcrde ich sagen, gelungen. Wir werden in zwei Jahren wieder verhandeln oder schon im n\u00e4chsten Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:28:09] Doreen Siegfried:<br>[lacht] Okay. Alles klar. Vielleicht noch mal was, was mir h\u00e4ufig aufgefallen ist in Gespr\u00e4chen mit Forschenden, beispielsweise aus der Wirtschaftsforschung, dass die schon diese Monopolstellung\u2026 Du hast ja eigentlich, Du hast vorhin gesagt, ich muss mal kurz ausholen, Wissenschaftler:innen sollen forschen, den Rest machen die anderen, super Arbeitsteilung. Nichtdestotrotz gibt\u2019s ja schon, zumindest in der Wirtschaftsforschung, Wissenschaftler:innen, die das durchaus reflektieren, dass es da diese Verlagskonzerne gibt und die Monopolstellung und ver\u00e4nderte Gesch\u00e4ftsmodelle und so weiter und so weiter. Die fragen nat\u00fcrlich dann auch oft: Wir verstehen das nicht mehr. Was machen die eigentlich den ganzen Tag, die Verlage? Wof\u00fcr kriegen die ihr Geld? Also, wenn Du sowas gefragt wirst, was antwortest Du jemandem, der von diesem ganzen Thema Verlage und so weiter noch nicht so richtig Ahnung hat?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:29:00] Jens Lazarus:<br>Der Blick ist berechtigterweise, glaube ich, geht in erster, in erster Linie auf die drei Gro\u00dfverlage, weil die machen nun mal zwei Drittel der Publikationen aus in Deutschland und in der wissenschaftlichen Forschung, \u00fcberhaupt. Jetzt nicht nur in den Wirtschaftswissenschaften. Also, und dieser Blick ist tats\u00e4chlich gepr\u00e4gt von der Feststellung: Okay, warum haben die Margen, die h\u00f6her sind als die von Google, Facebook oder was auch immer? Ja, wie ist dieses, wie kommt dieses System zustande, dass die nach Steuer 30 Prozent Gewinn einfahren, sozusagen? Das kann nicht gesund sein, und das ist auch nicht gesund. Das ist ein Gesch\u00e4ftsmodell, was eigentlich auf aus der wirtschaftswissenschaftlichen Sicht sowieso nicht, aber auch aus der, sagen wir mal, aus dem gesunden Menschenverstand, sagt man: Okay, das kann nicht sein. Woher kommt diese riesen Gewinnmarge? Und da muss man aber sagen, es basiert auf dem, was ich vorhin schon gesagt habe, auf diesem Bewertungssystem der Wissenschaft. Es ist eine Monopolstellung, und Verlage k\u00f6nnen das offenbar machen. K\u00f6nnen offenbar diese Preise verlangen. Dass wir jetzt mit Transformation und tats\u00e4chlich auch Embargo, so wie bei Elsevier, dagegen angehen so. Das ist ein gro\u00dfer Erfolg. Lange hat Wissenschaft gesagt, \u201eDas ist uns egal. Wir wollen und m\u00fcssen publizieren, koste was es wolle. Weil das ist meine Reputation. Die brauche ich, um meine wissenschaftliche Karriere voranzubringen, um sichtbar zu sein. Auch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>[00:30:41] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:30:42] Jens Lazarus:<br>Also, dass wir, dass wir hier massiv gegen angegangen sind, ist, das ist ein gro\u00dfer Erfolg der letzten Jahre. Und ich bin da auch sehr stolz darauf, dass wir dahin gekommen sind, dass wir gesagt haben, okay wir\u2026, dann versuchen wir das eben ohne Elsevier. Und das ist nicht so ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass wir in ganz Deutschland gesagt haben, die gro\u00dfen Wissenschaftseinrichtungen, die Universit\u00e4ten gesagt haben, \u201eWir machen das ohne Elsevier\u201c, zum Beispiel. Und dieses Embargo haben wir durchgesetzt. Und wir haben mit dem DEAL-Vertrag eine massive Kostenreduzierung. Also Elsevier hat einen deutlichen Gewinneinbruch im Vergleich zu den Subskriptionszahlen, die vorher waren. So, ja. Das w\u00fcrde ich als deutlichen Erfolg sehen, so. Dass es immer noch mehr sein k\u00f6nnte, ist schon klar.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:32] Doreen Siegfried:<br>Na ja, aber es ist auf jeden Fall ein Erfolg, das ist ganz klar.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:31:34] Jens Lazarus:<br>Ich w\u00fcrde aber die Verlagswelt so insgesamt nicht \u00fcber einen Kamm scheren, weil es gibt sehr, sehr viele Verlage, die sehr hart an der Kante wirtschaften und die tats\u00e4chlich, um diese eine Zeitschrift oder diese Zeitschriftenpalette rauszubringen, also sehr hart kalkulieren m\u00fcssen. So ja. Also, dass wir eine gewisse Monopolstellung haben und auch die bedeutendsten Zeitschriften \u2013 also es ist wie auf dem Fu\u00dfballmarkt. Immer wenn eine Zeitschrift hochgerankt wird, wird sie weggekauft,<\/p>\n\n\n\n<p>[00:32:04] Doreen Siegfried:<br>[lacht] Ist ein sehr guter Vergleich ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:32:04] Jens Lazarus:<br>Und von einem dieser drei Gro\u00dfverlage sozusagen. Also, aber dass insgesamt auf dem Publikationsmarkt schon eine Berechtigung da ist, dass die Kosten auch nat\u00fcrlich umgesetzt werden, dass die Dienstleistungen, die da angeboten werden, n\u00e4mlich Zeitschriften zu produzieren und wissenschaftliche Begutachtung zu organisieren, dass das auch seinen Preis hat, das ist, halte ich auch f\u00fcr gerechtfertigt und fair.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:32:33] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Kannst Du vielleicht mal konkrete Beispiele nennen f\u00fcr erfolgreiche Konsortialvertr\u00e4ge, die Open Access f\u00f6rdern?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:32:41] Jens Lazarus:<br>Wenn man das eine Ziel setzt und sagt, ich m\u00f6chte Zeitschriftenartikel, ich m\u00f6chte wissenschaftliche Publikationen frei zug\u00e4nglich haben, dann sind wir erst mal mit jedem Transformationsvertrag erfolgreich.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:32:53] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:32:54] Jens Lazarus:<br>So. Wenn wir sagen, okay, wir wollen aber eigentlich das System umstellen, dann ist noch sehr viel zu tun. Und dann muss man sich fragen: \u201eOkay, wir haben jetzt hybride Zeitschriften, wo wir Open Access haben, aber gleichzeitig Artikel hinter der Paywall. M\u00fcssten nicht die Zeitschriften umgestellt werden auf Open Access?\u201c Das ist am Ende das Ziel. Dass nicht mehr die Zeitschrift finanziert wird \u00fcber so eine Mischkalkulation, sondern dass die Dienstleistung finanziert wird, n\u00e4mlich das Publizieren von wissenschaftlichen Artikeln. Und da ist zum Beispiel, was die Bayrische Staatsbibliothek von Verhandlungen erz\u00e4hlt mit Cambridge University Press, wo offenbar das Flipping von Journals, also diese Umstellung von Zeitschriften vom Subskriptionsmodell \u00fcber die Transformation hin zum Paper, sogenannten Paper Charge, also, dass man dann nur noch, \u201enur noch\u201c, das Modell hat, ich bezahle f\u00fcr die Dienstleistung \u201ePublizieren eines wissenschaftlichen Artikels\u201c. Dass das offenbar bei Cambridge University Press ernst genommen wird\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:34:06] Doreen Siegfried:<br>Ah ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:34:06] Jens Lazarus:<br>\u2026 und die offensiv darangehen, diese Zeitschriften zu flippen. Wo wir bei anderen Verlagen sehen, auch bei den Gro\u00dfverlagen, die sich in dieser Mischwelt der hybriden Publikationen ganz gut eingerichtet haben und quasi sowohl Subskriptionen verkaufen im internationalen Ma\u00dfstab, als auch die Finanzierung \u00fcber die Publikationen als ganz eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ftsmodell sehen. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:34:38] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Wenn Du vorhin gesagt hast\u2026, wir hatten ja auch das Bild der Perlenkette und so weiter, es muss sich mehr \u00e4ndern, nicht nur die Bibliotheken m\u00fcssen aktiv werden und so weiter. Was w\u00fcrdest Du sagen? Wie k\u00f6nnen denn Bibliotheken und Forschungseinrichtungen besser zusammenarbeiten eventuell, um das Thema Open Access noch mehr zu voranzutreiben? Also, wir hatten jetzt schon \u00fcber die Bewertungssysteme gesprochen. Gibt es da noch weitere Aspekte, wo Du sagen w\u00fcrdest, da ist auf jeden Fall noch ein bisschen Luft drin?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:35:08] Jens Lazarus:<br>Ich glaube, Dienstleistungen m\u00fcssen wahrgenommen werden. Also das ist, das ist das\u2026 Ich meine, wenn wir uns Dienstleistungen ausdenken, Publikationsfonds aufsetzen und so weiter, dann m\u00fcssen die wahrgenommen werden. Und darum geht es eigentlich, das genauso zu vermarkten und auch deutlich zu machen, was diese Dienstleistung beinhaltet. Ich glaube, da die Interessenslage sehr stark ist auf Seiten der Wissenschaft, ist es einfacher geworden. Die Stellung der Bibliothek ist st\u00e4rker geworden. Aber trotzdem, also so ein Grundverst\u00e4ndnis von den Mechanismen, das ist nach wie vor, m\u00fcssen wir nach wie vor immer wieder feststellen, das ist oft eine \u00dcberraschung, wenn wir mit Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern reden, \u201eAh ja, das geht, das k\u00f6nnt ihr machen? Wahnsinn\u201c. Ja und das ist ist\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:35:59] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:36:00] Jens Lazarus:<br>Wir hatten das in Gespr\u00e4chen. So oft werden Dienstleistungen gar nicht als solche der Bibliothek wahrgenommen. Das ist einfach so. \u201eOh prima. Ich kann, unter diesem Vertrag, kann ich, kann ich jetzt Open Access ver\u00f6ffentlichen. Ich habe einen Publikationsfonds.\u201c Dass wir daf\u00fcr hart verhandelt haben, dass das ein Erfolg der Bibliothek ist, wird oft, da sind wir oft wahrscheinlich naturgegeben bescheiden. Und sagen: Okay, Hauptsache wir machen\u2026 Hauptsache es funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:36:29] Doreen Siegfried:<br>[lacht] Hauptsache, der Effekt ist da.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:36:30] Jens Lazarus:<br>Dass wir das waren, ist vielleicht gar nicht so wichtig so\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:36:32] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay, da sind ein bisschen die Heinzelm\u00e4nnchen im Hintergrund. Ja, ja okay. Wenn wir, wenn wir jetzt von so Flipping von Journals sprechen und so weiter. Du hast ja schon gesagt, okay, es gibt \u00dcberraschungseffekte, aber gibt es auch manchmal so Reaktionen darauf, dass jemand sagt, ah, das ist ja meine Lieblingszeitschrift, jetzt ist die irgendwie\u2026 hat die ihr Modell ge\u00e4ndert. Also reflektieren das Forschende oder? Und wenn ja, was kommen da so f\u00fcr Reaktionen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:37:00] Jens Lazarus:<br>Wir sehen eine ver\u00e4nderte Interessenslage bei den Herausgebenden von Zeitschriften.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:37:04] Doreen Siegfried:<br>Ah ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:37:06] Jens Lazarus:<br>Die sehen also Open Access inzwischen auch als Standard und erstrebenswert an. Weil tats\u00e4chlich eine Zeitschrift, die nicht Open Access zumindest anbietet, als Option, die muss vielleicht als Open Access\u2026 Als Endziel\u2026 klar muss eine Zeitschrift Open Access sein. Also, da haben viele Herausgebende eigentlich auch inzwischen ein Interesse daran, die wiederum zu den Verlagen gehen und sagen, wollen wir nicht mal irgendwie diese Zeitschrift mit Open-Access-Optionen oder v\u00f6llig auf Open Access umstellen. Weil Sichtbarkeit, Wirksamkeit ist gr\u00f6\u00dfer. Inzwischen ist es auch ein Asset f\u00fcr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Wie gesagt, wenn Forschungsf\u00f6rderer sagen, Publikationen unter diesen\u2026 unter dieser F\u00f6rderlinie m\u00fcssen Open Access sein, das ist Standard inzwischen. Dadurch ist diese ganze Geschichte erst mal losgegangen,<\/p>\n\n\n\n<p>[00:38:01] Doreen Siegfried:<br>Das ist auch gut so, ja, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:38:01] Jens Lazarus:<br>dass Forschungsf\u00f6rderer gesagt haben, \u201eHey, wir wollen Open Access. Wir sehen das nicht ein, dass wir sozusagen Verlage mit unseren Forschungsgeldern mitfinanzieren.\u201c Also von daher sehe ich bei den Herausgebenden eigentlich inzwischen auch ein gro\u00dfes Interesse und da sehen wir erfreulicherweise doch auch einen gewissen Druck so auf Verlage. Dass Herausgebende sagen \u201eOkay, wir als Edition, Editorial Board wollen jetzt Open Access machen. Weil alle machen das, und auch unsere Konkurrenzzeitschriften.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>[00:38:38] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja, okay. Ja, das ist doch gut, das belebt doch dann vielleicht den Markt. Du hast jetzt gesagt, der aktuelle Rahmenvertrag mit Taylor &amp; Francis ist begrenzt auf drei Jahre und wahrscheinlich gehen jetzt die gleichen, die n\u00e4chsten Verhandlungen los. Vielleicht mal so eine Kinderfrage. Warum kann man das nicht auf 20 Jahre machen? Also oder was braucht es, damit das ein bisschen nachhaltiger ist?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:01] Jens Lazarus:<br>Wir haben\u2026 deswegen hat diese Verhandlung so ewig gedauert, die hat ja fast zwei \u00bd Jahre gedauert, so. Weil wir urspr\u00fcnglich gesagt haben, wir machen gleich einen richtig langen Vertrag.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:14] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:14] Jens Lazarus:<br>Es war so ein bisschen Hybris auch. Wir haben gesagt, okay, wir machen es gleich richtig. Wir machen das auf sechs Jahre und dann\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:19] Doreen Siegfried:<br>Ehrgeiz w\u00fcrde ich das nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:20] Jens Lazarus:<br>Und am Ende von diesen sechs Jahren sind wir bei einer super Transformation. Dann ist die Transformation abgeschlossen, dann k\u00f6nnen wir einen gr\u00fcnen Haken dranmachen und so, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:28] Doreen Siegfried:<br>Check. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:30] Jens Lazarus:<br>Wir haben aber festgestellt, dass wir dieses Modell nicht gefunden haben. Also ich meine, es ver\u00e4ndert \u2026. Der Publikationsmarkt ist ziemlich dynamisch und so auf die n\u00e4chsten drei Jahre zu gucken, ist schon manchmal kompliziert. Und wir \u2026 Verlag Taylor &amp; Francis hat dann gesagt, \u201eNa ja, wer wei\u00df, wie sich die Publikationszahlen entwickeln\u201c und wir haben gesagt, \u201eWir wissen es auch nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:52] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:39:52] Jens Lazarus:<br>Wir k\u00f6nnen das absch\u00e4tzen. Wir haben jetzt einen ziemlichen Peak gehabt, bei Covid, sozusagen, ja. Also, aber werden die wieder massiv sinken, oder wie entwickeln sich die Zeitschriften \u00fcberhaupt? Gerade in den Naturwissenschaften sagt Wissenschaft, \u201eHey, Zeitschriften brauchen wir eigentlich nicht mehr. Wir haben Repositorien. Wir haben Server. Da packen wir unsere Publikationen rauf, das funktioniert sozusagen.\u201c Ja. Also von der Seite her ist im Moment sechs Jahre ein ziemlich weiter Zeitraum, und so haben wir auch\u2026 Weil wir auch kein Modell finden konnten, was wirklich belastbar, und wo sich wirklich beide Seiten darauf einlassen wollten, haben wir gesagt, \u201eOkay, nee, lass uns einen Schritt machen. Und ehrlich gesagt, dieser Transformationsvertrag mit Taylor &amp; Francis ist gut, weil es ein Einstieg ist, aber es ist jetzt nicht der super beste Vertrag. So. Ja, und wir haben gesagt, dann lass uns das so jetzt machen, um den Fu\u00df in die T\u00fcr zu kriegen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:40:52] Doreen Siegfried:<br>Um erstmal anzufangen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:40:53] Jens Lazarus:<br>Und wir haben\u2026 inzwischen kennen wir uns, wir haben jetzt \u00fcber diese zwei Jahre eine gewisse Vorstellung, wie es geht. Und jetzt lass uns wieder anfangen, und jetzt mal noch \u00fcber grunds\u00e4tzlichere Dinge reden, die wir im ersten, in der ersten Runde nicht geschafft haben oder beiseitegelassen haben. Weil es einfach zu kompliziert war und wir zu unsicher waren.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:41:15] Doreen Siegfried:<br>Okay, das hei\u00dft, man f\u00e4ngt jetzt eigentlich nicht bei null wieder an, sondern nat\u00fcrlich haben alle Erfahrungen gesammelt, beide Seiten. Und der Verlag wei\u00df auch, wie die Zahlen aussehen und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:41:25] Jens Lazarus:<br>Genau.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:41:25] Doreen Siegfried:<br>Dann kann man auf der Basis jetzt den n\u00e4chsten Step machen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:41:28] Jens Lazarus:<br>Ja, ja. Wir haben zum Beispiel gesagt: \u201eOkay, wir haben 1.600 Publikationen.\u201c Haben wir festgelegt, weil der Verlag brauchte irgendeine Obergrenze. Das haben wir kalkuliert, aus vorherigen Publikationen. J\u00e4hrlich 1.600 Publikationen. Ist das zu wenig, ist das zu viel? Ja, und jetzt sehen wir, okay, wir landen wahrscheinlich bei 1.200 Publikationen. Der Verlag sagt: \u201eOkay, fein, das ist schade, ein bisschen schade, wir h\u00e4tten ein bisschen mehr gehabt\u201c, so. Aber wir sagen: \u201eOkay, uns reicht der Puffer.\u201c Wir wollten unbedingt vermeiden, dass wir zus\u00e4tzlich bezahlen. Also, wenn wir bei 1.800 Publikationen gelandet w\u00e4ren, dann w\u00e4re entweder der Vertrag zu Ende gegangen oder wir h\u00e4tten mehr bezahlen m\u00fcssen. Was wir unbedingt beides vermeiden wollten. Also das sind so, jetzt haben wir so ein bisschen mehr Sicherheit, was so die Rahmenbedingungen angeht, und k\u00f6nnen auf dieser Basis weiterverhandeln. Auch ist, wie Du gesagt hast, ein gewisses Vertrauen da, und man kennt einander. Auch wenn wir noch mal grunds\u00e4tzlich miteinander reden m\u00fcssen, und es vielleicht auch eine gute Idee w\u00e4re, noch mal so eine Art Reset zu machen. So, da sind wir gerade bei dr\u00fcber nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:42:40] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay, verstehe. Wie wichtig sind denn internationale Kooperationen f\u00fcr den Erfolg von Open-Access-Initiativen eigentlich?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:42:48] Jens Lazarus:<br>Ja, Open-Access-Transformation funktioniert eigentlich nur international. Also, wir k\u00f6nnen das\u2026 Das ist eine der gro\u00dfen Herausforderungen, weil wir k\u00f6nnen nicht mehr sagen, \u201eOkay, f\u00fcr Deutschland soll das so sein\u201c. Weil dann sagt der Verlag \u201eNa ja gut, sch\u00f6n und gut. Deutschland macht bei Taylor &amp; Francis irgendwie sieben Prozent der Publikationen aus und der ganze Restmarkt, was ist mit dem? Soll der sich auch umstellen, oder wie kalkulieren wir das mit ein?\u201c Also, das sind so\u2026 Das funktioniert nur international und ich bin ganz froh, dass wir tats\u00e4chlich einen deutlichen Drive haben. Also Europa war relativ fr\u00fch dran mit Open Access, dadurch das sich europ\u00e4ische Forschungsf\u00f6rderer relativ fr\u00fch auch positioniert haben. Dem folgten eigentlich Nordamerika, USA. So da ist\u2026 Und dann sehen wir den ganz gro\u00dfen Markt, nat\u00fcrlich Asien, dass was auch langsam Bewegung reinkommt, aber sicher nicht getrieben wird, weil das ganz andere Marktverh\u00e4ltnisse sind. Aber insgesamt ist die internationale Vernetzung, zumindest f\u00fcr Europa sehr gut, nach Nordamerika gut. So. Also, das ist Voraussetzung, glaube ich, und muss mitgedacht werden, auf jeden Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:44:12] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Wenn wir so ein bisschen in die Zukunft gucken, also welche zuk\u00fcnftigen Entwicklungen siehst Du denn im Bereich Open Access? Also wie wirken sich denn beispielsweise aktuelle Entwicklungen rund um das Thema KI auf das wissenschaftliche Publikationswesen aus?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:44:26] Jens Lazarus:<br>Oh je, das ist ein sehr komplexes Thema. Und wir haben im Moment eher KI das Thema, dass wir Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler haben, die KI machen wollen, die Daten brauchen, die sagen \u201eOkay, sch\u00f6n und gut, wir haben ja einen Riesenvertrag mit riesen Open-Access-Publikationen drin. K\u00f6nnen wir diese Publikationen nutzen, um unsere KI-Maschine zu f\u00fcttern?\u201c, sozusagen. Und wir m\u00fcssen sagen, \u201eNein, nur zum Teil. Nur die Publikation, die unter einer sauberen CC-Lizenz sind. Also die tats\u00e4chlich unter einer bestimmten Lizenz ver\u00f6ffentlicht werden. Die anderen Publikationen nicht, weil da haben wir eine Situation, die unsicher ist. Ja. Wir haben die Urheberrechtsschranke, also rechtlich k\u00f6nnten wir es, gleichzeitig sagt der Vertrag, KI ist beschr\u00e4nkt, eingeschr\u00e4nkt. Wir sehen eher, zumindest auch wieder bei den Gro\u00dfverlagen, die Tendenz, dass die das Gesch\u00e4ftsfeld f\u00fcr sich sichern wollen. Das hei\u00dft, KI-Anwendungen generell ausschlie\u00dfen. Das ist eine gro\u00dfe Diskussion, die, wo wir uns auch in einem Graubereich bewegen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:45:49] Doreen Siegfried:<br>Ist noch nicht zu Ende diskutiert, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:45:51] Jens Lazarus:<br>Es ist nicht zu Ende\u2026 Also, kurz gesagt, irgendwann m\u00fcssen Gerichte entscheiden, wie die Auslegung dieser Lizenzvertr\u00e4ge, dieser Rechtsprechung ist, dieser rechtlichen Rahmenbedingungen sind\u2026 Also, die muss am Ende mit Rechtsprechung entschieden, geregelt werden, sozusagen. Im Moment haben wir gro\u00dfe Unsicherheit und sehen aber die starke Tendenz, dass Verlage quasi ihre Gesch\u00e4ftsfelder sichern auf diesem Gebiet. Und sagen, meine Daten werden nicht f\u00fcr KI verwendet, und das hat so eine Art auch wieder Dominoeffekt. Viele, selbst kleine und mittlere Verlage, die damit \u00fcberhaupt noch nichts selber am Hut haben, die selber nicht auf diesem Gesch\u00e4ftsfeld unterwegs sind, sagen, \u201eOh, Gott. Schnell mal eine Klausel geschrieben, KI ist verboten. Weil wer wei\u00df, was kommt. Vielleicht brauchen wir unsere Daten selber auch mal, oder vielleicht kann man darauf noch mal ein Gesch\u00e4ftsfeld machen. Vielleicht k\u00f6nnen wir die noch mal verkaufen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>[00:46:54] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:46:55] Jens Lazarus:<br>So ja. Also das ist, das ist\u2026 Im Moment w\u00fcrde ich das fast beschreiben, wie am Anfang die Umstellung auf die digitale Welt. Es ist so eine \u201eHey Jo\u201c, so eine Wild-West-Situation gerade so, wo viele auch \u00fcber Gesetze, \u00fcber Lizenzregelungen hinweggehen. Also das\u2026 Und trotzdem genutzt werden f\u00fcr KI, also sehenden Auges sozusagen. Also, wir brauchen die Daten, wir wollen an der Forschung teilnehmen. Das sind, die kann man auch sehr gro\u00dfen Konzernen vorwerfen, sozusagen. Also, die sich nicht um Rechtsprechung, nicht um Vorgaben scheren, sondern schlichtweg f\u00fcr gro\u00dfe KI-Unternehmen sozusagen, also die Daten nutzen, die da sind, egal unter welcher Lizenz. Ja. Und wir, die wir sauber arbeiten wollen und rechtlich auch verantwortungsvoll agieren wollen, haben da an der Stelle h\u00e4ufig die Situation, dass wir sagen, \u201cSorry, geht nicht.\u201c zu unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, und so ein bisschen zwischen den St\u00fchlen sitzen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:11] Doreen Siegfried:<br>Und wenn Du sagst, das m\u00fcsste eigentlich ein Gericht entscheiden, wer m\u00fcsste denn da klagen? M\u00fcssten das die Wissenschaftler selber machen und gibt\u2019s da schon irgendwie Verb\u00fcnde oder\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:19] Jens Lazarus:<br>Es gibt verschiedene Instanzen, die klagen k\u00f6nnten. Es m\u00fcssten, k\u00f6nnten auch die Verlage klagen. Also, es gibt\u2026 Auch Anbieter k\u00f6nnten klagen und sagen, \u201eHier meine Daten wurden f\u00fcr\u2026\u201c. Gibt ja F\u00e4lle, ja. New York Times hat Open AI verklagt sozusagen, weil offensichtlich\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:37] Doreen Siegfried:<br>Ja, ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:48:38] Jens Lazarus:<br>\u2026 der Content von New York Times und anderen Anbietern einflie\u00dfen in gro\u00dfe Maschinen wie Chat GPT und so weiter. Und also, Anbieter k\u00f6nnten klagen, dass wir, Wissenschaft sozusagen, unberechtigt das Material verwendet. Wo wir sagen, \u201eOkay, wir haben aber eine Urheberrechtsschranke, und unter dieser Urheberrechtsschranke d\u00fcrfen wir das.\u201c Ja. Verlage sind anderer Meinung, sagen, \u201eEs geht nat\u00fcrlich nicht\u201c und schreiben das in die Vertr\u00e4ge mit rein. K\u00f6nnten aber auch Bibliotheken sein, die sagen, \u201eWir m\u00f6chten die Nutzung f\u00fcr unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereitstellen und tun das jetzt mal sehenden Auges.\u201c Ja. Also das, da bin ich vielleicht, aber auch nicht so ganz, da begebe ich mich so ein bisschen auf d\u00fcnnes Eis, weil das sind rechtliche Rahmenbedingungen, die sehr komplex sind, und auch ja, selbst Spezialisten vor Fragezeichen stellen. Unsere Spezialistin an der ZBW, Steffi Richter, kommt regelm\u00e4\u00dfig mit Fragezeichen im Auge und sagt, \u201eOh, Gott, wie machen wir das denn jetzt, wie soll das\u2026?\u201c Also, das ist ein sehr, sehr komplexes Feld, gerade.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:50:01] Doreen Siegfried:<br>Okay. Also, es bleibt weiterhin spannend. Letzte Frage Jens. Welche konkreten drei Tipps hast Du vielleicht f\u00fcr Forschende, die ihr Publikationsverhalten\u2026 Oder anders gefragt. Sie m\u00fcssen ja gar nicht ihr Publikationsverhalten \u00f6ffnen. Welche Tipps hast Du f\u00fcr Forschende, bisschen mehr auch in die Kommunikation mit ihrer jeweils wissenschaftlichen Bibliothek zu gehen? Vielleicht mal aktiv, w\u00fcrdest du sagen, okay, Dozierende sollten vielleicht einmal im Semester erkl\u00e4ren, es gibt diesen Publikationsfonds oder es gibt die und die Art von Services. Also was w\u00e4re da sinnvoll?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:50:37] Jens Lazarus:<br>Fragen. Also, fragen. Bibliothek ernst nehmen. Mit Leuten reden, sozusagen. Jetzt nicht automatisch sozusagen Gelder aus dem Forschungsmittelfonds sozusagen in Publikationen schie\u00dfen, ohne Not. Sondern vorher fragen, welche F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten gibt es. Also da\u2026 Es gibt an Universit\u00e4ten, Einrichtungen, inzwischen Open-Access-Beauftragte. Einfach mal zum Telefonh\u00f6rer greifen, einen Chat losschicken, sozusagen, um rauszukriegen, gibt es M\u00f6glichkeiten. Also das sind kompetente Leute, die sich auskennen in dieser sehr komplexen Welt und die helfen k\u00f6nnen. Also Hilfe in Anspruch nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:51:20] Doreen Siegfried:<br>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:51:20] Jens Lazarus:<br>Das w\u00e4re so das erste, was ich so sagen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:51:22] Doreen Siegfried:<br>Das einfachste.<\/p>\n\n\n\n<p>[00:51:24] Jens Lazarus:<br>Und vielleicht diese eingefahrenen Denkmuster verlassen: \u201eIch muss publizieren dort, und ich habe das schon immer gemacht, und das hat mir mein Professor auch so erz\u00e4hlt\u201c, sondern nach M\u00f6glichkeiten sich umsehen. Gibt es Alternativen, Sichtbarkeit von Forschung eigentlich auch mit ins Denken einzubeziehen?<\/p>\n\n\n\n<p>[00:51:46] Doreen Siegfried:<br>Ja, okay. Aber das nehmen wir doch mal super mit. Also, wenn Sie Geld sparen wollen und nicht Ihre sch\u00f6nen Drittmittel ausgeben wollen, fragen Sie doch einfach mal den oder die Open-Access-Beauftragte Ihrer jeweiligen Forschungseinrichtung. Da liegt bestimmt noch ein bisschen was im Publikationsfond f\u00fcr Sie bereit, f\u00fcr Ihre Publikationen. Also vielen Dank Jens, das war sehr informativ, sehr spannend.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank auch an Sie an den Kopfh\u00f6rern. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Lassen Sie uns gerne Lob oder Kritik da, sei es via E-Mail, Mastodon, YouTube oder LinkedIn. Wir freuen uns nat\u00fcrlich auch, wenn Sie uns abonnieren. Und seien Sie neugierig auf die n\u00e4chste Folge. Tsch\u00fcss!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"tags":[213,163,31,17,109,146,4,206,18,5,123,26,212,93,33,12],"class_list":["post-106","podcast","type-podcast","status-publish","hentry","tag-ai","tag-deal","tag-forschung","tag-journal-flipping","tag-journals","tag-ki","tag-leibniz","tag-leibniz-gemeinschaft","tag-oa","tag-open-access","tag-publikation","tag-publizieren","tag-taylor-francis","tag-verlage","tag-wissenschaft","tag-zbw","post"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.0 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Open-Access-Transformation<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Open-Access-Transformation im wissenschaftlichen Publikationsmarkt. 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